in 18 Monaten durch die Bibel

A

Aaron

ist neben Mose eine der zentralen Figuren während des Auszugs aus Ägypten. Er wächst als mittleres Kind von Amram und Jochebed auf, zusammen mit seiner älteren Schwester Mirjam und dem drei Jahre jüngeren Bruder Mose (2. Mo 7,7). Später heiratet er Elischeba und bekommt vier Söhne: Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar (2. Mo 6,23). Zum ersten Mal wird Aaron im Exodusbericht als »Aaron der Levit« erwähnt. Nachdem Mose von Gott am brennenden Dornbusch zum Führer und Befreier Israels berufen worden war, kehrt er nach Ägypten zurück und trifft dort auf seinen Bruder. Gott macht Aaron zu Moses Sprecher (2. Mo 4,14ff), und gemeinsam treten die Brüder vor den Pharao, um von ihm die Freiheit der Hebräer zu fordern (2. Mo 5). Anfangs wirkt er durch seinen Stab einige Wunder (2. Mo 7,9.19; 8,1.12): Als er den Stab zu Boden wirft, wird dieser zur Schlange und verschlingt die »Stab-Schlangen« der ägyptischen Magier; er macht durch den Stab das Wasser des Nils zu Blut und löst die Frosch- und Stechmückenplage aus (2. Mo 7,8ff; 7,19; 8,5.6.16.17). Später ist nur noch berichtet, dass Mose solch einen Stab hat, mit dem er Wunder vollbringt.
Verglichen mit seinem dynamischen Bruder ist Aaron keine Führerpersönlichkeit. Nur an einer Stelle wird sein Name zuerst genannt, obwohl er der ältere Sohn ist (4. Mo 3,1), und nur zweimal spricht Gott direkt zu ihm (2. Mo 4,27; 4. Mo 18,1.20). Zwar handelt Aaron zweimal auch unabhängig von Mose – doch beide Male geht es gründlich schief: Als Mose sehr lange auf dem Berg Sinai bleibt, wo er die 10 Gebote erhält, gibt Aaron dem Drängen des Volkes nach und errichtet ein goldenes Stierbild, das von den Hebräern als Götze angebetet wird. Von seinem Bruder zur Rede gestellt, schiebt Aaron alle Schuld dem Volk zu (2. Mo 32). Er zieht den Zorn Gottes auf sich. Doch Mose rettet ihn durch seine Fürbitte (5. Mo 9,20). Das zweite Mal ist Mirjam die treibende Kraft: Im zweiten Jahr der Wüstenwanderung nehmen sie und Aaron Anstoß an Moses kuschitischer Frau und zweifeln seine besondere Stellung vor Gott an. Mirjam wird mit Aussatz bestraft, doch als Aaron bei Mose für sie eintritt, wird sie geheilt (4. Mo 12).

Aaron scheint in seinem Handeln stark von anderen – Mose, Mirjam, dem Volk – bestimmt zu werden.

Seine Bedeutung liegt darin, dass Gott ihn zum Hohen Priester Israels beruft (3. Mo 8). Er und seine Söhne werden als Priester eingesetzt (2. Mo 28,1ff; 3. Mo 8,1ff), um in der Stiftshütte Dienst zu tun. Aaron wird mit heiligem Öl gesalbt und ist fortan der gesalbte Priester (3. Mo 4,3 u.a.). Er erhält besondere Kleider, die seine Stellung hervorheben: das Kopfband seines Turbans trägt die Aufschrift Heilig dem Herrn (2. Mo 28,36); sein Ephod – ein Überwurf über Brust und Rücken – enthält ein Brustschild mit zwölf Juwelen (für jeden Stamm einen) und Platz für die Aufbewahrung der Urim und Thummim, Gegenstände, mit deren Hilfe das heilige Los zur Ermittlung von Jahwes Willen geworfen wurde (2. Mo 28,15ff). Doch sein Amt ist begrenzt, was besonders daran deutlich wird, dass er vor seinem Tod die Priesterkleidung ablegen muss. Auch Hebr 7-9 betont deutlich, dass das aaronitische Priestertum vorläufig und unzulänglich ist im Gegensatz zum messianischen nach der Ordnung Melchisedeks.

Aarons Söhne Nadab und Abihu bringen noch am Tag ihrer Priesterweihe ein Feueropfer dar, das Gott nicht befohlen hatte, und müssen dafür sterben (3. Mo 10,1.2). Aaron wird unter Androhung des Todes verboten zu trauern.  Dadurch zeigt Gott, wie ernst er den Dienst des Priesters nimmt (3. Mo 10,6): »Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich (3. Mo 10,3). 

Als der Levit Korach mit 250 Israeliten gegen die Führung Moses und das auf Aaron und seine Söhne beschränkte Priestertum protestiert, schickt der Herr eine vernichtende Plage unter die Israeliten, die Aaron erst durch ein Opfer
beendet (4. Mo 16). Daraufhin bestätigt Gott das Priestertum Aarons erneut und lässt den Stab Levis, auf dem Aarons Name steht, ausschlagen und blühen (4. Mo 17,23). Nach Hebräer 9,4 findet dieser Stab dann seinen Platz in der Bundeslade.

Als Mose bei Kadesch zweimal mit dem Stab an den Felsen schlägt, anstatt nur zu ihm zu reden, wie Gott es befohlen hatte, erklärt Gott Aaron für mitschuldig. Beiden erlaubt Gott darum nicht, das verheißene Land zu betreten (4. Mo 20).

Kurz danach beruft der Herr Aaron ab und schickt Mose mit Aaron und dessen Sohn Eleasar auf den Berg Hor. Dort zieht Mose Aaron die hohenpriesterlichen Kleider aus und legt sie Eleasar an, der damit an die Stelle seines Vaters tritt. 

Aaron stirbt im Alter von 123 Jahren und wird 30 Tage lang beweint (4. Mo 33,39; 4. Mo 20,23-29).

Abaddon

ist der in Offb 9,11 erwähnte Engel des Abgrunds. Er ist der König über die schrecklichen Heuschrecken, die nach dem Ertönen der fünften Posaune die Menschheit heimsuchen.

Auf Griechisch heißt er apollyon = Verderben, die Übersetzung des hebräischen Wortes bedeutet Vernichtung, Untergang und taucht so auch in Hiob 31,12 auf.

Abagta

Einer der sieben Hofbeamten des Perserkönigs Ahasveros, die ihn persönlich bedienten und während eines Festmahls im Palast Königin Wasti holen sollten, damit das Volk ihre Schönheit bestaunen konnte (Est 1,10.11). Der Name kann schöngestaltig oder Glücksgabe bedeuten.

Abda

Im Alten Testament sind zwei Männer mit diesem Namen erwähnt, der hebräisch Diener bedeutet und wohl die Kurzform von Obadja Diener Jahwes  ist.

  1. Der Vater Hadonirams, eines hohen Beamten bei Salomo (1. Kön 4,6).
  2. Der Sohn Schammuas aus dem Stamm Levi. Er gehörte zu den Bewohnern Jerusalems, als Nehemia die Mauer wieder aufbaute (1. Chr 9,16; Neh 11,17).
Abdeel

Der Vater von Schelemja zur Zeit des Königs Jojakim (Jer 36,26). Übersetzt bedeutet der Name Diener Gottes.

Abdi

Drei Männer tragen im Alten Testament diesen Namen, der wohl eine Kurzform für Abdiël ist und Diener Gottes oder Mein Diener bedeutet.

  1. Ein Levit aus dem Geschlecht Meraris, der Großvater Etans, eines der Tempelsänger zur Zeit von König David (1. Chr 6,29).
  2. Der Vater des Leviten Kisch zur Zeit Hiskias (2. Chr 29,12).
  3. Ein Mann aus dem Geschlecht Elams (Esra 10,26).
Abdiël

Ein Nachkomme von Gad, der zur Zeit der Könige Jotam und Jerobeam in Gilead wohnt, Vater des Ahi (1. Chr 5,15). 

Übersetzt bedeutet Abdiël Diener Gottes oder Mein Diener.

Abdon

Vier Männer dieses Namens mit der Bedeutung »untertänig, Knecht (Gottes)« sind im Alten Testament erwähnt:

  1. Ein aus Piraton in Ephraim stammender Sohn Hillels, der acht Jahre lang Richter über Israel war. Seine 40 Söhne und 30 Enkel besitzen jeder einen Esel als Reittier – in einer Zeit, da die Israeliten noch keine Pferde hatten, ist dies ein Zeichen für Reichtum und die Bedeutung der Familie (Ri 12,13-15).
  2. Ein Sohn von Schaschak aus dem Stamm Benjamin, der in Jerusalem wohnte (1. Chr 8,23.25.28).
  3. Der älteste Sohn von Jeiël in Gibeon und ein Vorfahre von Saul (1. Chr 8,30; 9,35.36).
  4. Im Masoretischen Text und der Elberfelder Bibel taucht auch in 2. Chr 34,20 ein Mann namens Abdon auf, ein Sohn von Michaja, der ein Hofbeamter König Josias ist. In der Luther-Übersetzung und auch in 2. Kön 22,12 heißt er Achbor.
Abed-Nego

Asarja, einer der drei Freunde Daniels, die am Palast des Königs Nebukadnezar dienen sollen, erhält diesen Namen vom Obersten der Hofbeamten (Dan 1,7). Daniel setzt Abed-Nego zusammen mit Schadrach und Meschach über die Verwaltung der Provinz Babel ein (Dan 2,49). Als sie sich weigern, das goldene Bild des Königs anzubeten, werden sie in den Feuerofen geworfen – doch ein Engel Gottes rettet sie. Nebukadnezar ist von diesem Glauben so beeindruckt, dass er von da an Gott anbetet (Dan 3,12-30). Abed-Nego ist wahrscheinlich eine bewusste Entstellung des Namens Abed-Nebo, Diener des Nebo, eines babylonischen Gottes.

Abel

ist der zweite Sohn Adams und Evas und der jüngere Bruder von Kain. Er ist Schafhirte und opfert die ersten Tiere seiner Herde. Als Gott sein Opfer annimmt, nicht aber das seines Bruders, wird er von Kain aus Neid erschlagen (1. Mo 4,2-11).

Im Neuen Testament wird Abel an mehreren Stellen erwähnt: Er ist der erste Gerechte, dessen Blut vergossen wurde. Sein Glaube und Handeln wird gerühmt (Mt 23,35; 1. Joh 3,12; Hebr 11,4). Nach Hebr 12,24 redet  das vergossene Blut Jesu lauter als das vergossene Blut Abels, weil es die Vergebung ermöglicht.

Der Name Abel ist von dem hebräischen hebel = Hauch, Nichtigkeit abzuleiten. 

Abi

ist die Tochter von Secharja und die Mutter von Hiskia (2. Kön 18,2; 2. Chr 29,1). Im Masoretischen Text und der revidierten Elberfelder Bibel wird sie Abija genannt.

Abialbon

ist einer von den 30 Kriegshelden Davids (2. Sam 23,31). Vielleicht ist -albon ein Schreibfehler, durch Schaalboniter im nächsten Vers hervorgerufen. In der Septuaginta und in 1. Chr 11,32 heißt er Abiël.

Abiasaf

ist ein Levit aus dem Geschlecht Korachs (2Mo 6,24). Der Name bedeutet (Mein) Vater hat gesammelt/hinzugefügt und wird noch in zwei anderen Formen erwähnt: In 1. Chronik 9,19, wo sein Sohn Kore erwähnt wird, steht im hebräischen Text ebiasaph. In 1. Chronik  26,1 ist sein Name zu Asaf verkürzt.

Abida

Ein Nachkomme Abrahams durch Midian, den Sohn der Ketura (1Mo 25,4; 1Chr 1,33). Der Name bedeutet: (Mein) Vater hat gewusst/weiß.

Abiël

Die Bedeutung des Namens ist: (Mein) Vater ist Gott.

Zwei Männer dieses Namens werden im Alten Testament genannt:
1) Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, der Vater von Kisch und Großvater von Saul (1. Sam 9,1.2) und Abner (1. Sam 14,51).
2) Einer der 30 Kriegshelden von David (1. Chr 11,32); in 2. Sam 23,31 heißt er Abialbon.

 

Abiëser

Der Name bezeichnet zwei Männer im Alten Testament und heißt übersetzt Mein Vater ist Hilfe.

  1. Ein Mann aus dem Stamm Manasse (Jos 17,2; 1. Chr 7,18). In 4. Mose 26,30 steht die Kurzform Iëser. In Richter 8,2 ist mit Abiëser wohl das ganze Geschlecht gemeint, dessen berühmtestes Mitglied Gideon ist (Ri 6,11).
  2. Einer der 30 Kriegshelden Davids, ein Mann aus dem Stamm Benjamin aus Anatot (2. Sam 23,27; 1. Chr 11,28) und Führer der neunten Heeresabteilung (1. Chr 27,12).
Abigajil

wird als kluge und schöne Frau beschrieben. Als David sich an ihrem Mann Nabal rächen will, bringt sie ihm Geschenke und überredet ihn so, Nabal nicht zu töten. Durch ihr entschlossenes Handeln bewahrt sie ihren reichen, aber boshaften Mann Nabal vor der Rache Davids (1. Sam 25) – und gleichzeitig David vor Blutschuld. Als Gott Nabal
sterben lässt, nimmt David sie zur Frau. Sie flieht mit David ins Exil zu dem Sohn des Königs von Gat (1. Sam 27,3), wird von den Amalekitern gefangen genommen und von David wieder befreit (1. Sam 30,5.18). Abigajil begleitet David nach Hebron, wo er zum König gesalbt wird (2. Sam 2,2), und wird Mutter von Davids zweitem Sohn Kilab (2. Sam 3,3) oder Daniel (1. Chr 3,1).

Ihr Name ist nicht ganz eindeutig zu übersetzen, vielleicht etwa Mein Vater ist Jubel.

Abigal

ist die Mutter von Amasa und die Schwester von David (1. Chr 2,16.17), nach 2. Samuel 17,25 allerdings nur seine Halbschwester: Ihr Vater ist Nahasch und nicht Isai.

Abihajil

taucht im Alten Testament als Name für verschiedene Männer und Frauen auf und bedeutet etwa Mein Vater ist Macht.

  1. Ein Levit aus dem Geschlecht Meraris zur Zeit Aarons und der Vater von Zuriel (4. Mo 3,35).
  2. Die Frau des Judäers Abischur (1. Chr 2,29).
  3. Ein Mann aus dem Stamm Gad (1. Chr 5,14).
  4. Die Tochter von Davids Bruder Eliab und die Frau von Davids Sohn Jerimot. Ihre Tochter Mahalat wird die Frau Rehabeams (2. Chr 11,18). 
  5. Der Vater von Ester (Est 2,15).
Abihu

ist der zweite Sohn Aarons (2. Mo 6,23). Er begleitet mit seinem Bruder Nadab und 70 Ältesten Mose und Aaron zur feierlichen Bundesschließung auf dem Sinai (2. Mo 24,1.9). Als er und Nahab am Tage ihrer Priesterweihe eigenmächtig ein Feueropfer darbringen, das Gott nicht angeordnet hatte, werden sie vom Feuer des Herrn verzehrt (3. Mo 10,1.2) und sterben kinderlos (4. Mo 3,4). 

Übersetzt heißt der Name (Mein) Vater ist er (d.h. Gott).

Abihud

Ein Nachkomme Benjamins (1. Chr 8,3).

Abija

Diesen Namen mit der Bedeutung (Mein) Vater ist Jahwe tragen mehrere Männer und Frauen im Alten Testament:

  1. Abija ist der jüngere Sohn von Samuel, der ihn als Richter über Beerscheba eingesetzt hat, zusammen mit seinem Bruder Joël. Weil sie beide jedoch bestechlich sind, bitten die Israeliten Samuel um einen König (1. Sam 8,23.5).
  2. Einer der neun Söhne des Becher aus dem Stamm Benjamin (1. Chr 7,8).
  3. Ein Nachkomme Aarons, dessen Familie zur Zeit Davids als achte der 24 Abteilungen der Priester ausgelost wird, zu der später auch Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer gehört (1. Chr 24,10; Lk 1,5). Vgl. unten (6).
  4. Der Sohn des Königs Jerobeam von Israel. Als er erkrankt und Jerobeams Frau den Propheten Ahija um Rat fragen soll, verkündigt dieser der Königin das Gericht Gottes über Jerobeam und den Tod ihres Sohnes Abija. Aus der Familie
    soll nur Abija in ein Grab kommen, da sich an ihm noch etwas Gutes im Verhältnis zum Herrn gefunden hat (1. Kön 14,1-18).
  5. Ein Sohn des Königs Rehabeam von Juda. Abija wird von Rehabeam schon zu Lebzeiten als Nachfolger eingesetzt (2. Chr 11,22) und regiert von 910-908 v.Chr. Abija macht sich wie sein Vater am Götzendienst in Juda mitschuldig. Doch
    Gott hört auf das Hilfegeschrei Judas und gibt Israel in ihre Hände (2Chr 13). Abija hat von seinen 14 Frauen 22 Söhne und 16 Töchter; sein Sohn Asa wird sein Nachfolger. Nach 1. Kö 15,2 und 2. Chr 11,20.21 ist seine Mutter Maacha, die Lieblingsfrau Rehabeams und Tochter Abischaloms. In 2. Chr 13,2 heißt sie Michaja und ist die Tochter Uriëls von Gibea.
  6. Das Familienoberhaupt der Priester, die mit Serubbabel aus der Verbannung zurückkehrten (Neh 12,4-7). In der nächsten Generation war Sichri das Haupt der Priesterfamilie Abijas (Neh 12,17). Ein Priester Abija unterzeichnete unter
    Nehemia die Verpflichtung auf das Gesetz (Neh 10,8). Später gehört Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufers der Priesterabteilung Abijas an (Lk 1,5).
  7. Nach dem Masoretischen Text und der revidierten Elberfelder Bibel auch die Frau des Judäers Hezron (1. Chr 2,24). In anderen Übersetzungen heißt sie Abi.
Abijam

Diesen Namen mit der Bedeutung (Mein) Vater ist Jahwe tragen mehrere Männer und Frauen im Alten Testament:

  1. Abijam ist der jüngere Sohn von Samuel, der ihn als Richter über Beerscheba eingesetzt hat, zusammen mit seinem Bruder Joël. Weil sie beide jedoch bestechlich sind, bitten die Israeliten Samuel um einen König (1. Sam 8,2.3.5).
  2. Einer der neun Söhne des Becher aus dem Stamm Benjamin (1. Chr 7,8).
  3. Ein Nachkomme Aarons, dessen Familie zur Zeit Davids als achte der 24 Abteilungen der Priester ausgelost wird, zu der später auch Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer gehört (1. Chr 24,10; Lk 1,5). Vgl. unten (6).
  4. Der Sohn des Königs Jerobeam von Israel. Als er erkrankt und Jerobeams Frau den Propheten Ahijam um Rat fragen soll, verkündigt dieser der Königin das Gericht Gottes über Jerobeam und den Tod ihres Sohnes Abija. Aus der Familie soll nur Abijam in ein Grab kommen, da sich an ihm noch etwas Gutes im Verhältnis zum Herrn gefunden hat (1. Kön 14,1-18).
  5. Ein Sohn des Königs Rehabeam von Juda. Abijam wird von Rehabeam schon zu Lebzeiten als Nachfolger eingesetzt (2. Chr 11,22) und regiert von 910-908 v.Chr. Abija macht sich wie sein Vater am Götzendienst in Juda mitschuldig. Doch Gott hört auf das Hilfegeschrei Judas und gibt Israel in ihre Hände (2. Chr 13). Abijam hat von seinen 14 Frauen 22 Söhne und 16 Töchter; sein Sohn Asa wird sein Nachfolger. Nach 1. Kö 15,2 und 2Chr 11,20f ist seine Mutter Maacha, die Lieblingsfrau Rehabeams und Tochter Abischaloms. In 2. Chronik 13,2 heißt sie Michaja und ist die Tochter Uriëls von Gibea.
  6. Das Familienoberhaupt der Priester, die mit Serubbabel aus der Verbannung zurückkehrten (Neh 12,4-7). In der nächsten Generation war Sichri das Haupt der Priesterfamilie Abijas (Neh 12,17). Ein Priester Abijam unterzeichnete unter Nehemia die Verpflichtung auf das Gesetz (Neh 10,8). Später gehört Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufers der Priesterabteilung Abijas an (Lk 1,5).
  7. Nach dem Masoretischen Text und der revidierten Elberfelder Bibel auch die Frau des Judäers Hezron (1. Chr 2,24). In anderen Übersetzungen heißt sie Abi.
Abischai

ist der Sohn von Zeruja, einer der Schwestern Davids, und der Bruder von Joab und Asaël (1. Chr 2,15.16). Seitdem David vor Saul fliehen musste, ist Abischai einer von Davids Gefährten und hält ihm auch während der Aufstände Absaloms und Schebas die Treue (2. Sam 16; 20). Er nimmt eine hervorragende Stellung unter Davids Helden ein (2. Sam 23,18; 1. Chr 11,20). Bei dem gefährlichen Gang ins Lager Sauls begleitet er David (1. Sam 26,6-9) und rettet ihm im Kampf mit einem Riesen (nach der revidierten Elberfelder Bibel ein gewisser Jischbi) in Gob das Leben (2. Sam 21,16.17). Seine innere Haltung ist aber anders als bei David. Die Schonung eines Feindes ist ihm fremd. So will er Saul (1. Sam 26,6) und Schimi (2. Sam 16,9; 19,22) das Leben nehmen und versteht Davids Entscheidung nicht, obwohl er ihr gehorcht. An Abner rächt er sich gemeinsam mit Joab (2Sam 3,30) mitten im Frieden dafür, dass er ihren Bruder Asaël im offenen Kampf getötet hat (2. Sam 3,30). David beklagt sich mehrfach über die Gewalttätigkeit der Brüder und betont die Grenze ihrer Gemeinschaft: »Ihr Söhne der Zeruja, was hab ich mit euch zu schaffen?« (2. Sam 16,10; 19,23; vgl. 3,39). In der Zweifrontenschlacht gegen die Syrer und Ammoniter vertraut Joab Abischai den Oberbefehl des einen Heeresteiles an (2. Sam 10,10). Nach 1. Chr 18,12.13; schlägt Abischai 18 000 Edomiter im Salztal, allerdings schreibt 2. Sam 8,13.14 diesen Sieg David und Ps 60,2 Joab zu.

Abner

ist der Sohn von Ner, ein Vetter von Saul und dessen Heeroberster (1. Sam 14,50.51; 20,25; 26,5.14-16). Sein Name bedeutet Vater ist Licht.

Nachdem Saul gestorben ist, macht Abner dessen Sohn Isch-Boschet in Mahanajim zum König über Israel (2. Sam 2,8-10), während Juda David zum König wählt. Die beiden Heere begegnen sich darauf im Grenzgebiet am Teich von Gibeon. Aus dem Kampfspiel, das Abner vorgeschlagen hat, wird Ernst, und in der sich entwickelnden Schlacht unterliegt Israel mit hohen Verlusten. Auf der Flucht tötet Abner seinen hartnäckigen Verfolger Asaël, den Bruder von Joab und Abischai. Erst am Abend brechen die Judäer auf die Mahnung Abners die Verfolgung ab. Doch der Krieg geht weiter (2. Sam 2,12-3,1). Als Isch-Boschet Abner vorwirft, dass er ein Verhältnis mit Sauls Nebenfrau Rizpa angefangen und damit zugleich einen Anspruch auf die Herrschaft erhoben habe, wirft Abner ihm im Ärger vor, dass Gott ja David zum König bestimmt hat, und wechselt die Partei. David nimmt seine Dienste nur unter der Bedingung an, dass er zuerst seine Frau Michal zurückerhält. Abner macht in Israel Stimmung für David und bringt selber Michal nach Hebron. David bewirtet ihn und entlässt ihn wieder, damit er seine Versprechungen erfüllen kann (2. Sam 3,7-21). Joab, der kurz darauf mit dem Heer heimkehrt, lässt Abner zurückholen und tötet ihn aus Rache für den Tod seines Bruders Asaël. David distanziert sich öffentlich von Joabs Tat und befiehlt eine Totenklage, an der er sich selber mit einem Klagelied beteiligt. Er wagt aber nicht, als König das Gericht an Joab zu vollziehen (2Sam 3,39), sondern überlässt die Strafe seinem Sohn Salomo (1Kön 2,5f), der Joab töten lässt, während er asylsuchend (2. Mo 21,13.14) die Hörner des Altars erfasst. Uns wird außerdem berichtet, dass Abner einen Sohn namens Jaasiël hat (1. Chr 27,21) und dass Abner von seiner Kriegsbeute wie die anderen Heerführer einen Teil dem Herrn weiht (1. Chr 26,28).

Absalom

wird als dritter Sohn Davids und seiner Frau Maacha, der Tochter des Königs Talmai von Geschur, in Hebron geboren (2. Sam 3,3), ist also auch von der Mutter her königlicher Abstammung. Auch äußerlich wirkt er als das Idealbild eines Königs, ist von außergewöhnlicher Schönheit, mit prächtigem, schwerem Haar (2. Sam 14,25.26). Doch schon sehr früh versucht er, hinter dem Rücken seines Vaters die Israeliten für sich einzunehmen (2. Sam 15,6). Das Leben Absaloms steht jedoch von Anfang an unter dem Schatten der Schuld seines Vaters und des Gerichtes Gottes über Davids Ehebruch und Mord an Uria (2. Sam 12,9-11). Davids zu nachsichtige Vaterliebe steigert zudem die Auswirkung von Schuld und Gericht: Als Davids ältester Sohn Amnon seine Halbschwester Tamar schändet, lässt David dies ungestraft. Absalom jedoch lädt Amnon zwei Jahre später zum Fest der Schafschur ein und lässt ihn dort umbringen. Daraufhin flieht Absalom zu seinem Großvater nach Geschur, östlich vom See Genezareth. David trauert, sieht aber tatenlos zu (2. Sam 13).

Nach drei Jahren nutzt Davids Neffe und Begleiter Joab die Liebe Davids zu Absalom aus: Er schickt eine kluge Frau zu ihm, die David dazu bringt, dass Absalom nach Jerusalem zurückkehren kann. Nach außen hin erfüllt David damit nur die Bitte Joabs. Zwar bleibt Absalom vorerst noch vom Hof ausgeschlossen und darf David nicht treffen, aber nach zwei Jahren ertrotzt er sich die volle, offizielle Versöhnung (2. Sam 14). Kaum hat Absalom seine Bewegungsfreiheit zurück, beschafft er sich eine Leibwache und fängt an, das Herz der Männer Israels zu stehlen (2. Sam 15,6), indem er ihnen eine bessere Rechtsprechung als die des Königs in Aussicht stellt. Vielleicht kommt Absalom damit einer allgemeinen Unzufriedenheit im Land entgegen, ausgelöst durch die Errichtung eines zentralen Königtums unter David. Nach vier Jahren sieht er seine Zeit gekommen, die Verschwörer sammeln sich in Hebron. Der gefährlichste und begabteste unter ihnen ist Ahitofel, Davids Ratgeber und der Großvater von Batseba. Als David von dem Aufstand hört, zieht er mit dem Hof und den zuverlässigen Truppen aus Jerusalem ab. Er lässt aber die ihm ergebenen Priester und den Arkiter Huschai, seinen Vertrauten, zurück. Die Empörer besetzen die Hauptstadt (2. Sam 15; vgl. Ps 3).

