war Jakobs Frau, für die er bei ihrem Vater Laban vierzehn Jahre arbeitete. Ihr Name hat die eher ungewöhnliche und für unsere Ohren merkwürdige Bedeutung Mutterschaf. Als Jakob von seinem Bruder Esau bedroht wurde, den er um den Erstgeburtssegen betrogen hatte, empfahl ihm seine Mutter Rebekka, zu ihrem Bruder Laban nach Haran zu fliehen. In dem Land angekommen, traf Jakob seine Kusine Rahel, als sie die Schafherde ihres Vaters zum Brunnen trieb. Jakob half ihr dabei und begrüßte sie überschwänglich. Eilig sagte sie ihrem Vater Bescheid, der seinen Neffen herzlich aufnahm. Nach einem Monat wurden sich Jakob und Laban über einen Handel einig: Sieben Jahre sollte Jakob bei seinem Onkel arbeiten, dann durfte er Rahel heiraten, die eine gute Figur und ein hübsches Gesicht hatte und ihre ältere Schwester Lea an Schönheit übertraf. Doch als die sieben Jahre vorüber waren, die für Jakob wie imFlug vergangen waren, weil er Rahel so sehr liebte, machte Jakob nach der Hochzeitsnacht eine erschreckende Feststellung: Sein Onkel hatte ihn übers Ohr gehauen und mit Lea verheiratet. Sie war die sieben Jahre lang unverheiratet geblieben, musste aber als ältere Tochter vor ihrer jüngeren Schwester heiraten, was Jakob offensichtlich nicht gewusst oder bedacht hatte. So schlug Laban vor, dass Jakob weitere sieben Jahre bei ihm arbeiten sollte, Rahel aber schon jetzt heiraten durfte, und Jakob nahm das Angebot an. An Jakobs größerer Liebe zu Rahel änderte das alles nichts – zum Bedauern von Lea. Als Trost ließ Gott nur sie schwanger werden und sie wurde die Mutter von Ruben, Simeon, Levi und Juda und hegte die Hoffnung, dass Jakob nun auch sie lieben würde. Rahel wurde eifersüchtig auf die Mutterfreuden ihrer Schwester und machte ihren Mann dafür verantwortlich: »Schaffe mir Kinder, wenn nicht, so sterbe ich.« Jakob verteidigte sich, und Rahel hatte eine Idee: Jakob sollte mit ihrer Leibmagd Bilha schlafen, deren Kinder als Rahels eigene Kinder zählen würden. So kam Rahel zu ihren Söhnen Dan und Naftali.
Nun aber ließ auch Lea ihre Leibmagd Silpa mit Jakob schlafen und wurde so noch die Mutter von Gad und Asser und wurde später selbst noch schwanger mit Issachar, Sebulon und Dina. Und jetzt schließlich bekam auch Rahel
einen eigenen Sohn, Josef (1. Mo 29 und 30).
Später wurde Rahel noch einmal schwanger und bekam einen zweiten Sohn. Als sie selbst spürte, dass sie die Geburt nicht überleben würde, nannte sie ihn Ben-Oni, Sohn meines Unglücks, was Jakob dann in Ben-Jamin, Sohn des Glücks, änderte. Tatsächlich starb Rahel bei der Geburt und wurde am Weg nach Bethlehem begraben, wo Jakob einen Stein aufrichtete. In Jeremia 31,15ff und Matthäus 2,17.18 wird sie als Stammmutter des Volkes Israel umschrieben, die um ihre Kinder weint.