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Informationen zum 2. Buch Könige – J. MacArthur

Das 2. Buch der KÖNIGE – Königliche Enttäuschungen und Desaster

John F. MacArthur

Diese beiden Bücher zeigen auf eindrückliche Weise, was geschieht, wenn menschliche Führer es unterlassen, auf Gott zu hören und sich von ihm abwenden.
Könige werden uns in vielen verschiedenen Formen und Farben vorgestellt. Ihre Charaktermerkmale sind sehr unterschiedlich. Einige waren erfolgreiche Führer, während andere kläglich versagten. Einige bauen auf, nur um dann durch Nachfolger, die alles wieder zerstören, ersetzt zu werden. Einige kämpfen, andere ergeben sich, und wieder andere tun eigentlich überhaupt nichts. Einige hinterlassen ein Vermächtnis des Guten, andere eins des Verderbens. Die Monarchen veranschaulichen eine nicht weg zu diskutierende Wahrheit. Seien sie noch so gut oder noch so böse, eins ist klar: Könige können Gott einfach nicht ersetzen.2. Buch Könige

2. Buch Könige Autor und Abfassungszeit

Verfasser unbekannt, geschrieben ca. 561 bis 538 v. Chr. Die jüdische Überlieferung schlägt vor, dass Jeremia die Königsbücher geschrieben haben soll, obgleich die Bücher selbst einige Angaben enthalten, die dem zu widersprechen scheinen. 2. Könige 25,27-30 schildert z.B. Ereignisse, die 561 v. Chr. in Babylon stattfanden. Jeremia ging aber nie nach Babylon, sondern nach Ägypten (Jer 43,1-7). Letztendlich bleibt die Identität des ungenannten Autors ungewiss. Da der Dienst von Propheten in den Königsbüchern betont wird, scheint es, dass der Verfasser höchstwahrscheinlich einer von vielen ungenannten Propheten des Herrn war, die dem Volk Gottes dienten.

Schlüsselpersonen im 2. Buch Könige

  • Elia – Prophet in Israel; entging dem Tod, indem er mit einem feurigen Wagen direkt in den Himmel auffuhr (2. Kö 1,3-2,11; 10,10.17)
  • Elisa – Prophet, der zu Nachfolger Elias bestimmt wurde (2. Kö 2,1-9,3; 13,14-21) Die Frau von Sunem – Frau, die Elia beherbergte; Elisa brachte ihren toten Sohn wieder zum Leben (2. Kö 4,8-37; 8,1-6)
  • Naaman – mächtiger Kämpfer aus Syrien, der an Aussatz litt; Elia heilte ihn (2. Kö 5,1-27)
  • Isebel – verdorbene Königin Israels; versuchte Israel davon abzuhalten, Gott anzubeten; sie wurde schlussendlich ermordet und von den Hunden gefressen (2. Kö 9,7-37)
  • Jehu – gesalbter König Israels; Gott benutzte ihn, um Ahabs Familie zu bestrafen (2. Kö 9,1-10,36; 15,12)
  • Joasch – König Judas, der als Kind vom Tod errettet wurde; hörte auf bösen Rat und wurde schlussendlich von seinen eigenen Beamten ermordet (2. Kö 11,1-12,22)
  • Hiskia – 13. König Judas; er blieb Gott treu (2. Kö 16,20-20,21)
  • Sanherib – König von Assyrien, seine Armee bedrohte Juda und wurde vom Herrn zerstört (2. Kö 18,13-19,36)
  • Jesaja – Prophet, der unter fünf jüdischen Königen diente (2. Kö 19,2-20,19)
  • Manasse – Hiskias Sohn; 14. König Judas; tat, was böse war in den Augen des Herrn und brachte Gericht über Jerusalem (2. Kö 20,21-21,18)
  • Josia – 16. König Judas; Urenkel Hiskias; blieb Gott treu (2. Kö 21,24-23,30)
  • Jehojakim – 18. König Judas; tat was böse war in den Augen des Herrn (2. Kö 23,34-24,6)
  • Zedekia – 20. König Judas; als Strafe für seine bösen Taten wurde er von den Babyloniern gefangen genommen (2. Kö 24,17-25,7)
  • Nebukadnezar – König Babylons, dem Gott erlaubte, Jerusalem einzunehmen (2. Kö 24,1-25,22)

Hintergrund und Umfeld

Wir finden in den Königsbüchern zwei unterschiedliche Quellen hinsichtlich der Berichterstattung:

  • Menschen, die an den Ereignissen beteiligt und deren Augenzeugen waren;
  • Der Kommentar zu diesen Ereignissen, der vom eigentlichen Autor verfasst wurde.