Auf den Rat Ahitofels hin geht Absalom in aller Öffentlichkeit zu den Nebenfrauen Davids und tritt damit die Nachfolge Davids in aller Form an – eine Versöhnung ist nun endgültig ausgeschlossen. Das ist zugleich Gottes Gericht über David (2. Sam 16,15ff). Nun will Ahitofel selbst mit einer Abteilung Kerntruppen David sofort nachsetzen und den König erschlagen. Das leuchtet allen ein, aber in der Unsicherheit des Verräters fragt Absalom doch noch Huschai, einen Vertrauten Davids, um seine Ansicht. Der steht scheinbar auf Absaloms Seite und schlägt vor, lieber ganz sicherzugehen und nichts zu überstürzen, und schmeichelt dabei Absaloms Ehrgeiz. Dieser lässt sich beeindrucken und hat so am ersten Abend seiner Herrschaft jede Aussicht auf Erfolg verspielt. Das ist Gottes Gericht über Absalom. Ahitofel begreift augenblicklich die Hoffnungslosigkeit der Lage und macht seinem Leben ein Ende. Huschai warnt David durch die Priester Zadok und Abjatar, sodass sich David durch den Übergang über den Jordan der Gefahr entziehen kann (2. Sam 17).

Absalom sammelt seine Truppen und folgt David, der inzwischen nach Mahanajim gekommen ist. Die Heere treffen im Wald Ephraim aufeinander, und Absalom wird unter großen Verlusten geschlagen. Er selber bleibt beim Reiten mit den Haaren in den Ästen eines großen Baumes hängen, wo ihn Joab so lebend, aber hilflos antrifft. Obwohl David vor der Schlacht befohlen hatte, Absalom zu schonen, stößt Joab ihm drei Stäbe ins Herz, und 10 seiner Waffenträger töten ihn endgültig. Man wirft den Leichnam in eine Grube und errichtet einen Steinhaufen über ihm (2. Sam 18). Davids Schmerz kennt keine Grenze, und erst als Joab brutal mit einem neuen Abfall droht, setzt sich der König ins Tor, um das Kriegsvolk zu empfangen (2. Sam 19,1ff).

Es wird von drei Söhnen Absaloms berichtet (2Sam 14,27), die aber alle jung gestorben sein müssen, denn er hat sich noch selber im Königstal ein Steinmal zu seinem Gedächtnis errichtet mit der Begründung: Ich habe keinen Sohn ... (2. Sam 18,18).  Seine Tochter, die er nach seiner Schwester Tamar nennt, war wohl die Frau Uriëls von Gibea und Großmutter König Abijas (2. Sam 14,27; 2. Chr 11,20-22; 13,2). 

Der Name Abschalom bedeutet Vater ist Frieden/Vater des Friedens. In 1. Könige 15,2.10 ist im hebräischen Text die Nebenform Abischalom erwähnt.

Ahab

Zwei Männer mit diesem Namen, der Vaters Bruder, d.h. ganz der Vater bedeutet, sind im Alten Testament genannt:

  • Der Sohn und Nachfolger von König Omri von Israel, der Begründer der Dynastie. Seine Regierungszeit (874-852 v.Chr.) ist gekennzeichnet durch religiöse Kämpfe im Innern und das erfolgreiche außenpolitische Ringen um die
    Vormachtstellung Israels in Palästina und Aram.
    Durch seine Frau Isebel, die tatkräftige Tochter des Königs Etbaal von Sidon, wird Ahab zum Baalsdienst hinübergezogen. Die Stierbilder Jerobeams sollten in erster Linie nur den Tempeldienst in Jerusalem ersetzen (1. Kön 12,27.28) und waren auch nicht als Ersatz für den Jahwe-Glauben gedacht, sondern sozusagen als seine Throne. Unter Ahab wird nun ganz offiziell die Verehrung fremder Götter in Israel eingeführt; das bedeutet den Kampf zwischen Baal und Jahwe. Die Königin Isebel ist die treibende Kraft der Anhänger Baals, ihr Gegner ist der Prophet Elia. Zwischen ihnen steht Ahab, und es ist auffällig, dass die Namen seiner drei Kinder, die wir kennen, alle mit dem Namen Jahwe zusammengesetzt sind: Ahasja, Joram, Atalja. Aber seine Frau gewinnt immer wieder Macht über ihn zum Bösen. Ahab errichtet in Samaria einen Baalstempel und -altar und ein Bild der Aschera (1. Kö 16,31-33); die Altäre des Herrn werden zerstört, seine Propheten ausgerottet bis auf 100, die der Hofmeister Obadja retten kann (1. Kö 18,4; 19,10). Dafür treiben nun 450 Priester und Propheten des Baal und 400 der Aschera in Israel ihr Unwesen (1. Kö 18,19). Auf den in Samaria ausgegrabenen Elfenbeintäfelchen aus Ahabs Palast (1. Kö 22,39) finden sich Darstellungen ausländischer Gottheiten.
    Der Herr antwortet auf die Verehrung der Fruchtbarkeitsgötter mit einer jahrelangen Dürre und Hungersnot, die Elia angekündigt hatte (1. Kö 17,1). Ehe es wieder regnet, erhält der Prophet den Auftrag, die Priester des Baal und der Aschera zu einem öffentlichen Gottesurteil auf dem Berg Karmel herauszufordern, was Ahab zugesteht. Baal schweigt, aber herabfallendes Feuer verzehrt das für den Herrn bereitete Brandopfer. Daraufhin tötet Elia die Propheten Baals (1. Kö 18), nicht als Akt der Rache oder des Fanatismus, sondern nach uraltem Recht, demzufolge auf jeder Form des Abfalls von Jahwe die Todesstrafe steht (2. Mo 22,19; 5. Mo 13,7-12).
    Ahab scheint betroffen, doch Isebel beugt sich nicht. Sie droht Elia mit dem Tode, sodass er flieht. Am Berg Horeb beauftragt ihn der Herr, die zu berufen, die sein Gericht über Ahab und Isebel vollziehen sollen: Hasaël zum König von Aram, Jehu zum König von Israel, Elisa zum Propheten und zu seinem Nachfolger (1. Kö 19; die ersten beiden Salbungen nimmt erst Elisa vor, 2. Kö 8,13; 9,2.3). Nach dem Justizmord an Nabot tritt Elia Ahab noch einmal entgegen und verkündet ihm das Urteil Gottes über das Königspaar und das Ende seines Geschlechtes. Als Ahab daraufhin Buße tut, verschiebt der Herr die Vollstreckung bis in die Zeit seines Sohnes (1. Kö 21).
    Bei der Einführung des Baalsdienstes mag die politische Verbindung mit Tyrus und Sidon eine Rolle gespielt haben. Der Wiederaufbau Jerichos (1. Kö 16,34) unter Ahabs Regierung diente der Grenzsicherung gegen Moab. Beides richtet sich gegen den Herrn, scheint aber politisch notwendig als Flankendeckung im Hinblick auf den Kampf um die Vormachtstellung, den Ahab mit dem aramäischen König Ben-Hadad führt. Diese Vorsorge bewahrt Ahab jedoch nicht vor der drohenden Niederlage beim Einfall Ben-Hadads. Er verdankt die entscheidenden Siege, die er bei der Belagerung Samarias und im folgenden Jahr in offener Feldschlacht bei Afek gegen die aramäische Übermacht erringt, nicht der eigenen Stärke, sondern der Hilfe des Herrn und den Weisungen eines Propheten (dessen Name nicht genannt wird). Aber Ahab gibt den Erfolg wieder preis, indem er sich gegen den Willen des Herrn verleiten lässt, mit dem geschlagenen Ben-Hadad einen Vertrag zu schließen (1. Kö 20). Im Jahre 853 v.Chr. tritt Ahab gemeinsam mit anderen Königen in der Schlacht bei Qarqar am Orontes, nördlich von Hamat, dem vordringenden Assyrer Salmanassar entgegen. Nach assyrischen Angaben war Ahab mit 2000 Streitwagen und 10 000 Mann Fußvolk zum Heer der Verbündeten gestoßen, während die Aramäer nur 1200 Wagen stellen konnten. Die Schlacht verlief unentschieden, und die Assyrer zogen sich zurück.
    Nach dreijährigem Frieden und dem gemeinsamen Kampf gegen die Assyrer nimmt Ahab jedoch seinen Streit mit dem König von Damaskus sofort wieder auf. Zusammen mit Joschafat von Juda, dessen Sohn Joram Ahabs Tochter Atalja zur Frau hatte, versucht er, Ramot in Gilead zu erobern. Die Warnung des Propheten Micha hat ihn nicht abhalten können; nur zieht er vorsichtshalber verkleidet in den Kampf. Doch das schützt ihn nicht; er wird verwundet und stirbt. Man bringt ihn nach Samaria und begräbt ihn dort. Als sein Wagen abgewaschen wird, lecken die Hunde sein Blut (1. Kö 22,1-38) – das Wort Elias hatte sich erfüllt (1. Kö 21,19).
    Ahabs Verhängnis ist seine Frau Isebel, die den sehr gefühlsbestimmten König zum Abfall von Gott, zu Unrecht und Gewalttat verleitet. Alle seine politischen Erfolge, die auch nur vorübergehend sind, können sein dunkles Bild nicht aufhellen. Er zerbricht am Herrn. Nur Gottes Barmherzigkeit schont ihn zu Lebzeiten vor dem Gericht, das nach seinem Tode nicht mehr abzuwenden ist.
  • Ein falscher Prophet unter den verbannten Juden in Babylon, der Sohn Kolajas. Jeremia weissagt seine Hinrichtungdurch den babylonischen König (Jer 29,21-23).
Ahas

Zwei Männer mit diesem Namen kennt das Alte Testament. Ahas bedeutet Er hat ergriffen  und ist nach der Namensform der assyrischen Inschriften wohl eine Abkürzung für Joahas, Der Herr hat ergriffen.

  1. Er war der Sohn und Nachfolger von König Jotam von Juda. Ab 735 v.Chr. ist er Mitregent und 732-715 v.Chr. alleiniger König von Juda. Schon ehe er die Regentschaft übernahm, hatten sich Syrien und Israel gegen Juda verbündet und bringen Ahas nun schwere Niederlagen bei. Ein Sohn des Königs und zwei hohe Beamte werden erschlagen, zahlreiche Gefangene fortgeführt (2. Chr 28,5-8). Im Süden geht die Stadt Elat verloren, die Philister und Edomiter fallen erfolgreich in Juda ein (2. Kö 16,6; 2. Chr 28,17.18).
    Im Jahr 733 v.Chr. rücken Rezin von Damaskus und Pekach von Israel gegen Jerusalem vor, um Juda zu zwingen, sich an einer antiassyrischen Koalition zu beteiligen (syrisch-ephraimitischer Krieg; 2Kön 16,5), und um dort einen sonst unbekannten Sohn von Tabeal zum König zu machen (Jes 7,6). In diesem Augenblick höchster Bedrängnis schickt der Herr den Propheten Jesaja zu Ahas und verkündigt ihm, dass seine Feinde vernichtet werden. Dafür soll er sich ein Zeichen fordern. Ahas schreckt davor zurück und unterlässt es so, Gott ernst zu nehmen. Darauf sagt ihm Jesaja das Zeichen des Immanuel und das Gericht über seinen Unglauben an (Jes 7). Trotz der Warnung Jesajas entschließt sich Ahas zu dem gefährlichen politischen Schachzug, mit dem Schatz des Tempels und des Königspalastes die Hilfe des
    Assyrerkönigs Tiglat-Pileser III. zu erkaufen (2. Kö 16,7.8; 2. Chr 28,16.19-21). Tiglat-Pileser nimmt Damaskus ein und tötet Rezin (2. Kö 16,9), erobert Nordisrael und siedelt die Bevölkerung aus. Pekach wird von Hoschea erschlagen (2. Kö 15,29.10). Ahas aber bezahlt die Befreiung von seinen Feinden mit dem Verlust der Selbständigkeit; als unterworfener und tributpflichtiger König erscheint er vor dem Assyrer in Damaskus (2. Kö 16,10).
    Damit verbunden ist die Einführung assyrischen Kultes in Jerusalem (2. Kö 16,18): Ahas lässt einen Altar in Damaskus durch den Priester Uria in Jerusalem genau nachbauen und im Tempel aufstellen. Er opfert selbst darauf und bestimmt, dass auf diesem Altar zu opfern sei (2. Kö 16,10ff). An den Tempelgeräten nimmt er Veränderungen vor. Nach 2. Chr 28,2-4 opfert er auf den Höhen und im Tal Ben-Hinnom, richtet gegossene Baalsbilder auf und verbrennt seinen Sohn als Götzenopfer.
    Als er stirbt, wagt man nicht, ihn in den Gräbern der Könige beizusetzen, sondern begräbt ihn in der Stadt (2. Chr 28,27).
  2. Der zweite erwähnte Ahas ist der Urenkel von Jonatan, Sauls Sohn und Davids Freund (1. Chr 8,35.36; 9,41.42).
Ahasja

Zwei Königssöhne tragen im Alten Testament diesen Namen, der Jahwe hat ergriffen, hält fest bedeutet:

  1. Er ist ein Sohn von König Ahab und Isebel. Er regiert Israel nur zwei Jahre (852-851 v.Chr.) und folgt mit seinem Baalsdienst ganz dem Vorbild seiner Eltern (1Kön 22,52-54). Den Abfall der Moabiter, deren König Mescha seit Ahabs Tod aufgehört hatte, Tribut zu zahlen, nimmt Ahasja untätig hin (2. Kö 1,1; 3,4.5). Ahasja und Joschafat, der König von Juda, lassen in Ezjon-Geber gemeinsam Schiffe bauen; als aber Joschafat durch einen Propheten wegen der Zusammenarbeit mit Ahasja getadelt wird und die Schiffe scheitern, findet das Unternehmen sein Ende (1. Kö 22,49f; 2. Chr 20,35-37).
    In seinem Palast stürzt Ahasja durch das Gitter vom oberen Stockwerk. Er schickt einen Boten zum Baal-Sebub nach Ekron, um zu erfahren, ob seine Krankheit tödlich sein würde. Doch der Prophet Elia hält die Boten unterwegs auf und schickt sie mit dem Spruch zurück, Ahasja müsse sterben, weil er nicht den Herrn befragt habe. Weil Ahasja keinen Sohn hat, wird nach seinem Tod sein Bruder Joram der neue König von Israel (2. Kö 1). 
  2.  Auch der jüngste Sohn von Joram, dem König von Juda, und von Atalja, der Tochter von Ahab und Omris Enkeltochter (das ist in 2. Kö 8,26 mit Tochter gemeint) heißt Ahasja. In 2. Chr 21,17 heißt er mit Umstellung der beiden Namensbestandteile Joahas. Seine älteren Brüder waren beim Einfall der Araber und Philister ums Leben gekommen (2. Chr 22,1). In seiner nur einjährigen Regierungszeit (845 v.Chr.) steht er völlig unter dem Einfluss seiner Mutter und seiner Verwandten aus dem Geschlecht Ahabs (V. 2-5). Mit Joram von Israel, der bei Ramot in Gilead verwundet wurde, kämpft Ahasja dort gegen die Syrer. Als er danach seinen verwundeten Onkel Joram in Jesreel besucht, werden beide von Jehu erschlagen, der das Gericht des Herrn über Ahabs Haus vollzieht (2. Kö 8,28.29; 9,24.27). Dabei finden auch 42 judäische Prinzen und Neffen Ahasjas den Tod (2. Kö 10,12-14; 2. Chr 22,8). Die übrigen Verwandten und Söhne von Ahasja lässt seine Mutter Atalja töten, um ihre Herrschaft zu sichern. Nur seinen kleinenSohn Joasch kann Ahasjas Schwester retten (2. Kö 11,1-3).
Amasa

Der Name ist eine Kurzform von Amasja.

  • Amasa ist ein Sohn von Abigal, der Halbschwester Davids, und des Ismaeliters Jeter oder Jitra (2. Sam 17,25; 1. Chr 2,17). Amasa nimmt an Absaloms Aufstand teil, wird als dessen Heerführer aber von Davids Truppen im Wald Ephraim vollständig geschlagen (2. Sam 17,25; 18,7). David begnadigt ihn und macht ihn zum Heerführer auf Lebenszeit anstelle von Joab (2. Sam 19,14). Damit gewinnt David das Herz der Männer Judas zurück. Doch bei der Niederwerfung von Scheba beweist Amasa nicht die nötige Tatkraft (2. Sam 20,4ff): Bei der ersten Gelegenheit ermordet ihn Joab, der sichdamit seines Rivalen entledigt (2. Sam 20,9.10). Salomos Gericht an Joab bezieht sich auf diesen Mord (1. Kön 2,32).
    Möglicherweise ist Amasa mit dem Amasai identisch, der in 1. Chr 12,16-19 als Hauptmann unter den 30 Kriegshelden Davids erwähnt wird.
  • Ein Sohn von Hadlai, einem der vornehmsten Ephraimiter, die das israelitische Heer Pekachs veranlassen, die judäischen Gefangenen freizugeben und in die Heimat zurückzuschicken (2. Chr 28,12ff).
Amazja

Der Name bedeutet Jahwe ist mächtig und bezeichnet vier Männer im Alten Testament:

  1. Ein Sohn und Nachfolger des Königs Joas von Juda (801-773 v.Chr.). Nach 2. Chronik 25,2 tat er, was dem Herrn wohlgefiel, doch nicht von ganzem Herzen. Im Alter von 25 Jahren tritt er die Herrschaft an, und als er die Macht fest in Händen hat, lässt er die Hofleute hinrichten, die seinen Vater ermordet hatten. Ihre Kinder aber verschonte ernach der Vorschrift des Gesetzes (5. Mo 24,16).
    Er führt Juda zum Kampf gegen die Edomiter und wirbt für diesen Feldzug außerdem in Israel eine Söldnertruppe an, die er aber auf die Warnung eines Propheten hin wieder entlässt, obwohl er hohe Summen dafür ausgegeben hatte.
    Amazja erringt einen vollen Sieg über die Edomiter im Salztal und erobert ihre Hauptstadt Sela, die er in Jokteel umbenennt. Im Bewusstsein seines Sieges fordert er Joasch von Israel zum Kampf. Er hatte aber die erbeuteten edomitischen Götzenbilder in Jerusalem aufgerichtet und ihnen geopfert und damit den Zorn Gottes gegen sich herausgefordert. Ein Prophet stellt ihn zur Rede, wird aber mit dem Tod bedroht.
    Joasch von Israel versucht, Amazja vom Kampf abzuhalten, aber dieser besteht auf seiner Herausforderung. In der Schlacht bei Bet-Schemesch wird Judageschlagen und Amazja gefangen genommen. Joasch führt ihn nach Jerusalem, lässt eine breite Bresche in die Nordmauer reißen, plündert Tempel und Königspalast und kehrt mit Geiseln und Beute nach Samaria zurück. Damit ist Amazjas Macht endgültig gebrochen. Das Volk erhebt sich unmittelbar darauf und macht 792 v.Chr. seinen 16-jährigen Sohn Asarja oder Usija zum Regenten (2Kön 14,21.22). Amazja bleibt noch lange Zeit am Leben. Als später erneut eine
    Verschwörung gegen ihn entsteht, flieht er nach Lachisch, aber die nachgesandten Mörder erreichen ihn dort. Man bringt den Leichnam nach Jerusalem zurück und setzt ihn in den Königsgräbern bei (2. Kö 14,1-20; 2. Chr 25,1-28).
  2. Der Vater von Joscha aus dem Stamm Simeon (1. Chr 4,34).
  3. Ein Vorfahre von Etan, einem Leviten und Tempelsänger zur Zeit Davids (1. Chr 6,30).
  4. Ein Priester der Stierverehrung von Bethel. Er führt bei König Jerobeam II. von Israel Klage über den Propheten Amos. Amazja verbietet Amos, weiter in Bethel gegen Israel zu weissagen, weil hier ein Königsheiligtum und Reichstempel sei. Amos beruft sich auf seinen Auftrag vom Herrn (Ich bin kein Prophet ..., Am 7,14) und kündigt Amazja an, dass auch ihn und seine Familie das Gericht Gottes beim Untergang des Volkes treffen wird (Am 7,10-17; vgl. 1. Kö 12,28-33).
Amnon

Das Alte Testament berichtet von zwei Männern, die diesen Namen tragen, der zuverlässig, treu bedeutet:

  1. Davids ältester Sohn, von der Jesreeliterin Ahinoam in Hebron geboren. Als Amnon seiner Halbschwester Tamar Gewalt antut, wird er dafür zwei Jahre später von ihrem Bruder Absalom getötet (2. Sam 3,2; 13). Damit beginnt das Gericht an David für seinen Mord an Uria (nun soll von deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen ..., 2. Sam 12,10).
  2. Ein Mann aus dem Stamm Juda, der Sohn von Schimon (1. Chr 4,20).
Amon

Der Name bezeichnet drei Männer im Alten Testament. Er bedeutet zuverlässig, treu und hängt auch mit dem ursprünglich hebräischen und uns gut bekannten Wort Amen zusammen.

  1. Ein Stadthauptmann in Samaria zur Zeit König Ahabs und des Propheten Micha (1. Kö 22,26; 2. Chr 18,25).
  2. Ein Sohn und Nachfolger des Königs Manasse von Juda (641-640 v.Chr.). Er kam mit 22 Jahren für nur zwei Jahre an die Regierung und setzte den Götzendienst seines Vaters fort, ohne sich an dessen Umkehr ein Beispiel zu nehmen. Amon fiel einer Verschwörung am Hof zum Opfer, das Volk tötete seine Mörder und setzte seinen achtjährigen Sohn Josia auf den Thron (2. Kö 21,19-26; 2. Chr 33,21-25; Mt 1,10).
  3. Der Stammvater oder das Haupt einer Familie der Sklaven Salomos, die mit Serubbabel aus der Gefangenschaft zurückkehrten (Neh 7,59).
Amos

ist einer der ersten Propheten, von denen eine Sammlung ihrer Sprüche erhalten ist, und wirkt etwa zeitgleich mit Hosea und Jesaja. Bevor Gott Amos ins Prophetenamt ruft, ist er Schafzüchter (Am 1,1), und aus Am 7,14 ist zu schließen, dass er auch Maulbeerfeigen züchtete. Amos ist in jedem Fall ein einfacher Mann: An den Bildern, die er in seiner Predigt gebraucht, kann man den mit dem Land und seinen Gegebenheiten verwurzelten Mann erkennen (vgl. Am 3,4.8.12; 4,1; 5,8.19 u.ö.). Dennoch ist seine kraftvolle, bildreiche Sprache prägnant und klar und erhebt sich teilweise zu dichterischem Parallelismus.
Amos kommt eigentlich aus Tekoa (Am 1,1), das in Juda, 16 km südlich von Jerusalem, liegt. Aber sein Hauptwirkungsgebiet ist das Nordreich, wo außer ihm nur Hosea wirkt, der auch von dort stammt. Von Gott berufen (um 760v.Chr.) verlässt er seine Herden (Am 7,15) und begibt sich von Judäa nach Israel in das Zehnstämmereich, das sich zu dieser Zeit unter dem König Jerobeam II. (787-747 v.Chr.) in politischer und wirtschaftlicher Blüte befindet. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel wirkt hier seine prophetische Predigt von der Gerechtigkeit Gottes, mit der er auf den inneren Verfall verweist, den die glänzende Fassade des wirtschaftlichen Aufschwungs nicht
verbergen kann: Auf religiösem, sittlichem und sozialem Gebiet herrschen schlimmste Missstände, und das Gericht ist unvermeidlich. Der Menge, die wahrscheinlich gerade das Herbstfest feiert und sich zu dem goldenen Stierbild drängt, das Jerobeam I. aufgerichtet hatte, erzählt er seine Vision vom Bleilot oder Senkblei (neuere Erkenntnisse lassen auch die Übersetzung Zinn zu; Am 7,7-9). Als Amos seine Botschaft schließlich auch in Bethel am Heiligtum Israels ausrichtet, versucht ihn derPriester Amazja von dort zu verdrängen.
Amazja warnt ihn, nachdem er ihn bei Jerobeam II. angezeigt hat (Am 7,10-15). Die berühmte Antwort lautet: Ich bin kein Prophet ... Aber der HERR nahm mich von der Herde ... (Am 7,14f). Amos ist jedoch nicht nur ein Unheilsprophet. Seine Worte lassen die Liebe Gottes durch das Gericht hindurchleuchten: in der geweissagten Bestrafung der Völker und der Aufforderung zur Buße, der die Rettung verheißen ist (Am 5,14.15). Schließlich taucht aber am Ende des Gerichtes die Verheißung des künftigen Heils auf, eine Zeit, in der Gott selbst sein Volk wieder aufrichtet und zu neuem, endgültigem Heil führt (Am 9,11ff). 
In seinen Gerichtsworten gegen andere Völker (Am 1f) ist es ungewöhnlich, dass auch inhumanes Verhalten der Fremdvölker untereinander, ohne Bezug zu Israel und Juda, als Grund zum Gericht angegeben wird.

Amos bedeutet Jahwe hat getragen.

