in 18 Monaten durch die Bibel

A

Aaron

ist neben Mose eine der zentralen Figuren während des Auszugs aus Ägypten. Er wächst als mittleres Kind von Amram und Jochebed auf, zusammen mit seiner älteren Schwester Mirjam und dem drei Jahre jüngeren Bruder Mose (2. Mo 7,7). Später heiratet er Elischeba und bekommt vier Söhne: Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar (2. Mo 6,23). Zum ersten Mal wird Aaron im Exodusbericht als »Aaron der Levit« erwähnt. Nachdem Mose von Gott am brennenden Dornbusch zum Führer und Befreier Israels berufen worden war, kehrt er nach Ägypten zurück und trifft dort auf seinen Bruder. Gott macht Aaron zu Moses Sprecher (2. Mo 4,14ff), und gemeinsam treten die Brüder vor den Pharao, um von ihm die Freiheit der Hebräer zu fordern (2. Mo 5). Anfangs wirkt er durch seinen Stab einige Wunder (2. Mo 7,9.19; 8,1.12): Als er den Stab zu Boden wirft, wird dieser zur Schlange und verschlingt die »Stab-Schlangen« der ägyptischen Magier; er macht durch den Stab das Wasser des Nils zu Blut und löst die Frosch- und Stechmückenplage aus (2. Mo 7,8ff; 7,19; 8,5.6.16.17). Später ist nur noch berichtet, dass Mose solch einen Stab hat, mit dem er Wunder vollbringt.
Verglichen mit seinem dynamischen Bruder ist Aaron keine Führerpersönlichkeit. Nur an einer Stelle wird sein Name zuerst genannt, obwohl er der ältere Sohn ist (4. Mo 3,1), und nur zweimal spricht Gott direkt zu ihm (2. Mo 4,27; 4. Mo 18,1.20). Zwar handelt Aaron zweimal auch unabhängig von Mose – doch beide Male geht es gründlich schief: Als Mose sehr lange auf dem Berg Sinai bleibt, wo er die 10 Gebote erhält, gibt Aaron dem Drängen des Volkes nach und errichtet ein goldenes Stierbild, das von den Hebräern als Götze angebetet wird. Von seinem Bruder zur Rede gestellt, schiebt Aaron alle Schuld dem Volk zu (2. Mo 32). Er zieht den Zorn Gottes auf sich. Doch Mose rettet ihn durch seine Fürbitte (5. Mo 9,20). Das zweite Mal ist Mirjam die treibende Kraft: Im zweiten Jahr der Wüstenwanderung nehmen sie und Aaron Anstoß an Moses kuschitischer Frau und zweifeln seine besondere Stellung vor Gott an. Mirjam wird mit Aussatz bestraft, doch als Aaron bei Mose für sie eintritt, wird sie geheilt (4. Mo 12).

Aaron scheint in seinem Handeln stark von anderen – Mose, Mirjam, dem Volk – bestimmt zu werden.

Seine Bedeutung liegt darin, dass Gott ihn zum Hohen Priester Israels beruft (3. Mo 8). Er und seine Söhne werden als Priester eingesetzt (2. Mo 28,1ff; 3. Mo 8,1ff), um in der Stiftshütte Dienst zu tun. Aaron wird mit heiligem Öl gesalbt und ist fortan der gesalbte Priester (3. Mo 4,3 u.a.). Er erhält besondere Kleider, die seine Stellung hervorheben: das Kopfband seines Turbans trägt die Aufschrift Heilig dem Herrn (2. Mo 28,36); sein Ephod – ein Überwurf über Brust und Rücken – enthält ein Brustschild mit zwölf Juwelen (für jeden Stamm einen) und Platz für die Aufbewahrung der Urim und Thummim, Gegenstände, mit deren Hilfe das heilige Los zur Ermittlung von Jahwes Willen geworfen wurde (2. Mo 28,15ff). Doch sein Amt ist begrenzt, was besonders daran deutlich wird, dass er vor seinem Tod die Priesterkleidung ablegen muss. Auch Hebr 7-9 betont deutlich, dass das aaronitische Priestertum vorläufig und unzulänglich ist im Gegensatz zum messianischen nach der Ordnung Melchisedeks.

Aarons Söhne Nadab und Abihu bringen noch am Tag ihrer Priesterweihe ein Feueropfer dar, das Gott nicht befohlen hatte, und müssen dafür sterben (3. Mo 10,1.2). Aaron wird unter Androhung des Todes verboten zu trauern.  Dadurch zeigt Gott, wie ernst er den Dienst des Priesters nimmt (3. Mo 10,6): »Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich (3. Mo 10,3). 

Als der Levit Korach mit 250 Israeliten gegen die Führung Moses und das auf Aaron und seine Söhne beschränkte Priestertum protestiert, schickt der Herr eine vernichtende Plage unter die Israeliten, die Aaron erst durch ein Opfer
beendet (4. Mo 16). Daraufhin bestätigt Gott das Priestertum Aarons erneut und lässt den Stab Levis, auf dem Aarons Name steht, ausschlagen und blühen (4. Mo 17,23). Nach Hebräer 9,4 findet dieser Stab dann seinen Platz in der Bundeslade.

Als Mose bei Kadesch zweimal mit dem Stab an den Felsen schlägt, anstatt nur zu ihm zu reden, wie Gott es befohlen hatte, erklärt Gott Aaron für mitschuldig. Beiden erlaubt Gott darum nicht, das verheißene Land zu betreten (4. Mo 20).

Kurz danach beruft der Herr Aaron ab und schickt Mose mit Aaron und dessen Sohn Eleasar auf den Berg Hor. Dort zieht Mose Aaron die hohenpriesterlichen Kleider aus und legt sie Eleasar an, der damit an die Stelle seines Vaters tritt. 

Aaron stirbt im Alter von 123 Jahren und wird 30 Tage lang beweint (4. Mo 33,39; 4. Mo 20,23-29).

Abaddon

ist der in Offb 9,11 erwähnte Engel des Abgrunds. Er ist der König über die schrecklichen Heuschrecken, die nach dem Ertönen der fünften Posaune die Menschheit heimsuchen.

Auf Griechisch heißt er apollyon = Verderben, die Übersetzung des hebräischen Wortes bedeutet Vernichtung, Untergang und taucht so auch in Hiob 31,12 auf.

Abagta

Einer der sieben Hofbeamten des Perserkönigs Ahasveros, die ihn persönlich bedienten und während eines Festmahls im Palast Königin Wasti holen sollten, damit das Volk ihre Schönheit bestaunen konnte (Est 1,10.11). Der Name kann schöngestaltig oder Glücksgabe bedeuten.

Abda

Im Alten Testament sind zwei Männer mit diesem Namen erwähnt, der hebräisch Diener bedeutet und wohl die Kurzform von Obadja Diener Jahwes  ist.

  1. Der Vater Hadonirams, eines hohen Beamten bei Salomo (1. Kön 4,6).
  2. Der Sohn Schammuas aus dem Stamm Levi. Er gehörte zu den Bewohnern Jerusalems, als Nehemia die Mauer wieder aufbaute (1. Chr 9,16; Neh 11,17).
Abdeel

Der Vater von Schelemja zur Zeit des Königs Jojakim (Jer 36,26). Übersetzt bedeutet der Name Diener Gottes.

Abdi

Drei Männer tragen im Alten Testament diesen Namen, der wohl eine Kurzform für Abdiël ist und Diener Gottes oder Mein Diener bedeutet.

  1. Ein Levit aus dem Geschlecht Meraris, der Großvater Etans, eines der Tempelsänger zur Zeit von König David (1. Chr 6,29).
  2. Der Vater des Leviten Kisch zur Zeit Hiskias (2. Chr 29,12).
  3. Ein Mann aus dem Geschlecht Elams (Esra 10,26).
Abdiël

Ein Nachkomme von Gad, der zur Zeit der Könige Jotam und Jerobeam in Gilead wohnt, Vater des Ahi (1. Chr 5,15). 

Übersetzt bedeutet Abdiël Diener Gottes oder Mein Diener.

Abdon

Vier Männer dieses Namens mit der Bedeutung »untertänig, Knecht (Gottes)« sind im Alten Testament erwähnt:

  1. Ein aus Piraton in Ephraim stammender Sohn Hillels, der acht Jahre lang Richter über Israel war. Seine 40 Söhne und 30 Enkel besitzen jeder einen Esel als Reittier – in einer Zeit, da die Israeliten noch keine Pferde hatten, ist dies ein Zeichen für Reichtum und die Bedeutung der Familie (Ri 12,13-15).
  2. Ein Sohn von Schaschak aus dem Stamm Benjamin, der in Jerusalem wohnte (1. Chr 8,23.25.28).
  3. Der älteste Sohn von Jeiël in Gibeon und ein Vorfahre von Saul (1. Chr 8,30; 9,35.36).
  4. Im Masoretischen Text und der Elberfelder Bibel taucht auch in 2. Chr 34,20 ein Mann namens Abdon auf, ein Sohn von Michaja, der ein Hofbeamter König Josias ist. In der Luther-Übersetzung und auch in 2. Kön 22,12 heißt er Achbor.
Abed-Nego

Asarja, einer der drei Freunde Daniels, die am Palast des Königs Nebukadnezar dienen sollen, erhält diesen Namen vom Obersten der Hofbeamten (Dan 1,7). Daniel setzt Abed-Nego zusammen mit Schadrach und Meschach über die Verwaltung der Provinz Babel ein (Dan 2,49). Als sie sich weigern, das goldene Bild des Königs anzubeten, werden sie in den Feuerofen geworfen – doch ein Engel Gottes rettet sie. Nebukadnezar ist von diesem Glauben so beeindruckt, dass er von da an Gott anbetet (Dan 3,12-30). Abed-Nego ist wahrscheinlich eine bewusste Entstellung des Namens Abed-Nebo, Diener des Nebo, eines babylonischen Gottes.

Abel

ist der zweite Sohn Adams und Evas und der jüngere Bruder von Kain. Er ist Schafhirte und opfert die ersten Tiere seiner Herde. Als Gott sein Opfer annimmt, nicht aber das seines Bruders, wird er von Kain aus Neid erschlagen (1. Mo 4,2-11).

Im Neuen Testament wird Abel an mehreren Stellen erwähnt: Er ist der erste Gerechte, dessen Blut vergossen wurde. Sein Glaube und Handeln wird gerühmt (Mt 23,35; 1. Joh 3,12; Hebr 11,4). Nach Hebr 12,24 redet  das vergossene Blut Jesu lauter als das vergossene Blut Abels, weil es die Vergebung ermöglicht.

Der Name Abel ist von dem hebräischen hebel = Hauch, Nichtigkeit abzuleiten. 

Abi

ist die Tochter von Secharja und die Mutter von Hiskia (2. Kön 18,2; 2. Chr 29,1). Im Masoretischen Text und der revidierten Elberfelder Bibel wird sie Abija genannt.

Abialbon

ist einer von den 30 Kriegshelden Davids (2. Sam 23,31). Vielleicht ist -albon ein Schreibfehler, durch Schaalboniter im nächsten Vers hervorgerufen. In der Septuaginta und in 1. Chr 11,32 heißt er Abiël.

Abiasaf

ist ein Levit aus dem Geschlecht Korachs (2Mo 6,24). Der Name bedeutet (Mein) Vater hat gesammelt/hinzugefügt und wird noch in zwei anderen Formen erwähnt: In 1. Chronik 9,19, wo sein Sohn Kore erwähnt wird, steht im hebräischen Text ebiasaph. In 1. Chronik  26,1 ist sein Name zu Asaf verkürzt.

Abida

Ein Nachkomme Abrahams durch Midian, den Sohn der Ketura (1Mo 25,4; 1Chr 1,33). Der Name bedeutet: (Mein) Vater hat gewusst/weiß.

Abiël

Die Bedeutung des Namens ist: (Mein) Vater ist Gott.

Zwei Männer dieses Namens werden im Alten Testament genannt:
1) Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, der Vater von Kisch und Großvater von Saul (1. Sam 9,1.2) und Abner (1. Sam 14,51).
2) Einer der 30 Kriegshelden von David (1. Chr 11,32); in 2. Sam 23,31 heißt er Abialbon.

 

Abiëser

Der Name bezeichnet zwei Männer im Alten Testament und heißt übersetzt Mein Vater ist Hilfe.

  1. Ein Mann aus dem Stamm Manasse (Jos 17,2; 1. Chr 7,18). In 4. Mose 26,30 steht die Kurzform Iëser. In Richter 8,2 ist mit Abiëser wohl das ganze Geschlecht gemeint, dessen berühmtestes Mitglied Gideon ist (Ri 6,11).
  2. Einer der 30 Kriegshelden Davids, ein Mann aus dem Stamm Benjamin aus Anatot (2. Sam 23,27; 1. Chr 11,28) und Führer der neunten Heeresabteilung (1. Chr 27,12).
Abigajil

wird als kluge und schöne Frau beschrieben. Als David sich an ihrem Mann Nabal rächen will, bringt sie ihm Geschenke und überredet ihn so, Nabal nicht zu töten. Durch ihr entschlossenes Handeln bewahrt sie ihren reichen, aber boshaften Mann Nabal vor der Rache Davids (1. Sam 25) – und gleichzeitig David vor Blutschuld. Als Gott Nabal
sterben lässt, nimmt David sie zur Frau. Sie flieht mit David ins Exil zu dem Sohn des Königs von Gat (1. Sam 27,3), wird von den Amalekitern gefangen genommen und von David wieder befreit (1. Sam 30,5.18). Abigajil begleitet David nach Hebron, wo er zum König gesalbt wird (2. Sam 2,2), und wird Mutter von Davids zweitem Sohn Kilab (2. Sam 3,3) oder Daniel (1. Chr 3,1).

Ihr Name ist nicht ganz eindeutig zu übersetzen, vielleicht etwa Mein Vater ist Jubel.

Abigal

ist die Mutter von Amasa und die Schwester von David (1. Chr 2,16.17), nach 2. Samuel 17,25 allerdings nur seine Halbschwester: Ihr Vater ist Nahasch und nicht Isai.

Abihajil

taucht im Alten Testament als Name für verschiedene Männer und Frauen auf und bedeutet etwa Mein Vater ist Macht.

  1. Ein Levit aus dem Geschlecht Meraris zur Zeit Aarons und der Vater von Zuriel (4. Mo 3,35).
  2. Die Frau des Judäers Abischur (1. Chr 2,29).
  3. Ein Mann aus dem Stamm Gad (1. Chr 5,14).
  4. Die Tochter von Davids Bruder Eliab und die Frau von Davids Sohn Jerimot. Ihre Tochter Mahalat wird die Frau Rehabeams (2. Chr 11,18). 
  5. Der Vater von Ester (Est 2,15).
Abihu

ist der zweite Sohn Aarons (2. Mo 6,23). Er begleitet mit seinem Bruder Nadab und 70 Ältesten Mose und Aaron zur feierlichen Bundesschließung auf dem Sinai (2. Mo 24,1.9). Als er und Nahab am Tage ihrer Priesterweihe eigenmächtig ein Feueropfer darbringen, das Gott nicht angeordnet hatte, werden sie vom Feuer des Herrn verzehrt (3. Mo 10,1.2) und sterben kinderlos (4. Mo 3,4). 

Übersetzt heißt der Name (Mein) Vater ist er (d.h. Gott).

Abihud

Ein Nachkomme Benjamins (1. Chr 8,3).

