Tag 32

Informationen

  1. Informationen zu Hiob nach M. Röseler 
  2. Informationen zu Hiob nach J. MacArthur
  3. Einführung in das Buch Hiob nach R. Liebi

Fragen

  • Hiob erkennt die Allmacht Gottes an, doch kann er Gottes Handeln nicht ganz verstehen. Welche Fragen machen ihm angesichts der Allmacht Gottes besonders zu schaffen?

Bibeltext

Hiob 6-8

 

Hi 9,1: Und Hiob antwortete und sprach:

Wirklich, ich weiß, dass es so ist; und wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott? Wenn er Lust hat, mit ihm zu streiten, so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten. Er ist weisen Herzens und stark an Kraft: Wer hat sich gegen ihn verhärtet und ist unversehrt geblieben? Der Berge versetzt, ehe sie es merken, er, der sie umkehrt in seinem Zorn; der die Erde erbeben lässt von ihrer Stelle, und ihre Säulen erzittern; der der Sonne befiehlt, und sie geht nicht auf, und der die Sterne versiegelt; der die Himmel ausspannt, er allein, und einherschreitet auf den Höhen des Meeres; der den Großen Bären gemacht hat, den Orion und das Siebengestirn und die Kammern des Südens; der Großes tut, dass es nicht zu erforschen ist, und Wundertaten, dass sie nicht zu zählen sind.

Siehe, er geht an mir vorüber, und ich sehe <ihn> nicht, und er zieht vorbei, und ich bemerke ihn nicht. Siehe, er rafft dahin, und wer will ihm wehren? Wer will zu ihm sagen: Was tust du? Gott wendet seinen Zorn nicht ab, unter ihn beugen sich die Helfer Rahabs. Wie viel weniger könnte ich ihm antworten, meine Worte wählen ihm gegenüber! Der ich, wenn ich gerecht wäre, nicht antworten könnte – um Gnade würde ich flehen zu meinem Richter. Wenn ich riefe und er mir antwortete, nicht würde ich glauben, dass er meiner Stimme Gehör schenken würde – er, der mich zermalmt durch ein Sturmwetter und meine Wunden mehrt ohne Ursache. Er erlaubt mir nicht, Atem zu holen, denn er sättigt mich mit Bitterkeiten. Wenn es auf Kraft des Starken ankommt, <so sagt er>: „Siehe hier!“, und wenn auf Recht: „Wer will mich vorladen?“ Wenn ich auch gerecht wäre, so würde mein Mund mich <doch> verdammen; wäre ich vollkommen, so würde er mich für verkehrt erklären.

Vollkommen bin ich; nicht kümmert mich meine Seele, ich verachte mein Leben; es ist eins! Darum sage ich: Den Vollkommenen und den Gottlosen vernichtet er. Wenn die Geißel plötzlich tötet, so spottet er der Prüfung der Unschuldigen. Die Erde ist in die Hand des Gottlosen gegeben, das Angesicht ihrer Richter verhüllt er. – Wenn <er es> nun nicht <ist>, wer anders?

Und meine Tage eilen schneller dahin als ein Läufer, sie fliehen, schauen das Glück nicht. Sie ziehen vorüber wie Rohrschiffe, wie ein Adler, der auf Fraß herabstürzt. Wenn ich sage: Ich will meine Klage vergessen, will mein Angesicht glätten und mich erheitern, so bangt mir vor allen meinen Schmerzen; ich weiß, dass du mich nicht für schuldlos halten wirst.

Ich muss schuldig sein; wozu soll ich mich denn nutzlos abmühen? Wenn ich mich mit Schnee wüsche und meine Hände mit Lauge reinigte, dann würdest du mich in die Grube tauchen, und meinen <eigenen> Kleidern würde vor mir ekeln. Denn er ist nicht ein Mann wie ich, dass ich ihm antworten dürfte, dass wir miteinander vor Gericht gehen könnten. Es gibt zwischen uns keinen Schiedsmann, dass er seine Hand auf uns beide legte. Er nehme seine Rute von mir weg, und sein Schrecken ängstige mich nicht: So> will ich reden und ihn nicht fürchten; denn dazu habe ich keinen Grund.

Hiob 10

Meine Seele verachtet mein Leben; ich will meiner Klage in mir freien Lauf lassen, will reden in der Bitterkeit meiner Seele. Ich will zu Gott sagen: Verdamme mich nicht! Lass mich wissen, worüber du mit mir rechtest. Hältst du es für gut, dass du bedrückst, dass du die Arbeit deiner Hände verwirfst und über den Rat der Gottlosen <dein Licht> leuchten lässt? Hast du Augen des Fleisches, oder siehst du, wie ein Mensch sieht? Sind deine Tage wie die Tage eines Menschen, oder deine Jahre wie die Tage eines Mannes, dass du nach meiner Ungerechtigkeit suchst und nach meiner Sünde forschst, obwohl du weißt, dass ich nicht schuldig bin und dass niemand <da> ist, der aus deiner Hand errettet?