Asa
  1. Ein Sohn und der Nachfolger von König Abija von Juda, ein Enkel Rehabeams und Urenkel Salomos (1. Kö 15,9-24; 2. Chr 14-16; Mt 1,7). Er regiert 41 Jahre lang (911-870 v.Chr.). Außenpolitisch herrscht während der ersten zehn Jahre Ruhe (2. Chr 13,23); das gibt Asa die Möglichkeit, entschlossen gegen den Götzendienst in Juda vorzugehen. Er zerstört und beseitigt Götzenbilder und heidnische Altäre, Sonnensäulen und Höhenheiligtümer, vertreibt die männlichen Prostituierten im Dienst der Fruchtbarkeitsgöttin. Seiner Großmutter Maacha entzieht er den Rang der Königin-Mutter, weil sie ein Ascherabild hatte herstellen lassen, das er verbrennt. Die Weihegaben seines Vaters und seine eigenen lässt er in den Tempel bringen. Zugleich nutzt er die Zeit zur Befestigung der judäischen Städte und zum Aufbau des Heeres. Einen mit ungeheurer Übermacht vorgetragenen Einfall des Kuschiten Serach kann Asa, der sich auf die Hilfe Gottes verlässt (2. Chr 14,10), bei Marescha zurückschlagen. Der Sieg ist vollständig, und das Heer kehrt mit reicher Beute heim. Der Prophet Asarja, der Sohn Odeds, bestärkt den König im Vertrauen auf Gott und im Kampf gegen den heidnischen Götzendienst. Asa führte die Reform nun in seinem gesamten Reich durch, stellt den Brandopferaltar am Tempel wieder her, und das ganze Volk erneuert mit einem Opfer von 700 Rindern und 7000 Schafen aus der Kriegsbeute den Bund mit Gott. Die Beteiligung von Untertanen des Nordreiches aus Ephraim und Manasse an diesem Dankopferfest gibt König Bascha von Israel wahrscheinlich den Anlass, Rama zur Sperrfestung auszubauen, um von da aus die Straßen nach Jerusalem beherrschen zu können. Die Jahresangaben »im 35.« und »36. Jahr der Herrschaft Asas« (2. Chr 15,19; 16,1) erscheinen dabei aber unverständlich, da Bascha nach 1. Kö 15,33; 16,8 schon 10 Jahre früher gestorben ist. Man hat daher entweder an eine Jahreszählung seit der Reichsteilung unter Rehabeam gedacht oder an Schreibfehler für das 15. und 16. Jahr (das 25. und 26. Jahr liegen ebenfalls schon zu spät). Nach diesen Vermutungen erfolgte der Ausbau Ramas im gleichen oder nächsten Jahr nach Asas Dankopfer. Dieser Bedrohung versucht Asa nun mit politischen Mitteln zu begegnen. Er schickt Gesandte mit allem Gold und Silber, das nach dem Beutezug des Pharao Schischak durch Palästina (1. Kö 14,25f) im Tempel und Königsschatz
    noch übrig geblieben war, an König Ben-Hadad I. von Damaskus und fordert ihn auf, sein Bündnis mit Bascha zu brechen. Asa hat Erfolg, die Syrer fallen in Nordisrael ein, und Bascha zieht von Rama ab. Das dort zurückgelassene Baumaterial schafft Asa nach Geba und Mizpa und befestigt damit diese Städte (vgl. Jer 41,9). Als nun aber der Seher Hanani den König tadelt, der den äußerlich geglückten politischen Schachzug nur im Vertrauen auf die eigene Klugheit ohne den Herrn unternommen hatte, und ihm offenbart, dass er damit einen Sieg über die Syrer aus der Hand gegeben und weiterhin Krieg zu erwarten habe, wird Asa zornig und lässt den Seher gefangen setzen (2. Chr 16,7-10). Das bedeutet den Wendepunkt in seinem Leben. Als er später an den Füßen erkrankt, suchte er auch in seiner Krankheit den Herrn nicht, sondern die Ärzte, und die Krankheit führt im 41. Jahr seiner Herrschaft zum Tode. Asas Beisetzung geschieht mit großer Pracht, und sein Sohn Joschafat wird sein Nachfolger. Mt 1,7 nennt Asa unter den Vorfahren Christi.
  2. Ein Sohn von Elkana, der Vater Berechjas und Levit (1. Chr 9,16).
Asaël

Im Alten Testament werden vier Männer mit diesem Namen erwähnt, der Gott hat gemacht bedeutet.

  1. Ein Sohn der Zeruja, ein Bruder von Joab und Abischai. Er ist einer von Davids 30 Kriegshelden und berühmt wegen seiner Schnelligkeit im Lauf (2. Sam 2,18; 23,24). In 1. Chr 27,7 wird er mit seinem Sohn Sebadja als Befehlshaber der vierten Heeresabteilung unter David genannt. Nach der Niederlage der Truppen Isch-Boschets bei Gibeon verfolgt Asaël Abner, dessen Heerführer, und lässt sich durch keine Warnung davon abbringen, sodass Abner schließlich seinem hartnäckigen Verfolger den Schaft des Spießes durch den Leib stößt (2. Sam 2,19-23). Jahre später rächt Joab den Tod des Bruders mitten im Frieden an Abner in Hebron (2. Sam 3,26.27).
  2. Einer der neun Leviten, die König Joschafat von Juda mit der Unterweisung des Volkes beauftragt (2. Chr 17,8).
  3. Ein Levit, der zur Zeit Hiskias Aufseher über die Abgaben war, die zum Tempel gebracht wurden (2. Chr 31,13).
  4. Der Vater von jenem Jonatan, der unter Esra gegen die Scheidung von den heidnischen Frauen auftrat (Esra 10,15).
Asaph

Der Name bedeutet Sammler und bezeichnet drei Männer im Alten Testament:

  1. Der Sohn von Berechja war Levit aus dem Geschlecht Gerschons zur Zeit Davids (1. Chr 6,24; Neh 12,46). Er und seine Nachkommen sind Sänger und Musiker an der Bundeslade und dann am Tempel. Mit Gesang und Spiel preisen sie den Herrn. Asaph wird bei der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem genannt (1. Chr 15,16-19; 16,5.7), Asaphs Söhne bei der Reinigung des Tempels zur Zeit Hiskias (2. Chr 29,13), beim Passa Josias (2. Chr 35,15), unter den Rückkehrern aus der babylonischen Gefangenschaft (Esra 2,41; Neh 7,44) und bei der Grundsteinlegung des Tempels (Esra 3,10.11). Aber Asaph ist nicht nur Sänger, sondern auch Dichter und Prophet (1. Chr 25,1.2; 2. Chr 29,30), und diese dreifache Gabe finden wir auch unter seinen Nachkommen. So beklagen zwei (Ps 74 und Ps 79) von den zwölf Psalmen, die den Namen Asaphs tragen (Ps 50; 73-83), die Zerstörung des Tempels und geben sich dadurch als Dichtung eines von Asaphs Kindern zu erkennen. Und Jahasiël aus Asaphs Geschlecht weissagt König Joschafat den Sieg über die Ammoniter und Moabiter (2. Chr 20,14-17).
  2. Der Vater von Hiskias Kanzler Joach (2. Kö 18,18; Jes 36,3).
  3. Ein Aufseher über die Wälder des Perserkönigs Artahsasta, der Nehemia Bauholz liefern sollte (Neh 2,8).
Asarja

Etliche Männer mit dem Namen Asarja, der »Jahwe hat geholfen« bedeutet, sind im Alten Testament bekannt: 

  1. Ein Judäer aus dem Geschlecht Serachs und der Familie Etans (1. Chr 2,8).
  2. Ein Levit, Nachkomme von Jizhar aus dem Geschlecht Kehats. Von ihm stammen der Prophet Samuel und der Sänger Heman ab (1. Chr 6,21).
  3. Einer der obersten Beamten Salomos, ein Sohn des Hohen Priesters Zadok und der Bruder von Ahimaaz (2. Sam 15,27; 1. Kö 4,2).
  4. Ein Enkel Zadoks und ein Sohn von Ahimaaz (1. Chr 5,35).
  5. Ein Sohn von Nathan (2. Sam 5,14), also war David wohl sein Großvater und Salomo sein Onkel. Er ist Vorgesetzter der 12 Amtleute unter Salomo (1. Kö 4,5).
  6. Ein Prophet und der Sohn von Oded. Er ermutigt König Asa, der 911-870 v.Chr. regiert, seine religiöse Reform gegen den heidnischen Götzendienst in ganz Juda und Benjamin durchzuführen (2. Chr 15,1-8).
  7. Zwei Söhne von König Joschafat (2. Chr 21,2). Falls es sich nicht um eine Textverderbtheit handelt, könnte man annehmen, dass beide von verschiedenen Müttern stammten, also Halbbrüder waren. 
  8. Ein Judäer aus dem Geschlecht Hezrons und der Familie Jerachmeels (1. Chr 2,38.39). Sein Großvater war Obed (V. 38), daher könnte er identisch sein mit dem Obersten Asarja, dem Sohn von Obed, der mithilft, Atalja zu stürzen und deren Enkel Joasch auf den Thron zu setzen (2. Chr 23,1).
  9. Ein weiterer Oberst, der Sohn von Jeroham, der beim Sturz Ataljas beteiligt ist (2. Chr 23,1).
  10. Einer der vornehmsten Ephraimiter, die das Heer Pekachs veranlassten, die gefangenen Judäer freizugeben, und ein Sohn von Johanan (2. Chr 28,12).
  11. Ein Sohn von Amazja und König von Juda, auch Usija genannt (vgl. 2. Kö 15,1 mit 2. Chr 26,1). Bei Asarja könnte es sich um den Thronnamen und bei Usija um den volkstümlichen Namen des gleichen Königs handeln. 
  12. Ein Hoher Priester (1Chr 5,36), wahrscheinlich derselbe, der Usija zurückwies, als der König sich das Priesteramt anmaßte (2. Chr 26,16-20). Vielleicht war er noch zur Zeit Hiskias im Amt (2. Chr 31, 10.13), wahrscheinlich aber gab es dann einen anderen Priester, der ebenfalls Asarja hieß.
  13. Ein Kehatiter, der als Vater von Joël erwähnt wird (2. Chr 29,12).
  14. Ein Levit vom Geschlecht Meraris. Er und Joël halfen zur Zeit Hiskias mit, den Tempel zu reinigen (2. Chr 29,12).
  15. Ein Hoher Priester, ein Sohn von Hilkija und der Vater von Seraja, nicht lange vor der babylonischen Gefangenschaft (1. Chr 5,39.40; Esra 7,3).
  16. Ein Sohn von Hoschaja, der zusammen mit anderen die Berufung Jeremias anzweifelt (Jer 43,2).
  17. Der hebräische Name für Abed-Nego (Dan 1,6.7).
  18. Ein Verbannter, der mit Serubbabel aus dem Exil in Babylon zurückkehrte (Neh 7,7). Vielleicht der gleiche, der in Esra 2,2 Seraja genannt wird.
  19. Ein vornehmer Judäer, wohl ein Fürst Judas, der an der feierlichen Einweihung der Mauer Jerusalems teilnahm (Neh 12,33).
  20. Der Sohn von Maaseja, der zu Nehemias Zeit ein Haus in Jerusalem besaß und die Mauer daneben ausbesserte (Neh 3,23.24).
  21. Einer der Leviten, die dem Volk das Gesetz erklärten, das Esra verlas (Neh 8,7). 
  22. Ein Priester, der zur Zeit Nehemias die Verpflichtung auf das Gesetz besiegelte (Neh 10,3).
  23. Ein Nachkomme Hilkijas und Tempelvorsteher nach der babylonischen Gefangenschaft (1. Chr 9,11).
Athalja

ist ein Männer- und Frauenname im Alten Testament und bedeutet »Jahwe ist erhöht«.

  1. Die Frau des Königs Joram von Juda, eine Tochter von Ahab und eine Enkelin von Omri (2. Kö 8,18.26). Energisch und skrupellos wie ihre Mutter Isebel, verschafft Atalja dem Baalsdienst des israelitischen Königshauses durch Joram und ihren Sohn Ahasja auch in Juda Eingang. Als nach dem Tode Jorams Ahasja nach einjähriger Regierung von Jehu erschlagen wurde, greift Atalja selber nach der Herrschaft und regiert sechs Jahre lang (ca. 845-840 v.Chr.). Sie lässt alle Mitglieder der königlichen Familie töten, um uneingeschränkt regieren zu können. Doch Ahasjas Schwester Joscheba, der Frau des Hohen Priesters Jojada, gelingt es, den jüngsten
    Sohn des Königs, Joasch, zu retten und vor Atalja im Tempel zu verbergen. Dann lässt Jojada nach sorgfältigerVorbereitung den siebenjährigen Joasch zum König ausrufen. Atalja eilt auf die Jubelrufe des Volkes herbei, wird gefangen aus dem Tempelbezirk hinausgeführt und am Palast getötet. Die Menge zerstört darauf den Baalstempel und tötet den Baalspriester Mattan (2. Kön11; 2. Chr 22; 23). Atalja ist die einzige Königin, die über Juda herrschte.
  2. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin aus der Familie Jerohams, der in Jerusalem wohnte (1. Chr 8,26).
  3. Der Vater eines Jesaja aus dem Geschlecht Elam, eines der Rückkehrer aus der Gefangenschaft zur Zeit Esras (Esra 8,7).

B

Barak

Der Name Barak bedeutet Blitz.

Ein Mann aus Israel, den Gott beauftragt, für Israel zu kämpfen. Sein Vater ist Abinoam aus Kedesch in Naftali. Der Kanaaniterkönig Jabin von Hazor unterdrückt die Israeliten 20 Jahre lang durch seinen Heerführer Sisera, der in Haroschet sitzt. Als die Israeliten deswegen zu Gott schreien, ruft die Richterin und Prophetin Debora Barak zu sich und gibt ihm den Auftrag vom Herrn, mit 10 000 Mann aus Naftali und Sebulon zum Berg Tabor zu rücken. Barak will nur unter der Bedingung gehorchen, dass Debora ihn begleitet. Das kostet ihn den Ruhm des Sieges: Nun sollte nicht er Sisera töten, sondern eine Frau. Auf die Nachricht, dass die Israeliten am Tabor stehen, rückt Sisera mit seinem ganzen Heer und 900 Streitwagen im Kischontal gegen sie vor. Doch Baraks Angriff überrennt die Kanaaniter und fügt ihnen eine vernichtende Niederlage zu. Sisera flieht zu Fuß und wird von Jael, der Frau von Heber, getötet, als er in ihrem Zelt Zuflucht sucht. In der Folge gelingt es Israel, König Jabin völlig zu vernichten (Ri 4). Debora und Barak feiern den Sieg mit einem Lied, dessen hebräische Sprache zur altertümlichsten im ganzen Alten Testament zählt (Ri 5). Der Hebräerbrief nennt Barak unter den alttestamentlichen Glaubensmännern (Hebr 11,32). 

Barsillai

Der Name bedeutet eisern und bezeichnet drei Männer im Alten Testament.

  1. Ein reicher Gileaditer aus Roglim, der den vor Absalom geflüchteten David und seine Leute in Mahanajim mit Ausrüstung und Verpflegung versorgt (2. Sam 17,27-29). Als der 80-Jährige nach dem Sieg den König über den Jordan zurückgeleitet, bietet David ihm an, mit ihm zu ziehen und sein Leben am Hof geehrt und ohne Sorgen zu beschließen.
    Doch Barsillai lehnt für sich unter Berufung auf sein Alter höflich und bestimmt ab; die Welt des Hofes ist nicht seine Welt, aber er weiß die königliche Gnade dem Kimham, der wohl sein Sohn ist, zuzuwenden (2Sam 19,32-41). David legt noch bei seinem Tode Salomo die Sorge für Barsillais Söhne ans Herz (1. Kö 2,7).
  2. Ein Priester und Schwiegersohn des Gileaditers Barsillai, der den Namen seines Schwiegervaters annimmt. Seine Nachkommen können bei der Rückkehr aus der Verbannung ihre Abstammung nicht mehr nachweisen und werden vom Priesteramt ausgeschlossen (Esra 2,61; Neh 7,63).
  3. Ein Meholatiter, dessen Sohn Adriël Sauls Tochter Merab zur Frau hatte (2. Sam 21,8).
Bathseba

Die Frau des Hetiters Uria. Ihr Vater heißt Eliam, ihr Großvater Ahitofel (2. Sam 11,3; 23,34; Mt 1,6). Als ihr Mann fern von zu Hause mit dem israelitischen Heer vor dem belagerten Rabba liegt, sieht David sie baden und lässt sie zu sich holen. Gegen den Befehl des Königs gibt es keinen Widerspruch, und Bathseba gehorcht. Als sie David dann hat melden lassen, sie erwarte ein Kind von ihm, und alle Versuche Davids, seinen Ehebruch zu vertuschen, fehlgeschlagen sind, schickt er Uria in den Tod und macht Bathseba nach Ablauf der Trauerzeit zu seiner Frau (2. Sam 11). Bathsebas Sohn stirbt nach dem Spruch des Herrn, doch dann wird sie die Mutter Salomos (2. Sam 12,14.18.24) und noch drei weiterer Söhne, Schammua, Schobab und Nathan (1. Chr 3,5).

Als Adonija kurz vor Davids Tod versucht, die Herrschaft an sich zu reißen, bewirken die Warnungen Batsebas und des Propheten Nathan, dass der König ihm mit der Salbung Salomos zuvorkommt und seinen Plan vereitelt (1. Kö 1,11-53). Bei einem zweiten Versuch, sein Anrecht auf den Thron zu sichern, bedient Adonija sich Bathsebas und erbittet sich durch sie Abischag von Schunem, die David im Alter zur Frau genommen hatte. Das wird ihm zum Verhängnis: Salomo erkennt die versteckte Absicht auf den Thron und lässt Adonija hinrichten (1. Kön 2,13-25).

Der Name Bathseba bedeutet Tochter der Fülle.

Ben-Hadad

Der Name bedeutet Sohn des Hadad und bezeichnet syrische Könige von Damaskus, die im 9. und 8. Jh. v.Chr. im Kampf um die Vorherrschaft in Syrien und Palästina die unversöhnlichen Feinde des israelitischen Nordreiches waren.

  1. Ben Hadad I., der Sohn Tabrimmons und ein Enkel Hesjons, wird von König Asa von Juda zu Hilfe gerufen, als dieser von Bascha, dem König von Israel, bedroht wird. Ben-Hadad ergreift die Gelegenheit zur Ausweitung seiner Macht, bricht sein Bündnis mit Bascha, fällt in die nördlichen Gebiete Israels ein und erobert Ijon, Dan, Abel-Bet Maacha sowie ganz Kinneret und Naftali. Das bedeutet für Damaskus die Kontrolle über die Handelswege nach Tyrus und zur Ebene Jesreel, die weiter ins Philisterland und nach Ägypten führen. Asa wird so zwar von der unmittelbaren Bedrohung durch Bascha, der Rama zur Sperrfestung ausbauen wollte, befreit; aber den eigentlichen Nutzen hat doch Syrien, der gemeinsame Gegner von Juda und Israel (1. Kö 15,18-22; 1. Chr 16,1-6). Eine in Nordsyrien gefundene Inschrift Ben-Hadads bestätigt die biblischen Angaben über seinen Vater und Großvater. Ob aber Hesjon weiter mit Reson (1. Kö 11,23-25), dem Begründer der Herrschaft von Damaskus, gleichzusetzen ist, muss noch offenbleiben.
  2. Ben-Hadad II., König von Syrien, ist später der Gegner Ahabs von Israel. Er wird bei der Belagerung von Samaria geschlagen, als er den Sieg schon errungen glaubt, und erleidet im Jahr darauf bei Afek eine vernichtende Niederlage, aus der er sich aber mit einem günstigen Vertrag zu retten weiß (1. Kö 20,1-34). Dann herrscht drei Jahre Frieden zwischen Israel und Syrien (1 Kö 22,2), die unter der Bedrohung durch den nach Westen vordringenden Assyrerkönig Salmanassar III. sogar vorübergehend zu Bundesgenossen werden. In der Schlacht bei Karkar nördlich von Hamat treten sie mit einer Reihe weiterer Verbündeter den Assyrern entgegen: Ahab nach assyrischen Angaben mit 2000 Streitwagen und 10 000 Mann, der König von Damaskus mit 1200 Wagen und 20 000 Mann. Kaum sind die Assyrer wieder abgezogen, versucht Ahab, den Syrern Ramot in Gilead abzunehmen, und fällt dabei (1. Kö 22,2-36). Unter seinem Sohn Joram wird der Krieg zunächst durch aramäische Streifscharen weitergeführt (2. Kö 5,2; 6,8-23), mit Unterbrechungen durch erneute Angriffe Salmanassars auf Damaskus (zwischen 848 und 838 v.Chr.). Danach rückt Ben-Hadad II. noch einmal gegen Samaria vor, schließt die Stadt ein und hat sie beinahe ausgehungert, als seine Truppen nachts Lärm wie von einem nahenden Heer zur Unterstützung Samarias hören und kopflos fliehen (2. Kö 6,24-7,20). Bald darauf wird Ben-Hadad II. von Hasaël ermordet, der den aramäischen Thron besteigt (2. Kö 8,7-15). Im assyrischen Bericht über die Schlacht bei Karkar (853 v.Chr.) heißt der aramäische König Adadidri, was dem hebräischen Hadad-Eser entspricht. Das zwingt aber nicht dazu, Ben-Hadad, den Zeitgenossen Ahabs, von dem zur Zeit Jorams lebenden Ben-Hadad II. zu trennen und zwischen ihnen die Herrschaft eines Hadad-Eser anzunehmen, der dann der aramäische König von 1Kön 22,2-2Kön 6,23 wäre, dessen Name nicht genannt wird. Wahrscheinlicher ist, dass der vollständige Name Ben-Hadad-Eser (»Sohn des Hadad, der Hilfe ist«) lautete, den die Juden und Assyrer verschieden zu Ben-Hadad und Adad-Idri verkürzt haben.
    Darüber hinaus hat man auch in dem Ben-Hadad, der zur Zeit Asas und Baschas regierte, denselben Herrscher sehen wollen. Das würde auf eine immerhin denkbare Regierungszeit des Syrerkönigs von rund 50 Jahren führen und lässt sich durch die oben erwähnte Inschrift Ben-Hadads I. stützen, die nach der Form ihrer Buchstaben in die Mitte des 9. Jh. v.Chr. gehört.
  3. Ben-Hadad III., der Sohn und Nachfolger Hasaëls zu Beginn des 8. Jh. v.Chr. Im Gegensatz zu den Erfolgen seines Vaters, unter dem Ben-Hadad III. noch als Kronprinz gegen Israel gekämpft zu haben scheint (2. Kö 13,3-7), gelingt es ihm nicht, die Vormachtstellung Syriens zu bewahren. Noch unter Hasaël hatte der Assyrer Adadnirari III. Damaskus eingeschlossen und tributpflichtig gemacht. Nun vermag Joasch von Israel Ben-Hadad III. dreimal zu schlagen und die von Hasaël eroberten israelitischen Städte zurückzugewinnen (2. Kö 13,22-25; vgl. 10,32.33). Im Norden seines Reiches, wo Ben-Hadad sich mit mehreren Verbündeten gegen die aufstrebende Macht des Königs Zakir von Hamat wendet, erleidet er ebenfalls einen Rückschlag, wie das Siegesdenkmal Zakirs beweist. Ben-Hadads III. Schwäche ermöglicht den neuen Aufstieg Israels unter Jerobeam II. In Jer 49,27 und Amos 1,4 werden die Paläste Ben-Hadads III. in Damaskus erwähnt.
Bezaleel 1

Das Alte Testament kennt zwei Männer mit diesem Namen, der »Im Schatten (Schutz) Gottes« bedeutet.
1) Ein Mann aus dem Stamm Juda, den Gott begabt und zusammen mit Oholiab, einem Mann aus dem Stamm Dan, zur Herstellung der Stiftshütte, der Bundeslade und aller Geräte, des Altars und der Priesterkleidung berufen hatte. Sieführten Schmiedearbeiten in Gold, Silber und Kupfer aus, schnitten und fassten Edelsteine, zimmerten und schnitzten in Holz und fertigten die verschiedensten Webarbeiten an (2. Mo 31,1-11; 35,30-35; 38,22.23).

Bezaleel 2

Das Alte Testament kennt zwei Männer mit diesem Namen, der »Im Schatten (Schutz) Gottes« bedeutet.
Ein Mann aus dem Geschlecht Pahat-Moab, der eine heidnische Frau genommen hatte, die er nun wieder fortschicken musste (Esra 10,30).

Boas

ist ein reicher und angesehener Grundbesitzer in Bethlehem. Während einer Hungersnot zieht einer seiner Verwandten, Elimelech, mit seiner Frau Noomi und ihren beiden Söhnen in das Land der Moabiter. Doch schon bald stirbt Elimelech und einige Jahre später auch die beiden Söhne, und die Witwe Noomi geht mit ihrer Schwiegertochter Rut, einer Moabiterin, wieder zurück nach Bethlehem. Dort trifft Boas auf Rut, als sie auf seinem Feld Ähren sammelt, und begegnet ihr freundlich. Als ein noch näherer Verwandter auf sein Recht verzichtet, Rut zu heiraten, nimmt Boas sie zur Frau. Damit erhält er das Erbe Elimelechs und seiner Söhne und setzt ihr Geschlecht in seinem ersten Sohn Obed fort, dem Vater Isais und Großvater Davids (Rut 2-4). In Matthäus 1,5 und Lukas 3,2 taucht Boas somit als einer der Vorfahren Jesu auf.

Der Name könnte so etwas bedeuten wie Von scharfem Geiste oder auch In ihm ist Kraft.

D

David

war der bedeutendste König über Israel, ein Musiker und Dichter, und Gottes Verheißung über ihn, dass sein Haus ewig bestehen soll, erfüllt sich in Jesus Christus.

Davids Jugend

David wird seinem Vater Isai aus Bethlehem als jüngster von acht Söhnen geboren. In 1. Samuel 13,14 wird er als ein Mann nach dem Herzen Gottes bezeichnet, und auch nach menschlichem Ermessen ist er ein bewundernswerter Mensch: Er ist schön, kraftvoll, redegewandt und hat zwei eher gegensätzliche Begabungen: eine musikalische als guter Saitenspieler und eine mutige, die sich beim Hüten der Schafe seines Vaters zeigt (1. Sam 16,1.10.11; 1. Chr 2,13-16; 1. Sam 16,12.18; 17,34-36). Als König Saul Gott nicht gehorcht, wird er verworfen, und Gott beauftragt den Propheten Samuel, David zu Sauls Nachfolger zu salben und dadurch auch mit dem Geist des Herrn zu erfüllen (1. Sam 16, 1-13). Am Hof Sauls Als Saul von einem bösen Geist ergriffen wird, kommt David an seinen Hof, um ihn aufzumuntern. David erlangt Sauls Zuneigung, sodass er ihn zu seinem persönlichen Waffenträger ernennt (1. Sam 16). Zwischendurch kehrt David aber immer wieder zu den Schafen  seines Vaters zurück, der ihn eines Tages zu Sauls Heerlager schickt, um seinen Brüdern dort Proviant zu bringen. Einer der Philister, Goliat, fordert gerade zum Zweikampf auf. Während die anderen Krieger sich fürchten, nimmt David die Herausforderung an, verzichtet auf jegliche Rüstung und streckt den Riesen stattdessen mit einem Stein aus seiner Schleuder nieder. Anschließend zieht er ganz an den Hof (1. Sam 16,14-18,2), wo die legendäre Freundschaft zwischen David und Sauls Sohn Jonatan beginnt. Als das Volk begeistert Davids Tapferkeit mit den Worten »Saul hat Tausende erschlagen, David aber Zehntausende« feiert, wird Saul eifersüchtig und schmiedet einige Pläne, um David loszuwerden: Er lässt ihn gegen die Philister kämpfen, fordert als Brautpreis für seine Tochter Michal 100 Vorhäute von Kriegern und versucht ihn, mit einem Speer zu töten, woraufhin David zu Samuel nach Rama flieht (1. Sam 19). Bei einer letzten Begegnung bestätigt ihm Jonatan die Unmöglichkeit jeder Versöhnung mit Saul, und beide sichern sich noch einmal ihre Freundschaft zu (1. Sam 20).