Abija

Diesen Namen mit der Bedeutung (Mein) Vater ist Jahwe tragen mehrere Männer und Frauen im Alten Testament:

  1. Abija ist der jüngere Sohn von Samuel, der ihn als Richter über Beerscheba eingesetzt hat, zusammen mit seinem Bruder Joël. Weil sie beide jedoch bestechlich sind, bitten die Israeliten Samuel um einen König (1. Sam 8,2.3.5).
  2. Einer der neun Söhne des Becher aus dem Stamm Benjamin (1. Chr 7,8).
  3. Ein Nachkomme Aarons, dessen Familie zur Zeit Davids als achte der 24 Abteilungen der Priester ausgelost wird, zu der später auch Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer gehört (1. Chr 24,10; Lk 1,5). Vgl. unten (6).
  4. Der Sohn des Königs Jerobeam von Israel. Als er erkrankt und Jerobeams Frau den Propheten Ahija um Rat fragen soll, verkündigt dieser der Königin das Gericht Gottes über Jerobeam und den Tod ihres Sohnes Abija. Aus der Familie soll nur Abija in ein Grab kommen, da sich an ihm noch etwas Gutes im Verhältnis zum Herrn gefunden hat (1. Kön 14,1-18).
  5. Ein Sohn des Königs Rehabeam von Juda. Abija wird von Rehabeam schon zu Lebzeiten als Nachfolger eingesetzt (2. Chr 11,22) und regiert von 910-908 v.Chr. Abija macht sich wie sein Vater am Götzendienst in Juda mitschuldig. Doch Gott hört auf das Hilfegeschrei Judas und gibt Israel in ihre Hände (2. Chr 13). Abija hat von seinen 14 Frauen 22 Söhne und 16 Töchter; sein Sohn Asa wird sein Nachfolger. Nach 1Kön 15,2 und 2Chr 11,20f ist seine Mutter Maacha, die Lieblingsfrau Rehabeams und Tochter Abischaloms. In 2. Chronik 13,2 heißt sie Michaja und ist die Tochter Uriëls von Gibea.
  6. Das Familienoberhaupt der Priester, die mit Serubbabel aus der Verbannung zurückkehrten (Neh 12,4-7). In der nächsten Generation war Sichri das Haupt der Priesterfamilie Abijas (Neh 12,17). Ein Priester Abija unterzeichnete unter Nehemia die Verpflichtung auf das Gesetz (Neh 10,8). Später gehört Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufers der Priesterabteilung Abijas an (Lk 1,5).
  7. Nach dem Masoretischen Text und der revidierten Elberfelder Bibel auch die Frau des Judäers Hezron (1. Chr 2,24). In anderen Übersetzungen heißt sie Abi.
Abischai

ist der Sohn von Zeruja, einer der Schwestern Davids, und der Bruder von Joab und Asaël (1. Chr 2,15.16). Seitdem David vor Saul fliehen musste, ist Abischai einer von Davids Gefährten und hält ihm auch während der Aufstände Absaloms und Schebas die Treue (2. Sam 16; 20). Er nimmt eine hervorragende Stellung unter Davids Helden ein (2. Sam 23,18; 1. Chr 11,20). Bei dem gefährlichen Gang ins Lager Sauls begleitet er David (1. Sam 26,6-9) und rettet ihm im Kampf mit einem Riesen (nach der revidierten Elberfelder Bibel ein gewisser Jischbi) in Gob das Leben (2. Sam 21,16.17). Seine innere Haltung ist aber anders als bei David. Die Schonung eines Feindes ist ihm fremd. So will er Saul (1. Sam 26,6) und Schimi (2. Sam 16,9; 19,22) das Leben nehmen und versteht Davids Entscheidung nicht, obwohl er ihr gehorcht. An Abner rächt er sich gemeinsam mit Joab (2Sam 3,30) mitten im Frieden dafür, dass er ihren Bruder Asaël im offenen Kampf getötet hat (2. Sam 3,30). David beklagt sich mehrfach über die Gewalttätigkeit der Brüder und betont die Grenze ihrer Gemeinschaft: »Ihr Söhne der Zeruja, was hab ich mit euch zu schaffen?« (2. Sam 16,10; 19,23; vgl. 3,39). In der Zweifrontenschlacht gegen die Syrer und Ammoniter vertraut Joab Abischai den Oberbefehl des einen Heeresteiles an (2. Sam 10,10). Nach 1. Chr 18,12.13; schlägt Abischai 18 000 Edomiter im Salztal, allerdings schreibt 2. Sam 8,13.14 diesen Sieg David und Ps 60,2 Joab zu.

Abner

ist der Sohn von Ner, ein Vetter von Saul und dessen Heeroberster (1. Sam 14,50.51; 20,25; 26,5.14-16). Sein Name bedeutet Vater ist Licht.

Nachdem Saul gestorben ist, macht Abner dessen Sohn Isch-Boschet in Mahanajim zum König über Israel (2. Sam 2,8-10), während Juda David zum König wählt. Die beiden Heere begegnen sich darauf im Grenzgebiet am Teich von Gibeon. Aus dem Kampfspiel, das Abner vorgeschlagen hat, wird Ernst, und in der sich entwickelnden Schlacht unterliegt Israel mit hohen Verlusten. Auf der Flucht tötet Abner seinen hartnäckigen Verfolger Asaël, den Bruder von Joab und Abischai. Erst am Abend brechen die Judäer auf die Mahnung Abners die Verfolgung ab. Doch der Krieg geht weiter (2. Sam 2,12-3,1). Als Isch-Boschet Abner vorwirft, dass er ein Verhältnis mit Sauls Nebenfrau Rizpa angefangen und damit zugleich einen Anspruch auf die Herrschaft erhoben habe, wirft Abner ihm im Ärger vor, dass Gott ja David zum König bestimmt hat, und wechselt die Partei. David nimmt seine Dienste nur unter der Bedingung an, dass er zuerst seine Frau Michal zurückerhält. Abner macht in Israel Stimmung für David und bringt selber Michal nach Hebron. David bewirtet ihn und entlässt ihn wieder, damit er seine Versprechungen erfüllen kann (2. Sam 3,7-21). Joab, der kurz darauf mit dem Heer heimkehrt, lässt Abner zurückholen und tötet ihn aus Rache für den Tod seines Bruders Asaël. David distanziert sich öffentlich von Joabs Tat und befiehlt eine Totenklage, an der er sich selber mit einem Klagelied beteiligt. Er wagt aber nicht, als König das Gericht an Joab zu vollziehen (2Sam 3,39), sondern überlässt die Strafe seinem Sohn Salomo (1Kön 2,5f), der Joab töten lässt, während er asylsuchend (2. Mo 21,13.14) die Hörner des Altars erfasst. Uns wird außerdem berichtet, dass Abner einen Sohn namens Jaasiël hat (1. Chr 27,21) und dass Abner von seiner Kriegsbeute wie die anderen Heerführer einen Teil dem Herrn weiht (1. Chr 26,28).

Asaël

Im Alten Testament werden vier Männer mit diesem Namen erwähnt, der Gott hat gemacht bedeutet.

  1. Ein Sohn der Zeruja, ein Bruder von Joab und Abischai. Er ist einer von Davids 30 Kriegshelden und berühmt wegen seiner Schnelligkeit im Lauf (2. Sam 2,18; 23,24). In 1. Chr 27,7 wird er mit seinem Sohn Sebadja als Befehlshaber der vierten Heeresabteilung unter David genannt. Nach der Niederlage der Truppen Isch-Boschets bei Gibeon verfolgt Asaël Abner, dessen Heerführer, und lässt sich durch keine Warnung davon abbringen, sodass Abner schließlich seinem hartnäckigen Verfolger den Schaft des Spießes durch den Leib stößt (2. Sam 2,19-23). Jahre später rächt Joab den Tod des Bruders mitten im Frieden an Abner in Hebron (2. Sam 3,26.27).
  2. Einer der neun Leviten, die König Joschafat von Juda mit der Unterweisung des Volkes beauftragt (2. Chr 17,8).
  3. Ein Levit, der zur Zeit Hiskias Aufseher über die Abgaben war, die zum Tempel gebracht wurden (2. Chr 31,13).
  4. Der Vater von jenem Jonatan, der unter Esra gegen die Scheidung von den heidnischen Frauen auftrat (Esra 10,15).
Asaph

Der Name bedeutet Sammler und bezeichnet drei Männer im Alten Testament:

  1. Der Sohn von Berechja war Levit aus dem Geschlecht Gerschons zur Zeit Davids (1. Chr 6,24; Neh 12,46). Er und seine Nachkommen sind Sänger und Musiker an der Bundeslade und dann am Tempel. Mit Gesang und Spiel preisen sie den Herrn. Asaph wird bei der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem genannt (1. Chr 15,16-19; 16,5.7), Asaphs Söhne bei der Reinigung des Tempels zur Zeit Hiskias (2. Chr 29,13), beim Passa Josias (2. Chr 35,15), unter den Rückkehrern aus der babylonischen Gefangenschaft (Esra 2,41; Neh 7,44) und bei der Grundsteinlegung des Tempels (Esra 3,10.11). Aber Asaph ist nicht nur Sänger, sondern auch Dichter und Prophet (1. Chr 25,1.2; 2. Chr 29,30), und diese dreifache Gabe finden wir auch unter seinen Nachkommen. So beklagen zwei (Ps 74 und Ps 79) von den zwölf Psalmen, die den Namen Asaphs tragen (Ps 50; 73-83), die Zerstörung des Tempels und geben sich dadurch als Dichtung eines von Asaphs Kindern zu erkennen. Und Jahasiël aus Asaphs Geschlecht weissagt König Joschafat den Sieg über die Ammoniter und Moabiter (2. Chr 20,14-17).
  2. Der Vater von Hiskias Kanzler Joach (2. Kö 18,18; Jes 36,3).
  3. Ein Aufseher über die Wälder des Perserkönigs Artahsasta, der Nehemia Bauholz liefern sollte (Neh 2,8).

B

Barak

Der Name Barak bedeutet Blitz.

Ein Mann aus Israel, den Gott beauftragt, für Israel zu kämpfen. Sein Vater ist Abinoam aus Kedesch in Naftali. Der Kanaaniterkönig Jabin von Hazor unterdrückt die Israeliten 20 Jahre lang durch seinen Heerführer Sisera, der in Haroschet sitzt. Als die Israeliten deswegen zu Gott schreien, ruft die Richterin und Prophetin Debora Barak zu sich und gibt ihm den Auftrag vom Herrn, mit 10 000 Mann aus Naftali und Sebulon zum Berg Tabor zu rücken. Barak will nur unter der Bedingung gehorchen, dass Debora ihn begleitet. Das kostet ihn den Ruhm des Sieges: Nun sollte nicht er Sisera töten, sondern eine Frau. Auf die Nachricht, dass die Israeliten am Tabor stehen, rückt Sisera mit seinem ganzen Heer und 900 Streitwagen im Kischontal gegen sie vor. Doch Baraks Angriff überrennt die Kanaaniter und fügt ihnen eine vernichtende Niederlage zu. Sisera flieht zu Fuß und wird von Jael, der Frau von Heber, getötet, als er in ihrem Zelt Zuflucht sucht. In der Folge gelingt es Israel, König Jabin völlig zu vernichten (Ri 4). Debora und Barak feiern den Sieg mit einem Lied, dessen hebräische Sprache zur altertümlichsten im ganzen Alten Testament zählt (Ri 5). Der Hebräerbrief nennt Barak unter den alttestamentlichen Glaubensmännern (Hebr 11,32). 

Bezaleel 1

Das Alte Testament kennt zwei Männer mit diesem Namen, der »Im Schatten (Schutz) Gottes« bedeutet.
1) Ein Mann aus dem Stamm Juda, den Gott begabt und zusammen mit Oholiab, einem Mann aus dem Stamm Dan, zur Herstellung der Stiftshütte, der Bundeslade und aller Geräte, des Altars und der Priesterkleidung berufen hatte. Sieführten Schmiedearbeiten in Gold, Silber und Kupfer aus, schnitten und fassten Edelsteine, zimmerten und schnitzten in Holz und fertigten die verschiedensten Webarbeiten an (2. Mo 31,1-11; 35,30-35; 38,22.23).

Bezaleel 2

Das Alte Testament kennt zwei Männer mit diesem Namen, der »Im Schatten (Schutz) Gottes« bedeutet.
Ein Mann aus dem Geschlecht Pahat-Moab, der eine heidnische Frau genommen hatte, die er nun wieder fortschicken musste (Esra 10,30).

Boas

ist ein reicher und angesehener Grundbesitzer in Bethlehem. Während einer Hungersnot zieht einer seiner Verwandten, Elimelech, mit seiner Frau Noomi und ihren beiden Söhnen in das Land der Moabiter. Doch schon bald stirbt Elimelech und einige Jahre später auch die beiden Söhne, und die Witwe Noomi geht mit ihrer Schwiegertochter Rut, einer Moabiterin, wieder zurück nach Bethlehem. Dort trifft Boas auf Rut, als sie auf seinem Feld Ähren sammelt, und begegnet ihr freundlich. Als ein noch näherer Verwandter auf sein Recht verzichtet, Rut zu heiraten, nimmt Boas sie zur Frau. Damit erhält er das Erbe Elimelechs und seiner Söhne und setzt ihr Geschlecht in seinem ersten Sohn Obed fort, dem Vater Isais und Großvater Davids (Rut 2-4). In Matthäus 1,5 und Lukas 3,2 taucht Boas somit als einer der Vorfahren Jesu auf.

Der Name könnte so etwas bedeuten wie Von scharfem Geiste oder auch In ihm ist Kraft.

D

David

war der bedeutendste König über Israel, ein Musiker und Dichter, und Gottes Verheißung über ihn, dass sein Haus ewig bestehen soll, erfüllt sich in Jesus Christus.

Davids Jugend

David wird seinem Vater Isai aus Bethlehem als jüngster von acht Söhnen geboren. In 1. Samuel 13,14 wird er als ein Mann nach dem Herzen Gottes bezeichnet, und auch nach menschlichem Ermessen ist er ein bewundernswerter Mensch: Er ist schön, kraftvoll, redegewandt und hat zwei eher gegensätzliche Begabungen: eine musikalische als guter Saitenspieler und eine mutige, die sich beim Hüten der Schafe seines Vaters zeigt (1. Sam 16,1.10.11; 1. Chr 2,13-16; 1. Sam 16,12.18; 17,34-36). Als König Saul Gott nicht gehorcht, wird er verworfen, und Gott beauftragt den Propheten Samuel, David zu Sauls Nachfolger zu salben und dadurch auch mit dem Geist des Herrn zu erfüllen (1. Sam 16, 1-13). Am Hof Sauls Als Saul von einem bösen Geist ergriffen wird, kommt David an seinen Hof, um ihn aufzumuntern. David erlangt Sauls Zuneigung, sodass er ihn zu seinem persönlichen Waffenträger ernennt (1. Sam 16). Zwischendurch kehrt David aber immer wieder zu den Schafen  seines Vaters zurück, der ihn eines Tages zu Sauls Heerlager schickt, um seinen Brüdern dort Proviant zu bringen. Einer der Philister, Goliat, fordert gerade zum Zweikampf auf. Während die anderen Krieger sich fürchten, nimmt David die Herausforderung an, verzichtet auf jegliche Rüstung und streckt den Riesen stattdessen mit einem Stein aus seiner Schleuder nieder. Anschließend zieht er ganz an den Hof (1. Sam 16,14-18,2), wo die legendäre Freundschaft zwischen David und Sauls Sohn Jonatan beginnt. Als das Volk begeistert Davids Tapferkeit mit den Worten »Saul hat Tausende erschlagen, David aber Zehntausende« feiert, wird Saul eifersüchtig und schmiedet einige Pläne, um David loszuwerden: Er lässt ihn gegen die Philister kämpfen, fordert als Brautpreis für seine Tochter Michal 100 Vorhäute von Kriegern und versucht ihn, mit einem Speer zu töten, woraufhin David zu Samuel nach Rama flieht (1. Sam 19). Bei einer letzten Begegnung bestätigt ihm Jonatan die Unmöglichkeit jeder Versöhnung mit Saul, und beide sichern sich noch einmal ihre Freundschaft zu (1. Sam 20).

Flucht und Aufenthalt in der Wüste und in Gat

David flieht erst nach Nob zu dem Priester Ahimelech, der ihm Brot und eine Waffe gibt, und anschließend zu dem Philisterkönig Achisch nach Gat. Als man ihn dort gefangen nehmen will, stellt er sich wahnsinnig (1. Sam 21; Ps 34,1; 56,1) und sucht nun in der Höhle Adullam Schutz. Dort sammelt er eine Gruppe von vierhundert Männern um sich und bringt seine Eltern, die ebenfalls zu ihm kommen, beim Moabiterkönig in Sicherheit. Gott schickt ihn nach Juda und von dort weiter nach Keïla, das sie von den Philistern befreien. Saul hört von Davids Aufenthalt in Keïla und beginnt die jahrelange, erbarmungslose Verfolgung seines Gegners (1Sam 23). Zweimal verzichtet David auf die Gelegenheit, Saul zu töten, um sich nicht am Gesalbten des Herrn zu vergreifen und dafür bestraft zu werden (1. Sam 23-26). Um Saul endgültig zu entkommen, schließt er sich mit seiner Truppe und seinen beiden Frauen Abigajil und Ahinoam in Gat dem Philisterkönig Achisch an, der ihm ein Stück Land ihn Ziklag zuweist. David gerät in einen Zwiespalt: Weil er nicht gegen sein eigenes Volk kämpfen will, Achisch aber genau das von ihm erwartet, muss er andere Völker bekämpfen und Achisch belügen (1. Sam 27). Als Achisch gegen Sauls Heer zu Felde zieht, will er sich von David begleiten lassen, aber als mögliche Überläufer schickt man David und seine Männer doch wieder nach Hause (1. Sam 28). So kämpft David nicht in der Schlacht im Gebirge von Gilboa, in der Jonatan getötet wird und Saul sich in sein eigenes Schwert stürzt (1. Sam 31). Stattdessen finden sie bei ihrer Rückkehr Ziklag verbrannt und ihre Frauen und Kinder geraubt, woraufhin Davids Leute zu meutern beginnen und ihn steinigen wollen. Da tut David, was er seit Keïla versäumt hat: Er befragt den Herrn – und bekommt Antwort. Sie besiegen die Amalekiter, doch die Freude darüber wird von der Trauer über Jonatans und Sauls Tod abgelöst, die in einem Klagelied Ausdruck findet (1. Sam 30-31).

David als König

Mit dreißig Jahren wird David von seinem Stamm Juda zum König gesalbt. Obwohl Sauls Heerführer Abner Sauls SohnIsch-Boschet zum König einsetzt, nimmt Davids Macht im jahrelangen Krieg zwischen Juda und Israel ständig zu.
Hilfreich ist ihm dabei vor allem sein Heerführer und Neffe Joab, der zusammen mit seinem Bruder Abischai schließlich Abner auch tötet – aus Rache, weil Abner Joabs Bruder Asaël getötet hatte. David lässt diesen Mord an Abner ungestraft, doch als kurz darauf zwei Streifscharführer aus dem Stamm Benjamin Isch-Boschet überfallen und seinen Kopf nach Hebron bringen, lässt David sie sofort hinrichten (2Sam 2-4). Nach 7-jähriger Regierungszeit über Juda wird er nun von den Ältesten zum König über ganz Israel gesalbt (2. Sam 5,1-5; 1Chr 11,1-3; 12,23-40). Inzwischen ist er Vater von sechs Söhnen, darunter Amnon, Absalom und Adonija.