Einerseits haben wir es mit einem Bericht über die effektiven historischen Ereignisse zu tun, andererseits werden dieselben ausgelegt. Folglich beinhalten die Königsbücher die Geschichte von zwei Gruppen von Königen und zwei ungehorsamen Völkern, Israel und Juda. Beide standen Gottes Gesetz und seinen Propheten zunehmend gleichgültig gegenüber, was dazu führte, dass sie gedemütigt wurden, Niederlagen erlebten und zum Schluss in einer grausamen Gefangenschaft endeten.
Die Königsbücher beschreiben nicht nur exakte, sondern auch interpretierte Geschichte. Der Verfasser, ein Exilant in Babylon, wünschte, den anderen Verbannten die Lektionen der Geschichte Israels mitzuteilen. Er teilte ihnen insbesondere mit, weshalb der Herr das Gericht des Exils über sie verhängt hatte. Er verdeutlichte, dass die gegenwärtige Situation eine direkte Folge des konstanten Ungehorsams war. Das gewohnheitsmäßige Missachten der Gebote Gottes führte zu diesem Gericht (1. Kö 9,3-9).
Das Buch berichtet aber auch, wie Gott immer wieder Propheten schickt, um das Volk durch ihre Botschaft vor dem drohenden Gericht zu warnen, und sie zur Umkehr zu bewegen. Furchtlos kündigten die Propheten an, was für Folgen die nationale Sündhaftigkeit nach sich ziehen könnten, und wiesen auf das unter diesen Umständen unabwendbare bevorstehende Exil hin. Die Propheten stellten dem Volk aber auch immer Gottes Gnade vor Augen. Allen, die bereit waren sich zu demütigen, sollte sie zuteil werden.

Schlüssellehren im 2. Buch Könige

  • Gottes Gericht über die abgefallene Nation (2. Kö 17,7-23; 21,10-15; Ri 6,10; 1. Sam 3,11; Jer 6,9; 19,3; Kl 2,8; Am 7,7-8; Mt 23,33-36; Joh 3,18-19; 12,48; Röm 2,5-6; 2. Petr 3,10; Offb 18,10)
  • Erfüllte Verheißungen Gottes (2. Kö 23,16; 24,2; 1. Kö 13,2; Jer 25,9; 32,28; 35,11; Hes 19,8)
  • Gottes Treue hinsichtlich seines Bundes mit David (2. Kö 8,19; 25,27-30; 2. Sam 7,12-16; Lk 1,30-33; Apg 2,22-36)

Gottes Wesen im 2. Buch Könige

  • Gott ist mitfühlend (2. Kö 13,23)
  • Gott ist Einer (2. Kö 19,15)
  • Gott ist zornig (2. Kö 19,28.35.37; 22,17)

Christus im 2. Buch Könige

Obwohl Juda auf Grund seines Ungehorsams von einem schweren Gericht getroffen wurde, hat Gott einen Überrest von Juden in der babylonischen Gefangenschaft verschont. Durch diesen Überrest wurde dir königliche Linie Davids, aus der der Messias stammt, aufrechterhalten. Judas Abfall erforderte zwar das gerechte Gericht Gottes, doch Gott hielt an seinem mit David geschlossenen Bund fest. Als direkter Nachkomme Davids würde Jesus, der Messias, sein Volk endgültig von der Sünde, die es gefangen hielt, befreien.