Flucht und Aufenthalt in der Wüste und in Gat

David flieht erst nach Nob zu dem Priester Ahimelech, der ihm Brot und eine Waffe gibt, und anschließend zu dem Philisterkönig Achisch nach Gat. Als man ihn dort gefangen nehmen will, stellt er sich wahnsinnig (1. Sam 21; Ps 34,1; 56,1) und sucht nun in der Höhle Adullam Schutz. Dort sammelt er eine Gruppe von vierhundert Männern um sich und bringt seine Eltern, die ebenfalls zu ihm kommen, beim Moabiterkönig in Sicherheit. Gott schickt ihn nach Juda und von dort weiter nach Keïla, das sie von den Philistern befreien. Saul hört von Davids Aufenthalt in Keïla und beginnt die jahrelange, erbarmungslose Verfolgung seines Gegners (1Sam 23). Zweimal verzichtet David auf die Gelegenheit, Saul zu töten, um sich nicht am Gesalbten des Herrn zu vergreifen und dafür bestraft zu werden (1. Sam 23-26). Um Saul endgültig zu entkommen, schließt er sich mit seiner Truppe und seinen beiden Frauen Abigajil und Ahinoam in Gat dem Philisterkönig Achisch an, der ihm ein Stück Land ihn Ziklag zuweist. David gerät in einen Zwiespalt: Weil er nicht gegen sein eigenes Volk kämpfen will, Achisch aber genau das von ihm erwartet, muss er andere Völker bekämpfen und Achisch belügen (1. Sam 27). Als Achisch gegen Sauls Heer zu Felde zieht, will er sich von David begleiten lassen, aber als mögliche Überläufer schickt man David und seine Männer doch wieder nach Hause (1. Sam 28). So kämpft David nicht in der Schlacht im Gebirge von Gilboa, in der Jonatan getötet wird und Saul sich in sein eigenes Schwert stürzt (1. Sam 31). Stattdessen finden sie bei ihrer Rückkehr Ziklag verbrannt und ihre Frauen und Kinder geraubt, woraufhin Davids Leute zu meutern beginnen und ihn steinigen wollen. Da tut David, was er seit Keïla versäumt hat: Er befragt den Herrn – und bekommt Antwort. Sie besiegen die Amalekiter, doch die Freude darüber wird von der Trauer über Jonatans und Sauls Tod abgelöst, die in einem Klagelied Ausdruck findet (1. Sam 30-31).

David als König

Mit dreißig Jahren wird David von seinem Stamm Juda zum König gesalbt. Obwohl Sauls Heerführer Abner Sauls SohnIsch-Boschet zum König einsetzt, nimmt Davids Macht im jahrelangen Krieg zwischen Juda und Israel ständig zu.
Hilfreich ist ihm dabei vor allem sein Heerführer und Neffe Joab, der zusammen mit seinem Bruder Abischai schließlich Abner auch tötet – aus Rache, weil Abner Joabs Bruder Asaël getötet hatte. David lässt diesen Mord an Abner ungestraft, doch als kurz darauf zwei Streifscharführer aus dem Stamm Benjamin Isch-Boschet überfallen und seinen Kopf nach Hebron bringen, lässt David sie sofort hinrichten (2Sam 2-4). Nach 7-jähriger Regierungszeit über Juda wird er nun von den Ältesten zum König über ganz Israel gesalbt (2. Sam 5,1-5; 1Chr 11,1-3; 12,23-40). Inzwischen ist er Vater von sechs Söhnen, darunter Amnon, Absalom und Adonija.

Die Bundeslade

Als erste Aktion in seiner Regierung erobert David Jerusalem, das man eigentlich für uneinnehmbar gehalten hatte, und macht es zur Hauptstadt. Eine politisch und militärisch außerordentlich kluge Entscheidung: Der auf der Grenze von Juda und Benjamin gelegene Ort bedeutet weder eine Bevorzugung des Nordens noch Judas. Die folgende Zeit ist sehr ereignisreich: Weitere Frauen und Nebenfrauen schenken ihm noch mehr Söhne und Töchter (2. Sam 5,6-16; 1Chr 3,4-9; 14,1-7), er befestigt die Stadt neu und lässt seinen Königspalast dort errichten. Außerdem holt er die Bundeslade aus dem Land der Philister zurück – von den Leviten getragen und geleitet unter dem Jubel des ganzen Volkes. Er selbst tanzt auf dem Weg – nur mit dem Priesterschurz bekleidet – vor der Lade her. Michal verachtet dieses Verhalten und wird dafür nun kinderlos bleiben (2. Sam 6; 1. Chr 13; 15.16). Als die Bundeslade wieder im Land ist, muss der tägliche Gottesdienst komplett neu geordnet werden: Priester, Sänger und Tempeldiener werden gezählt und eingeteilt. Dem Dichter und Musiker David liegen dabei besonders die Sänger, ihre Lieder und ihre Musik zum Lob des Herrn am Herzen. Hier wirkt er durch seine eigenen Psalmen mit und beauftragt Asaf und seine Brüder, Gott für die Überführung der Lade ein Danklied zu singen (1. Chr 6,16-32; 9,22; 16,4-42; 23,1-26,28).
Als David aus Dankbarkeit für die Fülle des Segens Gottes seinen Zedernpalast in der Mitte eines befriedeten Reiches betrachtet und mit der Zeltwohnung der Bundeslade vergleicht, wächst in ihm der Wunsch, nun auch für die Lade Gottes ein Haus, nämlich einen Tempel zu bauen. Doch der Wille Gottes lautet anders: Weil David in seinen Kriegen viel Blut vergossen hat, wird erst Davids Sohn Salomo den Bau ausführen (1. Chr 22,8), während David ihn nur vorbereitet, indem er Baumaterial und Pläne zusammenstellt (2. Sam 7; 1. Chr 17; 22; 28,1-29,21). Doch Gott gibt David eine Verheißung und verspricht, dass Davids Haus ewig vor Gott bestehen wird. Bei einer Volkszählung, die David gegen den Willen Gottes durchführt, kommt die Pest als Strafe über Israel. Doch Gott lässt sich von seiner Barmherzigkeit erweichen und hält seinen Engel davon ab, Israel weiter zu bestrafen. Dies geschieht auf der Tenne des Jebusiters Arauna, und Gott befiehlt David durch den Propheten Gad, an diesem Ort einen Altar zu errichten, und später beginnt Salomo dort auch den Tempelbau (2. Sam 24; 2Chr 3,1).

Herrschaft und Staatsorganisation

David festigt sein Reich durch viele Siege über die Nachbarvölker: Er unterwirft die Philister (2. Sam 5), bleibt im Norden  Sieger gegen die Syrer, im Süden und Südosten richtet er seine Herrschaft über Moab, Edom und die Amalekiter auf
(2. Sam 8), und nachdem sich die Aramäer unterworfen haben, macht er die gefangenen Ammoniter zu Zwangsarbeitern (2Sam 10). Israel nimmt nun, abgesehen von den schmalen Küstenstrichen der Philister und Phönizier, den ganzen Raum zwischen dem Meer und der arabischen Wüste ein und hat damit die Grenzen seines verheißenen Landes im Wesentlichen erreicht (4. Mo 34,2-12; Hes 47,15-20). 
Das Heer und auch die Verwaltung des ausgedehnten Reiches erfordern eine umfassende Organisation. David richtet wahrscheinlich nach ägyptischem Vorbild die Ämter des Kanzlers und des Schreibers ein (2. Sam 8,16.17), beruft sich
Ratgeber (1. Chr 27,32-34) und setzt verschiedene Beamte, einen Aufsichtsleiter über die Fronarbeiten (2. Sam 20,24) und neben den Fürsten der Stämme (1. Chr 27,16-22) Richter und Verwaltungsbeamte ein (1. Chr 26,29-32). Den höchsten
militärischen Rang hat der Oberbefehlshaber des Heeres, eines Volksaufgebotes, das in 12 Abteilungen gegliedert wird (1. Chr 27,1-15), und der Befehlshaber der Leibwache (2. Sam 20,23). Eine Sonderstellung nehmen die Kriegshelden
Davids ein, seine Gefährten noch aus der Zeit der Flucht vor Saul, deren Taten gerühmt und bewundert wurden. Eine Reihe von ihnen (Joab, Abischai, Benaja) finden wir später in hohen Kommandostellen (2. Sam 23,8-39; 1. Chr
11,10-12,22; 20,4-8). In Davids Regierungszeit – es ist nicht ersichtlich, wann genau – herrscht in Israel drei Jahre lang eine Hungersnot. Sie ist noch die Strafe dafür, dass Saul Jahre zuvor versucht hatte, die Gibeoniter auszurotten, obwohl sie eigentlich mit Israel verbündet waren. David wird nun von Gott beauftragt, diese Schuld zu sühnen. Auf ihren Wunsch liefert er daher sieben Nachkommen Sauls den Gibeonitern aus und stimmt Gott damit wieder gnädig (2. Sam 21,1-14). Weil er sich
jedoch mit Jonatan Treue geschworen hatte, nimmt er einen Nachkommen Sauls, Jonatans gelähmten Sohn Mefi-Boschet, an seinen Hof auf und lässt ihn wie die eigenen Söhne versorgen (2. Sam 9).

Davids Ehebruch

Mitten auf der Höhe seiner Macht stürzt David in die Tiefe der Sünde. Vom Dach seines Hauses aus beobachtet er eine Frau beim Baden. Obwohl er erfährt, dass es Batseba ist, die Frau Urias, lässt er sie holen und verführt sie. Als dann David gemeldet wird, dass sie ein Kind von ihm erwartet, stellt er Uria beim Kampf in die vorderste Reihe, in derHoffnung, dass er dort getötet wird, und so kommt es auch. Nach Urias Tod wird Batseba offiziell Davids Frau und die Mutter eines Sohnes. Gott lässt David durch den Propheten Nathan sein Urteil verkünden: Ewig wird das Schwert nicht mehr von Davids Haus lassen – was sich bis heute hin erfüllt hat. Das Todesurteil über David selber wird aufgehoben, als er seine Sünde bekennt, doch sein Sohn muss sterben. Er bekommt mit Batseba jedoch einen zweiten Sohn, seinen späteren Nachfolger Salomo (2. Sam 11,2-12,25). Von jetzt ab steht Davids Leben zugleich unter Gericht und Verheißung.

Absaloms Aufstand

Davids ältester Sohn Amnon verliebt sich in Tamar, die Schwester seines Halbbruders Absalom, verführt sie und verstößt sie anschließend. Obwohl David davon erfährt, verzichtet er auf eine Bestrafung und veranlasst damit seinen jüngeren Sohn Absalom, zwei Jahre später Rache zu üben und Amnon umbringen zu lassen. Absalom flieht daraufhin zu seinem Großvater nach Geschur, und erst Joab bewegt David, ihn zurück nach Jerusalem zu holen (2. Sam 13-14).
Absalom gewinnt das Herz des Volkes, indem er ihm eine günstigere Rechtssprechung zusagt. So gelingt ihm eine Verschwörung, die offensichtlich für David sehr gefährlich ist: Als Absalom sich als König ausrufen lässt, flieht David mit einigen Leuten aus dem Volk in die Wüste und an den Jordan (2. Sam 15-16). Unterwegs trifft er seinen treuen Diener Huschai und schickt ihn zu Absalom. Er soll dessen Vertrauen gewinnen, aber für David arbeiten – und das gelingt ihm: Als Absalom Huschai befragt, ob ein Vorschlag seines Ratgebers Ahitofel zum Kampf gegen David klug ist, kann Huschai ihn von dem Plan abbringen und David warnen. David flieht über den Jordan und sammelt sein Heer in Mahanajim, wo er das Heer seines Sohnes Absalom besiegt. Obwohl er den ausdrücklichen Befehl gegeben hatte, Absalom nicht zu töten, bringt Joab ihn um und stürzt David damit in tiefe Trauer (2. Sam 16-18). Auf dem Rückweg nach Jerusalem erweist David, der in all dem Gottes Gericht erkannt hat, einigen Männern, die ihn verleumdet oder verlassen hatten, Barmherzigkeit. Er kann damit aber nicht verhindern, dass sich das Volk Scheba, einem Mann aus dem Stamm Benjamin, anschließt, der einen neuen Aufstand anzettelt. Nachdem Joab erst Amasa getötet hatte, der vom König an seiner Stelle zum Heerführer eingesetzt worden war, gelingt es ihm, den Aufstand niederzuschlagen (2. Sam 19-20).

Davids Tod

Als David schon sehr alt ist, wird ihm ein letztes Mal die Herrschaft streitig gemacht: Sein jetzt ältester Sohn Adonija ernennt sich zum König, ohne dass David etwas davon weiß. Batseba bittet David, noch vor seinem Tod ihren Sohn Salomo als neuen König bekannt zu geben, den er zuvor schon dazu bestimmt hatte. So wird Salomo noch am gleichen Tag zum König gesalbt und ausgerufen – und David darf zu Lebzeiten seinen vom Herrn bestimmten Nachfolger auf dem Thron und so auch das Reich nach all den inneren Wirren sicher in eine Friedenszeit hineingeführt sehen. In seinem letzten Willen empfiehlt er Salomo, Gott zu gehorchen, und verpflichtet ihn, Joabs Vergehen zu bestrafen, die Söhne Barsillais, der ihn bei einer Schlacht versorgt hatte, zu belohnen, und Schimi, der ihm geflucht hatte, nicht ungestraft zu lassen. Nach einer Regierung von über 40 Jahren und einem Leben voller Höhen und Tiefen stirbt er mit 70 Jahren und wird in Jerusalem beigesetzt (1. Kön 1,1-2,12).

Davids Leben im Urteil der Bibel

David kann in einer langen und tatkräftigen Herrschaft voll großer außen- und innenpolitischer, militärischer und organisatorischer Erfolge ein ausgedehntes Reich aufbauen und unter Überwindung aller Schwierigkeiten bewahren. Er ist Feldherr und Staatsmann zugleich, kann geduldig warten und blitzschnell handeln. Als Musiker und Dichter singt er die Totenklage um Saul und Jonatan und die Psalmen, die sein ganzes Leben begleiten (vgl. die Überschriften zu Ps 59; Ps 52; Ps 56 und Ps 34; Ps 57 und Ps 142; Ps 63; Ps 54; Ps 60; Ps 18 und 2Sam 22; Ps 51; 3; 2. Sam 23,1-5.) 

David ist reich auch als Mann und Vater, aber hier am stärksten gefährdet. Seine Frauenliebe zieht Ehebruch und Mord nach sich, und die Liebe zu seinen Söhnen führt dazu, dass Verbrechen ungestraft bleiben. Nachgiebigkeit in der eigenen Familie, auch dem Neffen Joab gegenüber, führt zu einer Verletzung seiner königlichen Amtspflicht und vergrößert die Auswirkungen seiner eigenen Sünden noch. Doch ist nicht das Versagen das Entscheidende in diesem Leben, sondern der Reichtum, die Fülle der Erfolge, die aus den Verheißungen und dem Segen des barmherzigen Herrn erwachsen, an dem David festhält und zu dem er immer wieder zurückkehrt. Im Urteil Gottes sind die Sünden vergeben und ausgelöscht. David bleibt der König, den ich erwählt habe und der Gebote und Rechte gehalten hat (1. Kö 11,33f), der meine Gebote hielt und mir von ganzem Herzen nachwandelte (1. Kö 14,8). 

Sein Name bedeutet wahrscheinlich Bruder des Vaters oder auch Liebling, und an diesem Vorbild des Lieblings Gottes werden die Könige Judas und Israels immer wieder gemessen, von Salomo (2. Chr 7,17; 1. Kö 3,3; 11,4.6) und Jerobeam (1. Kö 11,38; 14,8) bis zu Hiskia (2. Kö 18,3) und Josia (2. Kö 22,2). Um Davids willen verschont der Herr Salomo, wie er es in 2. Samuel 7,15 verheißen hat (1. Kö 11,12.13), Abija (1. Kö 15,4.5), Juda (2. Kö 8,19) und Jerusalem (2. Kö 19,34; 20,6); und um Davids willen wird Gott für den König gebeten (Ps 132,10-18). Wie hier der Psalmbeter, sobezieht sich auch der Herr immer wieder auf seine David gegebene Verheißung (Jes 55,3; Jer 33,14-17). 

Das Neue Testament sieht in David den Propheten (Apg 2,30) und Glaubenshelden (Hebr 11,32), den Mann nach Gottes Herzen und Vorfahren (Apg 13,22.23; Mt 1,1.6) des Davidssohnes (Mt 9,27; 15,22; Röm 1,3), der zugleich Davids Herr ist: Christus (Mt 22,42-45). In diesem kommen die David gegebenen Zusagen zur Erfüllung (Lk 1,32.33).

Deborah (1)

Der Name bezeichnet zwei Frauen im Alten Testament und bedeutet Biene.

Als Rebekka von ihrem Elternhaus in Mesopotamien wegzieht zu ihrem Mann Isaak, wird sie von ihrer Amme Debora begleitet (1. Mo 24,59). Debora stirbt in hohem Alter bei Jakob in Bethel und wird dort unter einer Eiche begraben, die danach Klageeiche hieß (1. Mo 35,8).

Deborah (2)

Der Name bezeichnet zwei Frauen im Alten Testament und bedeutet Biene.
Eine Prophetin und die Frau von Lappidot. In der Zeit, als König Jabin von Hazor Israel unterdrückt, ist sie Richterin. Sie wohnt unter der nach ihr genannten Palme zwischen Bethel und Rama auf dem Gebirge Ephraim. Von ihr erhält ein Mann namens Barak den Auftrag, gegen Jabins Feldherrn Sisera in den Kampf zu ziehen. Sie begleitet ihn auf seinen Wunsch hin und gibt das Zeichen zum Angriff (Ri 4, 1-16). Nach der Schlacht feiert sie mit Barak den Sieg in einem großartigen Triumphlied von bildhafter und lebendiger Ausdruckskraft (Ri 5).

Delila

Eine Frau, die im Tal Sorek wohnt. Der Richter Simson liebt sie, und da die Philister ihm an den Kragen wollen, bestechen sie Delila. Sie soll ihm das Geheimnis seiner ungeheuren Kraft entlocken. Dreimal gibt er ihr den falschen Hinweis, doch dank ihrer weiblichen Waffen gelingt es ihr, den wahren Grund seiner Stärke herauszufinden: Gott hatte ihn schon vor seiner Geburt dazu berufen, die Befreiung Israels von den Philistern zu beginnen, und versprochen bei ihm zu sein, solange sein Haar nicht geschnitten wurde. Delila lässt Simson einschlafen und seine Locken schneiden und liefert ihn so den Philistern aus. Die stechen ihm die Augen aus, legen ihn in Ketten und lassen ihn eine Mühle ziehen. Nach und nach wächst sein Haar wieder – und damit auch seine Kraft. Als er zwischen den Säulen eines Hauses steht, bittet er Gott ein letztes Mal um Kraft. Er stemmt sich gegen die Säulen, bringt das Haus zum Einstürzen und reißt so viele Philister mit in den Tod (Ri 16,4-21).

Der Name Delila könnte übersetzt Herabwallende Locke.

E

Ehud (1)

Ehud
Ein Sohn des Bilhan, der unter den Nachkommen Benjamins und Jediaëls erwähnt wird (1. Chr 7,10; 8,6).

Ehud (2)

Ehud
Der zweite Richter über Israel, aus dem Stamm Benjamin, ein Sohn des Gera. Weil das Volk Israel Gott nicht gehorcht, kann der moabitische König Eglon das Volk Israel 18 Jahre lang unterdrücken. Dann aber erhört Gott das Flehen seines Volkes und befähigt Ehud. Er ist Linkshänder und ersticht Eglon mit einem Dolch im Obergemach seines
Palastes in Jericho. Danach sammelt er Israel und schlägt die Moabiter an den Jordanfurten. Doch nach seinem Tod wendet sich das Volk wieder einmal von Gott ab (Ri 3,12-4,1).

Ela

taucht mehrmals im Alten Testament auf und heißt übersetzt Großer Baum (Terebinthe).

  1. Ein Nachkomme Esaus und einer von elf Stammesfürsten in Edom (1. Mo 36,41).
  2. Einer von Kalebs Söhnen und ein Enkel Jefunnes (1. Chr 4,15).
  3. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, der als Sohn des Usi erwähnt wird (1. Chr 9,8).
  4. Der Vater des Statthalters Schimi in Benjamin zur Zeit des Königs Salomo über Israel (1. Kö 4,18).
  5. Ein König über Israel zur Zeit, als Asa Juda regiert. Er ist der Sohn und Nachfolger des Königs Bascha. Zwei Jahre lang regiert er in Tirza (883-882 v.Chr.), bevor er von seinem General Simri im Hause seines Hofmeisters überfallen und ermordet wird. Dann rottete Simri das gesamte Haus Baschas aus, genauso wie der Prophet Jehu es schon vorher angekündigt hatte (1. Kö 16,1-14).6) Der Vater von Hoschea, einem der Könige von Israel (2. Kö 15,30; 17,1).
Ela

taucht mehrmals im Alten Testament auf und heißt übersetzt Großer Baum (Terebinthe).

  1. Ein Nachkomme Esaus und einer von elf Stammesfürsten in Edom (1. Mo 36,41).
  2. Einer von Kalebs Söhnen und ein Enkel Jefunnes (1. Chr 4,15).
  3. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, der als Sohn des Usi erwähnt wird (1. Chr 9,8).
  4. Der Vater des Statthalters Schimi in Benjamin zur Zeit des Königs Salomo über Israel (1. Kö 4,18).
  5. Ein König über Israel zur Zeit, als Asa Juda regiert. Er ist der Sohn und Nachfolger des Königs Bascha. Zwei Jahre lang regiert er in Tirza (883-882 v.Chr.), bevor er von seinem General Simri im Hause seines Hofmeisters überfallen und ermordet wird. Dann rottete Simri das gesamte Haus Baschas aus, genauso wie der Prophet Jehu es schon vorher angekündigt hatte (1. Kö 16,1-14).
  6. Der Vater von Hoschea, einem der Könige von Israel (2. Kö 15,30; 17,1).
Eli
Neben einem Vorfahren Christi, den Lukas im Stammbaum in Lk 3,23 aufzählt, kennt das Alte Testament noch einen andern Mann mit diesem Namen: den Hohenpriester zu Silo, der zugleich 40 Jahre lang Richter über Israel ist (1. Sam 1,9; 4,18). Er stammt aus dem Geschlecht Itamars, des jüngsten Sohnes Aarons (vgl. 1. Kö 2,27 und 1. Chr 24,3.6), und scheint der erste Hohe Priester aus dieser Linie zu sein. Aber wie Eli zu dem Priesteramt gekommen ist, das er sich sicher nicht angemaßt hat, oder wer sein unmittelbarer Vorgänger war, wissen wir nicht. Er ist auch der erste Richter aus dem Priestergeschlecht.

In hohem Alter kann sich Eli nicht mehr gegen die Eigenmächtigkeiten seiner Söhne durchsetzen (1. Sam 2,12-17.22-25; 3,13), und es erscheint erst ein Mann Gottes, der das Gericht über sein Haus ankündigt (1. Sam 2,27-36). Später lässt Gott dies noch einmal durch den jungen Samuel ankündigen (1. Sam 3,11-14.18). Der 98-jährige, erblindete Mann stürzt rückwärts vom Stuhl und bricht sich das Genick, als er die Unglücksbotschaft von der Niederlage bei Eben-Eser, dem Verlust der Bundeslade und dem Tod seiner Söhne empfängt (1. Sam 4, 1-18). Nach Elis Tod verliert das Amt des Hohen Priesters an Bedeutung, solange die Bundeslade in den Händen der Philister
ist und nachher in Kirjat-Jearim steht; der Prophet und Richter Samuel ist nun auch der religiöse Führer des Volkes. Das Gericht über das Haus Elis vollendet sich, als Salomo Abjatar absetzt und Zadok aus der Linie Eleasars an seine Stelle tritt (1. Kön 2,27.35).

Eli heißt übersetzt hoch und meint vielleicht Gott ist hoch

Elia

Der Name bezeichnet mehrere Männer im Alten Testament, von denen der Prophet der bekannteste ist. Sein Charakter erfüllt vollkommen, was der Name aussagt: Mein Gott ist Jahwe.

