ist die Hauptfigur des gleichnamigen alttestamentlichen Buches. Er wird als gottesfürchtiger, rechtschaffener Mann beschrieben, der sich trotz allergrößter Leiden nicht von Gott abwendet.
Einmal wird Hiob auch im Neuen Testament erwähnt, als Beispiel für Geduld, die sich auszahlt (Jak 5,11). Das Buch Hiob ist nach Inhalt und Form ein Meisterwerk hebräischer Dichtung. Einleitung und Vorspann deuten jedoch darauf hin, dass hier ein tatsächliches Ereignis berichtet wird, außerdem erwähnt Hes 14,14.20 Hiob als historische Person.Die erwähnten Landschaftsnamen Uz, Schuach und Bus weisen in das Gebiet Nordwestarabiens. Wann und von wem das Buch Hiob abgefasst wurde, lässt sich nicht feststellen. Die verschiedenen Vermutungen reichen von der Zeit vor Mose bis in die nach dem Exil. Wegen der Verwandtschaft mit der Weisheitsliteratur, der dichterischen Vollendung und der Tiefe des theologischen Problems hat man an die Blütezeit der hebräischen Dichtung unter David und Salomo gedacht.
Als Gott feststellt, dass Hiob der gottesfürchtigste Mann der Erde ist, bezweifelt Satan, dass Hiob Gott auch treu sein würde, wenn ihm aller Besitz genommen würde. So gibt Gott Hiob in die Hände Satans, mit der Auflage, sein Leben nicht anzutasten – und Hiob bewährt sich. Satan lässt ein Unglück nach dem andern über Hiob hereinbrechen: Seine Söhne und Töchter werden getötet und sein Besitz zerstört oder geraubt. Schließlich verliert er sogar seine Gesundheit, doch noch immer vertraut er auf Gott. In dieser schwierigen Zeit bekommt Hiob Besuch von drei Freunden, und ihre Reden nehmen den größten Teil des Buches ein. Nachdem die drei Freunde gesprochen haben, meldet sich noch ein vierter zu Wort. Die Reden der Freunde ringen darum, den Sinn des Leidens zu verstehen. Sie versuchen, das Problem mit ihrem Wissen von Gott zu lösen: Der Herr belohnt den Gerechten und straft den Sünder – also muss Hiobs Unglück eine Strafe für verborgene Schuld sein (Hiob 4,7-9). Diesen Vorwurf erheben sie immer offener (Hiob 11,13-15; 22,4.5), wenn sie auch schließlich vor Hiobs Schlussrede verstummen müssen. Er gibt sich mit ihren einfachen Antworten nicht zufrieden und weiß, dass er rechtschaffen gehandelt hat (Hiob 27,5f; 32,1). Hiob braucht keine frommen Reden, sondern eine echte Antwort, und um die schreit er zu Gott (Hiob 12,2f; 13,23-25). Hiob erkennt wie seine Freunde die Sündhaftigkeit aller Menschen an, doch seine Treue zu Gott lässt er sich nicht absprechen. Er klagt verzweifelt an und gibt seiner Hoffnungslosigkeit Ausdruck, doch immer wendet er sich mit alldem direkt an Gott und klammert sich auch in der tiefsten Ausweglosigkeit des Schmerzes an das Wissen, dass Gott ihn retten wird (Hiob 16,11-19; 31,35; 19,25-27). Seine Ehrlichkeit und Offenheit gegenüber Gott machen Hiob zu einem interessanten Beispiel für einen Mann Gottes, der sein Leiden, seinen Ärger und seine Ängste mit Gott diskutiert. Gott antwortet Hiob direkt. Er beschreibt sich als mächtigen Schöpfer, an den niemand heranreichen kann. Er gibt keine einfachen Antworten auf die Frage nach dem Leiden und seinem Handeln. Im Gegenteil: Er erinnert daran, dass er nicht immer für uns verständlich handelt, dass er unabhängig und allmächtig ist und seine Gedanken niemals ganz erfasst werden können. Aber er ermutigt, sich mit Fragen und Ängsten direkt an ihn zu wenden: Während Gott die Aussagen der Freunde als unrecht verurteilt, belohnt er Hiob für sein Vertrauen. Hiob wird mit Besitz und Nachkommen beschenkt und stirbt schließlich alt und lebenssatt (Hiob 42).