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Thema: Der zukünftige Tag des Herrn

Joel kündigt eine schreckliche Heuschreckenplage an, bei der das Land kahlgefressen wird. Die Priester, Landwirte und selbst das Vieh seufzen, weil die Verheerung so groß ist. Die Heuschreckenplage wird als ein Bild gebraucht für die Invasion eines Volkes, das mächtig ist und das Land am Tag des Herrn verheeren wird. Dieser Tag wird begleitet sein mit der Verfinsterung von Sonne und Mond. Doch selbst in dieser ausweglosen Situation bietet Gott, der gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte ist, die Möglichkeit zur Umkehr an. Wenn das Volk dazu bereit ist, wird Gott ihnen Sicherheit und gute Ernten geben.
Gott kündigt für die Zukunft sowohl eine Ausgießung des Heiligen Geistes an als auch Wunderzeichen auf Erden und am Himmel. In der Zeit, in der Gott das Geschick Judas und Jerusalems wenden will, wird er alle Heiden im Tal Josafats zusammenbringen und dort ihre Bosheit richten. Für sein Volk wird Gott eine Zuflucht sein. Jerusalem soll dann heilig sein, und Gott wird unter ihnen wohnen.

Verfasser

Über Joel, den Verfasser dieses Buches, wissen wir aus Joel 1,1, dass er ein Sohn Petuels war. Weitere Einzelheiten aus seinem Leben sind nicht bekannt. Es werden in der Bibel 14 weitere Personen mit dem Namen Joel erwähnt. Der Name Joel bedeutet „Der Herr ist Gott“.
Der Ort seiner Wirksamkeit wird nicht genannt. Da aber Juda, Jerusalem und der Tempel öfter erwähnt werden, ist es naheliegend, dass Joel ebenfalls in Juda wirkte.

Abfassung

Das Datum der Abfasssungszeit ist kaum zu ermitteln. Joel nennt keine Könige, zu deren Zeiten er lebte. In der Bibel ist Joel unter den Propheten eingeordnet, die vor der assyrischen Gefangenschaft weissagten. Das Königtum wird nicht erwähnt, sondern nur der Priesterdienst. Vielleicht könnte das als Hinweis auf die frühe Regierungszeit des Königs Joas in Juda gelten, der mit sechs Jahren (835 v. Chr.) zum König gesalbt wurde. Die Regierungsgeschäfte wurden aber zuerst weitgehend von dem Hohenpriester Jojada übernommen. Als mögliches Datum der Abfassung könnte das Jahr 825 v. Chr. angesehen werden.

Zweck

Joel gibt eine eindrückliche Beschreibung vom zukünftigen Tag des Herrn. Der Vergleich mit einer Heuschreckenplage lässt deutlich werden, wie schrecklich das Gericht Gottes sein wird.
Der Blick auf die kommenden Gerichte soll das Volk zur Umkehr bewegen. Gott bietet ihnen immer noch die Möglichkeit an, sich zu bekehren.
Gottes Gnade, Güte und Barmherzigkeit sehen wir in den großen Verheißungen, die er seinem Volk macht, wenn sie sich zu ihm wenden und in der Beschreibung des Heils nach dem Tag des Zornes Gottes.

Einteilung

Die Heuschreckenplage - ein Bild für den kommenden Tag des Herrn (Joe 1-2)

  1. Einführung (Joe 1,1)
  2. Die Plage durch Raupen, Heuschrecken und Käfer (Joe 1,2-4)
  3. Auswirkungen der Heuschreckenplage und die Trauer im Volk (Joe 1,5-20)
  4. Die Invasion des Feindes am Tag des Herrn (Joe 2,1-11)
  5. Aufruf zur Umkehr (Joe 2,12-17)
  6. Gottes Antwort auf Israels Umkehr (Joe 2,18-27)

Die Ausgießung des Heiligen Geistes (Joe 3)

  1. Das Wirken des Heiligen Geistes (Joe 3,1.2)
  2. Die Wunderzeichen vor dem schrecklichen Tag des Herrn (Joe 3,3.4)
  3. Die Rettung für jeden, der des Herrn Namen anruft (Joe 3,5)

Gericht und Rettung am Tag des Herrn (Joe 4)

  1. Die Schlacht im Tal Josafats (Joe 4,1-16a)
    1. Der Herr bringt die Heiden im Tal Josafats zusammen (Joe 4,1-3)
    2. Strafrede gegen Tyrus, Sidon und die Philister (Joe 4,4-8)
    3. Aufruf an die Heiden zur Zusammenkunft im Tal Josafats (Joe 4,9-12)
    4. Die große Schlacht am Tag des Herrn (Joe 4,13-16a)
  2. Das Heil nach der Wiederkunft des Herrn (Joe 4,16b-21)
    1. Die Herrlichkeit Jerusalems und Judas (Joe 4,16b-18)
    2. Die Zukunft Ägyptens (Joe 4,19)
    3. Die Zukunft Judas und Jerusalems (Joe 4,20-21)

Besonderheiten

  • Die Heuschreckenplage ist ein Bild für das zukünftige Gericht Gottes. Immer wieder stellten Heuschrecken eine große Bedrohung für das Land dar. In der Wüste konnten sich große Schwärme völlig unentdeckt heranbilden. Wenn sie über die Grüngebiete herfielen, fraßen sie alles kahl. Sie konnten schlimmer als eine feindliche Armee sein. Wenn sie weiterzogen, ließen sie kein Grün zurück, und das Volk war dem Verhungern nahe.
  • Der „Tag des Herrn“ ist bei Joel ein Ausdruck für das endzeitliche Gericht Gottes über Israel (Joe 1,15; 2,11) und die Nationen (Joe 4,11-14). Nach dieser Zeit des Gerichts folgt eine Zeit des Friedens und der Segens auf dieser Erde (Joe 4,16-18).
  • Gott bietet seinem Volk wieder die Möglichkeit zur Umkehr an. Die Antwort des Herrn auf eine echte Umkehr ist beachtenswert (Joe 2,18,27):
    • das Land und das Volk bleiben verschont
    • das Volk wird Getreide, Wein und Öl in Fülle haben
    • der Feind aus dem Norden wird vertrieben
    • das Land wird fruchtbar sein
    • das Volk wird den Namen des Herrn preisen
    • sie sollen nicht mehr zuschanden werden
  • Die Verheißung über die Ausgießung des Heiligen Geistes ist zu Pfingsten teilweise in Erfüllung gegangen. Petrus begründete das Geschehen am Pfingsttag mit Joel 3,1-5 (Apg 2,16-21). Die Vorhersagen über die Wunderzeichen am Himmel werden noch vor dem großen und schrecklichen Tag des Herrn in Erfüllung gehen (Offb 6,12-14).