  1. Über den Propheten Elia wird vor allem in 1. Kö 17 bis 2. Kö 2 berichtet. Seine Lebensgeschichte liest sich als eine der spannendsten Biografien der Bibel. Elia kommt aus Tischbe in Gilead (1. Kö 17,1) und lebt und wirkt zur Zeit König Ahabs von Israel (871-852 v.Chr.). Ahab, durch seine Frau Isebel zum Baalsdienst verleitet, hatte kein Leben geführt, das Gott besonders gut gefiel: Er errichtete einen Tempel und Altar des Baal in Samaria und ein Ascherabild (1. Kö 16,31-33), ließ die Altäre des Herrn zerstören und seine Propheten ausrotten (1. Kö 19,10) und verhalf dem heidnischen Götzendienst dazu, sich in Israel durchzusetzen. Seine Antwort darauf lässt Gott durch Elia verkünden: Eine jahrelange Dürre steht bevor, die erst auf das Wort des Propheten enden soll (1. Kö 17,1). Auf Gottes Anweisung hin versteckt sich Elia am Bach Krit, einem kleinen Nebenfluss des Jordan, östlich zwischen dem See Genezareth und dem Toten
    Meer. Dort findet Elia Wasser, und Raben versorgen ihn mit Brot und Fleisch, bis der Bach versiegt (1. Kö 17,2-7). Nun schickt ihn der Herr weiter nach Zarpat, auch Sarepta genannt, an der Mittelmeerküste zwischen Tyrus und Sidon zu einer Witwe, die noch einen geringen Vorrat von Mehl und Öl hat, den Gott bis zum Ende der Dürre nicht ausgehen lässt. Als ihr Sohn stirbt, erweckt ihn Elia wieder zum Leben. Im dritten Jahr der Trockenheit ist die Hungersnot in Samaria so groß geworden, dass der König selber mit seinem Hofmeister das Land durchzieht, um Futter für Maultiere und Pferde, also für die Reit- und Zugtiere der Streitwagen, zu suchen (vgl. Lk 4,25; Jak 5,17). Als Gott beschließt, es wieder regnen zu lassen, schickt er Elia zu Ahab und lässt alle Propheten des Baal und der Aschera auf dem BergKarmel versammeln. Elia fordert das Volk auf, sich endlich zwischen Baal und dem Herrn für den einzig wahren Gott zu entscheiden, und es kommt zu einer sehr eindrucksvollen Demonstration von Gottes Größe: Die Propheten Baals packen einen Stier auf einen Holzstoß, tanzen um ihn herum und warten darauf, dass Baal Feuer vom Himmel schickt, um das Opfer anzuzünden. Elia hat dafür nur ironische Sprüche parat: »Ruft laut! Er ist in Gedanken oder schläft vielleicht« – und zeigt ihnen dann, wer der wahre Gott ist. Aus zwölf Steinen – für jeden Stamm einen – baut er einen Altar, legt seinen Stier darauf und lässt alles noch kräftig mit Wasser übergießen. Mit den Worten »Erhöre mich, Herr, damit dies Volk erkennt, dass du, Herr, Gott bist« bittet er um Feuer und erreicht sein Ziel: Das Volk bekennt sich zu Gott, und Elia tötet die Propheten Baals, nicht als Akt der Rache oder des Fanatismus, sondern nach uraltem Recht, demzufolge auf jeder Form der Abkehr von Jahwe die Todesstrafe stand (2. Mo 22,19; 5. Mo 13,7-12). Aber Isebel ist wütend, und Elia flieht über Beerscheba hinaus in die Wüste, wo ihm der Herr in einem stillen, sanften Säuseln begegnet und aufträgt, Elisa zu seinem Nachfolger, Hasael zum künftigen König von Aram und Jehu zum künftigen König von Israel zu salben (1Kön 19). Die erste Aufgabe erledigt er, die anderen überlässt er Elisa.
    Später schickt Gott ihn noch einmal zu Ahab. Ahab hatte einen Mann namens Nabot um dessen nahe des Palastes gelegenen Weinberg gebeten, aber Nabot hatte sich geweigert, ihn Ahab zu überlassen. Als Isebel davon hörte, veranlasste sie, Nabot töten zu lassen, und Ahab hinderte sie nicht daran. Er übernimmt den Weinberg und trifft dort Elia, der ihm und allen seinen Nachkommen den Tod ankündigt. Doch Gott lässt sich von Ahabs Buße erweichen und schiebt die Strafe für seinen Sohn auf. Als Ahab und Isebel sterben, wird es aber dennoch als Erfüllung dieser Ankündigung betrachtet (1. Kö 21,17-29; 22,38; 2. Kö 9,36.37). Wie für Ahab, so ist Elia auch für dessen Sohn und Schwiegersohn der Prophet, der Gottes Gericht ankündigt: Ahasja erkrankt schwer und schickt Boten, die den Baal Sebub von Ekron befragen sollen, ob er wieder gesund wird. Elia hält die Boten auf und teilt dem König mit, dass er nicht mehr gesund werden wird, weil er den Götzen befragen wollte (2. Kö 1,2-17). Den König Joram von Juda, den Sohn Joschafats und Mann der Atalja, erreicht noch lange nach dem Erdenleben Elias eine schriftliche Gerichtsweissagung des Propheten für seinen Götzendienst und den Mord an seinen Brüdern, den er inzwischen begangen hatte (2. Chr 21,1.6.12-15).
    Auf dem allerletzten Weg wird Elia von Elisa von Gilgal über Bethel und Jericho bis zum Jordan, den Elia mit seinem Mantel teilen kann, und auf das andere Ufer begleitet. Sie wissen beide, ebenso wie die Prophetenjünger, um Elias bevorstehende Entrückung. Elia stellt seinem Nachfolger noch eine Bitte frei, und Elisa erbittet sich zwei Anteile von Elias Geist, wahrscheinlich Bezug nehmend auf den Anteil eines Erstgeborenen, der doppelt so groß war wie der Anteil der anderen Brüder. Ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden trennt die beiden und nimmt Elia hinweg. Elisa sieht es und weiß seine Bitte erfüllt, die sich darin bestätigt, dass auch er den Jordan teilen kann (2. Kö 2,1-18). Das Wirken Elias fällt in den Beginn der Auseinandersetzung zwischen dem Baalskult und dem Dienst des Herrn im Volk Israel. Das Wirken dieses Mannes Gottes ist immer wieder durch überraschende Auftritte gekennzeichnet, die durch sein Vertrauen auf Gott sehr wirkungsvoll sind. Nach Mal 3,23f soll er auch vor dem großen und schrecklichen Tag des Herrn noch einmal wiederkommen und als Gerichtsbote zugleich die letzte Gnadenzeit Gottes ankündigen. Auf diese Stelle bezieht sich die Eliaerwartung zur Zeit Jesu, die auch bei der Frage nach Jesu Bedeutung eine Rolle spielt (Mt 16,14; Mk 6,15), sich aber zuerst an Johannes den Täufer heftet, der in seinem Auftreten bis in die äußere Kleidung hinein an Elia erinnert (vgl. 2Kön 1,8; Mt 3,4). Er selber hat zwar von sich gewiesen, Elia zu sein (Joh 1,21), aber die Botschaft des Engels (Lk 1,17) und die Aussagen Jesu (Mt 11,14; 17,10-13) bestätigen, dass Johannes der geweissagte »zukünftige« Elia ist. Als Jesus am Kreuz Ps 22,2 zitiert: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?, glauben die, die um das Kreuz herumstehen, er rufe nach Elia (Mk 15,34-36). Das Neue Testament nimmt auch in anderen Stellen noch auf Elia und seine Wunder Bezug: auf sein Gebet, auf die Dürre, deren Dauer zweimal mit 3 Jahren angegeben wird, auf die Witwe in Sarepta (Lk 4,25.26; Jak 5,17.18), auf das Feuer vom Himmel (Lk 9,54; vgl. 2. Kö 1,10-12) und auf die Verzweiflung des Propheten (Röm 11,2-4). Elia und Mose, der Prophet und der Gesetzgeber, erscheinen Jesus bei seiner Verklärung (Mk 9,4.5), und bei den beiden Zeugen, deren Kommen in Offb 11,5.6 angekündigt wird, könnte es sich ebenfalls um Elia und Mose handeln. 
  2. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, ein Sohn Jerohams, der in Jerusalem wohnte (1. Chr 8,27).
  3. Ein Priester aus dem Geschlecht Harim und ein anderer Israelit, die eine heidnische Frau genommen hatten und sie fortschickten, als sie erkannten, dass sie damit gegen Gottes Gebot verstoßen hatten (Esra 10,21.26).
Elimelech

Ein Mann aus Bethlehem-Efrata im Stamm Juda zur Zeit der Richter. Während einer Hungersnot wandert er mit seiner Frau Noomi und seinen beiden Söhnen Machlon und Kiljon nach Moab. Als er dort stirbt und seine beiden Söhne wenige Jahre später ebenfalls, wandert Noomi zurück nach Bethlehem und wird dabei von ihrer Schwiegertochter Ruth begleitet (Rut 1,1-3). Elimelech bedeutet (Mein) Gott ist König.

Elisa

ist ein Prophet in Israel und der Nachfolger Elias. Am Berg Horeb erhält Elia den Auftrag, Elisa von Abel-Mehola, den Sohn Schafats, zu seinem Nachfolger zu berufen. Elisa pflügt gerade sein Feld, als Elia seinen Mantel über ihn wirft und ihn damit zum Nachfolger ernennt (1. Kö 19,16.19-21). Bevor Elia um die Zeit des Todes Ahasjas von Israel und des Regierungsantritts seines Bruders Joram (um 852 v.Chr.) in einem feurigen Wagen entrückt wird, erbittet sich Elisa von ihm zwei Anteile seines Geistes und bezieht sich vermutlich damit auf den Anteil des Erstgeborenen, der das Doppelte der anderen Brüder betrug (2. Kö 2,9.10; vgl. 5. Mo 21,17). Dieser Wunsch wird ihm erfüllt, und auch den Mantel erhält er. Nach Elias Entrückung führt Elisa dessen Auftrag aus, Hasael zum zukünftigen König von Israel zu salben. Elisas Wirken fällt vor allem in die 12-jährige Herrschaftszeit Jorams (2. Kö 3,1) und ist durch eine große Anzahl von Wundern gekennzeichnet, durch die Gott seinen Beistand in den kleinen und großen Schwierigkeiten des Alltags zeigt: Angefangen bei einer geliehenen Axt, die in den Fluss fällt, wo Elisa sie wiederfindet (2. Kö 6,1-7), über ein Essen und eine Quelle, die er genießbar macht, und Brot, das er vermehrt (2. Kö 4,38-44), bis hin zu einem Toten, den er lebendig macht (2. Kö 4,18-37; 13,20.21). Das Handeln Elisas ist stark durch Hilfe und Barmherzigkeit geprägt – im Gegensatz zu Elia, der vor allem Gericht bringt. Dennoch verkündet auch er grausame und unverständliche Urteile: Einige Kinder, die ihn verspotten, werden von ihm verflucht und von zwei Bären zerrissen. 

Als Joram am Anfang seiner Regierung einen Feldzug gegen König Mescha von Moab unternimmt, rettet Elisa das Heer aus einer gefährlichen Notlage und verheißt den Sieg – aber nicht um Jorams willen, von dem der Prophet des Baalsdienstes wegen scharf abrückt, sondern mit Rücksicht auf seinen Verbündeten Joschafat von Juda (2. Kö 3,9-27). Dann verfolgt Elisa den Kampf zwischen Israel und Aram, den Joram von seinem Vater Ahab übernommen hat. Er unterrichtet den König über die Bewegungen der aramäischen Streifscharen und führt die Aramäer, die ihn gefangen nehmen sollen, selber in Gefangenschaft (2. Kö 6,8-23). In dieser Zeit oder auch vor dem Beginn der Feindseligkeiten (vgl. 2. Kö 5,7) heilt er den aramäischen Oberbefehlshaber Naaman vom Aussatz (2Kön 5,1-19). Als die Not im belagerten Samaria aufs Höchste gestiegen ist, verkündet Elisa Joram die Rettung für den nächsten Tag, die genau eintrifft (2. Kö 6,24-7,20).

Aber der König lässt sich durch all das nicht von seinem Weg abbringen: Der Baalsdienst in Israel und der Einfluss der Königsmutter Isebel bleiben bestehen. Nun ist die Zeit reif geworden für die Ausführung des Auftrages, den schon Elia am Berg Horeb empfangen hatte (1. Kön19,15f), und Elisa muss das Gericht Gottes einleiten. Er kündigt Hasaël in Damaskus den Tod Ben-Hadads und seine eigene Herrschaft über Aram an (2. Kö 8,7-15). Als Joram und Hasaël schon im Streit miteinander liegen (2. Kö 9,14), lässt Elisa Jehu mit dem Befehl zur Ausrottung des Hauses Ahabs zum König über Israel salben (2. Kö 9,1-13). 

Über 40 Jahre lang vollzieht sich dann das Gericht an Israel (vgl. 2. Kö 10,36 und 13,1). Während der ganzen Zeit hören wir nichts mehr von einem öffentlichen Auftreten Elisas – der Prophet schweigt. Die Macht des Syrerkönigs Hasaël nimmt während der Regierung Jehus und seines Sohnes Joahas immer mehr zu, Israel sinkt zur Bedeutungslosigkeit herab (2. Kö 13,3.7). Erst als Joasch, der Enkel Jehus, zu ihm kommt, kündigt Elisa ihm auf seinem Sterbebett neuen, dreifachen Sieg über die Syrer an (2. Kö 13,14-19) und leitet so noch kurz vor seinem Tode wieder eine Zeit der Hilfe Gottes für Israel ein und wird damit der Bedeutung seines Namens völlig gerecht: Gott hat geholfen.

Elon

Drei Männer mit diesem Namen kennt das Alte Testament. Elon bedeutet der StarkeEiche.

  1. Ein Hetiter. Er ist der Vater der Basemat, der zweiten Frau Esaus (1. Mo 26,34), die auch Ada genannt wurde (1. Mo 36,2).
  2. Der zweite Sohn des Sebulon (1Mo 46,14). Seine Nachkommen sind die Eloniter (4. Mo 26,26).
  3. Einer der Richter Israels aus dem Stamm Sebulon, der dieses Amt zehn Jahre ausübte (Ri 12,11.12).

G

Gehasi

Ein Diener des Propheten Elisa, der äußerlich im gleichen Verhältnis zu ihm steht wie Elisa anfänglich Elia gegenüber, nämlich als Diener (vgl. 1. Kö 19,21; 2. Kö 3,11). Eine reiche Frau in Schunem lädt Gehasi und Elisa immer wieder zu sich ein und richtet sogar extra eine Kammer ein. Als Elisa seinen Diener Gehasi fragt, was sie dafür erwartet, erzählt Gehasi von ihrem Wunsch nach einem Sohn. Sie wird dann zwar tatsächlich schwanger, doch der Sohn stirbt noch als Kind, und die Mutter reitet, ohne zu zögern, zu dem Propheten auf den Berg Karmel. Als sie Elisas Füße zu umklammern versucht, will Gehasi sie davon abhalten, doch Elisa hat Verständnis und schickt Gehasi mit seinem Stab zu dem Sohn. Doch ohne Erfolg kehrt Gehasi zurück, und erst als Elisa selbst den toten Jungen besucht, wird er wieder lebendig (2. Kö 4,8-37). Später befragt der König Gehasi nach den großen Taten Elisas. Als er von der Schunemiterin erzählt, deren Sohn Elisa lebendig gemacht hatte, kommt sie dazu, und Gehasi bittet den König für sie um Acker und Haus, die sie zurückgelassen hatte, als sie das Land wegen einer Hungersnot verließ (2. Kö 8,3-6). Bei der Heilung des aramäischen Feldherrn Naaman vom Aussatz lehnt Elisa jedes Geschenk ab; Gehasi jedoch findet eine Belohnung nur gerecht und bittet Naaman um einen Teil der angebotenen Güter, unter dem Vorwand, im Auftrag Elisas zu handeln. Als Elisa ihn zur Rede stellt, streitet er natürlich alles ab, doch Elisa durchschaut ihn und kündigt ihm an, dass er sich zwar an den Gütern freuen kann, aber nun auch mit Naamans Aussatz leben muss (2. Kö 5,20-27). Gehasi bleibt ein Mensch, der auch in der Gemeinschaft mit Elisa kein Verständnis für das Handeln Gottes gewinnt.

Gideon

wird von einem Engel Gottes zum Richter und Feldherrn berufen und soll Israel von den Midianitern befreien. Bekannt ist von ihm wahrscheinlich vor allem die Geschichte, in der er Wolle auslegt und damit sichergehen will, dass Gott tatsächlich mit ihm redet. Gideon ist der Sohn des Abiësriters Joasch aus dem Stamm Manasse, der in Ofra wohnt, und man vermutet, dass er wohl so um 1200/1100 v.Chr. gelebt hat. Über ihn wird in Richter 6-8 berichtet. 

Wieder einmal hatten die Israeliten Gott nicht gehorcht und mussten nun als Strafe sieben Jahre lang Überfälle der Midianiter über sich ergehen lassen, die vor allem dann die Felder verwüsteten und Lebensmittel und Vieh raubten, wenn Israel gerade gesät hatte. Aus Furcht richteten sich die Israeliten Schlupfwinkel in den Bergen, Höhlen und Festungen ein und schrien zu Gott. Der schickt ihnen als Antwort einen nicht mit Namen genannten Propheten, ruft sich noch einmal in Erinnerung und ermahnt sie, dass sie seiner Stimme nicht gehorcht hatten. Außerdem erscheint ein Engel des Herrn dem Gideon. Der drischt gerade in der Kelter Weizen, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen, und ist offensichtlich kein Mann, der bisher als Führer aufgetreten ist. Nun gibt ihm der Engel den Auftrag, Israel aus der Gewalt der Midianiter zu befreien. Gideon ist zögerlich, obwohl der Engel ihm Gottes Beistand zusichert, und bittet um ein Zeichen, während er eine Ziege und ungesäuerte Brote herbeiholt. Der Engel verbrennt sie auf einem Felsen und verschwindet dann selbst. An dieser Stelle baut Gideon einen Altar, den er »Der Herr ist Friede« nennt, und bricht noch in der gleichen Nacht auf Befehl des Herrn den Baalsaltar ab und haut das Ascherabild um, das daneben stand. Die Leute der Stadt sind damit gar nicht einverstanden und fordern seinen Tod. Doch sein Vater Joasch zieht die logische Schlussfolgerung: Wenn Baal wirklich ein Gott sei, könne er für sich selber streiten. Und so nennt man Gideon auch Jerubbaal, was übersetzt heißt Baal streite mit ihm. In 2. Samuel 11,21 steht dafür im Urtext Jerubbeschet, Baal ist hier also durch boschät = Schande ersetzt.

Als die Feinde sich in der Ebene Jesreel lagern, lässt Gideon die Posaune blasen und ruft sich Männer aus den Stämmen Manasse, Asser, Sebulon und Naftali zusammen und die Abiesriter. Doch um sicherzugehen, dass Gott tatsächlich ihn als Retter bestimmt hat, bittet er Gott um das bekannte Zeichen: Er legt Wolle aus, die am nächsten Morgen voll Tau sein soll, während der Boden trocken bleibt. Gott gibt ihm dieses Zeichen, und als Gideon auch noch den umgekehrten Beweis seiner Bestimmung fordert, gewährt ihm Gott auch dies, und die Wolle liegt am nächsten Morgen trocken im nassen Gras. Nun endlich bricht Gideon mit seiner riesigen Menge von Männern auf. Doch Gott will nicht, dass Israel hinterher behauptet, es habe sich selbst verteidigt, und schickt die Männer zurück, die zugeben, Angst zu haben, und es bleiben noch 10 000 Männer übrig – für Gott noch immer zu viele. Er befiehlt Gideon, am Fluß zu rasten, und wer dort mit der Hand das Wasser schöpft, anstatt direkt daraus zu trinken, wird ebenfalls nach Hause geschickt. Nun sind es noch 300 Israeliten, die gegen die Midianiter und Amalekiter kämpfen sollen, die wie eine Menge Heuschrecken in der Ebene lagern. Gott gibt ihnen den Sieg, und sie schlagen die Feinde in die Flucht. Weil die Einwohner von Sukkot und Pnuël ihm während der Verfolgung die erbetene Verpflegung verweigern, straft er sie später. Gideon überfällt das Lager der Midianiterkönige Sebach und Zalmunna bei Karkor, zersprengt das Heer und nimmt die Könige gefangen. Als sich herausstellt, dass Sebach und Zalmunna Gideons Brüder am Tabor erschlagen haben, bringt er beide nach dem Gesetz der Blutrache um. 

Nach erfolgreicher Schlacht bitten die Israeliten Gideon, sie nun zu regieren. Aber Gideon lehnt ab, mit dem Hinweis, dass Gott Herrscher sei. Andererseits lässt er von dem eroberten Gold ein Efod, vermutlich ein Götzenbild, anfertigen und in Ofra aufstellen und verleitet Israel damit zum Götzendienst. Nach seinem Tod vergessen die Israeliten Gott wieder für eine Weile ganz; aber die Erinnerung an Gideons Erfolge lebt immerhin fort (Ps 83,10.12; Jes 9,3; 10,26). In Hebräer 11,32 wird er sogar zu den großen Glaubensmännern des Alten Testaments gerechnet. 

Gideon ist eine interessante Gestalt: Immer wieder geht er auf Nummer sicher und fordert Zeichen von Gott, die sein Reden bestätigen sollen und die Gott interessanterweise gewährt, dann aber geht er los, vertraut Gott und kann mit seiner Hilfe große Siege feiern.

Der Name Gideon kommt aus dem Arabischen und bedeutet Mit verletzter Hand oder auch In Stücke brechen.

Goliath

war ein riesiger, schwer bewaffneter Vorkämpfer der Philister, der einen Mann aus dem Heer Israels zum Zweikampf aufforderte. Während sämtliche gut gerüsteten Krieger sich fürchteten, meldete sich David, lehnte jegliche Waffenrüstung ab und besiegte Goliat mit einer Hirtenschleuder (1. Sam 17).

Vermutlich gehörte er zu den Resten der Anakiter, die sich unter anderem nach Gat gerettet hatten (Jos 11,22). 

H

Hasaël

Ein Hofbeamter des Königs Ben-Hadad von Aram, den Ben-Hadad mit einer Menge Geschenke zu Elisa schickt, um ihn zu fragen, ob er gesund werden würde. Elisa sagt ihm, dass er König von Aram werden und Israel besiegen wird. Daraufhin ermordet Hasaël den König und wird um 841 v.Chr. sein Nachfolger (2. Kö 8,7-15). Unmittelbar nach den ersten Kämpfen Hasaëls mit Joram von Israel und Ahasja von Juda um Ramot in Gilead erschlägt Jehu beide Könige und besteigt den israelitischen Thron (2. Kö 8,28.29; 9,14.24.27). Kurz darauf fällt der Assyrerkönig Salmanassar III. ein, dem sich Jehu kampflos unterwirft und Tribut zahlt, statt Hasaël beizustehen, der den Assyrern Widerstand leistet. Hasaël kann sich mit Mühe behaupten und hat drei Jahre später noch einen assyrischen Einfall abzuwehren. Die Feindschaft Hasaëls gegen Israel aber mag neue Nahrung erhalten haben durch das Gefühl, von Jehu im Stich gelassen worden zu sein. Zu Jehus Zeit wird das gesamte Ostjordanland bis hinunter zum Arnon von den Aramäern verheert (2. Kö 10,32.33; Amos 1,3); sein Sohn Joahas behält außer dem Volksaufgebot nur 50 Gespannpferde und 10 Streitwagen übrig (2. Kö 13,7).
Hasaël hat die Macht Israels so völlig vernichtet, dass er auf dem Weg zur Eroberung von Gat freien Durchzug durchdas israelitische Gebiet gehabt zu haben scheint. Er wendet sich dann gegen Jerusalem, und Joasch von Juda muss seinen Abzug mit den Weihgaben und dem Tempelschatz erkaufen (2. Kö 12,18.19; 2. Chr 24,23-25). Dieser Höhepunkt der Macht Hasaëls liegt aber schon gegen Ende seiner Regierungszeit. Wohl noch vor seinem Tode schließt der Assyrerkönig Adadnirari III. Damaskus ein und macht es tributpflichtig. Das Wort Elisas hat Hasaël zur Herrschaft gebracht, und über 40 Jahre lang vollzieht der Syrerkönig das Gericht des Herrn an Israel und Juda (2. Kö 13,3; 2. Chr 24,24). Dann wendet sich Gott seinem Volk wieder zu (2. Kö 13,4.5.23), Elisa weissagt Joasch von Israel dreifachen Sieg über die Aramäer (V. 19), und unter Hasaëls Nachfolger Ben-Hadad setzt der Niedergang Arams ein (V. 24.25). 

Hasaël bedeutet Gott hat gesehen.

Hiob

ist die Hauptfigur des gleichnamigen alttestamentlichen Buches. Er wird als gottesfürchtiger, rechtschaffener Mann beschrieben, der sich trotz allergrößter Leiden nicht von Gott abwendet.

Einmal wird Hiob auch im Neuen Testament erwähnt, als Beispiel für Geduld, die sich auszahlt (Jak 5,11). Das Buch Hiob ist nach Inhalt und Form ein Meisterwerk hebräischer Dichtung. Einleitung und Vorspann deuten jedoch darauf hin, dass hier ein tatsächliches Ereignis berichtet wird, außerdem erwähnt Hes 14,14.20 Hiob als historische Person.Die erwähnten Landschaftsnamen Uz, Schuach und Bus weisen in das Gebiet Nordwestarabiens. Wann und von wem das Buch Hiob abgefasst wurde, lässt sich nicht feststellen. Die verschiedenen Vermutungen reichen von der Zeit vor Mose bis in die nach dem Exil. Wegen der Verwandtschaft mit der Weisheitsliteratur, der dichterischen Vollendung und der Tiefe des theologischen Problems hat man an die Blütezeit der hebräischen Dichtung unter David und Salomo gedacht.

Als Gott feststellt, dass Hiob der gottesfürchtigste Mann der Erde ist, bezweifelt Satan, dass Hiob Gott auch treu sein würde, wenn ihm aller Besitz genommen würde. So gibt Gott Hiob in die Hände Satans, mit der Auflage, sein Leben nicht anzutasten – und Hiob bewährt sich. Satan lässt ein Unglück nach dem andern über Hiob hereinbrechen: Seine Söhne und Töchter werden getötet und sein Besitz zerstört oder geraubt. Schließlich verliert er sogar seine Gesundheit, doch noch immer vertraut er auf Gott. In dieser schwierigen Zeit bekommt Hiob Besuch von drei Freunden, und ihre Reden nehmen den größten Teil des Buches ein. Nachdem die drei Freunde gesprochen haben, meldet sich noch ein vierter zu Wort. Die Reden der Freunde ringen darum, den Sinn des Leidens zu verstehen. Sie versuchen, das Problem mit ihrem Wissen von Gott zu lösen: Der Herr belohnt den Gerechten und straft den Sünder – also muss Hiobs Unglück eine Strafe für verborgene Schuld sein (Hiob 4,7-9). Diesen Vorwurf erheben sie immer offener (Hiob 11,13-15; 22,4.5), wenn sie auch schließlich vor Hiobs Schlussrede verstummen müssen. Er gibt sich mit ihren einfachen Antworten nicht zufrieden und weiß, dass er rechtschaffen gehandelt hat (Hiob 27,5f; 32,1). Hiob braucht keine frommen Reden, sondern eine echte Antwort, und um die schreit er zu Gott (Hiob 12,2f; 13,23-25). Hiob erkennt wie seine Freunde die Sündhaftigkeit aller Menschen an, doch seine Treue zu Gott lässt er sich nicht absprechen. Er klagt verzweifelt an und gibt seiner Hoffnungslosigkeit Ausdruck, doch immer wendet er sich mit alldem direkt an Gott und klammert sich auch in der tiefsten Ausweglosigkeit des Schmerzes an das Wissen, dass Gott ihn retten wird (Hiob 16,11-19; 31,35; 19,25-27). Seine Ehrlichkeit und Offenheit gegenüber Gott machen Hiob zu einem interessanten Beispiel für einen Mann Gottes, der sein Leiden, seinen Ärger und seine Ängste mit Gott diskutiert. Gott antwortet Hiob direkt. Er beschreibt sich als mächtigen Schöpfer, an den niemand heranreichen kann. Er gibt keine einfachen Antworten auf die Frage nach dem Leiden und seinem Handeln. Im Gegenteil: Er erinnert daran, dass er nicht immer für uns verständlich handelt, dass er unabhängig und allmächtig ist und seine Gedanken niemals ganz erfasst werden können. Aber er ermutigt, sich mit Fragen und Ängsten direkt an ihn zu wenden: Während Gott die Aussagen der Freunde als unrecht verurteilt, belohnt er Hiob für sein Vertrauen. Hiob wird mit Besitz und Nachkommen beschenkt und stirbt schließlich alt und lebenssatt (Hiob 42).

Hiskia

bedeutet Meine Stärke ist Jahwe.

