Neben dem Propheten Jesaja, der zur Zeit der judäischen Könige Usija, Jotam, Ahas und Hiskia weissagte und dessen Reden im gleichnamigen Buch des Alten Testaments enthalten sind, gibt es sechs weitere Männer mit diesem Namen.
Er bedeutet Jahwe ist Hilfe, Heil.
- Ein Sohn Rehabjas und Urenkel Moses (1. Chr 26,25).
- Ein Sohn Jedutuns und der durch Los bestimmte Leiter der achten Sängerabteilung zur Zeit Davids (1. Chr 25,3.15).
- Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, der unter denen genannt wird, die im Losverfahren dazu bestimmt wurden, in Jerusalem zu wohnen. Sein Sohn hieß Itiël (Neh 11,7).
- Ein Sohn Hananjas und Enkel Serubbabels (1. Chr 3,21).
- Ein Sohn Ataljas, der mit Esra aus der Gefangenschaft in Babylon zurückkehrte (Esra 8,7).
- Ein Levit, der ebenfalls mit Esra heimkehrte (Esra 8,19).
- Über den Propheten Jesaja, den Sohn des Amoz, erhalten wir nur wenige persönliche Angaben. Er war verheiratet und hatte wenigstens zwei Söhne (Jes 7,3; 8,3.18). Neben seinen Prophetensprüchen hat er über die Könige Usija (2. Chr 26,22) und Hiskia berichtet (2. Chr 32,32), aber diese beiden Werke sind verloren gegangen. Seine Berufung fällt in das Todesjahr Usijas, 736 v.Chr. (Jes 6,1), und damit in den Beginn einer der schwersten Zeiten in der Geschichte seines judäischen Volkes. Jesajas Berufung geschieht in einer großartigen Vision: Er sieht Gott auf einem hohen Thron sitzen, über ihm Serafim mit sechs Flügeln. Einer dieser Engel berührt Jesajas Lippen mit einer glühenden Kohle vom Altar und reinigt Jesaja so von seiner Sünde. Als Gott fragt: Wen soll ich senden? Wer will mein Bote sein?, stellt Jesaja sich zur Verfügung, und Gott gibt ihm einen Auftrag. Seine Gerichtspredigt soll die Verstockung des Volkes nicht nur aufzeigen, sondern ausdrücklich herbeiführen. Der übrig bleibende Rest soll ein heiliger Same sein, mit dem Gott seine Heilsgeschichte zum Ziel führen kann. Jesaja hat viele Anlässe zur Anklage: Er wendet sich gegen den Ungehorsam und Abfall seines Volkes, den Aberglauben, die Äußerlichkeit des Gottesdienstes (Jes 1,11), den Götzendienst (Jes 2,8), die Bestechlichkeit und Habgier der Fürsten und Oberen (Jes 1,23; 10,12) und die Sittenlosigkeit (Jes 5,11.12). Auch die Sünden der Feinde Judas, Babel, Tyrus, Assyrien und Edom, klagt er an (Jes 10; 13; 23; 34).
Doch immer wieder leuchtet neben der Verkündigung des unerbittlichen Gerichtes auch die Hoffnung von Gottes Bundestreue auf. Der Gefangenschaft und langen Leidenszeit soll die Befreiung und Rückkehr aus der Verbannung folgen (Jes 40). Über die Vision von der Befreiung und Wiederherstellung des Volkes hinaus sieht der Prophet den Knecht des Herrn. Dieser äbäd Jahwe wird nicht nur dafür kommen, um Israel zu helfen, sondern auch, um auf allen Völkern der Erde seinen Geist des Friedens, der Gerechtigkeit und des Heils ruhen zu lassen. Er offenbart sich Jesajaschließlich in der Gestalt des leidenden Messias, der die Sünden des Volkes trägt und durch sein Leiden und seine Versöhnung zum siegreichen Retter der Menschen wird (Jes 52,13-53,12).
Daneben trägt Jesajas Botschaft auch endzeitliche Züge, beispielsweise in seiner Vision vom kommenden Friedensreich, in dem »die Wölfe bei den Lämmern wohnen« (Jes 11). Demnach lässt sich Jesajas Botschaft in drei prophetische Grundthemen ordnen: Die zeitgeschichtliche Botschaft, die vor allem in den Kapiteln 1-39 auftaucht, die messianische Botschaft der Kapitel 40-55 und die endzeitliche Botschaft, die an verschiedenen Stellen durchklingt. Die letzten Berichte von seinem Auftreten haben wir aus der Zeit des Einfalls Sanheribs 701 v.Chr. (Jes 36-39). Nach außerbiblischer jüdischer Überlieferung soll Jesaja unter Manasse den Märtyrertod gestorben sein (vgl. 2. Kö 21,16), weil er behauptet hatte, den Herrn gesehen zu haben (Jes 6), und es gewagt hatte, Jerusalem mit Sodom und Gomorra zu vergleichen (Jes 1,10; 3,9). Es wird berichtet, er sei in einen hohlen Baum geflohen, den der König daraufhin habe durchsägen lassen. Vielleicht spielt Hebr 11,37 auf diese Überlieferung an. Das Wirken Jesajas erstreckt sich also über mindestens 40 Jahre, da Manasse 696 v.Chr. König wurde.