Die Bundeslade

Als erste Aktion in seiner Regierung erobert David Jerusalem, das man eigentlich für uneinnehmbar gehalten hatte, und macht es zur Hauptstadt. Eine politisch und militärisch außerordentlich kluge Entscheidung: Der auf der Grenze von Juda und Benjamin gelegene Ort bedeutet weder eine Bevorzugung des Nordens noch Judas. Die folgende Zeit ist sehr ereignisreich: Weitere Frauen und Nebenfrauen schenken ihm noch mehr Söhne und Töchter (2. Sam 5,6-16; 1Chr 3,4-9; 14,1-7), er befestigt die Stadt neu und lässt seinen Königspalast dort errichten. Außerdem holt er die Bundeslade aus dem Land der Philister zurück – von den Leviten getragen und geleitet unter dem Jubel des ganzen Volkes. Er selbst tanzt auf dem Weg – nur mit dem Priesterschurz bekleidet – vor der Lade her. Michal verachtet dieses Verhalten und wird dafür nun kinderlos bleiben (2. Sam 6; 1. Chr 13; 15.16). Als die Bundeslade wieder im Land ist, muss der tägliche Gottesdienst komplett neu geordnet werden: Priester, Sänger und Tempeldiener werden gezählt und eingeteilt. Dem Dichter und Musiker David liegen dabei besonders die Sänger, ihre Lieder und ihre Musik zum Lob des Herrn am Herzen. Hier wirkt er durch seine eigenen Psalmen mit und beauftragt Asaf und seine Brüder, Gott für die Überführung der Lade ein Danklied zu singen (1. Chr 6,16-32; 9,22; 16,4-42; 23,1-26,28).
Als David aus Dankbarkeit für die Fülle des Segens Gottes seinen Zedernpalast in der Mitte eines befriedeten Reiches betrachtet und mit der Zeltwohnung der Bundeslade vergleicht, wächst in ihm der Wunsch, nun auch für die Lade Gottes ein Haus, nämlich einen Tempel zu bauen. Doch der Wille Gottes lautet anders: Weil David in seinen Kriegen viel Blut vergossen hat, wird erst Davids Sohn Salomo den Bau ausführen (1. Chr 22,8), während David ihn nur vorbereitet, indem er Baumaterial und Pläne zusammenstellt (2. Sam 7; 1. Chr 17; 22; 28,1-29,21). Doch Gott gibt David eine Verheißung und verspricht, dass Davids Haus ewig vor Gott bestehen wird. Bei einer Volkszählung, die David gegen den Willen Gottes durchführt, kommt die Pest als Strafe über Israel. Doch Gott lässt sich von seiner Barmherzigkeit erweichen und hält seinen Engel davon ab, Israel weiter zu bestrafen. Dies geschieht auf der Tenne des Jebusiters Arauna, und Gott befiehlt David durch den Propheten Gad, an diesem Ort einen Altar zu errichten, und später beginnt Salomo dort auch den Tempelbau (2. Sam 24; 2Chr 3,1).

Herrschaft und Staatsorganisation

David festigt sein Reich durch viele Siege über die Nachbarvölker: Er unterwirft die Philister (2. Sam 5), bleibt im Norden  Sieger gegen die Syrer, im Süden und Südosten richtet er seine Herrschaft über Moab, Edom und die Amalekiter auf
(2. Sam 8), und nachdem sich die Aramäer unterworfen haben, macht er die gefangenen Ammoniter zu Zwangsarbeitern (2Sam 10). Israel nimmt nun, abgesehen von den schmalen Küstenstrichen der Philister und Phönizier, den ganzen Raum zwischen dem Meer und der arabischen Wüste ein und hat damit die Grenzen seines verheißenen Landes im Wesentlichen erreicht (4. Mo 34,2-12; Hes 47,15-20). 
Das Heer und auch die Verwaltung des ausgedehnten Reiches erfordern eine umfassende Organisation. David richtet wahrscheinlich nach ägyptischem Vorbild die Ämter des Kanzlers und des Schreibers ein (2. Sam 8,16.17), beruft sich
Ratgeber (1. Chr 27,32-34) und setzt verschiedene Beamte, einen Aufsichtsleiter über die Fronarbeiten (2. Sam 20,24) und neben den Fürsten der Stämme (1. Chr 27,16-22) Richter und Verwaltungsbeamte ein (1. Chr 26,29-32). Den höchsten
militärischen Rang hat der Oberbefehlshaber des Heeres, eines Volksaufgebotes, das in 12 Abteilungen gegliedert wird (1. Chr 27,1-15), und der Befehlshaber der Leibwache (2. Sam 20,23). Eine Sonderstellung nehmen die Kriegshelden
Davids ein, seine Gefährten noch aus der Zeit der Flucht vor Saul, deren Taten gerühmt und bewundert wurden. Eine Reihe von ihnen (Joab, Abischai, Benaja) finden wir später in hohen Kommandostellen (2. Sam 23,8-39; 1. Chr
11,10-12,22; 20,4-8). In Davids Regierungszeit – es ist nicht ersichtlich, wann genau – herrscht in Israel drei Jahre lang eine Hungersnot. Sie ist noch die Strafe dafür, dass Saul Jahre zuvor versucht hatte, die Gibeoniter auszurotten, obwohl sie eigentlich mit Israel verbündet waren. David wird nun von Gott beauftragt, diese Schuld zu sühnen. Auf ihren Wunsch liefert er daher sieben Nachkommen Sauls den Gibeonitern aus und stimmt Gott damit wieder gnädig (2. Sam 21,1-14). Weil er sich
jedoch mit Jonatan Treue geschworen hatte, nimmt er einen Nachkommen Sauls, Jonatans gelähmten Sohn Mefi-Boschet, an seinen Hof auf und lässt ihn wie die eigenen Söhne versorgen (2. Sam 9).

Davids Ehebruch

Mitten auf der Höhe seiner Macht stürzt David in die Tiefe der Sünde. Vom Dach seines Hauses aus beobachtet er eine Frau beim Baden. Obwohl er erfährt, dass es Batseba ist, die Frau Urias, lässt er sie holen und verführt sie. Als dann David gemeldet wird, dass sie ein Kind von ihm erwartet, stellt er Uria beim Kampf in die vorderste Reihe, in derHoffnung, dass er dort getötet wird, und so kommt es auch. Nach Urias Tod wird Batseba offiziell Davids Frau und die Mutter eines Sohnes. Gott lässt David durch den Propheten Nathan sein Urteil verkünden: Ewig wird das Schwert nicht mehr von Davids Haus lassen – was sich bis heute hin erfüllt hat. Das Todesurteil über David selber wird aufgehoben, als er seine Sünde bekennt, doch sein Sohn muss sterben. Er bekommt mit Batseba jedoch einen zweiten Sohn, seinen späteren Nachfolger Salomo (2. Sam 11,2-12,25). Von jetzt ab steht Davids Leben zugleich unter Gericht und Verheißung.

Absaloms Aufstand

Davids ältester Sohn Amnon verliebt sich in Tamar, die Schwester seines Halbbruders Absalom, verführt sie und verstößt sie anschließend. Obwohl David davon erfährt, verzichtet er auf eine Bestrafung und veranlasst damit seinen jüngeren Sohn Absalom, zwei Jahre später Rache zu üben und Amnon umbringen zu lassen. Absalom flieht daraufhin zu seinem Großvater nach Geschur, und erst Joab bewegt David, ihn zurück nach Jerusalem zu holen (2. Sam 13-14).
Absalom gewinnt das Herz des Volkes, indem er ihm eine günstigere Rechtssprechung zusagt. So gelingt ihm eine Verschwörung, die offensichtlich für David sehr gefährlich ist: Als Absalom sich als König ausrufen lässt, flieht David mit einigen Leuten aus dem Volk in die Wüste und an den Jordan (2. Sam 15-16). Unterwegs trifft er seinen treuen Diener Huschai und schickt ihn zu Absalom. Er soll dessen Vertrauen gewinnen, aber für David arbeiten – und das gelingt ihm: Als Absalom Huschai befragt, ob ein Vorschlag seines Ratgebers Ahitofel zum Kampf gegen David klug ist, kann Huschai ihn von dem Plan abbringen und David warnen. David flieht über den Jordan und sammelt sein Heer in Mahanajim, wo er das Heer seines Sohnes Absalom besiegt. Obwohl er den ausdrücklichen Befehl gegeben hatte, Absalom nicht zu töten, bringt Joab ihn um und stürzt David damit in tiefe Trauer (2. Sam 16-18). Auf dem Rückweg nach Jerusalem erweist David, der in all dem Gottes Gericht erkannt hat, einigen Männern, die ihn verleumdet oder verlassen hatten, Barmherzigkeit. Er kann damit aber nicht verhindern, dass sich das Volk Scheba, einem Mann aus dem Stamm Benjamin, anschließt, der einen neuen Aufstand anzettelt. Nachdem Joab erst Amasa getötet hatte, der vom König an seiner Stelle zum Heerführer eingesetzt worden war, gelingt es ihm, den Aufstand niederzuschlagen (2. Sam 19-20).

Davids Tod

Als David schon sehr alt ist, wird ihm ein letztes Mal die Herrschaft streitig gemacht: Sein jetzt ältester Sohn Adonija ernennt sich zum König, ohne dass David etwas davon weiß. Batseba bittet David, noch vor seinem Tod ihren Sohn Salomo als neuen König bekannt zu geben, den er zuvor schon dazu bestimmt hatte. So wird Salomo noch am gleichen Tag zum König gesalbt und ausgerufen – und David darf zu Lebzeiten seinen vom Herrn bestimmten Nachfolger auf dem Thron und so auch das Reich nach all den inneren Wirren sicher in eine Friedenszeit hineingeführt sehen. In seinem letzten Willen empfiehlt er Salomo, Gott zu gehorchen, und verpflichtet ihn, Joabs Vergehen zu bestrafen, die Söhne Barsillais, der ihn bei einer Schlacht versorgt hatte, zu belohnen, und Schimi, der ihm geflucht hatte, nicht ungestraft zu lassen. Nach einer Regierung von über 40 Jahren und einem Leben voller Höhen und Tiefen stirbt er mit 70 Jahren und wird in Jerusalem beigesetzt (1. Kön 1,1-2,12).

Davids Leben im Urteil der Bibel

David kann in einer langen und tatkräftigen Herrschaft voll großer außen- und innenpolitischer, militärischer und organisatorischer Erfolge ein ausgedehntes Reich aufbauen und unter Überwindung aller Schwierigkeiten bewahren. Er ist Feldherr und Staatsmann zugleich, kann geduldig warten und blitzschnell handeln. Als Musiker und Dichter singt er die Totenklage um Saul und Jonatan und die Psalmen, die sein ganzes Leben begleiten (vgl. die Überschriften zu Ps 59; Ps 52; Ps 56 und Ps 34; Ps 57 und Ps 142; Ps 63; Ps 54; Ps 60; Ps 18 und 2Sam 22; Ps 51; 3; 2. Sam 23,1-5.) 

David ist reich auch als Mann und Vater, aber hier am stärksten gefährdet. Seine Frauenliebe zieht Ehebruch und Mord nach sich, und die Liebe zu seinen Söhnen führt dazu, dass Verbrechen ungestraft bleiben. Nachgiebigkeit in der eigenen Familie, auch dem Neffen Joab gegenüber, führt zu einer Verletzung seiner königlichen Amtspflicht und vergrößert die Auswirkungen seiner eigenen Sünden noch. Doch ist nicht das Versagen das Entscheidende in diesem Leben, sondern der Reichtum, die Fülle der Erfolge, die aus den Verheißungen und dem Segen des barmherzigen Herrn erwachsen, an dem David festhält und zu dem er immer wieder zurückkehrt. Im Urteil Gottes sind die Sünden vergeben und ausgelöscht. David bleibt der König, den ich erwählt habe und der Gebote und Rechte gehalten hat (1. Kö 11,33f), der meine Gebote hielt und mir von ganzem Herzen nachwandelte (1. Kö 14,8). 

Sein Name bedeutet wahrscheinlich Bruder des Vaters oder auch Liebling, und an diesem Vorbild des Lieblings Gottes werden die Könige Judas und Israels immer wieder gemessen, von Salomo (2. Chr 7,17; 1. Kö 3,3; 11,4.6) und Jerobeam (1. Kö 11,38; 14,8) bis zu Hiskia (2. Kö 18,3) und Josia (2. Kö 22,2). Um Davids willen verschont der Herr Salomo, wie er es in 2. Samuel 7,15 verheißen hat (1. Kö 11,12.13), Abija (1. Kö 15,4.5), Juda (2. Kö 8,19) und Jerusalem (2. Kö 19,34; 20,6); und um Davids willen wird Gott für den König gebeten (Ps 132,10-18). Wie hier der Psalmbeter, sobezieht sich auch der Herr immer wieder auf seine David gegebene Verheißung (Jes 55,3; Jer 33,14-17). 

Das Neue Testament sieht in David den Propheten (Apg 2,30) und Glaubenshelden (Hebr 11,32), den Mann nach Gottes Herzen und Vorfahren (Apg 13,22.23; Mt 1,1.6) des Davidssohnes (Mt 9,27; 15,22; Röm 1,3), der zugleich Davids Herr ist: Christus (Mt 22,42-45). In diesem kommen die David gegebenen Zusagen zur Erfüllung (Lk 1,32.33).

Deborah (1)

Der Name bezeichnet zwei Frauen im Alten Testament und bedeutet Biene.

Als Rebekka von ihrem Elternhaus in Mesopotamien wegzieht zu ihrem Mann Isaak, wird sie von ihrer Amme Debora begleitet (1. Mo 24,59). Debora stirbt in hohem Alter bei Jakob in Bethel und wird dort unter einer Eiche begraben, die danach Klageeiche hieß (1. Mo 35,8).

Deborah (2)

Der Name bezeichnet zwei Frauen im Alten Testament und bedeutet Biene.
Eine Prophetin und die Frau von Lappidot. In der Zeit, als König Jabin von Hazor Israel unterdrückt, ist sie Richterin. Sie wohnt unter der nach ihr genannten Palme zwischen Bethel und Rama auf dem Gebirge Ephraim. Von ihr erhält ein Mann namens Barak den Auftrag, gegen Jabins Feldherrn Sisera in den Kampf zu ziehen. Sie begleitet ihn auf seinen Wunsch hin und gibt das Zeichen zum Angriff (Ri 4, 1-16). Nach der Schlacht feiert sie mit Barak den Sieg in einem großartigen Triumphlied von bildhafter und lebendiger Ausdruckskraft (Ri 5).

Delila

Eine Frau, die im Tal Sorek wohnt. Der Richter Simson liebt sie, und da die Philister ihm an den Kragen wollen, bestechen sie Delila. Sie soll ihm das Geheimnis seiner ungeheuren Kraft entlocken. Dreimal gibt er ihr den falschen Hinweis, doch dank ihrer weiblichen Waffen gelingt es ihr, den wahren Grund seiner Stärke herauszufinden: Gott hatte ihn schon vor seiner Geburt dazu berufen, die Befreiung Israels von den Philistern zu beginnen, und versprochen bei ihm zu sein, solange sein Haar nicht geschnitten wurde. Delila lässt Simson einschlafen und seine Locken schneiden und liefert ihn so den Philistern aus. Die stechen ihm die Augen aus, legen ihn in Ketten und lassen ihn eine Mühle ziehen. Nach und nach wächst sein Haar wieder – und damit auch seine Kraft. Als er zwischen den Säulen eines Hauses steht, bittet er Gott ein letztes Mal um Kraft. Er stemmt sich gegen die Säulen, bringt das Haus zum Einstürzen und reißt so viele Philister mit in den Tod (Ri 16,4-21).

Der Name Delila könnte übersetzt Herabwallende Locke.

E

Ehud (1)

Ehud
Ein Sohn des Bilhan, der unter den Nachkommen Benjamins und Jediaëls erwähnt wird (1. Chr 7,10; 8,6).

Ehud (2)

Ehud
Der zweite Richter über Israel, aus dem Stamm Benjamin, ein Sohn des Gera. Weil das Volk Israel Gott nicht gehorcht, kann der moabitische König Eglon das Volk Israel 18 Jahre lang unterdrücken. Dann aber erhört Gott das Flehen seines Volkes und befähigt Ehud. Er ist Linkshänder und ersticht Eglon mit einem Dolch im Obergemach seines
Palastes in Jericho. Danach sammelt er Israel und schlägt die Moabiter an den Jordanfurten. Doch nach seinem Tod wendet sich das Volk wieder einmal von Gott ab (Ri 3,12-4,1).

Eli
Neben einem Vorfahren Christi, den Lukas im Stammbaum in Lk 3,23 aufzählt, kennt das Alte Testament noch einen andern Mann mit diesem Namen: den Hohenpriester zu Silo, der zugleich 40 Jahre lang Richter über Israel ist (1. Sam 1,9; 4,18). Er stammt aus dem Geschlecht Itamars, des jüngsten Sohnes Aarons (vgl. 1. Kö 2,27 und 1. Chr 24,3.6), und scheint der erste Hohe Priester aus dieser Linie zu sein. Aber wie Eli zu dem Priesteramt gekommen ist, das er sich sicher nicht angemaßt hat, oder wer sein unmittelbarer Vorgänger war, wissen wir nicht. Er ist auch der erste Richter aus dem Priestergeschlecht.