Die hebräische Form des Namens wechselt zwischen Hiskija, Hiskijahu, Jehiskija und Jehiskijahu. Neben dem bekannten Hiskia, dem König von Juda, tauchen drei weitere Männer mit diesem Namen im Alten Testament auf.

  1. Der König von Juda regierte ca. 725-687 v.Chr. (2. Kö 18-20; 2. Chr 29-32; Jes 36-39). Vermutlich war Hiskia ca. 725 v.Chr. Mitregent von seinem Vater Ahas und wird ab ca. 716 v.Chr. im Alter von 25 Jahren alleiniger König. In seine Herrschaftszeit fällt der  Eroberungsfeldzug des assyrischen Königs Sanherib, der auch in assyrischen Quellen belegt ist und dort auf das Jahr 701 v.Chr. datiert wird (2. Kö 18,13; Jes 36,1). Hiskias Herrschaft beginnt mit einer Reinigung des Tempels, der Wiederherstellung des Gottesdienstes und einer Passafeier, zu der er auch die Reste der von den Assyrern in die Verbannung geführten zehn Stämme einlädt. Er ordnet den Dienst der Priester und Leviten neu, bricht alle heidnischen Altäre, Ascherabilder, Sonnensäulen und Höhenheiligtümer ab und zerstört sogar die eherne Schlange des Mose, die die Israeliten als Götzenbild verehrt hatten (2Kön 18,3-6; 2Chr 29-31). Das Urteil der Bibel über ihn ist äußerst positiv: Er vertraute dem Herrn, dem Gott Israels, sodass unter allen Königen von Juda seinesgleichen nach ihm nicht war noch vor ihm gewesen ist (2. Kö 18,5).
    Aus Spr 25,1 ergibt sich, dass Hiskia Männer beauftragt hatte, Sprüche Salomos zu sammeln. Außerdem wird davon berichtet, wie Hiskia die Mauern und Türme von Jerusalem und auch die Wasserleitungen der Stadt befestigt, als der assyrische König Sanherib mit einem Feldzug droht (2. Chr 32). 2. Kön 20 berichtet von einer schweren Krankheit Hiskias.
    Als er Gott daran erinnert, dass er in Treue und mit rechtschaffenem Herzen gelebt hat, erhört Gott sein Gebet und lässt ihm durch Jesaja ausrichten, dass er innerhalb von drei Tagen gesund werden und noch 15 Jahre lang leben würde. Als Zeichen dafür, lässt Gott den Schatten der Sonnenuhr zehn Striche rückwärtsgehen. Als der König von Babel, Merodach-Baladan, von der Krankheit hört, schickt er Boten mit einem Brief und Geschenken an ihn. Hiskia zeigt ihnen seine sämtlichen Reichtümer, und Jesaja erklärt ihm, dass einmal sein ganzer Besitz nach Babylon transportiert werden würde. Doch das beunruhigt Hiskia nicht weiter. Zu seinen Lebzeiten würde noch Friede und Sicherheit herrschen (2. Kö 20,12-19). Als Hiskia stirbt, geben ihm die Einwohner Judas und Jerusalems Ehre, und sein Sohn Manasse folgt ihm auf dem Thron.
  2. Ein Vorfahre des Propheten Zefanja, der möglicherweise mit König Hiskia identisch ist (Zef 1,1).
  3. Ein Israelit, dessen Nachkommen mit Serubbabel aus Babylon zurückkehrten (Esra 2,16; Neh 7,21). Der Hiskia, der die Verpflichtung auf das Gesetz unter Nehemia unterzeichnete, gehörte wohl zu dieser Familie (Neh 10,18).
  4. Ein Sohn Nearjas. Er war ein Nachkomme Serubbabels und Glied der judäischen Königsfamilie (1. Chr 3,23).
Hosea

ist eine Kurzform für: Der Herr ist Hilfe, Rettung und bezeichnet vier Männer im Alten Testament.

  1.  Einer der Männer, die Mose aus der Wüste Paran nach Kanaan aussendet, um es auszukundschaften. Er ist das Haupt vom Stamm Ephraim und ein Sohn von Nun. Mose nennt ihn dort Josua, und später ist er der bekannte Feldherr (4. Mo 13,8.16).
  2. Ein Sohn von Asasja und unter David der Fürst des Stammes Ephraim (1. Chr 27,20).
  3. Der Sohn Elas, der letzte König des israelitischen Nordreiches (2. Kö 15,30; 17,1-6; 18,9-12). Er regierte 732-723 v. Chr. und kam auf dem Weg einer Verschwörung gegen Pekach, den Sohn Remaljas, den er tötete, auf den Thron. König Tiglat-Pileser III. von Assyrien berichtet darüber: Pakahah, ihren König, brachten sie zu Fall; Ausi setzte ich über sie ein. Die Erhebung Hoscheas fand also die Zustimmung des Assyrerkönigs. Das von den Assyrern eroberte Gebiet in Galiläa und im Ostjordanland (1. Chr 5,26) aber blieb verloren, Israel war nun auf Samaria und Ephraim beschränkt.
    2. Könige 17,2 berichtet, dass er tat, was dem Herrn missfiel, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren (2. Kö 17,2). Vielleicht hörte er auf die Propheten, etwa auf Hosea; aber das können wir nur vermuten. Nach V. 3 rückte Salmanassar V. gegen ihn heran, worauf sich Hoschea unterwarf und Tribut zahlte. Hoschea wird beim Thronwechsel in Assyrien nach dem Tod Tiglat-Pilesers (727 v.Chr.) einen Versuch gemacht haben, durch die Verweigerung weiterer Tributzahlung seine Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Als Salmanassar aber König Luli von Tyrus und Sidon angriff, der am tatkräftigsten Widerstand leistete, ergab sich auch Hoschea. Bald darauf suchte er von Neuem seine Lage durch Verhandlungen mit Ägypten zu verbessern und unterließ zugleich die jährliche Tributleistung an Assyrien. Das führte zu seiner Gefangennahme durch Salmanassar und zum Fall Samarias nach dreijähriger Belagerung. Israel wanderte in die Verbannung (V. 4-6). Von Hoscheas weiterem Schicksal hören wir nichts mehr. Die Eroberung Samarias fiel in das neunte Regierungsjahr Hoscheas (722 v.Chr.) und erfolgte demnach mindestens ein Dreivierteljahr vor dem Tode Salmanassars. Zwar rühmt sich dessen Nachfolger Sargon später dieses Sieges; aber das ist wenig beweiskräftig, zumal die Bibel Sargon in diesem Zusammenhang nicht erwähnt.
  4. Ein Israelit, der unter Nehemia den Bund unterzeichnete, in dem das Volk sich verpflichtete, Gott zu dienen und zu gehorchen, nachdem es aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war (Neh 10,24).
  5. ist einer der sogenannten kleinen Propheten und der Sohn von Beeri. In dem alttestamentlichen Buch, das seinen Namen trägt, sind uns die Prophetensprüche Hoseas bewahrt. Er ist ein Einwohner des Nordreiches; zu welchem der 10 Stämme er gehört, wissen wir nicht. Nach Hos 1,1 wirkte er in der Regierungszeit Jerobeams II. von Israel und der judäischen Könige Usija, Jotam, Ahas und Hiskia. Er tritt später auf als Amos und etwa gleichzeitig mit Jesaja und Micha in Jerusalem; sein Wirken erstreckt sich von der letzten Zeit der Herrschaft Jerobeams bis über den Untergang des Nordreiches hinaus. Diese Jahre waren eine Zeit grenzenloser Verwirrung. Schnelle Regierungswechsel folgten aufeinander, und Israel verbündete sich mal mit Ägypten, mal mit Assyrien und suchte dann wieder bei Damaskus Hilfe gegen Assur. Trotz allem Zwiespalt zwischen Juda und Israel, Jerusalem und Samaria, hatten sie eins gemeinsam: Beide brachen dem Herrn immer wieder die Treue und erwarteten mehr von Assyrien oder Ägypten als von Gott. Hosea empfindet das als Israelit besonders schmerzlich im Bereich der 10 Stämme. Überall erblickt er Treulosigkeit: Götzenanbetung beim Gottesdienst (Hos 8,5.6) und in der Außenpolitik die Bündnisse mit fremden Reichen (Hos 5,13). Es gibt kaum einen Propheten, der uns so vor Gottes Zorn erschrecken lässt wie Hosea, wie z.B. in Hos 5,14: Ich will Feuer in seine Städte senden, das soll seine Paläste verzehren. Daneben zeigt er aber genauso auch die lockende Liebe des Herrn: Ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit (Hos 2,16.21 und Hos 14). Ungewöhnlich an dem Bericht über Hoseas Wirken ist die Art und Weise, in der Gott durch Hoseas Leben seine prophetische Botschaft verkündigt. Hosea soll nicht nur predigen, sondern die Hure Gomer heiraten und mit ihr Kinder haben. Es wird eine Parallele gezogen zwischen seiner Ehe und der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk und so Israels Untreue gegenüber Gott zeichenhaft verdeutlicht. Aus der Ehe gehen zwei Söhne und eine Tochter hervor, deren sinnbildliche Namen Gott Hosea vorschreibt. Der älteste Sohn erhält im Zusammenhang mit der Blutschuld von Jehus Haus den Namen Jesreel. Dann wird eine Tochter geboren und Lo Ruhama = Nicht-Begnadigte genannt: Denn, sagt der Herr, ich will mich nicht mehr über das Haus Israel erbarmen. Den zweiten Sohn muss Hosea Lo-Ammi = »Nicht-mein-Volk« nennen. Hosea 2 umfasst die Klage des Herrn über die Untreue seines Volkes. Nach der Gerichtsdrohung jedoch endet sie mit einer Gnadenverheißung. In Hos 3,1 empfängt der Prophet die Weisung: »Geh noch einmal hin und wirb um eine buhlerische und ehebrecherische Frau, wie denn der Herr um die Israeliten wirbt, obgleich sie sich zu fremden Göttern kehren.« Auch hier könnte Gomer gemeint sein. Sie war Hosea fortgelaufen und wurde von ihm aus der Sklaverei freigekauft, muss nun aber zur Strafe
    völlig zurückgezogen leben. Ebenso werden die Israeliten nun lange Zeit ohne König und Obere, ohne Opfer und Steinmal, ohne Efod und Hausgott, die Zeichen ihres Götzendienstes, sein, bis sie am Ende zum Herrn umkehren. Denn nach der Gefangenschaft, in ferner Zukunft, soll es doch noch Heil für Israel geben.
    Der zweite Teil des Buches (Hos 4-14) enthält die Prophetensprüche Hoseas aus verschiedenen Zeiten seines Wirkens, in denen er Israel und den Führern des Volkes wegen ihres Götzendienstes und der politischen und sozialen Missstände das Gericht ankündigt. Am Schluss steht jedoch wieder die Heilszusage, die Verkündigung der grenzenlosen Barmherzigkeit Gottes (Hos 11,8.9; 14,2-10).

I

Ibzan

Ein Richter von Israel aus Bethlehem in Sebulon, der sieben Jahre lang regierte (Ri 12,8-10). Bemerkenswert ist seine große Kinderzahl von 30 Söhnen und 30 Töchtern. Er wurde in seinem Heimatort begraben.

Isebel

war eine Frau von großer Tatkraft und übte durch ihre Feindschaft gegen denHerrn und ihre Grausamkeit unheilvollen Einfluss auf ihren Mann und das gesamte Volk aus.
Isebel ist die Tochter Etbaals, des Königs von Sidon, der nach der Überlieferung des jüdischen Geschichtsschreibers Josephus ein früherer Priester der Astarte war. Isebel heiratet Ahab, den König von Israel. Sie förderte den Baalsdienst in Israel, und Ahab errichtet auf ihr Betreiben dem Baal einen Tempel in Samaria (1Kön 16,31f). Die Propheten des Herrn versucht sie auszurotten (1. Kö 18,4.13), während sie für den Unterhalt von 450 Baalspropheten und 400 Propheten der Aschera in Israel sorgte (V. 19). Als Ahab Isebel berichtet, dass Elia die heidnischen Propheten auf dem Karmel getötet hatte, schickt sie einen Boten zu Elia und lässt ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast! (1. Kö 19,1.2). Diese Drohung treibt Elia zur
Flucht.
Später will Ahab den Weinberg Nabots haben, weil er in der Nähe des Palastes liegt. Doch Nabot weigert sich, ihn dem König zu überlassen. Da lässt Isebel Nabot aus dem Weg räumen und steinigen und den König in den Besitz des Grundstücks setzen. Daraufhin kündigt der Herr durch Elia das Gericht über Ahab und sein Haus an und sagt von Isebel: Die Hunde sollen Isebel fressen an der Mauer Jesreels« (1. Kö 21,1-24). Dann folgt die Bemerkung (V. 25): Es war niemand, der sich so
verkauft hätte, Unrecht zu tun vor dem Herrn wie Ahab, den seine Frau Isebel verführte.
Als Jehu durch einen von Elisa gesandten Prophetenjünger den Auftrag erhält, das Haus Ahabs zu vernichten, wird das als
Rache bezeichnet für das Blut der Propheten und aller Knechte des Herrn,das Isebel vergossen hat (2. Kö 9,7). Die Szene in Jesreel, in der Isebels Tod geschildert wird, ist von grausiger
Eindringlichkeit. Es erfüllte sich, was der Herr durch Elia gesprochen hatte: Auf dem Acker von Jesreel sollen die Hunde
das Fleisch Isebels fressen, und der Leichnam Isebels soll wie Mist auf demn Felde sein im Gefilde von Jesreel, dass man nicht sagen könne: Das ist Isebel. (V. 30-37).

In Offb 2,20 wird eine Frau mit dem Namen Isebel erwähnt, die sich als Prophetin ausgibt, gleichzeitig aber zur Hurerei und zum Essen von Götzenopfern verleitet. Manche sehen in ihr die Frau des Engels oder Vorstehers der Gemeinde in Thyatira. Allgemein nimmt man aber an, dass es sich um eine gottlose Frau handelt, die mit dem alttestamentlichen Namen der Frau Ahabs bezeichnet wird, um ihr Wesen deutlich zu machen.Der Name könnte eine Zusammensetzung sein aus »Wegen dem Thema heute« und einem Wort, das mit dem hebräischen Wort für »ertragen« zusammenhängt.

J

Jeftah / Jephta

Der Sohn von Gilead, dem Vater des Richters Jeftah, und einer Hure. Seine Brüder verstießen ihn, und er floh ins Land Tob, wahrscheinlich nordöstlich der Landschaft Gilead. Dort sammelte er eine Schar Männer um sich und lebte von Raubzügen (Ri 11,1-3). Zu dieser Zeit hatte der Herr die Israeliten wegen ihres Götzendienstes in die Hände der Philister und Ammoniter gegeben (Ri 10,6-8). Die Ammoniter überschritten sogar den Jordan und griffen Juda, Benjamin und Ephraim an (V. 9). Da schrien die Israeliten zum Herrn und bekannten ihre Sünde, und Gott ließ sich erbitten (V. 10-16). Das israelitische Heer hatte sich in Mizpa gesammelt, besaß jedoch keinen Anführer. Darum baten die Ältesten von Gilead Jeftah, die Führung zu übernehmen (Ri 10,17f; 11,4-11). Dieser wies zunächst die Ansprüche der Ammoniter auf das Ostjordanland zurück: Israel hatte diese Gebiete nicht den Ammonitern, sondern dem Amoriter Sihon abgenommen und wohnte nun schon 300 Jahre dort (V. 12-28). Doch der Kampf war unvermeidlich. Jeftah erbat sich vom Herrn durch ein Gelübde den Sieg und schlug die Ammoniter (V. 30-33). Er besiegte auch die Ephraimiter, die dem Stamm Manasse die Ehre des Sieges nicht gönnten und unter Drohungen über den Jordan gekommen waren (Ri 12,1-6). Jeftah richtete Israel sechs Jahre, bis zu seinem Tode (V. 7). 

Eine nicht eindeutig geklärte Frage bildet Jeftahs Gelübde. Er hatte gelobt, dem Herrn als Brandopfer darzubringen, was – das hebräische Wort kann auch wer bedeuten – ihm bei siegreicher Rückkehr aus seinem Haus zuerst entgegenginge (Ri 11,30.31). Dies war dann seine einzige Tochter. Nachdem er ihr zwei Monate Frist gegeben hatte, ihre Jungfrauschaft zu beweinen, tat er ihr, wie er gelobt hatte (V. 39). Das scheint in Verbindung mit Jeftahs Schmerz (V. 35) auf ein wirklich vollzogenes Brandopfer hinzuweisen.
Anderseits lässt das israelitische Gesetz keinen Raum für Menschenopfer; es enthält sogar ausdrückliche Vorschriften über das Auslösen von Menschen, die dem Herrn gelobt wurden (3Mo 27,1-8). Man hat daher gemeint, dass Jeftah, der in 1. Samuel 12,11 und Hebr 11,32 ehrend genannt wird, die buchstäbliche Erfüllung des Gelübdes habe umgehen können. Auch hat man daran gedacht, dass ein eheloses, zurückgezogenes Leben (vgl. Ri 11,39) ebenso völlige Hingabe an den Herrn bedeutet haben könnte wie ein Brandopfer. Doch ist diese Möglichkeit der Auslegung eher unwahrscheinlich.

Der Name Jeftah heißt übersetzt Er (Gott) möge lösen, befreien, öffnen.

Jehu

Neben einem König von Israel bezeichnet der Name vier weitere Männer im Alten Testament. Jehu bedeutet Jahwe
ist er.

  1. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin aus Anatot, der in Ziklag zu David stößt, als dieser vor Saul fliehen muss (1. Chr 12,3).
  2. Ein Prophet und der Sohn Hananis, dem Gott den Untergang von König Bascha und seinem Haus ankündigt (1. Kö 16,1-4.7). Später tadelt er Joschafat von Juda wegen der Waffenhilfe, die er Ahab geleistet hatte (2. Chr 19,1-3). Er
    schreibt einen Bericht über Joschafats Herrschaft (2. Chr 20,34).
  3. Der Sohn Joschafats und ein Enkel Nimschis. Er regiert Israel ungefähr von 845-818 v.Chr. als König (1. Kö 19,16.17; 2. Kö 9; 10; 2. Chr 22,7-9). Am Berg Horeb hatte Elia von Gott den Auftrag bekommen, Jehu zum König über Israel zu salben (1. Kö 19,16). Elia überträgt diese Aufgabe seinem Nachfolger Elisa, wenn der Prophet und Jehu sich nach 2. Kö 9,25.26 auch begegnet sind, als Elia Ahab auf dem Acker Nabots das Urteil des Herrn verkündigte. Erst Jahre später, als König Joram von Israel im Kampf mit den Aramäern verwundet worden war und König Ahasja von Juda ihn in Jesreel besucht, lässt Elisa Jehu, der sich beim Heer in Ramot in Gilead befand, durch einen seiner Prophetenjünger salben. Verbunden damit ist Gottes Auftrag, das Haus Ahabs auszurotten, um damit die Taten seiner Frau Isebel zu rächen. Jehu verfolgt diese Ausrottung auf so grausame Weise, dass der Prophet Hosea später von der »Blutschuld von Jesreel« spricht, die der Herr an Jehu heimsuchen wird (Hos 1,4). Nacheinander finden Joram von Israel, Ahasja von Juda, Isebel, die 70 Söhne (wohl einschließlich der Enkel und Urenkel) Ahabs, dessen Große, Verwandte und Priester und die Brüder Ahasjas von Juda den Tod. Jonadab, den Sohn Rechabs, nahm Jehu auf seinem Wagen mit, damit er seinen Eifer für den Herrn mitansehen sollte (2Kön 9; 10). Unter dem Vorwand, Baal mit einem großen Fest dienen zu wollen, versammelt Jehu alle Propheten und Priester von Baal in dessen Tempel in Samaria und lässt sie dort umbringen. Den Baalstempel lässt er vollständig zerstören, die goldenen Kälber in Bethel und Dan, die Jerobeam aufgestellt hatte, behält er jedoch bei. Trotzdem erkennt Gott Jehus Gehorsam an und verheißt seinen Nachkommen bis ins vierte Glied den Thron Israels, was sich in der Herrschaft von Joahas, Joasch, Jerobeam II. und Secharja erfüllt. Kurz nach Jehus Regierungsantritt zieht der Assyrer Salmanassar III. wieder nach Westen. Jehu unterwirft sich und zahlt Tribut. Diese Szene hat Salmanassar in Bildern auf einem schwarzen Obelisken dargestellt, der aus dem Jahr 841 v.Chr. stammt und uns erhalten ist. Mit der Unterwerfung rettet Jehu zwar seine Herrschaft, macht sich damit aber Hasaël von Damaskus zum unversöhnlichen Feind, da dieser den Assyrern Widerstand leistet. Hasaël entreißt daraufhin Israel das ganze Ostjordanland nördlich vom Arnon. Insgesamt herrscht Jehu 28 Jahre und wird nach seinem Tod in Samaria begraben. Sein Sohn Joahas nimmt als Nachfolger seinen Thron ein.4) Ein Mann, der unter den Nachkommen Judas erwähnt wird. Sein Vater heißt Obed, sein Sohn Asarja (1. Chr 2,38). 
  4. Ein Fürst aus dem Stamm Simeon zur Zeit Hiskias (1. Chr 4,35-41).
Jerobeam

hießen gleich zwei Könige von Israel. Übersetzt bedeutet der Name Es mehre sich das Volk.

  1. Jerobeam ist ein Ephraimiter aus Zereda. Sein Vater Nebat starb früh, sodass seine Mutter Zerua eine Witwe ist. Jerobeam war einer der Beamten Salomos (1. Kö 11,26). Beim Bau des sogenannten Millo, vermutlich einer Befestigungsanlage, bemerkt Salomo, dass er tüchtig ist und überträgt ihm die Leitung aller Fronarbeiten des Hauses Josef. Als Jerobeam eines Tages Jerusalem verlässt, begegnet ihm der Prophet Ahija von Silo. Ahija hat einen neuen Mantel an, den er in zwölf Stücke zerreißt und zehn davon Jerobeam gibt. Dies soll Gottes Plan symbolisieren, ihm zehn Stämme zu überlassen und nicht Salomos Nachfolgern, als Strafe dafür, dass Salomo fremden Göttern gedient hatte. Daraufhin will Salomo Jerobeam umbringen, und dieser flieht nach Ägypten, wo er so lange bleibt, bis Salomo gestorben ist (1. Kö 11). Danach wird sein Sohn Rehabeam neuer König, fällt aber bei dem Volk in Ungnade: Als das Volk unter Leitung von Jerobeam ihn bittet, weniger streng als sein Vater zu regieren, hat er nur eine ablehnende Antwort übrig. Daraufhin wenden sich alle Stämme außer Juda und Benjamin von ihm ab und sprechen daraufhin Jerobeam die Herrschaft zu, der von 926-907 v.Chr. König über Israel ist. Er residiert nacheinander in Sichem, Pnuël im Ostjordanland und in Tirza (1. Kö 12,25; 14,17). Aber sein Selbstbewusstsein und vor allem sein Vertrauen in Gottes Versprechen ist nicht besonders groß. Weil das Volk in Jerusalem Opfer bringt, glaubt er, dass es sich von ihm ab- und wieder Rehabeam zuwenden würde. So stellt er sicherheitshalber zwei goldene Kälber in Bethel und Dan auf, damit das Volk dort opfern kann, und stellt aus allen Volksschichten Priester an, die nicht zu den Söhnen Levi gehörten. Außerdem verlegt er das Laubhüttenfest vom 15. Etanim oder Tischri (Sept./Okt.) auf den 15. des folgenden Monats, Bul oder Marcheschwan (Okt./Nov.), und opfert auf dem Altar in Bethel. Weder die Gerichtsdrohung durch einen ungenannten Propheten aus Juda (1Kön 13) noch Krankheit und Tod seines Sohnes Abija (2Kön 14,1-18) bringen ihn zur Umkehr, wie ausdrücklich festgestellt wird (1. Kön 13,33). Dieses Beharren auf dem eigenen Weg wird dem Haus Jerobeams zur Sünde und führt zu seiner völligen Vernichtung (V. 34, 1Kön 15,29f), die der Prophet Ahija vorausgesagt hatte (1Kön 14,10f). Rehabeams Sohn Abija erringt einen entscheidenden Sieg über Jerobeam, dessen Macht nun gebrochen ist (2. Chr 13,1-20).
  2. Der zweite Jerobeam ist der Sohn des Königs Joasch von Israel, der um 797 v.Chr. als Mitregent auf den Thronkommt und nach dem Tod seines Vaters 787-747 v.Chr. allein herrscht. Unter seiner Regierung erlebt das Zehnstämmereich seine größte Blütezeit. Er erobert das Gebiet Israels zurück, von Hamat an bis zum Toten Meer, wie
    es der Prophet Jona vorhergesagt hatte (2. Kö 14,25). Und doch hat sein Werk – das möglich wurde, weil Damaskus durch die Einfälle der Assyrer geschwächt war – bei allem äußeren Erfolg keine bleibende Bedeutung gewonnen.
    Verhältnismäßig bald schon nach seinem Tod geht das Nordreich zugrunde. Gerade unter seiner Herrschaft aber zeichnet sich ein religiöser und sittlicher Verfall des Volkes auf breiter Basis ab. Die Zustände, die wir durch die Propheten Amos und Hosea kennenlernen, schreien zum Himmel. So ist denn auch das Urteil der Bibel eindeutig: Jerobeam tat, was dem Herrn missfiel« (2Kön 14,24).
    Das Bild von Luxus, Reichtum und Prachtentfaltung zur Zeit Jerobeams II., das Amos und Hosea zeichnen, ist durch die Ausgrabungen in Samaria bestätigt worden. Auch das in Megiddo gefundene Siegel – ein geschnittener Jaspis mit dem künstlerisch hervorragenden Bild eines Löwen und der Inschrift: Sema, Diener Jerobeams – gehört in diese Zeit.
Jesaja

Neben dem Propheten Jesaja, der zur Zeit der judäischen Könige Usija, Jotam, Ahas und Hiskia weissagte und dessen Reden im gleichnamigen Buch des Alten Testaments enthalten sind, gibt es sechs weitere Männer mit diesem Namen.

Er bedeutet Jahwe ist Hilfe, Heil.