Schlüsselworte im 2. Buch Könige

  • Silber: Hebräisch keseph (2. Kö 5,5.23; 6,25; 7,8; 12,14; 14,14; 20,13; 23,35) – was eigentlich „blasses Metall“ bedeutet, war das meistverbreitete Zahlungsmittel des Alten Testament (1. Kö 21,6; Jes 55,1). Es gibt aber keine Hinweise auf Silbermünzen im Alten Testament, da Silber in der Antike immer nach Gewicht bemessen wurde (Jes 46,6; Jer 32,9-10). Silber und Gold waren die zwei edlen Metalle, welche bei der Errichtung der Stiftshütte und des Tempels eingesetzt wurden (2. Mo 25,1-9; 2. Chr 2,7). Im Buch Prediger warnt Salomo: Wer Geld liebt, bekommt vom Geld nicht genug, und wer Reichtum liebt, nicht vom Gewinn (Pred 5,9).
    Zorn: Hebräisch ´aph (2. Kö 13,3; 17,11; 21,6.15; 22,17; 23,26; 24,20) – bedeutet entweder „Nase“, „Nasenlöcher“ oder „Zorn“ (1. Mo 2,7; Spr 15,1). Dieses Wort taucht oft im Zusammenhang mit Feuer oder Brennen auf. Im Alten Testament finden wir immer wieder Bildsprache wie z.B. „sein Zorn entbrannte“, die darauf hinweist, dass Zorn etwas ist, das wie ein feuriger Hauch aus der Nase hervorgeht (2. Mo 32,10-12). Die meisten solchen alttestamentlichen Stellen beschreiben Gottes Zorn (Ps 103,8; 5. Mo 4,24-25). Der gerechte Zorn Gottes droht all denen, die seinen Bund brechen (5. Mo 13,18; 29,24-26; Jos 23,16; Ri 2,20; Ps 78,38).
    Höhen: Hebräisch bamah (2. Kö 12,4; 14,4; 15,4; 17,9; 23,8.15.20) – bezieht sich oft auf einen heiligen Ort, der auf einem Hügel oder einer Anhöhe gelegen ist. Bevor der Tempel erbaut war, beteten die Israeliten Gott auf den Höhen an (1. Kö 3,2-4). Mit der Zeit begannen die Israeliten aber heidnische Götter auf den Höhen anzubeten. Folglich wurde der Begriff Höhen im AT mit der religiösen Rebellion und dem Abfall Israels in Verbindung gesetzt (1. Kö 14,23; Ps 78,58; Jer 19,5).

Gliederung

Das geteilte Königreich (Fortsetzung): Die Könige von Israel und Juda (2. Kö 1,1 – 17,41)

  • Omris-Dynastie und ihr Einfluss: Aufstieg und Fall der Baalsverehrung in Israel und Juda (2. Kö 1,1 – 13,25)
    • Elias Widerstand gegen die Baalsverehrung (2. Kö 1,1-18)
    • Elisas Einf uss hinsichtlich des wahren Gottes (2. Kö 2,1 – 9,13)
    • Ausrottung der Baalsverehrung in Israel (2. Kö 9,14 – 10,36)
    • Ausrottung der Baalsverehrung in Juda (2. Kö 11,1 – 12,22)
    • Elisas Tod (2. Kö 13,1-25)
    • Könige von Juda und Israel (2. Kö 14,1 – 15,38)
    • Israels Niederlage und Exil durch Assyrien (2. Kö 16,1 – 17,41)

Das übrig gebliebene Königreich: Könige von Juda (2. Kö 18,1 – 25,21)

  • Hiskias gerechte Herrschaft (2. Kö 18,1 – 20,21)
  • Manasses und Amons böse Herrschaft (2. Kö 21,1-26)
  • Josias gerechte Herrschaft (2. Kö 22,1 – 23,30)
  • Judas Niederlage und Exil durch Babylon (2. Kö 23,31 – 25,21)

Epilog: Die anhaltende Rebellion des Volkes und die andauernde Gnade des Herrn (25,22-30)

Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort auf der Erde …

Es gibt Berichte über den erstmaligen Einsatz von Papyrus bei den Griechen. Im persischen Weltreich entwickelt Kyrus der Große eine Art Postsystem, bei dem berittene Boten eingesetzt werden.

10. Häufig auftauchende Fragen

Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Büchern 1. und 2. Samuel, 1. und 2. Könige sowie 1. und 2. Chronik hinsichtlich der Geschichtsschreibung des Königreichs Israel?