In hohem Alter kann sich Eli nicht mehr gegen die Eigenmächtigkeiten seiner Söhne durchsetzen (1. Sam 2,12-17.22-25; 3,13), und es erscheint erst ein Mann Gottes, der das Gericht über sein Haus ankündigt (1. Sam 2,27-36). Später lässt Gott dies noch einmal durch den jungen Samuel ankündigen (1. Sam 3,11-14.18). Der 98-jährige, erblindete Mann stürzt rückwärts vom Stuhl und bricht sich das Genick, als er die Unglücksbotschaft von der Niederlage bei Eben-Eser, dem Verlust der Bundeslade und dem Tod seiner Söhne empfängt (1. Sam 4, 1-18). Nach Elis Tod verliert das Amt des Hohen Priesters an Bedeutung, solange die Bundeslade in den Händen der Philister
ist und nachher in Kirjat-Jearim steht; der Prophet und Richter Samuel ist nun auch der religiöse Führer des Volkes. Das Gericht über das Haus Elis vollendet sich, als Salomo Abjatar absetzt und Zadok aus der Linie Eleasars an seine Stelle tritt (1. Kön 2,27.35).

Eli heißt übersetzt hoch und meint vielleicht Gott ist hoch

Elimelech

Ein Mann aus Bethlehem-Efrata im Stamm Juda zur Zeit der Richter. Während einer Hungersnot wandert er mit seiner Frau Noomi und seinen beiden Söhnen Machlon und Kiljon nach Moab. Als er dort stirbt und seine beiden Söhne wenige Jahre später ebenfalls, wandert Noomi zurück nach Bethlehem und wird dabei von ihrer Schwiegertochter Ruth begleitet (Rut 1,1-3). Elimelech bedeutet (Mein) Gott ist König.

Elon

Drei Männer mit diesem Namen kennt das Alte Testament. Elon bedeutet der StarkeEiche.

  1. Ein Hetiter. Er ist der Vater der Basemat, der zweiten Frau Esaus (1. Mo 26,34), die auch Ada genannt wurde (1. Mo 36,2).
  2. Der zweite Sohn des Sebulon (1Mo 46,14). Seine Nachkommen sind die Eloniter (4. Mo 26,26).
  3. Einer der Richter Israels aus dem Stamm Sebulon, der dieses Amt zehn Jahre ausübte (Ri 12,11.12).

G

Gideon

wird von einem Engel Gottes zum Richter und Feldherrn berufen und soll Israel von den Midianitern befreien. Bekannt ist von ihm wahrscheinlich vor allem die Geschichte, in der er Wolle auslegt und damit sichergehen will, dass Gott tatsächlich mit ihm redet. Gideon ist der Sohn des Abiësriters Joasch aus dem Stamm Manasse, der in Ofra wohnt, und man vermutet, dass er wohl so um 1200/1100 v.Chr. gelebt hat. Über ihn wird in Richter 6-8 berichtet. 

Wieder einmal hatten die Israeliten Gott nicht gehorcht und mussten nun als Strafe sieben Jahre lang Überfälle der Midianiter über sich ergehen lassen, die vor allem dann die Felder verwüsteten und Lebensmittel und Vieh raubten, wenn Israel gerade gesät hatte. Aus Furcht richteten sich die Israeliten Schlupfwinkel in den Bergen, Höhlen und Festungen ein und schrien zu Gott. Der schickt ihnen als Antwort einen nicht mit Namen genannten Propheten, ruft sich noch einmal in Erinnerung und ermahnt sie, dass sie seiner Stimme nicht gehorcht hatten. Außerdem erscheint ein Engel des Herrn dem Gideon. Der drischt gerade in der Kelter Weizen, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen, und ist offensichtlich kein Mann, der bisher als Führer aufgetreten ist. Nun gibt ihm der Engel den Auftrag, Israel aus der Gewalt der Midianiter zu befreien. Gideon ist zögerlich, obwohl der Engel ihm Gottes Beistand zusichert, und bittet um ein Zeichen, während er eine Ziege und ungesäuerte Brote herbeiholt. Der Engel verbrennt sie auf einem Felsen und verschwindet dann selbst. An dieser Stelle baut Gideon einen Altar, den er »Der Herr ist Friede« nennt, und bricht noch in der gleichen Nacht auf Befehl des Herrn den Baalsaltar ab und haut das Ascherabild um, das daneben stand. Die Leute der Stadt sind damit gar nicht einverstanden und fordern seinen Tod. Doch sein Vater Joasch zieht die logische Schlussfolgerung: Wenn Baal wirklich ein Gott sei, könne er für sich selber streiten. Und so nennt man Gideon auch Jerubbaal, was übersetzt heißt Baal streite mit ihm. In 2. Samuel 11,21 steht dafür im Urtext Jerubbeschet, Baal ist hier also durch boschät = Schande ersetzt.

Als die Feinde sich in der Ebene Jesreel lagern, lässt Gideon die Posaune blasen und ruft sich Männer aus den Stämmen Manasse, Asser, Sebulon und Naftali zusammen und die Abiesriter. Doch um sicherzugehen, dass Gott tatsächlich ihn als Retter bestimmt hat, bittet er Gott um das bekannte Zeichen: Er legt Wolle aus, die am nächsten Morgen voll Tau sein soll, während der Boden trocken bleibt. Gott gibt ihm dieses Zeichen, und als Gideon auch noch den umgekehrten Beweis seiner Bestimmung fordert, gewährt ihm Gott auch dies, und die Wolle liegt am nächsten Morgen trocken im nassen Gras. Nun endlich bricht Gideon mit seiner riesigen Menge von Männern auf. Doch Gott will nicht, dass Israel hinterher behauptet, es habe sich selbst verteidigt, und schickt die Männer zurück, die zugeben, Angst zu haben, und es bleiben noch 10 000 Männer übrig – für Gott noch immer zu viele. Er befiehlt Gideon, am Fluß zu rasten, und wer dort mit der Hand das Wasser schöpft, anstatt direkt daraus zu trinken, wird ebenfalls nach Hause geschickt. Nun sind es noch 300 Israeliten, die gegen die Midianiter und Amalekiter kämpfen sollen, die wie eine Menge Heuschrecken in der Ebene lagern. Gott gibt ihnen den Sieg, und sie schlagen die Feinde in die Flucht. Weil die Einwohner von Sukkot und Pnuël ihm während der Verfolgung die erbetene Verpflegung verweigern, straft er sie später. Gideon überfällt das Lager der Midianiterkönige Sebach und Zalmunna bei Karkor, zersprengt das Heer und nimmt die Könige gefangen. Als sich herausstellt, dass Sebach und Zalmunna Gideons Brüder am Tabor erschlagen haben, bringt er beide nach dem Gesetz der Blutrache um. 

Nach erfolgreicher Schlacht bitten die Israeliten Gideon, sie nun zu regieren. Aber Gideon lehnt ab, mit dem Hinweis, dass Gott Herrscher sei. Andererseits lässt er von dem eroberten Gold ein Efod, vermutlich ein Götzenbild, anfertigen und in Ofra aufstellen und verleitet Israel damit zum Götzendienst. Nach seinem Tod vergessen die Israeliten Gott wieder für eine Weile ganz; aber die Erinnerung an Gideons Erfolge lebt immerhin fort (Ps 83,10.12; Jes 9,3; 10,26). In Hebräer 11,32 wird er sogar zu den großen Glaubensmännern des Alten Testaments gerechnet. 

Gideon ist eine interessante Gestalt: Immer wieder geht er auf Nummer sicher und fordert Zeichen von Gott, die sein Reden bestätigen sollen und die Gott interessanterweise gewährt, dann aber geht er los, vertraut Gott und kann mit seiner Hilfe große Siege feiern.

Der Name Gideon kommt aus dem Arabischen und bedeutet Mit verletzter Hand oder auch In Stücke brechen.

Goliath

war ein riesiger, schwer bewaffneter Vorkämpfer der Philister, der einen Mann aus dem Heer Israels zum Zweikampf aufforderte. Während sämtliche gut gerüsteten Krieger sich fürchteten, meldete sich David, lehnte jegliche Waffenrüstung ab und besiegte Goliat mit einer Hirtenschleuder (1. Sam 17).

Vermutlich gehörte er zu den Resten der Anakiter, die sich unter anderem nach Gat gerettet hatten (Jos 11,22). 

H

Hiob

ist die Hauptfigur des gleichnamigen alttestamentlichen Buches. Er wird als gottesfürchtiger, rechtschaffener Mann beschrieben, der sich trotz allergrößter Leiden nicht von Gott abwendet.

Einmal wird Hiob auch im Neuen Testament erwähnt, als Beispiel für Geduld, die sich auszahlt (Jak 5,11). Das Buch Hiob ist nach Inhalt und Form ein Meisterwerk hebräischer Dichtung. Einleitung und Vorspann deuten jedoch darauf hin, dass hier ein tatsächliches Ereignis berichtet wird, außerdem erwähnt Hes 14,14.20 Hiob als historische Person.Die erwähnten Landschaftsnamen Uz, Schuach und Bus weisen in das Gebiet Nordwestarabiens. Wann und von wem das Buch Hiob abgefasst wurde, lässt sich nicht feststellen. Die verschiedenen Vermutungen reichen von der Zeit vor Mose bis in die nach dem Exil. Wegen der Verwandtschaft mit der Weisheitsliteratur, der dichterischen Vollendung und der Tiefe des theologischen Problems hat man an die Blütezeit der hebräischen Dichtung unter David und Salomo gedacht.

Als Gott feststellt, dass Hiob der gottesfürchtigste Mann der Erde ist, bezweifelt Satan, dass Hiob Gott auch treu sein würde, wenn ihm aller Besitz genommen würde. So gibt Gott Hiob in die Hände Satans, mit der Auflage, sein Leben nicht anzutasten – und Hiob bewährt sich. Satan lässt ein Unglück nach dem andern über Hiob hereinbrechen: Seine Söhne und Töchter werden getötet und sein Besitz zerstört oder geraubt. Schließlich verliert er sogar seine Gesundheit, doch noch immer vertraut er auf Gott. In dieser schwierigen Zeit bekommt Hiob Besuch von drei Freunden, und ihre Reden nehmen den größten Teil des Buches ein. Nachdem die drei Freunde gesprochen haben, meldet sich noch ein vierter zu Wort. Die Reden der Freunde ringen darum, den Sinn des Leidens zu verstehen. Sie versuchen, das Problem mit ihrem Wissen von Gott zu lösen: Der Herr belohnt den Gerechten und straft den Sünder – also muss Hiobs Unglück eine Strafe für verborgene Schuld sein (Hiob 4,7-9). Diesen Vorwurf erheben sie immer offener (Hiob 11,13-15; 22,4.5), wenn sie auch schließlich vor Hiobs Schlussrede verstummen müssen. Er gibt sich mit ihren einfachen Antworten nicht zufrieden und weiß, dass er rechtschaffen gehandelt hat (Hiob 27,5f; 32,1). Hiob braucht keine frommen Reden, sondern eine echte Antwort, und um die schreit er zu Gott (Hiob 12,2f; 13,23-25). Hiob erkennt wie seine Freunde die Sündhaftigkeit aller Menschen an, doch seine Treue zu Gott lässt er sich nicht absprechen. Er klagt verzweifelt an und gibt seiner Hoffnungslosigkeit Ausdruck, doch immer wendet er sich mit alldem direkt an Gott und klammert sich auch in der tiefsten Ausweglosigkeit des Schmerzes an das Wissen, dass Gott ihn retten wird (Hiob 16,11-19; 31,35; 19,25-27). Seine Ehrlichkeit und Offenheit gegenüber Gott machen Hiob zu einem interessanten Beispiel für einen Mann Gottes, der sein Leiden, seinen Ärger und seine Ängste mit Gott diskutiert. Gott antwortet Hiob direkt. Er beschreibt sich als mächtigen Schöpfer, an den niemand heranreichen kann. Er gibt keine einfachen Antworten auf die Frage nach dem Leiden und seinem Handeln. Im Gegenteil: Er erinnert daran, dass er nicht immer für uns verständlich handelt, dass er unabhängig und allmächtig ist und seine Gedanken niemals ganz erfasst werden können. Aber er ermutigt, sich mit Fragen und Ängsten direkt an ihn zu wenden: Während Gott die Aussagen der Freunde als unrecht verurteilt, belohnt er Hiob für sein Vertrauen. Hiob wird mit Besitz und Nachkommen beschenkt und stirbt schließlich alt und lebenssatt (Hiob 42).

I

Ibzan

Ein Richter von Israel aus Bethlehem in Sebulon, der sieben Jahre lang regierte (Ri 12,8-10). Bemerkenswert ist seine große Kinderzahl von 30 Söhnen und 30 Töchtern. Er wurde in seinem Heimatort begraben.

J

Jeftah / Jephta

Der Sohn von Gilead, dem Vater des Richters Jeftah, und einer Hure. Seine Brüder verstießen ihn, und er floh ins Land Tob, wahrscheinlich nordöstlich der Landschaft Gilead. Dort sammelte er eine Schar Männer um sich und lebte von Raubzügen (Ri 11,1-3). Zu dieser Zeit hatte der Herr die Israeliten wegen ihres Götzendienstes in die Hände der Philister und Ammoniter gegeben (Ri 10,6-8). Die Ammoniter überschritten sogar den Jordan und griffen Juda, Benjamin und Ephraim an (V. 9). Da schrien die Israeliten zum Herrn und bekannten ihre Sünde, und Gott ließ sich erbitten (V. 10-16). Das israelitische Heer hatte sich in Mizpa gesammelt, besaß jedoch keinen Anführer. Darum baten die Ältesten von Gilead Jeftah, die Führung zu übernehmen (Ri 10,17f; 11,4-11). Dieser wies zunächst die Ansprüche der Ammoniter auf das Ostjordanland zurück: Israel hatte diese Gebiete nicht den Ammonitern, sondern dem Amoriter Sihon abgenommen und wohnte nun schon 300 Jahre dort (V. 12-28). Doch der Kampf war unvermeidlich. Jeftah erbat sich vom Herrn durch ein Gelübde den Sieg und schlug die Ammoniter (V. 30-33). Er besiegte auch die Ephraimiter, die dem Stamm Manasse die Ehre des Sieges nicht gönnten und unter Drohungen über den Jordan gekommen waren (Ri 12,1-6). Jeftah richtete Israel sechs Jahre, bis zu seinem Tode (V. 7). 

Eine nicht eindeutig geklärte Frage bildet Jeftahs Gelübde. Er hatte gelobt, dem Herrn als Brandopfer darzubringen, was – das hebräische Wort kann auch wer bedeuten – ihm bei siegreicher Rückkehr aus seinem Haus zuerst entgegenginge (Ri 11,30.31). Dies war dann seine einzige Tochter. Nachdem er ihr zwei Monate Frist gegeben hatte, ihre Jungfrauschaft zu beweinen, tat er ihr, wie er gelobt hatte (V. 39). Das scheint in Verbindung mit Jeftahs Schmerz (V. 35) auf ein wirklich vollzogenes Brandopfer hinzuweisen.
Anderseits lässt das israelitische Gesetz keinen Raum für Menschenopfer; es enthält sogar ausdrückliche Vorschriften über das Auslösen von Menschen, die dem Herrn gelobt wurden (3Mo 27,1-8). Man hat daher gemeint, dass Jeftah, der in 1. Samuel 12,11 und Hebr 11,32 ehrend genannt wird, die buchstäbliche Erfüllung des Gelübdes habe umgehen können. Auch hat man daran gedacht, dass ein eheloses, zurückgezogenes Leben (vgl. Ri 11,39) ebenso völlige Hingabe an den Herrn bedeutet haben könnte wie ein Brandopfer. Doch ist diese Möglichkeit der Auslegung eher unwahrscheinlich.

Der Name Jeftah heißt übersetzt Er (Gott) möge lösen, befreien, öffnen.

Joab

bedeutet Jahwe ist Vater.

