Eine ägyptische Sklavin von Sara, vielleicht eine von denen, die der Pharao Abraham geschenkt hatte (1. Mo 12,16). Sara hatte sie ihrem Mann nach damaliger Sitte zur Nebenfrau gegeben, um die Verheißung eines Sohnes und Erben zur Erfüllung zu bringen. Als Hagar nun ein Kind erwartet und Sara sie demütigen will, flieht sie in die Wüste. Doch Gott schickt sie durch einen Engel mit der Zusage zurück, dass sie einen Sohn und durch ihn eine große Nachkommenschaft bekommen werde (1. Mo 16).

Ismael ist aber nicht Erbe der Verheißung (1. Mo 17,19); das wird Saras Sohn, der jüngere Isaak (1. Mo 21,2). Als Isaak entwöhnt wird, fordert Sara, dass Hagar mit Ismael weggeschickt wird. Abraham hört erst darauf, als Gott Saras Wunsch bestätigt.

Auf dem Weg nach Süden geraten Hagar und Ismael in Gefahr zu verdursten, doch der Herr zeigt Hagar Wasser. Sie ziehen dann nicht nach Ägypten, das ursprünglich Hagars Ziel gewesen zu sein scheint, sondern leben in der Wüste Paran. Hagar nimmt für Ismael aber eine ägyptische Frau (1. Mo 21,8-21).

In Galater 4,22-31 bezieht Paulus das Verhältnis der beiden Mütter Hagar und Sara auf das Verhältnis der Gemeinde Jesu zum jüdischen Volk und schlussfolgert, dass die Christen nicht Kinder der Magd, sondern der Freien sind.