1. und 2. Samuel sowie 1. und 2. Könige geben einen chronologischen Abriss des Königreichs Israels während seines ursprünglichen, und später auch sei¬nes zweigeteilten Zustandes. 1. und 2. Chronik liefern uns einen speziellen Einblick in die königliche Linie Davids (die Könige Judas). Wer die in diesen Büchern aufgelisteten Zeitangaben hochrechnet, staunt manchmal über die mathematischen Ungereimtheiten. Auch außerbiblische Quellen werfen einige Fragen auf, wenn wir sie mit den Angaben in diesen Büchern vergleichen. Bei der Klärung dieses Problems gilt es, zwei wichtige Faktoren zu berücksichtigen:

  • In manchen Fällen gab es eine sog. Co-Herrschaft (d.h. Vater und Sohn teilten denselben Thron während einer bestimmten Zeit). In diesen Fällen wurden die Regierungsjahre der Könige ohne Rücksicht auf diese Überschneidungen gezählt.
  • Weder der Kalender noch die offizielle Jahreszählung stimmten in den beiden Königreichen zu jedem Zeitpunkt überein.

Kurzstudium zum 2. Buch Könige/einige Fragen

  • Wie unterschieden Elia und Elisa sich voneinander? Welchen Einfluss übten sie auf die Gesellschaft aus, und wie?
  • Welche anderen Propheten werden in 2. Könige erwähnt?
  • Welche Ziele verfolgte Gott mit den in 2. Könige aufgeschriebenen Wundern?
  • Wie viele Könige hatte Juda bzw. Israel? Wie viele davon waren gut bzw. böse?
  • Welche Charaktereigenschaften Gottes werden in 2. Könige besonders hervorgehoben?
  • Wie erklärst du dir Gottes Geduld in deinem Leben und wie gehst du damit um?

Impressum

1. Auflage 2003
© 2001 by John MacArthur
Originaltitel: The MacArthur Quick Reference Guide To The Bible
Nelson / Word Publishing Group, Nashville
© der deutschen Ausgabe 2003
by CLV • Christliche Literatur-Verbreitung
Postfach 11 01 35 • 33661 Bielefeld
Internet: www.clv.de
Übersetzung: Martin Manten, Berlin
Lektorat: Claudia Kreutzer und Gabi Manten
Satz: CLV
Umschlag: Dieter Otten, Gummersbach
Druck und Bindung: Ebner & Spiegel, Ulm
ISBN: 3-89397-644-2

Informationen zum 2. Buch Könige – J. MacArthur

Das 2. Buch der KÖNIGE – Königliche Enttäuschungen und Desaster

John F. MacArthur

Diese beiden Bücher zeigen auf eindrückliche Weise, was geschieht, wenn menschliche Führer es unterlassen, auf Gott zu hören und sich von ihm abwenden.
Könige werden uns in vielen verschiedenen Formen und Farben vorgestellt. Ihre Charaktermerkmale sind sehr unterschiedlich. Einige waren erfolgreiche Führer, während andere kläglich versagten. Einige bauen auf, nur um dann durch Nachfolger, die alles wieder zerstören, ersetzt zu werden. Einige kämpfen, andere ergeben sich, und wieder andere tun eigentlich überhaupt nichts. Einige hinterlassen ein Vermächtnis des Guten, andere eins des Verderbens. Die Monarchen veranschaulichen eine nicht weg zu diskutierende Wahrheit. Seien sie noch so gut oder noch so böse, eins ist klar: Könige können Gott einfach nicht ersetzen.2. Buch Könige

2. Buch Könige Autor und Abfassungszeit

Verfasser unbekannt, geschrieben ca. 561 bis 538 v. Chr. Die jüdische Überlieferung schlägt vor, dass Jeremia die Königsbücher geschrieben haben soll, obgleich die Bücher selbst einige Angaben enthalten, die dem zu widersprechen scheinen. 2. Könige 25,27-30 schildert z.B. Ereignisse, die 561 v. Chr. in Babylon stattfanden. Jeremia ging aber nie nach Babylon, sondern nach Ägypten (Jer 43,1-7). Letztendlich bleibt die Identität des ungenannten Autors ungewiss. Da der Dienst von Propheten in den Königsbüchern betont wird, scheint es, dass der Verfasser höchstwahrscheinlich einer von vielen ungenannten Propheten des Herrn war, die dem Volk Gottes dienten.