  1. Ein Sohn Serajas und ein Enkel des Kenas, der Stammvater des Tals der Zimmerleute (1. Chr 4,13.14).
  2. Einer der drei Söhne von Davids Halbschwester Zeruja. Seine Brüder sind Abischai und Asaël (2. Sam 2,18; 1. Chr 2,16). Der Name seines Vaters, der in Bethlehem begraben war (2Sam 2,32), ist unbekannt. Alle drei Brüder waren Gefährten Davids, wahrscheinlich schon in der Zeit seiner Flucht vor Saul, wenn hier auch nur Abischai ausdrücklich genannt wird (1. Sam 26,6).
    Joab begleitet seinen Onkel und König das ganze Leben hindurch. Aber in seiner Treue als Heerführer fehlt ihm dasinnere Verständnis für den Weg, den David als der Gesalbte des Herrn in der Verantwortung vor Gott geht. Joab handelt nach Nützlichkeit und eigenem Vorteil. In seiner Frömmigkeit ist er ganz Soldat; im Bewusstsein, für das Volk Gottes zu kämpfen, vertraut er auf die eigene Kraft und überlässt Gott den Ausgang (2. Sam 10,12). Nur vor der Volkszählung hat er David in richtiger Erkenntnis gewarnt, jedoch vergeblich (2. Sam 24,3; 1. Chr 21,3.6). Den Tod seines Bruders Asaël im Gefecht bei Gibeon (2. Sam 2,12-23) rächt Joab an Abner, der zu David übergehen will, und beseitigt damit zugleich einen möglichen Rivalen (2Sam 3,22-39). Das ist – da es während der Verhandlung geschieht – offener Mord. Doch David fühlt sich zu schwach, Joab nach seiner Königspflicht zu richten. Bei der Eroberung Jerusalems zeichnet Joab sich aus und wird Feldhauptmann des Heeres, d.h. des Volksaufgebots (2. Sam 8,16; 1. Chr 11,6). Gemeinsam mit Abischai kämpft er siegreich gegen Aramäer und Ammoniter (2. Sam 10,7-14; 1. Chr 19,8-15) und gegen die Edomiter (2. Sam 8,13.14; 1. Kö 11,15.16; 1. Chr 18,12.13; Ps 60,2). Joab befehligt das Belagerungsheer vor Rabba und erobert die Wasserstadt, während er die endgültige Eroberung David überlässt (2. Sam 12,26-29). Bei dieser Gelegenheit zeigt sich der Mörder Abners als bereitwilliger Helfer seines Königs beim Mord an Uria (2. Sam 11,14-25). Als das Gericht über Davids Sünde sich auszuwirken beginnt, hat Joab wieder einmal in verhängnisvoller Weise seine Hand im Spiel. Er führt den verbannten Absalom zurück (2. Sam 14), nimmt jedoch am Aufstand des Königssohnes nicht teil, den dieser später anzettelt. In der Entscheidungsschlacht tötet er Absalom, obwohl David ausdrücklich befohlen hat, sein Leben zu verschonen. Mit der brutalen Drohung eines neuen Abfalls reißt er den König aus seiner Trauer (2. Sam 18,1-19,9). David antwortet mit der Ernennung Amasas zum Feldhauptmann an Joabs Stelle (V. 14). Doch der Aufstand Schebas gibt Joab gleich darauf Gelegenheit, nach Amasas Ermordung seine alte Stellung zurückzugewinnen (2. Sam 20,7-22). David unternimmt nichts; doch Adonija, der sich gegen die vom König beabsichtigte Thronfolge Salomos auflehnt, findet jetzt Joabs Unterstützung (1. Kö 1,5.7). Bei Salomos Salbung löst sich die Verschwörung auf, und Joab geht noch einmal straflos aus. In seinem letzten Willen aber erteilt David Salomo den Auftrag, das Gericht für die Morde an Abner und Amasa, zu dem er selbst nicht die Kraft gefunden hatte, an Joab zu vollziehen (1. Kö 2,5.6). Mit Adonija fällt auch Joab; Benaja stößt ihn auf Salomos Befehl am Altar nieder (V. 28-34; vgl. 2. Mo 21,14) und wird sein Nachfolger (1. Kö 2,35).
  3. Ein Israelit, dessen Nachkommen aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten (Esra 2,6; 8,9; Neh 7,11).
Jonathan

Jonathan
Der Name war offensichtlich sehr beliebt zur Zeit des Alten Testaments. Er bedeutet »Jahwe hat gegeben«.

  1. Ein Mann, der unter den Nachkommen Judas erwähnt wird. Er war ein Sohn Jadas (1. Chr 2,32.33).
  2. Ein Sohn beziehungsweise Enkel oder Nachkomme Gerschoms, des Sohnes Moses (Ri 18,30). Jonatan und seine Söhne waren Priester in Dan, dem früheren Lajisch. Dort hatten die Daniten das Götzenbild aufgestellt, das sie dem Ephraimiten Micha fortgenommen hatten (V. 29.31). Zweifellos ist Jonatan derselbe Levit, der junge Mann aus Bethlehem in Juda, der Michas Priester gewesen und dann mit den Daniten weggezogen war (Ri 17,7-23; 18,3-6.13-27).
  3. Der älteste Sohn Sauls und seiner Frau Ahinoam (1. Sam 14,49.50). Obwohl er der rechtmäßige Erbe seines Vaters war, entwickelte sich zwischen ihm und David eine tiefe Freundschaft, wohl die bekannteste und meistzitierte Freundschaft in der Bibel. Je mehr Saul – von Gott verlassen und ein Opfer zunehmender Ängste und Leidenschaften – Hass gegen David entwickelte, der sein Nachfolger werden sollte, desto mehr wurde Jonatan, der zu dem Bruderpakt stand, den er mit David geschlossen hatte, zu Widerstand und Betrug gegenüber seinem Vater gezwungen. Auf die Dauer konnte aber auch Jonatans Vermittlung nicht mehr helfen, und er gab David den Rat zu fliehen (1. Sam 20). In der Wüste Sif trafen sich beide noch einmal. Dabei sprach Jonatan seine Gewissheit aus, dass David König über Israel werden würde, und stärkte damit Davids Vertrauen auf Gott (1Sam 23,16-18). Die Trennungsszene zwischen den beiden Freunden ist bewegend.
    Jonatan begann den Kampf gegen die Philister in Gibea (1. Sam 13,3). Seine Tapferkeit und sein Mut als Krieger, an die Davids Klagelied erinnert (2. Sam 1,22), zeigen sich deutlich bei seinem Angriff auf eine Garnison der Philister bei Michmas und Geba. In der Schlacht gegen die Philister auf dem Gebirge Gilboa fiel Jonatan mit seinen Brüdern, während sich Saul in sein eigenes Schwert stürzte (1. Sam 31,2; 1. Chr 10,2). Die Einwohner von Jabesch in Gilead holten ihre Leichname, die die Philister an die Mauer von Bet-Schean gehängt hatten, und begruben sie unter dem Tamariskenbaum bei Jabesch (1. Sam 31,10-13). David widmete Saul und Jonatan eine Totenklage (2. Sam 1,17-27) und nahm später Jonatans Sohn Mefi-Boschet, der an beiden Füßen gelähmt war, zu sich an den Hof (2. Sam 4,4; 9).
  4. Davids Onkel (1. Chr 27,32). Falls man das hebräische Wort dod auch mit »Neffe« oder generell »Verwandter«übersetzen kann, könnte er auch der Sohn von Davids Bruder Schamma sein, der einen Riesen erschlug, der sechs Finger und sechs Zehen hatte (2. Sam 21,21; 1. Chr 20,6.7).
  5. Ein Sohn des Priesters Abjatar. Er erhielt mit Zadoks Sohn Ahimaaz während Absaloms Aufstand die Verbindung zwischen Huschai in Jerusalem und dem geflohenen König David aufrecht (2. Sam 15,36; 17,15-22). Später brachte er Adonija die Nachricht, dass Salomo zum König gesalbt sei (1. Kön 1,41-49).
  6. Einer von Davids kriegerischen Helden. Er war ein Sohn Schages, des Harariters (2. Sam 23,32; 1. Chr 11,34).
  7. Ein Vermögensverwalter unter David und der Sohn von Usija (1. Chr 27,25).
  8. Ein Levit zur Zeit von König Joschafat von Juda (2. Chr 17,8).
  9. Ein Schreiber, in dessen Haus der Prophet Jeremia gefangen gehalten wurde, als ihm vorgeworfen wurde, dass er zu den Chaldäern überlaufen wolle (Jer 37,15.20; 38,26).
  10. Ein Sohn Kareachs und ein Bruder Johanans. Er war einer der Juden, die zu Gedalja nach Mizpa kamen, nachdem Jerusalem von den Babyloniern erobert worden war (Jer 40,8).
  11. Die Obersten der Priestergeschlechter Malluch und Schemaja zur Zeit des Hohen Priesters Jojakim (Neh 12,14.18).
  12. Der Vater des Leviten Secharja zur Zeit Nehemias (Neh 12,35).
  13. Der Vater eines Mannes namens Ebed, der mit Esra aus der Gefangenschaft in Babylon zurückkehrte (Esra 8,6).
  14. Ein Sohn Asaëls. Er widersetzte sich, als Esra die Mischehen auflösen wollte, die etliche Israeliten in der Gefangenschaft mit ausländischen Frauen geschlossen hatten (Esra 10,15).
Josua

Josua
Ursprünglich hieß der Sohn von Nun aus dem Stamm Ephraim Hoschea, was »Heil« oder »Rettung« bedeutet, ein häufig auftauchender Name im Stamm Ephraim (1. Chr 27,20; 2Kön 17,1; Hos 1,1). Mose fügte den Namen Gottes hinzu
und nannte ihn Jehoschua, also »Jahwe ist Heil«, was im Deutschen normalerweise mit Josua wiedergegeben wird (4. Mo 13,8.16).

Als das Volk aus Ägypten loszieht, ist Josua noch ein junger Mann (2. Mo 33,11), aber Mose bestimmt ihn dennoch zu seinem persönlichen Assistenten und überträgt ihm die Befehlsgewalt über eine Abteilung der noch nicht organisiertenStämme, die die plündernden Amalekiter abwehren sollen. Josua schlägt sie, während Mose auf dem Hügel mit dem Stab Gottes in der Hand und gestützt von Aaron und Hur um den Sieg betet (2. Mo 17,8-16). In 2Mo 24,13 darf er, der von Jugend auf Moses Diener gewesen ist (4. Mo 11,28), mit ihm auf den Berg steigen und ist auch in 2. Mo 32,17 wieder bei ihm, als Mose nach 40 Tagen und Nächten herabkommt. Vermutlich hatte er in einiger Entfernung auf Mose gewartet. Als Mose später zum Lager geht, nachdem der Herr in der Stiftshütte mit ihm geredet hatte, bleibt Josua in der Stiftshütte zurück (2. Mo 33,11). In den folgenden Jahren kommt zweifellos etwas von Moses Geduld und Sanftmut zu Josuas Tapferkeit hinzu, doch in 4. Mose 11,28 bittet er Mose im Übereifer, den Ältesten Eldad und Medad das Weissagen im Lager zu verbieten, als sie in Verzückung geraten, und Mose sagt ihm klipp und klar, dass er wünschte, Gottes Geist würde über alle Israeliten kommen, sodass sie prophezeien könnten. Josua gehört auch zu den Kundschaftern, die nach Kanaan gesandt werden (4. Mo 13,8). Als die meisten von ihnen bei der Rückkehr die Eroberung des Landes als unmöglich darstellen, empfehlen Kaleb (V. 30) und nach dem Verlauf einer Nacht auch Josua die Invasion und werden von dem Volk, dem sie Mut machen wollen, beinahe gesteinigt (4. Mo 14,1.6-10). Darum will der Herr von den Israeliten, die zur Zeit dieser Auflehnung gegen Gott über 20 Jahre alt waren, nur Kaleb und Josua in das verheißene Land bringen (V. 30). Bei der zweiten Volkszählung im Ostjordanland sind dann auch außer Mose von den beim ersten Mal Gezählten nur noch Kaleb und Josua am Leben (4. Mo 26,65). Jetzt bezeichnet der Herr Josua als den Nachfolger von Mose, der ihn unter Handauflegung dazu einsetzt (4. Mo 27,16-23; vgl. 5. Mo 3,28; 31,7.8.23).

Bereits in 4. Mose 34,17 hatte der Herr Josua mit dem Hohen Priester Eleasar an die Spitze der Männer gestellt, die, je einer aus jedem Stamm, die Verteilung des Landes überwachen sollten. Nach Moses Tod leisten die Israeliten Josua als seinem Nachfolger Gehorsam (5. Mo 34,9).

Das Buch Josua, das nach ihm benannt ist, berichtet über seine Taten als Führer Israels. Nach Moses Tod erhält Josua vom Herrn den Befehl, sich zum Jordanübergang bereit zu machen, und trifft seine Anordnungen dafür (Jos 1,1-2,1). Der Flussübergang wird durch ein Wunder ermöglicht: In dem Augenblick, in dem die Priester, die die Bundeslade tragen, am Ufer in den Fluss treten, bleibt das Wasser flussaufwärts stehen (Jos 3). Auf Geheiß des Herrn lässt Josua aus dem Jordan zum Andenken an dieses Wunder zwölf Steine mitnehmen, die er später in Gilgal als Zeichen aufrichtet. Zwölf andere Steine werden im Flussbett an der Stelle aufgerichtet, an der die Füße der Priester mit der Bundeslade während des Überganges gestanden hatten (Jos 4).

Bei der Eroberung Kanaans erweist sich Josua als fähiger Feldherr, der Gott vertraut und auf seine Befehle hört. Bekanntestes Beispiel dafür ist wahrscheinlich die Eroberung Jerichos. Gott gibt Josua den Auftrag, alle Kriegsmänner sechs Tage hintereinander um die Stadt herumgehen zu lassen. Für die Einwohner Jerichos wird dies ein merkwürdiges Schauspiel gewesen sein: Schweigend ziehen da kampffähige Männer rings um die Stadt, gefolgt von sieben Priestern, die ihre Posaunen blasen und vor der Bundeslade hergehen, gefolgt vom übrigen Volk. Am siebten Tag gibt Josua den Befehl, ein Kriegsgeschrei zu erheben, das gewaltige Folgen hat. Die Stadtmauer bricht ein, das Volk hat freien Zugang und verbrennt die gesamte Stadt, begleitet von einem Fluch, den Josua über denjenigen ausspricht, der die Stadt jemals wieder aufbauen werde (Jos 5,13-6,27; Hebr 11,30). Aber in Josuas Laufbahn fehlen auch Rückschläge nicht. Weil ein Israelit namens Achan sich an dem gebannten Gut vergreift, erleidet Israel gegen die wenigen Männer von Ai eine blutige Niederlage. Erst nachdem der Herr den Schuldigen durch das Los bezeichnet und dieser gesteinigt ist, kann Ai erobert werden (Jos 7; 8). Als ihn daraufhin fremde Männer aufsuchen und behaupten, von weit her zu kommen, unterlässt es Josua, den Herrn zu befragen, und schließt mit ihnen auf eigene Verantwortung einen Vertrag. Erst später stellt er fest, dass er hereingelegt worden war und die Männer Gibeoniter waren, die ganz in der Nähe wohnen (Jos 9). Dennoch steht Gott in besonderer Weise zu Israel. Er lässt einen großen Teil von Israels Feinden durch große Hagelkörner umkommen und erfüllt sogar Josuas Bitte, dass Sonne und Mond stehen bleiben sollen: »Und es war kein Tag diesem gleich, weder vorher noch danach, dass der Herr so auf die Stimme eines Menschen hörte; denn der Herr stritt für Israel« (Jos 10,14). So fällt der Südteil Kanaans in die Hände der Israeliten. Der Nordteil wird durch den siegreichen Kampf am Wasser von Merom und die Einnahme von Jazor erobert (Jos 11). Das heißt jedoch nicht, dass Israel nun Herr des gesamten Landes war; umfangreiche Gebiete blieben noch in der Hand der Kanaaniter. Daher ergibt das Los bei der Verteilung Kanaans, die Josua daraufhin durchführt, für viele Gegenden nur eine Zuweisung im Voraus (Jos 13,1-7). Auch hierbei zeigt sich Josua als ein Mann, der das volle Vertrauen des Volkes besitzt und allgemeines Ansehen genießt. Nach Abschluss der Landverteilung sprechen die Israeliten ihm die Stadt zum Erbteil zu, um die er gebeten hatte, Timnat-Serach auf dem Gebirge Ephraim (Jos 19,49f). 

Am Ende seines Lebens versammelt Josua die Stämme Israels in Sichem. Er erinnert sie in seiner Rede an alle Wohltaten des Herrn und ruft sie auf, Gott aufrichtig und treu zu dienen, während er selbst bekennt: »Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen« (Jos 24,15). Er schließt an diesem Tag mit dem Volk einen Bund und legt ihnen Gesetze und Satzungen vor. All das schreibt er ins Gesetzbuch Gottes und richtet zum Zeugnis einen großen Stein unter der Eiche beim Heiligtum des Herrn auf. Mit 110 Jahren stirbt Josua und wird in Timnat-Serach begraben (Jos 24).

K

Kiljon

war der jüngere Sohn von Elimelech und Noomi. Er, sein Bruder und sein Vater starben früh und ließen ihre Frauen als Witwen zurück. Seine Frau hieß Orpa und war diejenige der beiden Schwiegertöchter von Noomi, die nicht mit ihr zurück nach Bethlehem ging (Rt 1,2.5).

M

Machlon

war der älteste Sohn von Elimelech und Noomi, die wegen einer Hungersnot von Bethlehem in das Land der Moabiter gezogen waren. Sein Vater starb früh; einige Jahre später starben auch Machlon und sein Bruder Kiljon und ließen ihre Frauen als Witwen zurück. Noomi ging zurück nach Bethlehem, wohin ihre Schwiegertochter Ruth, die Witwe Machlons, sie begleitete (Rut 1,2; 4,10).

Der Name Machlon könnte mit der Bedeutung Schwachheit zusammenhängen.

Manoach

war ein Mann aus dem Stamm Dan und der Vater des Richters Simson.

Richter 13 berichtet davon, dass ein Engel seiner Frau erschien und ihr mitteilte, dass sie einen Sohn bekommen würde, der beginnen sollte, Israel von den Philistern zu befreien. Seine Frau erzählt ihm davon, und Manoach bittet Gott, den Mann noch einmal zu schicken und ihnen genauer zu sagen, was sie beachten sollen. Tatsächlich erscheint der Engel noch einmal, ohne dass Manoach ahnt, dass es sich um einen Engel handelt. Er hält ihn einfach für einen Mann Gottes. Dankbar dafür, dass der Mann ihm einige Ernährungstipps gibt, die seine Frau während der Schwangerschaft beachten soll, will er ihm eine Ziege zubereiten. Der Engel lehnt ab, rät ihm aber, die Ziege zu opfern, wozu sich Manoach und seine Frau auch entschließen. Erst als der Engel »in der Flamme des Altars« wieder zum Himmel fährt, merken sie, dass sie mit einem Engel geredet haben. Kein Wunder, dass nach diesem ungewöhnlichen Vorspann ein besonderes Kind geboren wird: 

Simson richtet 20 Jahre lang über Israel und ist ungeheuer stark, solange seine Haare nicht geschnitten werden. Von Manoach werden uns nach Simsons Geburt noch zwei Dinge berichtet: Er versucht, seinen Sohn davon zu überzeugen, sich nicht außerhalb des Bundes zu verheiraten (Ri 14,3), und wird schließlich zwischen Zora und Eschtaol begraben (Ri 16,31).