Deine Hände haben mich ganz gebildet und gestaltet um und um, und du verschlingst mich! Gedenke doch, dass du mich wie Ton gestaltet hast – und zum Staub willst du mich zurückkehren lassen! Hast du mich nicht hingegossen wie Milch, und wie Käse mich gerinnen lassen? Mit Haut und Fleisch hast du mich bekleidet und mit Knochen und Sehnen mich durchflochten. Leben und Huld hast du mir gewährt, und deine Obhut bewahrte meinen Geist. Doch solches bargst du in deinem Herzen; ich weiß, dass du dies im Sinn hattest: Wenn ich sündigte, so würdest du mich beobachten und mich von meiner Ungerechtigkeit nicht freisprechen. Wenn ich schuldig wäre, wehe mir! Und wäre ich gerecht, so dürfte ich mein Haupt nicht erheben, gesättigt von Schande und mein Elend schauend. Und richtete es sich empor, wie ein Löwe würdest du mich jagen und immer wieder deine Wunderkraft an mir erweisen. Du würdest deine Zeugen mir gegenüber erneuern und deinen Zorn gegen mich mehren, stets frische Scharen und ein Heer gegen mich <aufbieten>.

Warum hast du mich doch aus dem Mutterleib hervorgehen lassen? Ich hätte verscheiden, und kein Auge hätte mich sehen sollen! Als ob ich nicht gewesen wäre, <so> hätte ich sein sollen, vom Mutterschoß zu Grabe getragen!

Sind meiner Tage nicht wenige? Er lasse ab, wende sich von mir, dass ich ein wenig mich erheitere, ehe ich hingehe (und nicht wiederkomme) in das Land der Finsternis und des Todesschattens, in das Land, düster wie das Dunkel, <das Land> des Todesschattens und der Unordnung und wo das Hellwerden dem Dunkel gleich ist!

Hiob 11

Hi 11,1: Und Zophar, der Naamatiter, antwortete und sprach:

Sollte die Menge der Worte nicht beantwortet werden, oder sollte ein Schwätzer Recht behalten? Sollte dein Gerede die Leute zum Schweigen bringen, dass du spotten solltest und niemand <dich> beschämt? Und du sagst: Meine Lehre ist lauter, und ich bin rein in deinen Augen. Aber möge Gott doch reden und seine Lippen gegen dich öffnen und dir kundtun die Geheimnisse der Weisheit, dass sie das Doppelte ist an Bestand! Dann müsstest du erkennen, dass Gott dir <viel> von deiner Ungerechtigkeit übersieht.

Kannst du die Tiefe Gottes erreichen oder das Wesen des Allmächtigen ergründen?
Himmelhoch <sind sie> – was kannst du tun? Tiefer als der Scheol – was kannst du erkennen? Länger als die Erde ist ihr Maß und breiter als das Meer. Wenn er vorüberzieht und gefangen nimmt und <zum Gericht> versammelt, wer will ihm dann wehren? Denn er kennt die falschen Leute; und er sieht Frevel, ohne dass er Acht gibt. Auch ein Hohlkopf gewinnt Verstand, wenn auch der Mensch als ein Wildeselsfohlen geboren wird.

Wenn du dein Herz ausrichtest und deine Hände zu ihm ausbreitest – wenn Frevel in deiner Hand ist, so entferne ihn, und lass Unrecht nicht in deinen Zelten wohnen –, ja, dann wirst du dein Angesicht erheben ohne Makel und wirst unerschütterlich sein und dich nicht fürchten. Denn du wirst die Mühsal vergessen, wirst dich an sie erinnern wie an vorübergeflossene Wasser; und heller als der Mittag wird dein Leben erstehen; mag es finster sein – wie der Morgen wird es werden. Und du wirst Vertrauen fassen, weil es Hoffnung gibt; und du wirst Umschau halten, in Sicherheit dich niederlegen. Und du wirst dich lagern, und niemand wird dich aufschrecken; und viele werden deine Gunst suchen. Aber die Augen der Gottlosen werden verschmachten; und <jede> Zuflucht ist ihnen verloren, und ihre Hoffnung ist das Aushauchen der Seele.

Meine Antworten

Hiob erkennt die Allmacht Gottes an, doch kann er Gottes Handeln nicht ganz verstehen. Welche Fragen machen ihm angesichts der Allmacht Gottes besonders zu schaffen?

  • Wie könnte ein Mensch vor Gott gerecht werden? (Hi 9,1)
  • Wie kann ich vor Gott in Gericht tretten? (Hiob 9,14) 
  • Ich muss schuldig sein; wozu soll ich mich denn nutzlos abmühen? (Hiob 9,29)
  • Warum wurde ich geboren? (Hiob 10,1)

Informationen

Weiterführende Dokumente