  1. Ein Sohn Rehabjas und Urenkel Moses (1. Chr 26,25).
  2. Ein Sohn Jedutuns und der durch Los bestimmte Leiter der achten Sängerabteilung zur Zeit Davids (1. Chr 25,3.15).
  3. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, der unter denen genannt wird, die im Losverfahren dazu bestimmt wurden, in Jerusalem zu wohnen. Sein Sohn hieß Itiël (Neh 11,7).
  4. Ein Sohn Hananjas und Enkel Serubbabels (1. Chr 3,21).
  5. Ein Sohn Ataljas, der mit Esra aus der Gefangenschaft in Babylon zurückkehrte (Esra 8,7).
  6. Ein Levit, der ebenfalls mit Esra heimkehrte (Esra 8,19).
  7. Über den Propheten Jesaja, den Sohn des Amoz, erhalten wir nur wenige persönliche Angaben. Er war verheiratet und hatte wenigstens zwei Söhne (Jes 7,3; 8,3.18). Neben seinen Prophetensprüchen hat er über die Könige Usija (2. Chr 26,22) und Hiskia berichtet (2. Chr 32,32), aber diese beiden Werke sind verloren gegangen. Seine Berufung fällt in das Todesjahr Usijas, 736 v.Chr. (Jes 6,1), und damit in den Beginn einer der schwersten Zeiten in der Geschichte seines judäischen Volkes. Jesajas Berufung geschieht in einer großartigen Vision: Er sieht Gott auf einem hohen Thron sitzen, über ihm Serafim mit sechs Flügeln. Einer dieser Engel berührt Jesajas Lippen mit einer glühenden Kohle vom Altar und reinigt Jesaja so von seiner Sünde. Als Gott fragt: Wen soll ich senden? Wer will mein Bote sein?, stellt Jesaja sich zur Verfügung, und Gott gibt ihm einen Auftrag. Seine Gerichtspredigt soll die Verstockung des Volkes nicht nur aufzeigen, sondern ausdrücklich herbeiführen. Der übrig bleibende Rest soll ein heiliger Same sein, mit dem Gott seine Heilsgeschichte zum Ziel führen kann. Jesaja hat viele Anlässe zur Anklage: Er wendet sich gegen den Ungehorsam und Abfall seines Volkes, den Aberglauben, die Äußerlichkeit des Gottesdienstes (Jes 1,11), den Götzendienst (Jes 2,8), die Bestechlichkeit und Habgier der Fürsten und Oberen (Jes 1,23; 10,12) und die Sittenlosigkeit (Jes 5,11.12). Auch die Sünden der Feinde Judas, Babel, Tyrus, Assyrien und Edom, klagt er an (Jes 10; 13; 23; 34).
    Doch immer wieder leuchtet neben der Verkündigung des unerbittlichen Gerichtes auch die Hoffnung von Gottes Bundestreue auf. Der Gefangenschaft und langen Leidenszeit soll die Befreiung und Rückkehr aus der Verbannung folgen (Jes 40). Über die Vision von der Befreiung und Wiederherstellung des Volkes hinaus sieht der Prophet den Knecht des Herrn. Dieser äbäd Jahwe wird nicht nur dafür kommen, um Israel zu helfen, sondern auch, um auf allen Völkern der Erde seinen Geist des Friedens, der Gerechtigkeit und des Heils ruhen zu lassen. Er offenbart sich Jesajaschließlich in der Gestalt des leidenden Messias, der die Sünden des Volkes trägt und durch sein Leiden und seine Versöhnung zum siegreichen Retter der Menschen wird (Jes 52,13-53,12).
    Daneben trägt Jesajas Botschaft auch endzeitliche Züge, beispielsweise in seiner Vision vom kommenden Friedensreich, in dem »die Wölfe bei den Lämmern wohnen« (Jes 11). Demnach lässt sich Jesajas Botschaft in drei prophetische Grundthemen ordnen: Die zeitgeschichtliche Botschaft, die vor allem in den Kapiteln 1-39 auftaucht, die messianische Botschaft der Kapitel 40-55 und die endzeitliche Botschaft, die an verschiedenen Stellen durchklingt. Die letzten Berichte von seinem Auftreten haben wir aus der Zeit des Einfalls Sanheribs 701 v.Chr. (Jes 36-39). Nach außerbiblischer jüdischer Überlieferung soll Jesaja unter Manasse den Märtyrertod gestorben sein (vgl. 2. Kö 21,16), weil er behauptet hatte, den Herrn gesehen zu haben (Jes 6), und es gewagt hatte, Jerusalem mit Sodom und Gomorra zu vergleichen (Jes 1,10; 3,9). Es wird berichtet, er sei in einen hohlen Baum geflohen, den der König daraufhin habe durchsägen lassen. Vielleicht spielt Hebr 11,37 auf diese Überlieferung an. Das Wirken Jesajas erstreckt sich also über mindestens 40 Jahre, da Manasse 696 v.Chr. König wurde.
Joab

bedeutet Jahwe ist Vater.

  1. Ein Sohn Serajas und ein Enkel des Kenas, der Stammvater des Tals der Zimmerleute (1. Chr 4,13.14).
  2. Einer der drei Söhne von Davids Halbschwester Zeruja. Seine Brüder sind Abischai und Asaël (2. Sam 2,18; 1. Chr 2,16). Der Name seines Vaters, der in Bethlehem begraben war (2Sam 2,32), ist unbekannt. Alle drei Brüder waren Gefährten Davids, wahrscheinlich schon in der Zeit seiner Flucht vor Saul, wenn hier auch nur Abischai ausdrücklich genannt wird (1. Sam 26,6).
    Joab begleitet seinen Onkel und König das ganze Leben hindurch. Aber in seiner Treue als Heerführer fehlt ihm dasinnere Verständnis für den Weg, den David als der Gesalbte des Herrn in der Verantwortung vor Gott geht. Joab handelt nach Nützlichkeit und eigenem Vorteil. In seiner Frömmigkeit ist er ganz Soldat; im Bewusstsein, für das Volk Gottes zu kämpfen, vertraut er auf die eigene Kraft und überlässt Gott den Ausgang (2. Sam 10,12). Nur vor der Volkszählung hat er David in richtiger Erkenntnis gewarnt, jedoch vergeblich (2. Sam 24,3; 1. Chr 21,3.6). Den Tod seines Bruders Asaël im Gefecht bei Gibeon (2. Sam 2,12-23) rächt Joab an Abner, der zu David übergehen will, und beseitigt damit zugleich einen möglichen Rivalen (2Sam 3,22-39). Das ist – da es während der Verhandlung geschieht – offener Mord. Doch David fühlt sich zu schwach, Joab nach seiner Königspflicht zu richten. Bei der Eroberung Jerusalems zeichnet Joab sich aus und wird Feldhauptmann des Heeres, d.h. des Volksaufgebots (2. Sam 8,16; 1. Chr 11,6). Gemeinsam mit Abischai kämpft er siegreich gegen Aramäer und Ammoniter (2. Sam 10,7-14; 1. Chr 19,8-15) und gegen die Edomiter (2. Sam 8,13.14; 1. Kö 11,15.16; 1. Chr 18,12.13; Ps 60,2). Joab befehligt das Belagerungsheer vor Rabba und erobert die Wasserstadt, während er die endgültige Eroberung David überlässt (2. Sam 12,26-29). Bei dieser Gelegenheit zeigt sich der Mörder Abners als bereitwilliger Helfer seines Königs beim Mord an Uria (2. Sam 11,14-25). Als das Gericht über Davids Sünde sich auszuwirken beginnt, hat Joab wieder einmal in verhängnisvoller Weise seine Hand im Spiel. Er führt den verbannten Absalom zurück (2. Sam 14), nimmt jedoch am Aufstand des Königssohnes nicht teil, den dieser später anzettelt. In der Entscheidungsschlacht tötet er Absalom, obwohl David ausdrücklich befohlen hat, sein Leben zu verschonen. Mit der brutalen Drohung eines neuen Abfalls reißt er den König aus seiner Trauer (2. Sam 18,1-19,9). David antwortet mit der Ernennung Amasas zum Feldhauptmann an Joabs Stelle (V. 14). Doch der Aufstand Schebas gibt Joab gleich darauf Gelegenheit, nach Amasas Ermordung seine alte Stellung zurückzugewinnen (2. Sam 20,7-22). David unternimmt nichts; doch Adonija, der sich gegen die vom König beabsichtigte Thronfolge Salomos auflehnt, findet jetzt Joabs Unterstützung (1. Kö 1,5.7). Bei Salomos Salbung löst sich die Verschwörung auf, und Joab geht noch einmal straflos aus. In seinem letzten Willen aber erteilt David Salomo den Auftrag, das Gericht für die Morde an Abner und Amasa, zu dem er selbst nicht die Kraft gefunden hatte, an Joab zu vollziehen (1. Kö 2,5.6). Mit Adonija fällt auch Joab; Benaja stößt ihn auf Salomos Befehl am Altar nieder (V. 28-34; vgl. 2. Mo 21,14) und wird sein Nachfolger (1. Kö 2,35).
  3. Ein Israelit, dessen Nachkommen aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten (Esra 2,6; 8,9; Neh 7,11).
Joas

Wo im Deutschen Joas steht, gibt es im Hebräischen zwei unterschiedliche Formen des Namens, von denen die erste Jahwe hat gegeben bedeutet. Joas bezeichnet mehrere Königssöhne, aber auch andere Männer im Alten Testament.

  1. Ein Mann, der unter den Nachkommen Judas erwähnt wird. Er stammt aus dem Geschlecht Schelas (1. Chr 4,22).
  2. Gideons Vater, ein Abiësriter aus dem Stamm Manasse. Als Gideon den Baalsaltar seines Vaters und das Ascherabild daneben zerstört hatte, schützte ihn Joasch vor den Bewohnern Ofras, die seinen Tod forderten: Ist er [Baal] Gott, so streite er für sich selbst (Ri 6,11-32).
  3. Einer der Männer aus dem Stamm Benjamin, die in Ziklag zu David kamen, als dieser sich vor Saul verstecken musste und dort ein großes Heer um sich sammelte. Joasch kam aus Gibeaund war der Sohn Schemaas (1. Chr 12,3).
  4. Der Sohn König Ahabs von Israel (1. Kö 22,26; 2. Chr 18,25).
  5. Der Sohn König Ahasjas von Juda. Er regierte 840-801 v.Chr. Seine Rettung vor der Königin Atalja, die jeden aus der königlichen Familie umbrachte, und seine
    Thronbesteigung hatte er seiner Tante Joscheba und ihrem Mann, dem Hohen Priester Jojada, zu verdanken, die ihn sechs Jahre versteckt hielten (2. Kö 11;
    2. Chr 22,10-23,21). Joas wurde mit sieben Jahren König. Solange Jojada lebte und ihn beriet, tat er, was dem Herrn wohlgefiel. Nur der Opferdienst auf den
    Höhenheiligtümern blieb bestehen (2. Kö 12,4; 2. Chr 24,1-3).
    Noch zu Lebzeiten Jojadas befahl Joas den Priestern (2. Kö 12,5.6) und Leviten (2. Chr 24,4.5), für die Wiederherstellung des Tempels zu sorgen, dessen baufälliger Zustand vor allem die Schuld Ataljas und ihrer Söhne war (V. 7). Dochin seinem 23. Regierungsjahr musste Joasch feststellen, dass sie ihre Pflicht nicht erfüllt hatten (2. Kö 12,7). Der König rief Jojada zu sich, befreite die Priester von der Verantwortung für die Ausbesserung und ließ eine besondere
    Lade für das Geld aufstellen, das zur Bezahlung der Bauhandwerker und zum Ankauf von Baumaterial bestimmt war (V. 8ff; 2. Chr 24,8-14).
    Nach dem Tode Jojadas jedoch brachten die Obersten Judas den König unter ihren Einfluss und verführten ihn zum Götzendienst. Die Propheten des Herrn fanden kein Gehör. Secharja, der Sohn Jojadas, wurde sogar auf Befehl des Königs im Tempelvorhof gesteinigt, als er das Tun des Volkes tadelte (V. 17-22; Mt 23,35; Lk 11,51). Sein letztes Wort war: Der Herr wird es sehen und strafen. Gott reagierte damit, dass Hasaël von Aram gegen Jerusalem vorrücken konnte und sich nur durch das Gold aus demTempel- und Königsschatz zum Abzug bewegen ließ. Vorher hatten die Aramäer trotz ihrer geringen Zahl ein großes jüdisches Heer geschlagen und reiche Beute gemacht (2. Kön 12,18.19; 2. Chr 24,23.24). Bei ihrem Abzug ließen sie Joasch krank zurück. Er wurde dann von Josachar, dem Sohn der Schimat, und Josabad, dem Sohn der Schomer, im Millo, einer Befestigungsanlage, erschlagen. Grund dieser Verschwörung war der Mord an Secharja (V. 25; 2. Kö 12,21.22). Nach V. 22 begrub man ihn bei seinen Vätern in der Davidsstadt; aber 2. Chr 24,25 betont ausdrücklich: nicht in den Königsgräbern. Sein Sohn Amazja wurde sein Nachfolger.
  6. Ein Sohn und Nachfolger des Königs Joahas von Israel. Er regierte 802-787 v.Chr. (2. Kö 13,10-25; 14,8-17; 2. Chr 25,17-25). Über ihn wird gesagt, dass er
    tat, was dem Herrn missfiel, beispielsweise, weil er die SündenJerobeams weiterführte, der zwei goldene Stierbilder aufgestellt hatte. Zu Beginn seiner Herrschaft, als das Land sich unter dem Druck der Aramäer noch in einem elenden Zustand befand, sagte ihm der Prophet Elisa auf dem Sterbebett drei Siege über Aram zu, und es hätten noch mehr werden können, wenn sich der König energischer gezeigt hätte, als Elisa ihn mit den Pfeilen auf den Boden schlagen ließ. Nun wurde erst sein Sohn Jerobeam II. in vollem Sinn der Retter,den der Herr Israel verheißen hatte (2. Kö 13,5). Aber drei Siege über Aram erlangte Joasch selbst und eroberte von Ben Hadad, dem Sohn Hasaëls, die Städte zurück, die sein Vater Joahas verloren hatte. Außerdem brachte er dem judäischen König Amazja eine vernichtende Niederlage bei. Joas wurde in Samaria bei den Königen von Israel begraben, und sein Sohn Jerobeam II. wurde sein Nachfolger.

Die zweite Namensform heißt übersetzt Jahwe kommt zu Hilfe und bezeichnet einen Mann aus dem Stamm Benjamin, den Sohn von Becher (1. Chr 7,8) und einen Aufseher über Davids Ölvorräte (1. Chr 27,28).

Jojada

Mehrmals kommt der Name im Alten Testament vor und bedeutet Jahwe hat gewusst, sich gekümmert (um), sich (jemandes) angenommen

  1. Ein Priester aus Kabzeel in Juda. Er war der Vater Benajas, des Befehlshabers von Davids Leibwache (2. Sam 8,18; 23,20; 1. Chr 27,5). Jojada war der Vorsteher über das Haus Aaron, das mit den anderen Stämmen nach Hebron kam, um David zum König über Israel zu machen (1. Chr 12,28).
  2. Ein Sohn Benajas und ein Enkel des Priesters Jojada. Er war Davids Ratgeber (1. Chr 27,34).
  3. Ein Hoher Priester, der mit Joscheba, der Tochter von König Joram und Schwester König Ahasjas von Juda, verheiratet war. Er rettete seinen Neffen Joasch vor der Königin Atalja, die alle Männer der königlichen Familie umbrachte, und erhob ihn mit sieben Jahren auf den Thron (2. Kön 11,1-12,17; 2. Chr 22,10-24,16). Jojada wurde 130 Jahre alt. Man begrub ihn in der Davidsstadt bei den Königen, weil er an Israel, am Tempel und dem Herrn gegenüber recht gehandelt hatte.
    Solange er lebte, übte er einen günstigen Einfluss auf König Joasch von Juda aus. Nach seinem Tod aber ließ sich Joasch zum Götzendienst verleiten und ließ sogar Secharja, Jojadas Sohn, töten.
  4. Ein Priester in Jerusalem zur Zeit Jeremias und Aufseher im Hause des Herrn (Jer 29,26).
  5. Ein Sohn von Paseach. Er besserte unter Nehemia das Alte Tor in Jerusalem aus (Neh 3,6).
  6. Ein Hoher Priester und der Sohn von Eljaschib (Neh 12,10.22). Einen seiner Söhne, der der Schwiegersohn des Horoniters Sanballat war, entfernte Nehemia wohl aus diesem Grund aus seiner Umgebung (Neh 13,28).
Jona

bedeutet Taube.

  1. Ein Prophet und die zentrale Gestalt des alttestamentlichen Buches, das seinen Namen trägt. Dass das Buch Jona von Jona selbst niedergeschrieben wurde, ist nicht ausdrücklich gesagt; auf seinen Bericht muss es in jedem Fall zurückgehen. Das Buch enthält keine Prophetensprüche, sondern den Bericht der Sendung Jonas nach Ninive. Dem Auftrag Jahwes, der Weltstadt Ninive das Gericht anzukündigen, entzieht sich der Prophet durch Flucht: Ein Schiff soll ihn nach Tarsis in Spanien bringen, also in eine möglichst weit entfernte Stadt in der Gegenrichtung (Jona 1,1-3). Im hereinbrechenden Sturm wird der Prophet durch seine gestörte Jahwe-Beziehung zum Störenfried: Die Besatzung kann sich nur retten, indem sie diesen Ballast über Bord wirft. In ihrer Not, die die Besatzung auf Jahwes Zorn über Jona zurückführt, imHilferuf zu Jahwe und im Dankopfer nach der erfahrenen Rettung werden die heidnischen Matrosen, den frommen Betern Israels gleich, zu wirklichen Jahwe Bekennern. Eine paradoxe Situation! Denn mit Jahwes Propheten geht es im Gegenzug Stufe um Stufe bergab – im wahrsten Sinne des Wortes: Nach Jafo war Jona hinabgestiegen, dann ins Unterste des Schiffes, danach in den Tiefschlaf. Schließlich wird er in die Meerestiefe geworfen und vom großen Fisch verschlungen. Tiefer geht es wohl nicht mehr! Doch wie ein Dankpsalm besagt, findet Jona zurück (Jona 2,3-10). Nach drei Tagen und Nächten spuckt ihn der Fisch ans Land.
    Gottes zweitem Aufruf folgt Jona aufs Wort. Vor das innere Auge des Lesers wird in dichtgeraffter Form die idealtypische Geschichte eines Gotteswortes gemalt, das Erfolg hat. Der Bote macht sich auf den weiten, mühevollen und gefährlichen Weg und droht überall in der von Gewalttriefenden Hauptstadt Assurs das Gericht an. Gott gibt eine Fristzeit von 40 Tagen, und die Einwohner Ninives nutzen sie zu einer umfassenden Umkehr, der König vornean. Als Folge davon hält Gott das angekündigte Unheil zurück. Jona indes begreift nicht, warum Gott das tut, und möchte lieber tot als lebendig sein. Diesen Wunsch nimmt Gott nicht für bare Münze, sondern gibt ihm eine prophetische Nachhilfestunde. Er lässt ihm innerhalb eines Tages einen Schatten spendenden Baum wachsen, den er ebenso schnell
    durch einen Wurm vernichten lässt. Als Jona darüber traurig und wütend ist, macht Gott ihm klar, dass er ebenso den Untergang der Stadt bedauern würde.
  2. Der Vater von Simon Petrus. Die Luther Übersetzung nennt ihn teils in der Kurzform Jona (Mt 16,17) oder, wie die wichtigsten Handschriften bezeugen, Johannes (Joh 1,42; 21,15-17).
Jonathan

Jonathan
Der Name war offensichtlich sehr beliebt zur Zeit des Alten Testaments. Er bedeutet »Jahwe hat gegeben«.

  1. Ein Mann, der unter den Nachkommen Judas erwähnt wird. Er war ein Sohn Jadas (1. Chr 2,32.33).
  2. Ein Sohn beziehungsweise Enkel oder Nachkomme Gerschoms, des Sohnes Moses (Ri 18,30). Jonatan und seine Söhne waren Priester in Dan, dem früheren Lajisch. Dort hatten die Daniten das Götzenbild aufgestellt, das sie dem Ephraimiten Micha fortgenommen hatten (V. 29.31). Zweifellos ist Jonatan derselbe Levit, der junge Mann aus Bethlehem in Juda, der Michas Priester gewesen und dann mit den Daniten weggezogen war (Ri 17,7-23; 18,3-6.13-27).
  3. Der älteste Sohn Sauls und seiner Frau Ahinoam (1. Sam 14,49.50). Obwohl er der rechtmäßige Erbe seines Vaters war, entwickelte sich zwischen ihm und David eine tiefe Freundschaft, wohl die bekannteste und meistzitierte Freundschaft in der Bibel. Je mehr Saul – von Gott verlassen und ein Opfer zunehmender Ängste und Leidenschaften – Hass gegen David entwickelte, der sein Nachfolger werden sollte, desto mehr wurde Jonatan, der zu dem Bruderpakt stand, den er mit David geschlossen hatte, zu Widerstand und Betrug gegenüber seinem Vater gezwungen. Auf die Dauer konnte aber auch Jonatans Vermittlung nicht mehr helfen, und er gab David den Rat zu fliehen (1. Sam 20). In der Wüste Sif trafen sich beide noch einmal. Dabei sprach Jonatan seine Gewissheit aus, dass David König über Israel werden würde, und stärkte damit Davids Vertrauen auf Gott (1Sam 23,16-18). Die Trennungsszene zwischen den beiden Freunden ist bewegend.
    Jonatan begann den Kampf gegen die Philister in Gibea (1. Sam 13,3). Seine Tapferkeit und sein Mut als Krieger, an die Davids Klagelied erinnert (2. Sam 1,22), zeigen sich deutlich bei seinem Angriff auf eine Garnison der Philister bei Michmas und Geba. In der Schlacht gegen die Philister auf dem Gebirge Gilboa fiel Jonatan mit seinen Brüdern, während sich Saul in sein eigenes Schwert stürzte (1. Sam 31,2; 1. Chr 10,2). Die Einwohner von Jabesch in Gilead holten ihre Leichname, die die Philister an die Mauer von Bet-Schean gehängt hatten, und begruben sie unter dem Tamariskenbaum bei Jabesch (1. Sam 31,10-13). David widmete Saul und Jonatan eine Totenklage (2. Sam 1,17-27) und nahm später Jonatans Sohn Mefi-Boschet, der an beiden Füßen gelähmt war, zu sich an den Hof (2. Sam 4,4; 9).
  4. Davids Onkel (1. Chr 27,32). Falls man das hebräische Wort dod auch mit »Neffe« oder generell »Verwandter«übersetzen kann, könnte er auch der Sohn von Davids Bruder Schamma sein, der einen Riesen erschlug, der sechs Finger und sechs Zehen hatte (2. Sam 21,21; 1. Chr 20,6.7).
  5. Ein Sohn des Priesters Abjatar. Er erhielt mit Zadoks Sohn Ahimaaz während Absaloms Aufstand die Verbindung zwischen Huschai in Jerusalem und dem geflohenen König David aufrecht (2. Sam 15,36; 17,15-22). Später brachte er Adonija die Nachricht, dass Salomo zum König gesalbt sei (1. Kön 1,41-49).
  6. Einer von Davids kriegerischen Helden. Er war ein Sohn Schages, des Harariters (2. Sam 23,32; 1. Chr 11,34).
  7. Ein Vermögensverwalter unter David und der Sohn von Usija (1. Chr 27,25).
  8. Ein Levit zur Zeit von König Joschafat von Juda (2. Chr 17,8).
  9. Ein Schreiber, in dessen Haus der Prophet Jeremia gefangen gehalten wurde, als ihm vorgeworfen wurde, dass er zu den Chaldäern überlaufen wolle (Jer 37,15.20; 38,26).
  10. Ein Sohn Kareachs und ein Bruder Johanans. Er war einer der Juden, die zu Gedalja nach Mizpa kamen, nachdem Jerusalem von den Babyloniern erobert worden war (Jer 40,8).
  11. Die Obersten der Priestergeschlechter Malluch und Schemaja zur Zeit des Hohen Priesters Jojakim (Neh 12,14.18).
  12. Der Vater des Leviten Secharja zur Zeit Nehemias (Neh 12,35).
  13. Der Vater eines Mannes namens Ebed, der mit Esra aus der Gefangenschaft in Babylon zurückkehrte (Esra 8,6).
  14. Ein Sohn Asaëls. Er widersetzte sich, als Esra die Mischehen auflösen wollte, die etliche Israeliten in der Gefangenschaft mit ausländischen Frauen geschlossen hatten (Esra 10,15).
Joram

bezeichnet zwei Könige, einen Prinzen und zwei weitere Männer im Alten Testament. Übersetzt heißt der Name Jahwe ist erhaben.

  1. Ein Sohn des Königs Toï von Hamat (2. Sam 8,10); er heißt in 1. Chr 18,10 Hadoram.
  2. Ein Levit aus dem Geschlecht Eliësers, des Sohnes Moses. Sein Vater hieß Rehabja, sein Sohn Jesaja (1. Chr 26,25).
  3. Ein Priester zur Zeit von König Joschafat von Juda (2Chr 17,8).
  4. Der König von Israel, der 851-845 v.Chr. regierte und der letzte Herrscher der Dynastie Omri war. Er war der Sohn von Isebel und König Ahab von Israel und folgte seinem älteren Bruder Ahasja in der Herrschaft. Das Urteil über Joram von Israel lautet ungünstig: Er tat, was dem Herrn missfiel. Aber es wird hinzugefügt, dass er nicht so schlecht gehandelt habe wie sein Vater und seine Mutter. Er beseitigte zwar das Steinmal Baals, das sein Vater errichtet hatte, behielt aber andererseits den Götzendienst an goldenen Kälbern, die Jerobeam hatte aufstellen lassen (2. Kö 3,2.3), bei. Da der Moabiterkönig Mescha sich gleich nach Ahabs Tod gegen Israel gewandt hatte (2Kön 1,1; 3,4.5), zog Joram, zusammen mit König Joschafat von Juda und dem König von Edom als Bundesgenossen, gegen Moab (2. Kö 3). Trotz der errungenen Erfolge gelang es ihm jedoch nicht, Kir-Heres zu erobern. Es wird vermutet, dass es sich auch bei dem nicht namentlich genannten König von Israel, zu dem der Aramäerkönig seinen Heerführer Naaman schickte mit der Forderung, ihn von seinem Aussatz zu befreien (2. Kö 5,5-8), um Joram handelt. Und auch bei dem König, dem Elisa im Kampf mit den Aramäern beistand (2. Kö 6,8-23) und der in Samaria durch den Aramäerkönig Ben-Hadad belagert wurde, eine Belagerung, die mit einer wunderbaren Befreiung endete (2. Kö 6,24-7,20). Die Ermordung Jorams geschah auf Betreiben Elisas hin, der sie als Beginn des letzten Gerichtes Gottes über Ahab und Isebel angekündigt hatte. Er wurde von Jehu getötet, als er die Wunden, die er im Kampf mit den Aramäern bei Ramot in Gilead erhalten hatte, in Jesreel ausheilen wollte (2. Kö 8,28.29). Sein Leichnam wurde auf Jehus Befehl auf den Acker Nabots geworfen (2. Kö 9,16-26).
  5. Der Herrscher, der als ältester Sohn von König Joschafat in den Jahren 847-843 v.Chr. über Juda regierte. Im Jahr 852 v.Chr. hatte Joschafat, als er mit Ahab gegen die Aramäer nach Ramot in Gilead zog, den 32-jährigen Joram als Mitregenten eingesetzt. Unmittelbar nach seiner Thronbesteigung ließ Joram alle seine jüngeren Brüder ermorden (2. Chr 21,2-5). Er kehrte die Politik seines gottesfürchtigen Vaters um. Er heiratete Atalja, eine Tochter des Königs Ahab von Israel und somit eine Schwester des Königs Joram von Israel. Dies führte in Israel zu der gleichen gottlosen Regierung, wie sie von Ahab und Isebel her bekannt war. Während Jorams Regierungszeit befreiten sich Edom und Libna aus ihrer Abhängigkeit von Juda, Philister und Araber drangen in sein Königreich ein und plünderten es. Joram starb an 
    einer Krankheit und ging dahin unbedauert (2. Chr 21,10). Sein Nachfolger wurde sein Sohn Ahasja.
Joschafat

bedeutet Jahwe hat gerichtet und bezeichnet einen König von Juda sowie fünf weitere Männer im Alten Testament.