Schlüsselpersonen im 2. Buch Könige

  • Elia – Prophet in Israel; entging dem Tod, indem er mit einem feurigen Wagen direkt in den Himmel auffuhr (2. Kö 1,3-2,11; 10,10.17)
  • Elisa – Prophet, der zu Nachfolger Elias bestimmt wurde (2. Kö 2,1-9,3; 13,14-21) Die Frau von Sunem – Frau, die Elia beherbergte; Elisa brachte ihren toten Sohn wieder zum Leben (2. Kö 4,8-37; 8,1-6)
  • Naaman – mächtiger Kämpfer aus Syrien, der an Aussatz litt; Elia heilte ihn (2. Kö 5,1-27)
  • Isebel – verdorbene Königin Israels; versuchte Israel davon abzuhalten, Gott anzubeten; sie wurde schlussendlich ermordet und von den Hunden gefressen (2. Kö 9,7-37)
  • Jehu – gesalbter König Israels; Gott benutzte ihn, um Ahabs Familie zu bestrafen (2. Kö 9,1-10,36; 15,12)
  • Joasch – König Judas, der als Kind vom Tod errettet wurde; hörte auf bösen Rat und wurde schlussendlich von seinen eigenen Beamten ermordet (2. Kö 11,1-12,22)
  • Hiskia – 13. König Judas; er blieb Gott treu (2. Kö 16,20-20,21)
  • Sanherib – König von Assyrien, seine Armee bedrohte Juda und wurde vom Herrn zerstört (2. Kö 18,13-19,36)
  • Jesaja – Prophet, der unter fünf jüdischen Königen diente (2. Kö 19,2-20,19)
  • Manasse – Hiskias Sohn; 14. König Judas; tat, was böse war in den Augen des Herrn und brachte Gericht über Jerusalem (2. Kö 20,21-21,18)
  • Josia – 16. König Judas; Urenkel Hiskias; blieb Gott treu (2. Kö 21,24-23,30)
  • Jehojakim – 18. König Judas; tat was böse war in den Augen des Herrn (2. Kö 23,34-24,6)
  • Zedekia – 20. König Judas; als Strafe für seine bösen Taten wurde er von den Babyloniern gefangen genommen (2. Kö 24,17-25,7)
  • Nebukadnezar – König Babylons, dem Gott erlaubte, Jerusalem einzunehmen (2. Kö 24,1-25,22)

Hintergrund und Umfeld

Wir finden in den Königsbüchern zwei unterschiedliche Quellen hinsichtlich der Berichterstattung:

  • Menschen, die an den Ereignissen beteiligt und deren Augenzeugen waren;
  • Der Kommentar zu diesen Ereignissen, der vom eigentlichen Autor verfasst wurde.

Einerseits haben wir es mit einem Bericht über die effektiven historischen Ereignisse zu tun, andererseits werden dieselben ausgelegt. Folglich beinhalten die Königsbücher die Geschichte von zwei Gruppen von Königen und zwei ungehorsamen Völkern, Israel und Juda. Beide standen Gottes Gesetz und seinen Propheten zunehmend gleichgültig gegenüber, was dazu führte, dass sie gedemütigt wurden, Niederlagen erlebten und zum Schluss in einer grausamen Gefangenschaft endeten.
Die Königsbücher beschreiben nicht nur exakte, sondern auch interpretierte Geschichte. Der Verfasser, ein Exilant in Babylon, wünschte, den anderen Verbannten die Lektionen der Geschichte Israels mitzuteilen. Er teilte ihnen insbesondere mit, weshalb der Herr das Gericht des Exils über sie verhängt hatte. Er verdeutlichte, dass die gegenwärtige Situation eine direkte Folge des konstanten Ungehorsams war. Das gewohnheitsmäßige Missachten der Gebote Gottes führte zu diesem Gericht (1. Kö 9,3-9).
Das Buch berichtet aber auch, wie Gott immer wieder Propheten schickt, um das Volk durch ihre Botschaft vor dem drohenden Gericht zu warnen, und sie zur Umkehr zu bewegen. Furchtlos kündigten die Propheten an, was für Folgen die nationale Sündhaftigkeit nach sich ziehen könnten, und wiesen auf das unter diesen Umständen unabwendbare bevorstehende Exil hin. Die Propheten stellten dem Volk aber auch immer Gottes Gnade vor Augen. Allen, die bereit waren sich zu demütigen, sollte sie zuteil werden.