Sein Name ist von der Form her identisch mit einem Wort, das Ruheplatz bedeutet.

Mephiboseth

ist der Name zweier Männer im zweiten Buch Samuel und bedeutet Verbreiter der Schande.

  1. Ein Sohn von Saul und Rizpa. David lieferte ihn und seinen Bruder Armoni den Gibeonitern aus. Gott hatte David beauftragt, die Schuld wiedergutzumachen, die Saul begangen hatte, als er die Gibeoniter hatte ausrotten wollen. Statt Wertsachen forderten die Gibeoniter sieben Nachkommen Sauls, die sie auf einem Berg hinrichten (2. Sam 21,8).
  2. Ein Sohn von Jonatan und somit Sauls Enkel. In 1. Chr 8,34; 9,40 heißt er Merib-Baal = Streiter gegen Baal. Dieser Name ist anscheinend später zu Mephiboseth entstellt worden: Er wurde durch einen Unglücksfall im Alter von 5 Jahren zum Krüppel (2. Sam 4,4). David ließ ihn aus Lo-Dabar im Ostjordanland in seinen Palast holen und gab ihm Ziba zum Diener. Mephiboseth aß an der Tafel des Königs und erhielt Sauls Landbesitz zurück (Kap. 9). Beim Aufstand Absaloms beschuldigte Ziba Mephiboseth, von David abgefallen zu sein, worauf David ihm alle Besitzungen Mephiboseth übertrug (2. Sam 16,1-4). Bei der Rückkehr des Königs rechtfertigte sich Mephiboseth, und David ließ ihn und Ziba den Landbesitz teilen (2. Sam 19,25ff). Mephiboseth hatte einen Sohn namens Micha (2. Sam 9,12).
Micha

Neben dem Propheten, von dessen Weissagungen das gleichnamige alttestamentliche Buch berichtet, erfahren wir noch von zwei weiteren Männern mit diesem Namen etwas ausführlicher, andere werden kurz erwähnt. Micha ist wohl
eine Kurzform von Michael, Wer ist wie Gott?.

  1. Ein Mann vom Gebirge Ephraim, über den in Ri 17-18 berichtet wird. Er entwendet seiner Mutter 1100 Silberstücke, gibt sie ihr aber aus Furcht vor ihrem Fluch wieder zurück. Die Mutter lässt daraufhin für 200 Silberstücke ein geschnitztes und gegossenes Bild anfertigen, das in Michas Haus aufgestellt wird. Micha lässt dazu einen Priesterschurz und Hausgötzen machen und weiht einen seiner Söhne zum Priester. Später kommt der Levit Jonatan aus Bethlehem in Juda zu ihm, den er als Priester bei sich behält. Als die Daniten auf dem Weg zur Eroberung vonLajisch bei Micha vorbeikommen, führen sie den Priester mit den Götzenbildern fort. All das zeigt den geistlichen und sittlichen Verfall zur Richterzeit, als es keinen König in Israel gab und jeder tat, was ihm gefiel (Ri 17,6). Nach spätjüdischer Tradition wohnte Micha in Gerab, dem heutigen Chirbet Dscherabe, ca. 2 km westlich von Silo. 
  2. Ein Sohn von Mefi-Boschet, dem gelähmten Sohn von Jonatan (2. Sam 9,12; 1. Chr 8,34.5; 9,40.41).
  3. Ein Levit aus dem Geschlecht Kehats zur Zeit Davids (1. Chr 23,20; 24,24.25).
  4. Ein Prophet, von dem in 1. Könige 22 und 2. Chronik 18 berichtet wird. Ahab, der König von Israel, will sich mit Joschafat, dem König von Juda verbünden, um gegen den König von Aram in den Kampf zu ziehen. Joschafat stimmt dem grundsätzlich zu, will aber vorher Ahabs Propheten nach Gottes Willen befragen lassen. Auch als sich schon alle Propheten zustimmend geäußert haben, bleibt er misstrauisch und hakt hartnäckig nach, ob nicht noch irgendwo ein weiterer Prophet sei. Ein Bote holt Micha herbei, der bei Ahab schon dafür bekannt ist, dass er sich negativ äußert. Der Bote bittet ihn eindringlich, den König zu bestätigen, aber Micha lässt sich nicht beirren: »Was mein Gott sagen wird, das will ich reden«. Als der König ihn befragt, rät Micha ihm dennoch zum Kampf, erst auf Nachfrage hin erzählt er von seiner Vision, in der er das Volk zerstreut und ohne König gesehen hatte. Und er gibt auch die Erklärung dafür, dass die anderen Propheten das Gegenteil behauptet haben: Gott hatte sie von einem Lügengeist verführen lassen, damit Ahab in den Kampf zöge und dort umkäme. Ahab indes lässt sich von alldem nicht beeindrucken, sondern zieht mit Joschafat in die Schlacht. Allerdings verkleidet er sich, damit ihn die Gegner nicht als König erkennen können – vergeblich: Er wird »von ungefähr« mit Pfeil und Bogen getötet, und die Weissagung des Propheten Micha erfüllt sich. 
  5. Ein Mann aus dem Stamm Ruben. Er war ein Sohn Schimis und der Vater Reajas (1. Chr 5,5).
  6. Ein Levit, der die Verpflichtung des Volkes auf das Gesetz zur Zeit Nehemias unterschrieb (Neh 10,12).
  7. Ein Levit aus dem Geschlecht Asafs zur Zeit Nehemias. Er war der Vater des Mattanja (Neh 11,17; 1. Chr 9,15).
  8. Ein anderer Levit aus dem Geschlecht Asafs und ebenfalls der Vater eines Mattanja, dessen Urenkel Usi zur Zeit Nehemias lebte (Neh 11,22). Vielleicht ist er derselbe wie der Michaja, der in Neh 12,35 erwähnt wird.
  9. Ein Prophet zur Zeit Jesajas, dessen Weissagungen im gleichnamigen Buch des Alten Testaments zu finden sind (Mi 1,1). Aus Jeremia 26,18 und besonders aus Micha 1-3 können wir einige wenige Einzelheiten über die Person Michas entnehmen. Der Überschrift in Micha 1,1 zufolge stammt er aus Moreschet, einer Tochtersiedlung von Gad, 35 km südwestlich von Jerusalem. Er lebte zur Zeit der Könige Jotam, Ahas und Hiskia, also innerhalb des Zeitraumes von 756-697 v.Chr. Wie sein Zeitgenosse Jesaja trat er im Südreich auf, vor allem in seiner Heimat, aber auch in Jerusalem. Die Umstände von Michas Berufung zum Propheten teilt das Buch dann aber ebenso wenig mit wie andere biografische Einzelheiten.
    Micha richtet seinen Vorwurf der Korruption und der Zerstörung der brüderlichen Jahwe-Gemeinschaft vor allem an die führenden Stände: Er wendet sich an Richter, Propheten und Priester, die beauftragt waren, Recht, Gerechtigkeit und Gesetz zu vermitteln (Mi 3, 9-11), aber auch an habgierige Großgrundbesitzer und andere. Micha sieht wegen der angehäuften Schuld unabwendbares Unheil in Gestalt eines brutalen Eroberers kommen, der einen Vernichtungskrieg bis hin zur Zerstörung Jerusalems und des Tempels führen wird (Mi 3,12; Mi 1,16; 2,3f). Michas Gegner pochen auf heilige Traditionen Israels: auf die Sicherheitsgarantie Zion, die feste Burg, auf den Jakobssegen und auf die Rettermentalität Jahwes. Alle diese Traditionen erklärt Micha als nur für die »Frommen« zutreffend (Mi 2,7). An einer Stelle drückt er deutlich aus, wie deren Leben auszusehen hat, und erinnert damit an Jesu Doppelgebot der Liebe: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Michas Verkündigung zeigt viele Berührungspunkte mit dem Jesajabuch. Wie Jesaja erhofft Micha den künftigen Frieden nicht mehr von den in Jerusalem regierenden Nachkommen Davids, sondern aus Bethlehem. Michas Prophetie hat einen farbenkräftigen Stil: Er benutzt Alliteration, Wortspiele und derb-drastische Metaphern und zitiert öfter seine Gegner, um ihnen dann aggressiv zu widersprechen. Wenn er mal mit grausigen Bildern schockiert und mal zartes Mitgefühl für seine leidenden Mitmenschen zeigt, drückt das nur die beiden Seiten seiner erregten Leidenschaft aus, mit der er seinen Prophetendienst ausübt.
Mirjam

ist sowohl ein Männer- als auch ein Frauenname und bezeichnet einen Mann aus dem Stamm Juda (1. Chr 4,17). Bekannter unter diesem Namen ist aber wohl die ältere Schwester von Aaron und Mose (1. Chr 5,29). Sie wird es gewesen sein, die in der Nähe blieb, als Mose im Rohrkästchen im Nil ausgesetzt wurde. Sie vermittelte ihre eigene Mutter Jochebed an die Tochter des Pharao als Amme für das Kind (2Mo 2,3-10). Am Ufer des Schilfmeers leitete sie als Prophetin mit der Handpauke den Gesang der Frauen (2. Mo 15,20.21). Auf der Wüstenwanderung wurde sie mit Aussatz geschlagen, weil sie Moses einzigartige Stellung anzuzweifeln wagte. Aber auf seine Fürbitte wurde sie nach sieben Tagen wieder geheilt (4. Mo 12; 5. Mo 24,9). Sie starb in Kadesch und wurde dort begraben (4. Mo 20,1). Nach Micha 6,4 hatte der Herr auch ihr Anteil an der Führung des israelitischen Volkes aus Ägypten gegeben. Mirjam könnte beleibt bedeuten.

Mose

war der große Führer und Gesetzgeber, den Gott gebrauchte, um die Hebräer aus Ägypten herauszuführen. Durch ihn wurde das Volk Israel zu einer Nation. Er führte es bis an die Grenze des Landes, das Gott den Vorvätern zugesichert hatte.

Wortbedeutung

Im Ägyptischen bedeutet der Name wohl Kind, Sohn, und es könnte gemeint sein: Sohn eines unbekannten Vaters. Andere vermuten in Mose eine Abkürzung von Ramses = Sohn des (Gottes) Re. Es ist auch möglich, dass der Name hebräischen Ursprungs ist und die Bedeutung hat: »der, der herauszieht«. Über diese Frage wurde viel diskutiert; einigen konnte man sich bisher nicht.

Herkunft

Mose ist der Sohn von Amram und Jochebed. Er stammt von Kehat, dem Sohn Levis, ab. Seine ältere Schwester ist Mirjam, sein älterer Bruder Aaron (2. Mo 6,16.18.20). Er wurde in der Zeit geboren, als der Pharao befohlen hatte, alle hebräischen Jungen in den Nil zu werfen (2. Mo 1,22). Nachdem ihn seine Mutter drei Monate versteckt gehalten hatte, setzte sie ihn schließlich in einem Rohrkästchen in das Schilf am Ufer des Nils. Dort fand ihn die Tochter des Pharao und übergab ihn einer hebräischen Amme, ohne zu ahnen, dass diese Frau seine Mutter war. Als Jochebed ihn nach 1-3 Jahren der Tochter des Pharao zurückbrachte, nannte eine der beiden Frauen ihn Mose (1. Mo 2,1-10).

Historizität des Mose

Mose steht am Beginn der Volksgeschichte Israels. Die Berichte über sein Leben finden wir vor allem im 2. bis 5. Buch Mose. Daran, dass Mose wirklich gelebt hat, zweifelt man heute kaum mehr. Sein ägyptischer Name und die Sklaverei des Volkes am Beginn seiner nationalen Geschichte sind Dinge, die sich nur als historische Tatsachen erklären lassen. Es gibt keinen Grund, Mose als mythische Figur anzusehen; ohne ihn ist der Beginn der israelitischen Geschichte nicht zu begreifen. Seine Persönlichkeit, seine Charakterstärke und seine Rolle als Mittler göttlichen Willens haben Israel und seinen Glauben unverwechselbar geprägt. Wenn man dennoch vielfach kein zusammenhängendes Bild von seinem Leben und Wesen zu zeichnen wagt, so liegt das daran, dass man den Wert der Mosebücher als Geschichtsquelle weithin zu niedrig veranschlagt. Man rechnet mit einer Zusammenstellung der Texte viele Jahrhunderte nach Moses Tod, wobei die geschichtlichen Tatsachen durch die mündliche Überlieferung weitgehend entstellt worden seien. Nach dem, was wir heute vom Schriftwesen der Zeit schon lange vor Mose wissen, lassen sich gegen solche Theorien jedoch gewichtige Gegengründe anführen.

Kindheit, Jugend und Ehe

Als Sohn der Tochter des Pharao (Hebr 11,24) wird Mose in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet (Apg 7,22); er lernt die religiöse und juristische Überlieferung des alten Orients kennen. Vielleicht hat er sich auch im diplomatischen Dienst Ägyptens ausgezeichnet. Trotz dieser Ausbildung scheitert er zunächst, als er sich mit 40 Jahren auf die Seite seines Volkes stellt und dabei einen Ägypter erschlägt. Er muss fliehen und findet Zuflucht in Midian, wo er Zippora, die Tochter des Priesters Reguël oder Jitro, heiratet (2. Mo 2,11-22). Hier lebt er 40 Jahre unter einem Volk, das ebenfalls von Abraham abstammte (1. Mo 25,2) und vielleicht auch den Gott Abrahams verehrte (vgl. 2. Mo 18,10-12). In dem Namen seines ersten Sohnes Gerschom drückt Mose noch das Gefühl aus, »Fremdling« zu sein; als ihm der zweite Sohn Eliëser geschenkt wird, weiß er, dass sein »Gott Hilfe« ist (2. Mo 18,3.4). In Midian verbringt Mose in der Gemeinschaft mit Jitro Jahre inneren Reifens. Danach beruft ihn Gott zur Befreiung seines Volkes (2. Mo 2,23-4,17). Der Herr offenbart sich ihm aus dem brennenden Dornbusch mit seinem Namen Jahwe = »Ich bin da« oder »Ich bin, der ich bin«. Noch muss Gott viele Widerstände bei Mose überwinden und ihm schließlich seinen Bruder Aaron als Sprecher zuordnen, ehe er bereit ist, den Auftrag des Herrn auszuführen.

Auszug aus Ägypten

Gemeinsam treten Mose und Aaron vor die Ältesten der Israeliten (2. Mo 4,28-31) und dann vor den Pharao, um dieRückkehr ins verheißene Land zu erwirken (2. Mo 5ff). Durch die 10 Plagen überwindet Gott den Widerstand des Pharao, der immer wieder von seinem Entschluss abrückt und die gegebene Erlaubnis zum Auszug der Israeliten zurücknimmt. Im Durchzug durch das Schilfmeer und in der Vernichtung des ägyptischen Heeres vollendet sich der Sieg Gottes, den die Einsetzung des Passafestes zusichert und das Lied des Mose und der Mirjam feiert (2. Mo 15,1-21).Der Weg Israels führt in die Wüste hinein. Jetzt zeigt sich die Geduld Moses, seine Treue und sein Glaube, seine Liebe zu seinem Volk. Immer wieder begehrt das Volk auf, murrt und empört sich; schon bei Mara (2. Mo 15,23.24), dann in der Wüste Sin und wieder bei Massa und Meriba (2. Mo 16; 17,1-7). Doch Wunder folgt auf Wunder: Gott versorgt das Volk mit Wachteln, Manna und Wasser aus dem Felsen. Nach dem Sieg über Amalek (V. 8ff) trifft Jitro mit Moses Familie, die dieser inzwischen zurückgeschickt hatte, im Lager ein und berät Mose, wie er die Rechtsprechung in
Zukunft am besten handhabt (2. Mo 18).

Gesetzempfang

Der Herr erscheint auf dem Sinai, und Mose empfängt als Mittler die 10 Gebote, übergibt das Bundesbuch und schließt gemeinsam mit den Ältesten Israels den feierlichen Bund zwischen Gott und seinem Volk (2. Mo 19; 20; 24). Danach steigt er wieder auf den Berg und bleibt dort 40 Tage und Nächte. In dieser Zeit erhält er die Vorschriften über das heilige Zelt, die sogenannte Stiftshütte, und den Gottesdienst (2. Mo 25-31). Die beiden Steintafeln mit den 10 Geboten bringt er mit vom Berg herab. Inzwischen aber haben die Israeliten Aaron gedrängt, ein goldenes Stierbild anzufertigen, vor dem sie opfern. Mose zerbricht im Zorn die Gesetzestafeln, wie das Volk den Bund gebrochen hat, und hält hartes Gericht. Aber dann tritt er vor Gott für das Volk ein und erwirkt, dass der Herr es nicht verlassen will (2. Mo 32; 33). Gott erneuert die Gesetzestafeln, und Mose bleibt noch einmal 40 Tage und Nächte auf dem Berg. Als er wieder zum Volk kommt, strahlt sein Gesicht, und jedes Mal, nachdem er zu den Israeliten geredet hat, legt er einen Schleier über sein Gesicht, bis er wieder vor Gott tritt (2. Mo 34; 2. Kor 3,7-18). Die Stiftshütte wird aufgerichtet (2. Mo 35-40), Mose empfängt die Opfervorschriften und weiht Aaron und seine Söhne zu Priestern (3. Mo 8).