Schlüssellehren im 2. Buch Könige

  • Gottes Gericht über die abgefallene Nation (2. Kö 17,7-23; 21,10-15; Ri 6,10; 1. Sam 3,11; Jer 6,9; 19,3; Kl 2,8; Am 7,7-8; Mt 23,33-36; Joh 3,18-19; 12,48; Röm 2,5-6; 2. Petr 3,10; Offb 18,10)
  • Erfüllte Verheißungen Gottes (2. Kö 23,16; 24,2; 1. Kö 13,2; Jer 25,9; 32,28; 35,11; Hes 19,8)
  • Gottes Treue hinsichtlich seines Bundes mit David (2. Kö 8,19; 25,27-30; 2. Sam 7,12-16; Lk 1,30-33; Apg 2,22-36)

Gottes Wesen im 2. Buch Könige

  • Gott ist mitfühlend (2. Kö 13,23)
  • Gott ist Einer (2. Kö 19,15)
  • Gott ist zornig (2. Kö 19,28.35.37; 22,17)

Christus im 2. Buch Könige

Obwohl Juda auf Grund seines Ungehorsams von einem schweren Gericht getroffen wurde, hat Gott einen Überrest von Juden in der babylonischen Gefangenschaft verschont. Durch diesen Überrest wurde dir königliche Linie Davids, aus der der Messias stammt, aufrechterhalten. Judas Abfall erforderte zwar das gerechte Gericht Gottes, doch Gott hielt an seinem mit David geschlossenen Bund fest. Als direkter Nachkomme Davids würde Jesus, der Messias, sein Volk endgültig von der Sünde, die es gefangen hielt, befreien.

Schlüsselworte im 2. Buch Könige

  • Silber: Hebräisch keseph (2. Kö 5,5.23; 6,25; 7,8; 12,14; 14,14; 20,13; 23,35) – was eigentlich „blasses Metall“ bedeutet, war das meistverbreitete Zahlungsmittel des Alten Testament (1. Kö 21,6; Jes 55,1). Es gibt aber keine Hinweise auf Silbermünzen im Alten Testament, da Silber in der Antike immer nach Gewicht bemessen wurde (Jes 46,6; Jer 32,9-10). Silber und Gold waren die zwei edlen Metalle, welche bei der Errichtung der Stiftshütte und des Tempels eingesetzt wurden (2. Mo 25,1-9; 2. Chr 2,7). Im Buch Prediger warnt Salomo: Wer Geld liebt, bekommt vom Geld nicht genug, und wer Reichtum liebt, nicht vom Gewinn (Pred 5,9).
    Zorn: Hebräisch ´aph (2. Kö 13,3; 17,11; 21,6.15; 22,17; 23,26; 24,20) – bedeutet entweder „Nase“, „Nasenlöcher“ oder „Zorn“ (1. Mo 2,7; Spr 15,1). Dieses Wort taucht oft im Zusammenhang mit Feuer oder Brennen auf. Im Alten Testament finden wir immer wieder Bildsprache wie z.B. „sein Zorn entbrannte“, die darauf hinweist, dass Zorn etwas ist, das wie ein feuriger Hauch aus der Nase hervorgeht (2. Mo 32,10-12). Die meisten solchen alttestamentlichen Stellen beschreiben Gottes Zorn (Ps 103,8; 5. Mo 4,24-25). Der gerechte Zorn Gottes droht all denen, die seinen Bund brechen (5. Mo 13,18; 29,24-26; Jos 23,16; Ri 2,20; Ps 78,38).
    Höhen: Hebräisch bamah (2. Kö 12,4; 14,4; 15,4; 17,9; 23,8.15.20) – bezieht sich oft auf einen heiligen Ort, der auf einem Hügel oder einer Anhöhe gelegen ist. Bevor der Tempel erbaut war, beteten die Israeliten Gott auf den Höhen an (1. Kö 3,2-4). Mit der Zeit begannen die Israeliten aber heidnische Götter auf den Höhen anzubeten. Folglich wurde der Begriff Höhen im AT mit der religiösen Rebellion und dem Abfall Israels in Verbindung gesetzt (1. Kö 14,23; Ps 78,58; Jer 19,5).