Weitere Ereignisse des Wüstenzuges

Im zweiten Jahr des Zuges durch die Wüste lehnen sich Mirjam und Aaron wegen der kuschitischen Frau, die er genommen hatte, gegen Mose auf. Sie wollen seine einzigartige Stellung antasten (4. Mo 12,2). Aber Gott bezeugt: Von Mund zu Mund rede ich mit ihm, nicht durch dunkle Worte oder Gleichnisse, und er sieht den Herrn in seiner Gestalt« (V. 8). Daraufhin wird Mirjam aussätzig und erst durch Moses Fürbitte wieder geheilt. Unter der kuschitischen Frau des Mose haben wir wohl Zippora und keine zweite Frau zu verstehen (vgl. die Namen in 1. Mo 10,6-8, die z.T. nach Arabien weisen). Als danach die Kundschafter, die zur Erkundung Kanaans ausgesandt worden waren, nach Kadesch zurückkehren und ihr Bericht das Volk in Aufruhr bringt, ist es Mose, der durch sein Eintreten für das Volk verhindert, dass Gott es ausrottet (4. Mo 13.14). Wieder schlägt er dabei, wie schon am Sinai, das Angebot aus, dass der Herr ihn zu einem noch mächtigeren Volk machen will (4. Mo 14,12; vgl. 2. Mo 32,10). Auch beim folgenden Aufstand von Korach, Datan und Abiram gelingt es Mose und Aaron noch, das Schlimmste vom Volk abzuwenden (4. Mo 16).
Dann aber versündigen sie sich selber, als Mose bei Kadesch statt zum Felsen nur zu reden, mit dem Stab dagegenschlägt, um Wasser hervorströmen zu lassen (4. Mo 20). Dieser Ungehorsam gegen das Wort des Herrn kostet sie das Betreten des verheißenen Landes. Doch bleibt Mose weiter der Führer und Mittler seines Volkes. Er leitet Israel ins Ostjordanland, überträgt das Amt des Hohen Priesters von Aaron auf seinen Sohn Eleasar (4. Mo 20,23-29) und errichtet die eherne Schlange als Zeichen der Rettung unter göttlichem Gericht (4. Mo 21,6-9). Das Strafgericht an den Midianitern, die sich mit Moab gegen Israel verbündet hatten, wird ebenfalls noch von Mose vollzogen (4. Mo 31).

Tod des Mose

Das 5. Buch Mose enthält seine Abschiedsreden an das Volk, die er im Lager in Schittim, östlich vom Jordan, gehalten hatte. Er setzte Josua zu seinem Nachfolger ein, übergab den Israeliten sein Lied und seinen Segen (5. Mo 32.33) und starb, 120 Jahre alt, ohne dass sein Augenlicht nachgelassen hatte oder seine Kraft gewichen war. Vorher zeigte ihm der Herr das verheißene Land vom Gipfel des Nebo. Gott selber begrub ihn im Tal. 30 Tage lang trauerte das Volk um seinen Führer, Mittler, Propheten, Gesetzgeber und Geschichtsschreiber (5. Mo 34).

Verfasserschaft der Mosebücher

In der heutigen Zeit gehen die Meinungen über die Verfasserschaft der Mosebücher weit auseinander. Manche Ausleger schreiben Mose die Urheberschaft an jedem einzelnen Buchstaben zu, andere bestreiten selbst seine Existenz. In einer Reihe von Stellen der Mosebücher wird ausdrücklich auf die schriftstellerische Tätigkeit des Mose Bezug genommen. Er zeichnete die Stationen des Wüstenzuges auf (4. Mo 33,2) und verfasste den Bericht über die Amalekiterschlacht (2. Mo 17,14). Die Niederschrift der Gesetze (2. Mo 24,4.7) übergab er am Ende seines Lebens den Leviten (5. Mo 31,24-26). Wenn man seine Ausbildung in Ägypten berücksichtigt, so erscheint es keineswegs ausgeschlossen, dass die Darstellung der Welt- und Heilsgeschichte in den Büchern, die seinen Namen tragen, von ihm stammt, wohingegen er im ersten Buch offensichtlich ältere Quellen benutzt hat. Auch Dichtungen sind unter seinem Namen erhalten: das Lied nach dem Durchzug durchs Schilfmeer (2. Mo 15), das Lied und der Segen vomEnde seines Lebens (5. Mo 32-33) und der 90. Psalm.

Charakter des Mose

Als Gesetzgeber übermittelte Mose dem Volk Israel die Gottesordnungen für sein Alltagsleben und seinen Gottesdienst, als Prophet kündigte er ihm das zukünftige Schicksal je nach seinem Gehorsam oder Ungehorsam an. Als Volksführer und oberster Richter wachte Mose darüber, dass Israel auch in Gottes Ordnungen lebte. Dabei trat er immer wieder stellvertretend zwischen die ungehorsamen Israeliten und den Zorn Gottes. Lieber will er sich für sein Volk opfern, als auf dessen Kosten Stammvater einer neuen Nation zu werden (2Mo 32,32). Sein Wirken ist vom Priesterlichen und Prophetischen her bestimmt. In Geduld und Liebe ist er um sein Volk bemüht und erhält die Beurteilung: Aber Mose war ein sehr demütiger Mensch, mehr als alle Menschen auf Erden (4. Mo 12,3). Er war ein Beter, mit dem Gott wie ein Freund mit seinem Freunde redete (2. Mo 33,11), und in der Vollmacht des Herrn behauptete er sich sowohl gegen die Macht des Pharao als auch gegen das Aufbegehren der unzufriedenen Stämme. Nachdem Gott ihn durch 80 Jahre hindurch erzogen und gelehrt hatte, konnte durch seinen Dienst, in dem er nichts mehr für sich selber suchte, aus der Vielzahl der Nachkommen Abrahams und Jakobs die neue Einheit des Gottesvolkes werden. 

Im Neuen Testament aber steht Mose als Vertreter des alttestamentlichen Gesetzes dem Evangelium, der frohen Botschaft Jesu Christi gegenüber (Joh 1,17), und die Herrlichkeit des Sohnes überstrahlt die des Mose (Hebr 3,5.6).

N

Noomi

ist vor allem als Schwiegermutter von Ruth bekannt, und ihre Lebensgeschichte erfahren wir auch aus dem Buch Ruth. Als in Bethlehem eine Hungersnot herrscht, zieht sie mit ihrem Mann Elimelech und ihren beiden Söhnen in das Land der Moabiter. Ihre Söhne heiraten dort die Moabiterinnen Orpa und Rut und sterben dann einige Jahre später, nachdem auch schon Noomis Mann verstorben ist. Sie beschließt daraufhin, in ihre Heimat zurückzuziehen, und stellt ihren Schwiegertöchtern frei, ob sie mitkommen wollen oder nicht. Während sich Orpa von ihr verabschiedet, folgt Ruth ihr nach Bethlehem, wo sie Boas kennenlernt und heiratet. Als Rut schwanger wird und einen Sohn bekommt, freuen sich Noomis Nachbarinnen mit ihr und loben Gott, denn nun gibt es jemanden, der sie als Witwe mitversorgen kann. Ruths Sohn bekommt den Namen Obed, und Noomi wird sein Kindermädchen. Der Name Noomi bedeutet lieblich oder (Gott ist) Wonne, Lieblichkeit, doch als sie ohne Mann und Söhne nach Bethlehem zurückkehrt, findet sie ihren Namen unpassend und sagt den Frauen der Stadt: Nennt mich nicht Noomi, sondern Mara, was »bitter« bedeutet (Rut 1,20).

O

Oholiba

bedeutet »mein Zelt (ist) in ihr«. Es handelt sich um einen symbolischen Namen für Jerusalem und das Reich Juda (Hes 23). Vgl. Ohola.

Orpa

ist eine Moabiterin und Frau des Kiljon und Schwägerin Ruths. Sie kehrt in ihr Elternhaus in Moab zurück, während Ruth ihre Schwiegermutter Noomi in ihre Heimatstadt Bethlehem begleitet (Rt 1,4.24). Der Name bedeutet die Vollmähnige oder vielleicht Widerspenstige.

Othniel

war der jüngste Sohn des Kenas, ein Bruder oder Halbbruder von Kaleb. Als Lohn für die Eroberung Kirjat-Sefers erhielt er Achsa, die Tochter Kalebs, zur Frau (Jos 15,15-17; Ri 1,11-13). Er wurde der erste Richter in Israel und befreite das Volk von der acht Jahre dauernden Unterdrückung durch Kuschan-Rischatajim (Ri 3,7-11). Einer seiner Nachkommen zählte später zu den hohen Offizieren Davids (1. Chr 27,15).

R

Reghuel (1)

bedeutet Freund, Vertrauter Gottes und kommt in der Bibel dreimal vor. 

Der Vater von Zippora und Hobab und Schwiegervater des Mose war Priester in Midian (2. Mo 2,18.21; 4. Mo 10,29). An allen anderen Stellen heißt er Jitro, was wahrscheinlich als Amtsname aufzufassen ist. Mose lebte bei ihm während der 40 Jahre seiner Verbannung aus Ägypten und hütete seine Schafe (2Mo 3,1). Die Abstammung der Midianiter von Abraham (1. Mo 25,2) und das spätere Auftreten Reguëls (2. Mo 18) lassen vermuten, dass er ebenso wie Mose den Gott Abrahams verehrte. Nach seiner Berufung durch den Herrn erbat Mose von Reguël die Erlaubnis zur Rückkehr nach Ägypten. Seine Familie, die ihn dabei zuerst begleitet hatte, hat er wohl noch vor dem Auszug zu seinem Schwiegervater zurückgesandt (2. Mo 18,2). Am Sinai findet sich Reguël mit Tochter und Enkeln im israelitischen Lagerein (V. 6), nimmt am Gottesdienst teil (V. 12) und gibt Mose den Rat, zur Erleichterung der Rechtsprechung weitere verantwortliche Männer einzusetzen, damit nicht die ganze Last auf ihm allein liegt (V. 13-27).

Reghuel (2)

bedeutet Freund, Vertrauter Gottes und kommt in der Bibel dreimal vor. 

Eine weitere Nennung des Namens Reghuel bezieht sich auf einen der vier Söhne Esaus, die edomitische Stammesfürsten wurden (1. Mo 36,4.10.13.17; 1. Chr 1,37)

Reghuel (3)

bedeutet Freund, Vertrauter Gottes und kommt in der Bibel dreimal vor. 

Der dritte Reghuel ist ein Vorfahr des Meschullam und Sohn von Jibnija (1. Chr 9,8). Er gehörte zum Stamm Benjamin.

Ruth

ist die Hauptperson des alttestamentlichen Buches Ruth, einer historischen Erzählung in kunstvoller Prosa. Ihr Name könnte verkürzt aus hebräisch re’ut entstanden sein und bedeutete dann Kameradin. Rut war eine Moabiterin, die zur Zeit der Richter lebte. Als in Bethlehem eine Hungersnot herrschte, waren Elimelech und Noomi mit ihren beiden Söhnen Machlon und Kiljon nach Moab ausgewandert. Elimelech starb in der Fremde, und seine beiden Söhne heirateten moabitische Frauen: Rut und Orpa. Auch Noomis Söhne starben, und als sie als Witwe allein mit ihren beiden Schwiegertöchtern dastand, entschied sie, in Begleitung von Ruth und Orpa nach Bethlehem zurückzukehren, wo die Hungersnot inzwischen vorüber war. Unterwegs wandte sich Noomi an ihre Begleiterinnen und stellte ihnen frei, nach Hause umzukehren. Orpa verabschiedete sich von ihrer Schwiegermutter, doch Ruth stellte sich treu und mutig auf Noomis Seite: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott« (Rut 1,16). So erreichten die beiden Frauen Bethlehem zur Zeit der Gerstenernte – eine günstige Chance für Rut und Noomi, die nun nach geltendem Recht übrig gebliebene Ähren sammeln durften.

Zur selben Zeit wie Ruth war auch Boas auf dem Feld, ein Verwandter von Noomis verstorbenem Mann Elimelech, der sich bei seinen Mitarbeitern gleich nach ihr erkundigte. Als er erfuhr, dass sie ihre Familie und ihr Land zurückgelassen hatte, um Noomi beizustehen, bot er ihr Schutz und Verpflegung auf seinen Feldern an.

Nach der Ernte wurde es Zeit für das Dreschen, und Noomi gab Ruth den Rat, Boas nachts aufzusuchen und um Schutz zu bitten, was Rut tat. Sobald es hell war, sandte er sie nach Hause zurück mit einem Geschenk von sechs Maß Gerste und der Zusicherung, dass er sie gemäß dem levitischen Ehegesetz heiraten würde, wenn ihr nächster Verwandter nicht dazu bereit wäre. Mit zehn Stadtältesten als Zeugen bat er Noomis Verwandten, ein Stück Land einzulösen, das Elimelech gehört hatte. Dieses Land war ein heiliges Pfand, und die Familie durfte es nicht verlassen. Mit der Einlösung des Landes war die Verpflichtung verbunden, Ruth zu heiraten. Da der Verwandte nicht die nötigen Mittel hatte zum Einlösen, verzichtete er auf sein Recht zugunsten Boas’.

Ruth und Boas heirateten, und ihr erster Sohn, Obed, wurde Davids Großvater (1. Chr 2,12), der in Matthäus 1,5 auch in Jesu Stammbaum erscheint. Diese so menschliche Erzählung um Rut und ihre Familie beschreibt Vorbilder, die in Güte, Treue und Ehrfurcht vor Gott lebten: Da ist die Treue und Gerechtigkeit Ruths, die Noomi nicht verließ, und die Treue Noomis, die sich um Ruth sorgte; da ist die Gemeinschaftstreue des Boas, der das alte Bundesrecht ernst nahm, indem er den Acker kaufte und Ruth heiratete. 

Letztlich geht es aber um Gott, der tötet und Trauer bringt, arm und reich macht und dessen Gnade und Treue nicht aufhören: Durch alles menschliche Irren und Wirren führt und beschenkt er die, die zu ihm stehen, und so mündete Ruths schlichte Familiengeschichte unversehens in Gottes große Heilsgeschichte ein.

S

Samuel

Drei Personen tragen diesen Namen im Alten Testament, von denen jedoch der Richter und Prophet, dessen Leben im gleichnamigen alttestamentliche Buch beschrieben wird, bei weitem am wichtigsten und bekanntesten ist. Nach 1. Samuel
1,20 bedeutet der Name erbeten von Gott.

  1. Lange Zeit hatten Elkana und Hanna keine Kinder bekommen, und besonders Hanna war deswegen sehr verzweifelt. Eines Tages versprach sie Gott im Tempel vor dem Priester Eli, dass sie ihren Sohn Gott weihen würde, wenn sie schwanger würde. Und Gott erhörte ihre Bitte: Sie bekam einen Sohn und brachte ihn in den Tempel nach Silo, als sie ihn entwöhnt hatte. Dort wuchs Samuel auf, wurde von seinen Eltern versorgt, von Eli erzogen und diente Gott (1. Sam 1). Da Elis Söhne sich habgierig und gottlos verhielten, kündigte Gott Eli an, dass seine Familie nicht weiter bestehen sollte, sondern dass ein anderer Priester kommen würde (1. Sam 2). Eines Nachts, als Samuel im Tempel schlief, in der Nähe der Bundeslade, hörte er seinen Namen. Eilig sprang er auf und fragte Eli, was los sei. Ich habe dich nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen, antwortete Eli und Samuel gehorchte. Aber später hörte Samuel ein zweites Mal seinen Namen, und als er zu Eli lief, schickte der ihn erneut zurück. Erst als Samuel ein drittes Mal vor Eli stand und behauptete, seinen Namen gehört zu haben, wurde Eli klar, dass Gott gerufen hatte, und der alte Priester gab Samuel Anweisung, Gott zuzuhören. »Rede, denn dein Knecht hört«, sagte Samuel dann auch gehorsam, als Gott ihn erneut anrief. Jetzt kündigte Gott auch Samuel an, dass Elis Familie nicht länger bestehen werde. Und je mehr Samuel heranwuchs, desto deutlicher wurde, dass Gott mit ihm war und ihn zum Propheten berufen hatte (1. Sam 3). In dieser Zeit kam es zu schweren Kämpfen mit den Philistern, die nicht nur den vorübergehenden Verlust der Bundeslade mit sich brachten: Neben vielen anderen Israeliten wurden auch Elis Söhne getötet. Als der inzwischen hochbetagte Eli davon erfuhr, starb auch er. Vielleicht durch die Philisterkriege verlagerte Samuel seinen Wohnsitz nach Rama, von wo aus er die Aufgaben der Richter Israels fortführte (1. Sam 7). Samuel spielte schließlich eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des israelitischen Königtums: Alt geworden hatte er seine Söhne als Richter eingesetzt, die aber bestechlich und eigennützig waren. So forderte das Volk: Deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. So setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.
    Wenn man bedenkt, dass Samuel Eli wegen des Ungehorsams seiner Söhne das Gericht anzusagen hatte und nun selbst durch das Fehlverhalten seiner Söhne den Anlaß zur Forderung nach einem König gab, liegt schon eine gewisse Tragik in der Situation. Nach alter Tradition war Jahwe der König Israels (2. Mo 15,18; 5. Mo 33,5; Ri 8,23). Darum war jene Forderung für Samuel sehr problematisch. Er befragte Gott, und dieser antwortete: »Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht mehr König über sie sein soll (...) So gehorche nun ihrer Stimme. Doch warne sie und verkünde ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird« (1Sam 8,7.9). Samuel klärte das Volk auf über die benötigten Diener des Hofes, über die jährlichen Abgaben des Volkes und über den Reichtum eines Königs. Doch das Volk beharrte auf seinem Wunsch, und entgegen seiner inneren Überzeugung, aber auf Gottes Wunsch hin, salbte er Saul zum König, der vom größten Teil des Volkes auch akzeptiert wurde (1Sam 9 und 10). Samuel trat anschließend als politische Größe in den Hintergrund und legte sein Richteramt nieder – später zeigt sich jedoch, dass Samuel seine Aufgaben als Prophet und geistliche Autorität weiterhin wahrnahm. Bei seiner Abschiedsrede bestätigte das Volk Samuel, absolut unbestechlich gewesen zu sein, und er machte dem Volk noch einmal klar, dass ein König eigentlich nicht Gottes Wille gewesen war, dass Gott sie aber nicht verstoßen würde, wenn sie ihm von ganzem Herzen dienten und sich auf ihn verließen (1. Sam 12).
    Nun aber war es Saul, der gegen Gottes Auftrag verstieß, und schon ziemlich bald kündigte Gott Samuel an, dass er Saul verworfen habe. Darüber wurde Samuel wütend, und er schrie die ganze Nacht deswegen zu Gott. Schließlich machte er sich aber doch auf, um Saul davon zu unterrichten, und salbte stattdessen im Geheimen David zum König (1. Sam 15 und 16). An Samuel wird zum ersten Mal das Leiden der Propheten unter ihrem Auftrag beschrieben: Mehrmals wird erwähnt, wie sehr Samuel trauerte, dass Saul verworfen wurde, und es scheint nicht leicht für ihn, die Unergründlichkeit von Gottes Wegen zu verstehen. Doch wenn eine Eigenschaft kennzeichnend blieb für Samuel, dann war es sein Gehorsam Gott gegenüber, in dem er zum Beispiel David zum König salbte und ihn unterstützte.
    Samuels Bedeutung wird nochmals nach seinem Tod deutlich: Zweimal wird in einem Halbvers berichtet, dass dieser in Israel Anlass zur Volkstrauer war, als er in Rama begraben wurde (1. Sam 25,1; 28,3). In Ps 99,6 und Jer 15,1 wird er
    neben Mose und Aaron genannt und gilt nach Apg 3,24 und Hebr 11,32 als erster der Propheten, deren Reihe nach ihm nicht wieder abbricht.
  2. Ein Fürst des Stammes Simeon (4Mo 34,20).
  3. Einer von Issachars Enkeln und Tolas Sohn (1Chr 7,2).
Saul

Saul
Neben dem bekanntesten Vertreter dieses Namens, dem ersten König von Israel, gibt es drei weitere Männer im Alten Testament, die Saul heißen, und auch der jüdische Name des Apostels Paulus lautet so. Er bedeutet (von Gott) erbeten oder (Gott zum Dienst) geliehen.