Gliederung

Das geteilte Königreich (Fortsetzung): Die Könige von Israel und Juda (2. Kö 1,1 – 17,41)

  • Omris-Dynastie und ihr Einfluss: Aufstieg und Fall der Baalsverehrung in Israel und Juda (2. Kö 1,1 – 13,25)
    • Elias Widerstand gegen die Baalsverehrung (2. Kö 1,1-18)
    • Elisas Einf uss hinsichtlich des wahren Gottes (2. Kö 2,1 – 9,13)
    • Ausrottung der Baalsverehrung in Israel (2. Kö 9,14 – 10,36)
    • Ausrottung der Baalsverehrung in Juda (2. Kö 11,1 – 12,22)
    • Elisas Tod (2. Kö 13,1-25)
    • Könige von Juda und Israel (2. Kö 14,1 – 15,38)
    • Israels Niederlage und Exil durch Assyrien (2. Kö 16,1 – 17,41)

Das übrig gebliebene Königreich: Könige von Juda (2. Kö 18,1 – 25,21)

  • Hiskias gerechte Herrschaft (2. Kö 18,1 – 20,21)
  • Manasses und Amons böse Herrschaft (2. Kö 21,1-26)
  • Josias gerechte Herrschaft (2. Kö 22,1 – 23,30)
  • Judas Niederlage und Exil durch Babylon (2. Kö 23,31 – 25,21)

Epilog: Die anhaltende Rebellion des Volkes und die andauernde Gnade des Herrn (25,22-30)

Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort auf der Erde …

Es gibt Berichte über den erstmaligen Einsatz von Papyrus bei den Griechen. Im persischen Weltreich entwickelt Kyrus der Große eine Art Postsystem, bei dem berittene Boten eingesetzt werden.

10. Häufig auftauchende Fragen

Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Büchern 1. und 2. Samuel, 1. und 2. Könige sowie 1. und 2. Chronik hinsichtlich der Geschichtsschreibung des Königreichs Israel?

1. und 2. Samuel sowie 1. und 2. Könige geben einen chronologischen Abriss des Königreichs Israels während seines ursprünglichen, und später auch sei¬nes zweigeteilten Zustandes. 1. und 2. Chronik liefern uns einen speziellen Einblick in die königliche Linie Davids (die Könige Judas). Wer die in diesen Büchern aufgelisteten Zeitangaben hochrechnet, staunt manchmal über die mathematischen Ungereimtheiten. Auch außerbiblische Quellen werfen einige Fragen auf, wenn wir sie mit den Angaben in diesen Büchern vergleichen. Bei der Klärung dieses Problems gilt es, zwei wichtige Faktoren zu berücksichtigen:

  • In manchen Fällen gab es eine sog. Co-Herrschaft (d.h. Vater und Sohn teilten denselben Thron während einer bestimmten Zeit). In diesen Fällen wurden die Regierungsjahre der Könige ohne Rücksicht auf diese Überschneidungen gezählt.
  • Weder der Kalender noch die offizielle Jahreszählung stimmten in den beiden Königreichen zu jedem Zeitpunkt überein.

Kurzstudium zum 2. Buch Könige/einige Fragen

  • Wie unterschieden Elia und Elisa sich voneinander? Welchen Einfluss übten sie auf die Gesellschaft aus, und wie?
  • Welche anderen Propheten werden in 2. Könige erwähnt?
  • Welche Ziele verfolgte Gott mit den in 2. Könige aufgeschriebenen Wundern?
  • Wie viele Könige hatte Juda bzw. Israel? Wie viele davon waren gut bzw. böse?
  • Welche Charaktereigenschaften Gottes werden in 2. Könige besonders hervorgehoben?
  • Wie erklärst du dir Gottes Geduld in deinem Leben und wie gehst du damit um?

Impressum

1. Auflage 2003
© 2001 by John MacArthur
Originaltitel: The MacArthur Quick Reference Guide To The Bible
Nelson / Word Publishing Group, Nashville
© der deutschen Ausgabe 2003
by CLV • Christliche Literatur-Verbreitung
Postfach 11 01 35 • 33661 Bielefeld
Internet: www.clv.de
Übersetzung: Martin Manten, Berlin
Lektorat: Claudia Kreutzer und Gabi Manten
Satz: CLV
Umschlag: Dieter Otten, Gummersbach
Druck und Bindung: Ebner & Spiegel, Ulm
ISBN: 3-89397-644-2