  1. Die Geschichte von König Saul begann wie ein Märchen, endete schließlich aber wie eine Tragödie. Saul kam aus dem Stamm Benjamin, sein Vater hieß Kisch und sein Heimatort Gibea. Gib uns einen König, der uns richte (1. Sam 8,6), verlangte das Volk, als Samuel Richter und Prophet in Israel war. Mit ihm selbst waren die Israeliten sehr zufrieden, doch seine Söhne waren bestechlich und eigennützig, und da er selbst inzwischen alt war und die umliegenden Völker von Königen regiert wurden, forderte das Volk nun auch einen König an seiner Spitze. Entgegen seiner eigenen Überzeugung, aber weil Gott es ihm befahl, salbte Samuel Saul zum König. Saul war ein gut aussehender Mann, hochgewachsen und auf der Suche nach entlaufenen Eselinnen, als Samuel ihm begegnete. Der Prophet lud ihn zum Essen ein, ließ ihm ein extra für ihn zurückbehaltenes Stück Fleisch zubereiten und machte ein Nachtlager für ihn zurecht (1Sam 9). Am nächsten Morgen machten sich die beiden Männer auf zum Ende der Stadt. Samuel nahm einen Krug mit Öl, goss es über Sauls Kopf und sagte: Siehe, der Herr hat dich zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt (1Sam 10,1). Als Saul sich von Samuel abwandte, um wegzugehen, gab Gott ihm ein anderes Herz (1. Sam 10,9). Gott bestätigte diese Salbung kurz darauf während einer Volksversammlung. Samuel ließ den König durch ein Losverfahren bestimmen, und das Los traf auf Saul, der sich zunächst versteckt hielt. Bei beiden Gelegenheiten, der Salbung und der Auslosung, wird Sauls Bescheidenheit hervorgehoben, später in seinen Kämpfen ist es seine Großmut. Sauls Anerkennung als König erfolgte schließlich durch den Sieg über die Ammoniter und die Errettung des belagerten Jabesch in Gilead (1. Sam 11). Überhaupt werden von Sauls Aufgaben und Taten vor allem seine Auseinandersetzungen mit den Nachbarvölkern Israels erwähnt, auf die inneren Angelegenheiten Israels scheint er weniger Einfluss gehabt zu haben. Obwohl von Gott eindeutig erwählt und bestätigt, wurde Saul sehr bald von Gott verworfen. Der dreifache Anlass scheint geringfügig: Saul griff ungeduldig in Samuels Opferamt ein (1. Sam 13), legte ein übereiltes Gelübde ab (1. Sam 14) und führte auf Anraten des Volkes einen Befehl Gottes nur ungenau aus (1. Sam 15). Schon bald bereute Gott Sauls Erwählung, aber wie schon die Salbung, blieb die Verwerfung zunächst eine Sache zwischen Saul und Gott; offiziell unterstützte Samuel den König weiterhin. Erst nach und nach nahm die Verwerfung konkrete Formen an, indem David immer weiter aufstieg (1Sam 18,12; 20,31). Obwohl Gottes Abwenden zunächst noch keine öffentlichen Konsequenzen hatte, wurde Saul innerlich von einem bösen Geist vom Herrn (1. Sam 16,14) gequält. Um sich Ablenkung und Beruhigung zu verschaffen, befahl er seinen Leuten, einen Saitenspieler für ihn zu finden. Auf diese Weise kam David an seinen Hof. Saul schloss ihn ins Herz und machte ihn zu seinem Waffenträger. Doch je erfolgreicher David wurde, angefangen bei seinem Kampf gegen den Riesen Goliat bis hin zu Schlachten, in die Saul ihn schickte, desto größer wurde Sauls Eifersucht, die durch den Jubel des Volkes gegenüber David nur noch verstärkt wurde. Als David eines Tages bei seinem täglichen Musikspiel vor Saul saß, versuchte dieser, ihn mit einem Speer zu erstechen. Doch als es David zweimal gelang, ihm zu entweichen, fürchtete sich Saul und machte David zum Heerführer. Saul verbiss sich immer mehr in seine feindseligen Gedanken gegenüber David, obwohl sein Sohn Jonatan ihm zu beweisen versuchte, dass David ihm nicht feindlich gegenüberstand. Auch dass David zweimal günstigste Möglichkeiten zu einem Attentat demonstrativ ausließ, konnte Saul nicht umstimmen. Und immerhin war sogar Saul
    selbst zur Erkenntnis gekommen: Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe dir Böses erwiesen (1. Sam 19,4ff; 1. Sam 24). Dennoch blieb Saul bei seiner feindseligen Haltung, worin sicherlich auch diebesondere Tragik seines Lebens zu suchen ist. Nachdem Samuel gestorben war, hatte Saul Geisterbeschwörer und Zeichendeuter vertrieben. Als er aber von den Philistern bedroht wurde und keine Antwort von Gott bekam, verkleidete er sich und suchte selbst eine Geisterbeschwörerin auf, die Samuel rufen sollte. Dieser kündigte ihm nicht nur die Niederlage, sondern auch seinen Tod an. Tatsächlich fielen im Kampf gegen die Philister drei von Sauls Söhnen. Durch den Kampf in die Enge getrieben und schwer verwundet, stürzte sich Saul daraufhin ins Schwert (1. Sam 31). Als die Philister ihn fanden, köpften sie ihn und hängten seinen Leichnam an der Mauer von Beth-Schean auf. Aber die Einwohner von Jabesch hatten ihren Befreier nicht vergessen: Sie nahmen Sauls Leiche, verbrannten sie und begruben die Gebeine (1. Sam 31,11-13). David dichtete eine erschütternde Totenklage über Saul und Jonatan (2. Sam 1,17-27).
    Eine alte Blutschuld Sauls an den Gibeonitern aber fand erst lange nach seinem Tod ihre Sühne, als zwei seiner Söhne und fünf Enkel hingerichtet wurden. Mit ihnen zusammen wurden nun auch Sauls und Jonatans Gebeine im Familiengrab seines Vaters Kisch beigesetzt (2. Sam 21,1-14).
  2. Ein König von Edom, der aus Rehoboth am Strom stammte (1. Mo 36,37.38; 1. Chr 1,48.49).
  3. Ein Sohn Simeons von seiner kanaanäischen Frau (1. Mo 46,10; 2. Mo 6,15; 1. Chr 4,24). Von ihm stammt das Geschlecht der Sauliter (4. Mo 26,13).
  4. Ein Levit aus dem Geschlecht Kehaths und der Sohn Usijas (1. Chr 6,9).
  5. Saul oder Saulus ist der ursprüngliche Name des Apostels Paulus, mit dem er in Apg 7-13 genannt wird. Nachdem in Apg 13,9 gesagt wird: »Saulus aber, der auch Paulus heißt«, kommt Saul nur noch in Apg 22,7.13; 26,14 in der Erzählung des Paulus vor.
Schamgar

Der Sohn des Anat, ein israelitischer Richter, erschlug 600 Philister mit einem Ochsenstecken (Ri 3,31; 5,6).

Schamgar

Der Sohn des Anat, ein israelitischer Richter, erschlug 600 Philister mit einem Ochsenstecken (Ri 3,31; 5,6).

Simson

war zwanzig Jahre lang der letzte im Richterbuch erwähnte Richter von Israel. Sein Name hängt mit dem hebräischen Wort schämäsch für Sonne zusammen und ist die Verkleinerungsform, bedeutet also kleine Sonne. So klein oder unbedeutend aber war der Sohn Manoachs aus dem Stamm Dan nicht. Zu seiner Zeit verhielt sich das Volk Israel wie oft in der Richterzeit: Es wandte sich von Gott ab und hatte daraufhin unter seinen Feinden, den Philistern, zu leiden.

Aber auch diesmal griff Gott ein, indem er einen Retter auswählte, Simson nämlich. Noch bevor er geboren wurde, schickte Gott zweimal einen Engel zu seinen Eltern, der ihnen mitteilte: Der Knabe soll ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an bis zum Tag seines Todes; und er soll anfangen, Israel zu erretten aus der Hand der Philister (Ri 13,5). Bevor das aber im Vordergrund stand, spielten für Simson Frauen eine entscheidende Rolle. Unter den Philisterinnen traf er eine, die ihm sehr gefiel, und obwohl seine Eltern es lieber gesehen hätten, wenn er sich in seinem eigenen Volk umgeschaut hätte, begleitete sein Vater ihn zu ihrer Stadt. Für eine kurze Zeit müssen sich jedoch die Wege getrennt haben, denn Simson begegnete allein einem jungen Löwen. Ohne irgendeine Waffe in der Hand, erledigte Simson die Raubkatze, als Gottes Geist über ihn kam. Seinen Eltern gegenüber verlor Simson jedoch kein Wort über die Angelegenheit. Das Mädchen gefiel ihm tatsächlich, und wenige Tage später machte er sich erneut auf den Weg zu ihr, um sie zu holen. Einen Blick wollte er außerdem noch einmal auf den toten Löwen werfen und stellte fest, dass sich inzwischen ein Bienenschwarm in den Kadaver eingenistet hatte, und nahm eine Portion Honig daraus für seine Eltern mit. Wie es sich gehörte, wurde in der Stadt des Mädchens ein großes Hochzeitsfest gefeiert, und als besondere Unterhaltung stellte Simson seinen Gästen eine Rätselfrage, für deren Beantwortung er Gewänder und Feierkleider als Preis aussetzte: »Speise ging aus vom Fresser und Süßigkeit vom Starken.« Drei Tage lang grübelten die dreißig Gäste erfolglos, bis sie Simsons Frau erpressten, ihm die Lösung abzuringen und ihnen mitzuteilen.
Und die Frau hatte ihre Wege, Simson die Lösung ausplaudern zu lassen, und verriet sie ihren Landsleuten: Was ist süßer als Honig? Was ist stärker als der Löwe? Natürlich wusste Simson, dass sie nicht selbst auf die Antwort gekommen waren, und wurde zornig. Um die versprochene Belohnung geben zu können, erschlug er dreißig Männer und gab den Gästen ihre Kleider. Anschließend kehrte er vorerst nach Hause zurück (Ri 14). Mit einer kleinen Ziege im Gepäck machte er sich dann später auf, um seine Frau wiederzusehen. Zu seiner Überraschung musste er aber feststellen, dass ihr Vater sie seinem Gesellen gegeben hatte. Auf das Angebot, ihre kleine Schwester stattdessen zunehmen, ging Simson nicht ein, sondern fühlte sich frei, sich endlich gerechtfertigt an den Philistern zu rächen. 300 Füchse mussten dafür herhalten, denen Simson Fackeln an die Schwänze band und die er durch die Felder und Weinberge laufen ließ. Natürlich erregte das den Zorn der Philister, die daraufhin in den Kampf gegen Juda zogen. Doch die Judäer ließen sich auf einen Kampf nicht ein, sondern gaben den Philistern, was sie wollten, nämlich ihren Landsmann Simson. Gefesselt mit zwei frischen Stricken wurde er ausgeliefert und jauchzend von den Philistern empfangen – doch schon bald verging ihnen die Freude. Genau wie bei der Begegnung mit dem Löwen kam auch diesmal Gottes Geist über ihn. Er zerriss seine Fesseln, fand den Kinnbackenknochen eines Esels und erschlug damit tausend Philister (Ri 15). Später hatte er ein drittes Mal Gelegenheit, seine enorme Kraft zu demonstrieren. Seine Feinde hörten, dass er bei einer Prostituierten war, und umstellten die Stadt, um ihn am nächsten Morgen zu töten. Doch
Simson durchkreuzte ihre Absichten, als er um Mitternacht zum Stadttor kam, es einfach aus den Angeln hob und wegtrug (Ri 16,1-3).

Simsons Leben bleibt für uns spannungsreich: Einerseits steht er durch die Ankündigung seiner Berufung vor seiner Geburt in einer Reihe mit Männern wie Samuel, Jeremia und Johannes dem Täufer, und auch in seiner Lebenszeit wird immer wieder der Segen und Geist Gottes erwähnt, der auf seinem Leben lag und darin wirkte (Ri 13,24f; 14,6; 15,14). Auf der anderen Seite aber steht seine Schwäche für Frauen – die Gott allerdings gerade benutzte, um Israel aus den Händen der Philister zu erretten. In sein Leben trat eine neue Frau: Delila. Die Philister erkannten ihre Chance, endlich das Geheimnis seiner Stärke aufzudecken, und boten ihr jeder 1100 Silberstücke. Delila setzte ihre weiblichen Waffen ein, doch dreimal nannte Simson ihr eine falsche Möglichkeit, ihn zu besiegen. Erst als sie weiter versuchte, ihm die wirkliche Antwort zu entlocken, wurde Simson schwach und gestand, dass seine Haare bisher nicht geschnitten worden waren und darin seine Kraft lag. Die Philister ließen sich nicht zweimal bitten, diese Möglichkeit auszuprobieren, schnitten seine Haare und hatten Erfolg. Für Simson folgte eine Zeit der Demütigung. Gott stand ihm nicht mehr zur Seite, und mit ausgestochenen Augen musste er den Philistern als Gefangener dienen. Doch neue Hoffnung kündigte sich an: »Das Haar seines Hauptes fing wieder an zu wachsen.« Ein großes Opferfest für ihren Gott Dagon wurde bei den Philistern angesetzt, und Simson sollte ihnen dafür Unterhaltung liefern. Ein Junge führte ihn durch den überfüllten Tempel zwischen die Säulen. Ein letztes Mal bat er Gott um Kraft – und bekam sie. Gegen die Säulen gestemmt brachte er den Tempel zum Einsturz, sodass nicht nur er, sondern vor allem noch viel mehr Philister umkamen, als er schon zu Lebzeiten getötet hatte. Er selbst wurde dann von seinen Brüdern im Grab seines Vaters beigesetzt (Ri 16).

Das Alte Testament nennt keinen seiner Helden vollkommen, aber wohl kaum eine Person lebte in solch einer Zerreißprobe zwischen Berufung und Eigensinn wie Simson. Im Hebräerbrief wird er jedoch unter die Väter des Glaubens gerechnet (Hebr 11,32ff), ein weiteres Beispiel dafür, dass für die Bibel nicht moralisches Verhalten der letzte Maßstab ist, sondern dass Gott auch Schwachheit benutzen kann und dass Vertrauen auf Gott letzten Endes etwas bewirkt.

T

Tola

Der Name bedeutet wohl »Wurm«.

  1. Ist der Name eines Sohnes von Issachar. Seine Nachkommen waren die Tolaiter (1. Mo 46,13; 4. Mo 26,23; 1. Chr 7,1).
  2. Außerdem ist der Name Tola für den Sohn Puwas aus dem Stamm Issachar belegt, der 23 Jahre lang Richter in Israel war. Er lebte, starb und wurde beerdigt in Schamir auf dem Gebirge Ephraim (Ri 10,1.2).

 

Z

Zippora

ist die Tochter des midianitischen Priesters Reguël oder Jitro und die Frau von Mose (2. Mo 2,21.22; 4,25; 18,1-6). Dieser Name ist die weibliche Form von Zippor und bedeutet Vogel.

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