  1. Einer von Davids Helden, ein Mitniter (1. Chr 11,43).
  2. Ein Kanzler unter David und Salomo. Sein Vater hieß Ahilud (2. Sam 8,16; 20,24; 1. Kö 4,3).
  3. Ein Priester zur Zeit Davids (1. Chr 15,24).
  4. Einer von Salomos Beamten in Issachar. Er war der Sohn Paruachs (1. Kö 4,17).
  5. Der Sohn und Nachfolger Asas als vierter König von Juda, der ungefähr von 873-849 v.Chr. regierte. Bei der Erkrankung seines Vaters wurde er zunächst mit 35 Jahren Mitregent und später König (1. Kö 22, 1-51; 2. Kö 3; 2. Chr 17,1-21,1). Das Urteil der Schrift über ihn lautet sehr günstig: Joschafat handelte wie sein Vater Asa und tat, was dem Herrn wohlgefiel. Er vernichtete die heidnischen Höhenheiligtümer, beseitigte die Ascherabilder und vertrieb den Rest der männlichen Prostituierten, die im Dienst der Fruchtbarkeitsgöttin standen (1. Kö 22,43.47; 2. Chr 17,6). Außerdem stellte er Wanderlehrer zur Verfügung, die das Gesetz Moses predigten (2. Chr 17,7-9). Er gestaltete das Rechtssystem neu, indem er in  Städten mit Schlüsselpositionen Richter ernannte und ein Appellationsgericht in Jerusalem einrichtete (2. Chr 19,4-11).
    Im Gegensatz zu seinem Vater Asa suchte Joschafat Frieden und Freundschaft mit dem Bruderreich der 10 Stämme. Dass er sich aber mit dem israelitischen Königshaus verschwägerte – sein Sohn Joram heiratete Atalja, die Tochter von Ahab und Isebel –, brachte nach seinem Tod viel Unglück über Juda. Joschafat nahm an Ahabs Zug gegen Ramot in Gilead teil, auf dem Ahab fiel und er selbst in Lebensgefahr geriet. Bei seiner Rückkehr nach Jerusalem tadelte ihn der Seher Jehu, der Sohn Hananis, wegen der Hilfe, die er dem gottlosen Ahab geleistet hatte (2. Chr 19,1-3). Die Edomiter blieben während seiner Regierung der Oberherrschaft Judas unterworfen (1Kön 22,48). Mit Ahasja, Ahabs Sohn, begann Joschafat ein gemeinsames Flottenunternehmen, das aber missglückte (V. 49; 2. Chr 20,36.37). Mit Joram, dem Bruder und Nachfolger Ahasjas, und dem König (d.h. wohl judäischen Statthalter) von Edom zog er gegen Moab. Nur um Joschafats willen (2. Kö 3,14), der auch sonst den Rat der Propheten suchte (1. Kön 22,5.7), erlangten sie die Hilfe Elisas. Wahrscheinlich zur Vergeltung für Joschafats Beteiligung am Angriff auf Moab fielen die Moabiter, Ammoniter und Mëuniter in Juda ein. Aber auf sein Gebet hin und das Danken und Loben der Sänger, die vor dem Heer auszogen, ließ der Herr einen Streit im feindlichen Heer ausbrechen. Die Gegner vernichteten sich gegenseitig, und Juda triumphierte ohne Kampf und machte große Beute. Danach nannte man den Schlachtort Lobetal. Seitdem hatte das Reich Joschafats Ruhe (2Chr 20,1-30). Sein Sohn Joram, den er schon zum Mitregenten eingesetzt hatte, folgte ihm in der Herrschaft.
  6. Ein Sohn Nimschis und der Vater König Jehus von Israel (2. Kö 9,2.14).
Joscheba

war die Tochter von König Joram von Juda. Ihr Bruder war König Ahasja und ihr Mann der Hohe Priester Jojada. Als ihre Mutter Atalja das ganze Königsgeschlecht umbringen ließ, versteckte Joscheba Ahasjas Sohn Joasch und rettete so sein Leben (2. Kö 11,2; 2. Chr 22,11).

Ihr Name bedeutet Jahwe ist Eid, d.h. der ganz Getreue.

Josua

Josua
Ursprünglich hieß der Sohn von Nun aus dem Stamm Ephraim Hoschea, was »Heil« oder »Rettung« bedeutet, ein häufig auftauchender Name im Stamm Ephraim (1. Chr 27,20; 2Kön 17,1; Hos 1,1). Mose fügte den Namen Gottes hinzu
und nannte ihn Jehoschua, also »Jahwe ist Heil«, was im Deutschen normalerweise mit Josua wiedergegeben wird (4. Mo 13,8.16).

Als das Volk aus Ägypten loszieht, ist Josua noch ein junger Mann (2. Mo 33,11), aber Mose bestimmt ihn dennoch zu seinem persönlichen Assistenten und überträgt ihm die Befehlsgewalt über eine Abteilung der noch nicht organisiertenStämme, die die plündernden Amalekiter abwehren sollen. Josua schlägt sie, während Mose auf dem Hügel mit dem Stab Gottes in der Hand und gestützt von Aaron und Hur um den Sieg betet (2. Mo 17,8-16). In 2Mo 24,13 darf er, der von Jugend auf Moses Diener gewesen ist (4. Mo 11,28), mit ihm auf den Berg steigen und ist auch in 2. Mo 32,17 wieder bei ihm, als Mose nach 40 Tagen und Nächten herabkommt. Vermutlich hatte er in einiger Entfernung auf Mose gewartet. Als Mose später zum Lager geht, nachdem der Herr in der Stiftshütte mit ihm geredet hatte, bleibt Josua in der Stiftshütte zurück (2. Mo 33,11). In den folgenden Jahren kommt zweifellos etwas von Moses Geduld und Sanftmut zu Josuas Tapferkeit hinzu, doch in 4. Mose 11,28 bittet er Mose im Übereifer, den Ältesten Eldad und Medad das Weissagen im Lager zu verbieten, als sie in Verzückung geraten, und Mose sagt ihm klipp und klar, dass er wünschte, Gottes Geist würde über alle Israeliten kommen, sodass sie prophezeien könnten. Josua gehört auch zu den Kundschaftern, die nach Kanaan gesandt werden (4. Mo 13,8). Als die meisten von ihnen bei der Rückkehr die Eroberung des Landes als unmöglich darstellen, empfehlen Kaleb (V. 30) und nach dem Verlauf einer Nacht auch Josua die Invasion und werden von dem Volk, dem sie Mut machen wollen, beinahe gesteinigt (4. Mo 14,1.6-10). Darum will der Herr von den Israeliten, die zur Zeit dieser Auflehnung gegen Gott über 20 Jahre alt waren, nur Kaleb und Josua in das verheißene Land bringen (V. 30). Bei der zweiten Volkszählung im Ostjordanland sind dann auch außer Mose von den beim ersten Mal Gezählten nur noch Kaleb und Josua am Leben (4. Mo 26,65). Jetzt bezeichnet der Herr Josua als den Nachfolger von Mose, der ihn unter Handauflegung dazu einsetzt (4. Mo 27,16-23; vgl. 5. Mo 3,28; 31,7.8.23).

Bereits in 4. Mose 34,17 hatte der Herr Josua mit dem Hohen Priester Eleasar an die Spitze der Männer gestellt, die, je einer aus jedem Stamm, die Verteilung des Landes überwachen sollten. Nach Moses Tod leisten die Israeliten Josua als seinem Nachfolger Gehorsam (5. Mo 34,9).

Das Buch Josua, das nach ihm benannt ist, berichtet über seine Taten als Führer Israels. Nach Moses Tod erhält Josua vom Herrn den Befehl, sich zum Jordanübergang bereit zu machen, und trifft seine Anordnungen dafür (Jos 1,1-2,1). Der Flussübergang wird durch ein Wunder ermöglicht: In dem Augenblick, in dem die Priester, die die Bundeslade tragen, am Ufer in den Fluss treten, bleibt das Wasser flussaufwärts stehen (Jos 3). Auf Geheiß des Herrn lässt Josua aus dem Jordan zum Andenken an dieses Wunder zwölf Steine mitnehmen, die er später in Gilgal als Zeichen aufrichtet. Zwölf andere Steine werden im Flussbett an der Stelle aufgerichtet, an der die Füße der Priester mit der Bundeslade während des Überganges gestanden hatten (Jos 4).

Bei der Eroberung Kanaans erweist sich Josua als fähiger Feldherr, der Gott vertraut und auf seine Befehle hört. Bekanntestes Beispiel dafür ist wahrscheinlich die Eroberung Jerichos. Gott gibt Josua den Auftrag, alle Kriegsmänner sechs Tage hintereinander um die Stadt herumgehen zu lassen. Für die Einwohner Jerichos wird dies ein merkwürdiges Schauspiel gewesen sein: Schweigend ziehen da kampffähige Männer rings um die Stadt, gefolgt von sieben Priestern, die ihre Posaunen blasen und vor der Bundeslade hergehen, gefolgt vom übrigen Volk. Am siebten Tag gibt Josua den Befehl, ein Kriegsgeschrei zu erheben, das gewaltige Folgen hat. Die Stadtmauer bricht ein, das Volk hat freien Zugang und verbrennt die gesamte Stadt, begleitet von einem Fluch, den Josua über denjenigen ausspricht, der die Stadt jemals wieder aufbauen werde (Jos 5,13-6,27; Hebr 11,30). Aber in Josuas Laufbahn fehlen auch Rückschläge nicht. Weil ein Israelit namens Achan sich an dem gebannten Gut vergreift, erleidet Israel gegen die wenigen Männer von Ai eine blutige Niederlage. Erst nachdem der Herr den Schuldigen durch das Los bezeichnet und dieser gesteinigt ist, kann Ai erobert werden (Jos 7; 8). Als ihn daraufhin fremde Männer aufsuchen und behaupten, von weit her zu kommen, unterlässt es Josua, den Herrn zu befragen, und schließt mit ihnen auf eigene Verantwortung einen Vertrag. Erst später stellt er fest, dass er hereingelegt worden war und die Männer Gibeoniter waren, die ganz in der Nähe wohnen (Jos 9). Dennoch steht Gott in besonderer Weise zu Israel. Er lässt einen großen Teil von Israels Feinden durch große Hagelkörner umkommen und erfüllt sogar Josuas Bitte, dass Sonne und Mond stehen bleiben sollen: »Und es war kein Tag diesem gleich, weder vorher noch danach, dass der Herr so auf die Stimme eines Menschen hörte; denn der Herr stritt für Israel« (Jos 10,14). So fällt der Südteil Kanaans in die Hände der Israeliten. Der Nordteil wird durch den siegreichen Kampf am Wasser von Merom und die Einnahme von Jazor erobert (Jos 11). Das heißt jedoch nicht, dass Israel nun Herr des gesamten Landes war; umfangreiche Gebiete blieben noch in der Hand der Kanaaniter. Daher ergibt das Los bei der Verteilung Kanaans, die Josua daraufhin durchführt, für viele Gegenden nur eine Zuweisung im Voraus (Jos 13,1-7). Auch hierbei zeigt sich Josua als ein Mann, der das volle Vertrauen des Volkes besitzt und allgemeines Ansehen genießt. Nach Abschluss der Landverteilung sprechen die Israeliten ihm die Stadt zum Erbteil zu, um die er gebeten hatte, Timnat-Serach auf dem Gebirge Ephraim (Jos 19,49f). 

Am Ende seines Lebens versammelt Josua die Stämme Israels in Sichem. Er erinnert sie in seiner Rede an alle Wohltaten des Herrn und ruft sie auf, Gott aufrichtig und treu zu dienen, während er selbst bekennt: »Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen« (Jos 24,15). Er schließt an diesem Tag mit dem Volk einen Bund und legt ihnen Gesetze und Satzungen vor. All das schreibt er ins Gesetzbuch Gottes und richtet zum Zeugnis einen großen Stein unter der Eiche beim Heiligtum des Herrn auf. Mit 110 Jahren stirbt Josua und wird in Timnat-Serach begraben (Jos 24).

Jotham

könnte man übersetzen mit Jahwe ist vollkommen oder Jahwe hat sich redlich, rechtschaffen gezeigt.

  1. Gideons jüngster Sohn und einziger Überlebender des Massakers, das Abimelech an seinen Brüdern verübt (Ri 9,5). Durch das Gleichnis der Bäume, die den Brombeerstrauch zum König wählen – eine Ehre, die vorher von der Zeder, dem Olivenbaum und der Weinrebe abgelehnt worden war -, warnt Jotam die Sichemiter vor Abimelech. Die Warnungblieb unbeachtet, und der Fluch, den er aussprach, erfüllte sich drei Jahre später, als die Sichemiter Abimelech untreu wurden.
  2. Der Sohn Jahdais und ein Nachkomme von Kaleb (1. Chr 2,47).
  3. Der Sohn des Königs Asarja oder Usija von Juda (2. Kö 15,32-38; 2. Chr 27). Er war 25 Jahre alt, als er zur Herrschaft kam, und regierte 16 Jahre in Jerusalem, zunächst als Mitregent seines Vaters, der aussätzig war, und später als alleiniger König. Die Mitteilung in 2Kön 15,30, dass Hoschea im 20. Jahr Jotams König über Israel wurde, weist darauf hin, dass Jotam noch lebte, während sein Sohn Ahas bereits die Regentschaft übernommen hatte. Jotam tat, was in den Augen des Herrn recht war, ebenso wie sein Vater Usija. Das Volk aber opferte noch immer auf den Höhen (2. Chr 27,2). Auch Jes 2,7f; erweckt den Eindruck, dass bei äußerem Wohlstand das Volk am Götzendienst hing (vgl. Jes 2-5). Jotam baute das obere Tor am Tempel und verstärkte die Mauer des Ofel. Weiter baute er Städte auf dem Gebirge Juda und Burgen und Türme in den Wäldern (2. Chr 27,3f.4. In der Zeit seiner selbstständigen Regierung nach dem Tod Usijas wird sein Krieg gegen die Ammoniter anzusetzen sein, die ihm drei Jahre lang Tribut zahlten (V. 5). Nach 1. Chr 5,17 wurde eine Anzahl Gaditer zur Zeit Jotams und Jerobeams II. von Israel in die Geschlechtsregister eingetragen. Diese Aufzeichnung wird demnach vor Jerobeams Tod (747 v.Chr.) begonnen und in den ersten Regentschaftsjahren Jotams abgeschlossen worden sein. Man kann also schon vor seinem Ammoniterkrieg einen Einfluss Jotams im Ostjordanland annehmen. Kurz vor dem Ende der Regierung Jotams ließ der Herr den Aramäerkönig Rezin und Pekach, den Sohn Remaljas, gegen Juda vorgehen (2Kön 15,37). Vielleicht hängt auch der Bau von Burgen und Türmen schon mit der wachsenden Kriegsdrohung zusammen. Israel mag Judas Machtstellung im Ostjordanland mit missgünstigen Augen angesehen haben. Außerdem wollten Aram und Israel Juda zur Teilnahme an ihrem Bündnis gegen Assyrien zwingen. Der eigentliche syrisch-ephraimitische Krieg fällt aber erst in die Zeit des Ahas, der seinem Vater als Regent und dann als König folgte. Jotam wurde in der Davidsstadt begraben.

K

Kiljon

war der jüngere Sohn von Elimelech und Noomi. Er, sein Bruder und sein Vater starben früh und ließen ihre Frauen als Witwen zurück. Seine Frau hieß Orpa und war diejenige der beiden Schwiegertöchter von Noomi, die nicht mit ihr zurück nach Bethlehem ging (Rt 1,2.5).

Korach
  1. Esaus dritter Sohn, den er zusammen mit seiner Frau Oholibama bekommt. Seine Nachkommen bildeten später einen edomitischen Stamm (1. Mo 36,5-8.14.18; 1. Chr 1,35). In 1. Mo 36,16 kommt der Name unter den Nachfahren des Elifas noch einmal vor, könnte hier aber auf einem Schreibfehler beruhen, da er sowohl in V. 11.12 wie in 1. Chr 1,36 nicht mit aufgezählt wird.
  2. Der Sohn Jizhars, ein Levit aus dem Geschlecht Kehats, der sich während der Wüstenwanderung gegen Mose und Aaron auflehnte (2. Mo 6,21; 4. Mo 16,1.2). In
    1. Chr 6,7 wird Korach als Sohn des Amminadab bezeichnet. Eine Erklärung dafür wurde noch nicht gefunden, wenn man nicht Jizhar und Amminadab gleichsetzen will. Mit Datan, dessen Bruder Abiram und einem anderen Mann aus dem Stamm Ruben namens On rebelliert er während der Wüstenwanderung gegen Mose und Aaron. 4. Mo 16 berichtet über Unzufriedenheit aus folgenden Gründen:Mose und Aaron hätten sich über den Rest von Israel erhoben; zweitens hätte Mose darin versagt, Israel in das verheißene Land zu führen, und drittens hätten er und Aaron sich das Priesteramt angemaßt. Korach fordert auch für sich das Priestertum, und viele Leviten unterstützen ihn darin. Mose setzt fest, dass Korach und seine Anhänger mit Räucherpfannen, Feuer und Weihrauch vor dem Herrn erscheinen sollen, und wen dieser dann erwähle, solle heilig sein. Zugleich tadelt er ihre Auflehnung
    gegen den Herrn und ihr Streben nach der Stellung von Priestern (4. Mo 16,5-11).
    Als Korach und seine Parteigänger, 250 Männer insgesamt, zum Eingang des heiligen Zeltes kommen, erscheint die Herrlichkeit des Herrn vor dem versammelten Volk, und nur Mose und Aaron können verhindern, dass Gott die Israeliten austilgt. Sie erhalten den Befehl, sich von den Wohnungen von Korach, Datan und Abiram fernzuhalten,worauf die Empörer mit allem, was zu ihnen gehört, von der Erde verschlungen werden, während die 250 Männer, die Räucheropfer dargebracht hatten, durch Feuer vom Herrn umkommen (1. Mo 16,5-35). Nach 4. Mo 26,11 bleiben die Söhne Korachs allerdings verschont. Die Korachiten bildeten später ein
    Geschlecht der Tempelsänger, zu dem auch Heman, der Enkel Samuels, gehört (1. Chr 6,18). Sie werden in den Überschriften von den Psalmen 42 – mit
    dem Ps 43 offensichtlich verbunden ist –; 44-49; 84; 85; 87 und 88 genannt. In 1. Chr 9,19; 26,19 versehen Korachiten den Dienst von Schwellen- und Torhütern
    am Tempel; einem von ihnen waren die Pfannen anvertraut (1. Chr 9,31).
  3. Der erstgenannte Sohn des Judäers Hebron (1. Chr 2,43).
  4. Auch im Stamm Benjamin gab es ein Geschlecht der Korachiter (1. Chr 12,7).

M

Maaka

Der Name ist ein häufig benutzter Frauen- und Männername und ist vielleicht von dem arabischen Wort für dumm, töricht abgeleitet.

  1. Der Sohn von Nahor und seiner Nebenfrau Rëuma (1. Mo 22,24).
  2. Die Frau von Machir, beide Nachkommen von Manasse (1. Chr 7,15.16).
  3. Eine von Kalebs Nebenfrauen und die Mutter von Scheber, Tirhana und Schaaf (1. Chr 2,48).
  4. Die Frau Jeïëls, eines von Sauls Vorfahren aus dem Stamm Benjamin (1. Chr 8,29; 9,35).
  5. Die Tochter Talmais, des Königs von Geschur. Sie war eine Frau Davids und die Mutter Absaloms (2. Sam 3,3).
  6. Der Vater Hanans, eines der Helden Davids (1. Chr 11,43).
  7. Der Vater Schefatjas, des Fürsten von Simeon zur Zeit Davids (1. Chr 27,16).
  8. Der Vater des Königs Achisch von Gat zur Zeit Salomos (1. Kö 2,39).
  9. Die Lieblingsfrau von König Rehabeam und die Mutter von König Abija (1. Kö 15,2; 2. Chr 11,20-22). In 2. Chr 13,2 heißt sie Michaja. Sie war die Tochter von Uriël von Gibea und eine Enkelin Absaloms und hatte die Stellung der
    Königinmutter noch zur Zeit ihres Enkels Asa inne (1. Kö 15,10), der sie absetzte, weil sie ein Ascherabild hatte machen lassen (V. 13; 2. Chr 15,16).
Machlon

war der älteste Sohn von Elimelech und Noomi, die wegen einer Hungersnot von Bethlehem in das Land der Moabiter gezogen waren. Sein Vater starb früh; einige Jahre später starben auch Machlon und sein Bruder Kiljon und ließen ihre Frauen als Witwen zurück. Noomi ging zurück nach Bethlehem, wohin ihre Schwiegertochter Ruth, die Witwe Machlons, sie begleitete (Rut 1,2; 4,10).

Der Name Machlon könnte mit der Bedeutung Schwachheit zusammenhängen.

Manasse

Am häufigsten taucht der Name als Bezeichnung für einen der Stämme Israels auf, der auf Josefs ältesten Sohn zurückgeht. Übersetzt bedeutet er vergessen machend.

  1. Josefs ältester Sohn und Ephraims Bruder. Seine Mutter war die ägyptische Priesterstochter Asenat, die Josef geheiratet hatte, nachdem seine Brüder ihn nach Ägypten verkauft hatten und bevor die siebenjährige Hungersnot begann. Josef gibt ihm den Namen Manasse (= vergessen machend), weil Gott ihn hat vergessen lassen all mein Unglück und mein ganzes Vaterhaus (1. Mo 41,50.51; 46,20). Als Manasses Großvater Jakob alt und krank ist, besuchen Josef, Manasse und Ephraim ihn. Dort legt Jakob seinen Enkeln die Hände auf und segnet sie. Er verheißt beiden eine große Nachkommenschaft, stellt aber den jüngeren Ephraim vor Manasse (1. Mo 48,1-20). Zwei Söhne von Manasse werden namentlich erwähnt: Asriel und Machir (1. Mo 50,23; 1. Chr 7,14). Einer seiner späteren Nachkommen war Gideon.
  2. Manasse hieß auch der Sohn und Nachfolger von König Hiskia, der mit 12 Jahren als Mitregent seines Vaters auf den Thron kam und 55 Jahre lang in Jerusalem regierte. Seine Regierungszeit war 696-642 v.Chr., seit 687 v.Chr. als König, und war damit die längste von allen Königen Judas und Israels (2. Kö 21,1). Im Gegensatz zu seinem Vater gab sich Manasse ganz dem heidnischen Götzendienst und Aberglauben hin. Dabei wird auch der Druck des assyrischen Oberherrn eine Rolle gespielt haben. Aus Vertragsbedingungen Asarhaddons von 672 v.Chr. wissen wir, dass den abhängigen Königen die Verehrung des assyrischen Hauptgottes Assur zur Pflicht gemacht wurde. Manasse erneuerte Höhenheiligtümer und richtete heidnische Altäre im Tempel auf, opferte seinen Sohn und befragte Wahrsager und Zeichendeuter über die Zukunft (V. 2-9). Die Propheten des Herrn warnten vergeblich (V. 10-15; 2Chr 33,10), und der König ging sogar zu blutiger Verfolgung über, der nach jüdischer Tradition auch Jesaja zum Opfer gefallen ist (2. Kö 21,16). Dann kam das Gericht. Manasse, der nach Asarhaddon auch dem Asenappar (Assurbanipal) Tribut gezahlt hatte, wurde von einem assyrischen Heer in Jerusalem gefangen genommen und nach Babylon abgeführt (2. Chr 33,11). Vielleicht liegt der Grund dafür in einer Beteiligung an der Verschwörung des Samassumukin, des Bruders Asenappar. Dieses Unglück ließ Manasse zum Herrn umkehren, der ihn wieder nach Jerusalem zurückbrachte. Manasse beseitigte nun allen heidnischen Götzendienst. Opfer für den Herrn wurden allerdings auch weiterhin auf den Höhen dargebracht. Außerdem befestigte Manasse Jerusalem neu. Bei seinem Tode folgte ihm sein Sohn Amon als König (V. 12-20). Aber Manasses innere und dann auch öffentliche Umkehr hat die Folgen seines Ungehorsams nicht aufheben können. Amon richtete sich nur nach dem schlechten Beispiel seines Vaters (V. 22.23), und der Herr ließ Juda wegen dem, was Manasse getan hatte, in die Verbannung gehen (Jer 15,4).
  3. Zwei Israeliten, die heidnische Frauen geheiratet hatten und sich von ihnen trennten (Esra 10,30.33).
Manoach

war ein Mann aus dem Stamm Dan und der Vater des Richters Simson.

Richter 13 berichtet davon, dass ein Engel seiner Frau erschien und ihr mitteilte, dass sie einen Sohn bekommen würde, der beginnen sollte, Israel von den Philistern zu befreien. Seine Frau erzählt ihm davon, und Manoach bittet Gott, den Mann noch einmal zu schicken und ihnen genauer zu sagen, was sie beachten sollen. Tatsächlich erscheint der Engel noch einmal, ohne dass Manoach ahnt, dass es sich um einen Engel handelt. Er hält ihn einfach für einen Mann Gottes. Dankbar dafür, dass der Mann ihm einige Ernährungstipps gibt, die seine Frau während der Schwangerschaft beachten soll, will er ihm eine Ziege zubereiten. Der Engel lehnt ab, rät ihm aber, die Ziege zu opfern, wozu sich Manoach und seine Frau auch entschließen. Erst als der Engel »in der Flamme des Altars« wieder zum Himmel fährt, merken sie, dass sie mit einem Engel geredet haben. Kein Wunder, dass nach diesem ungewöhnlichen Vorspann ein besonderes Kind geboren wird: 

Simson richtet 20 Jahre lang über Israel und ist ungeheuer stark, solange seine Haare nicht geschnitten werden. Von Manoach werden uns nach Simsons Geburt noch zwei Dinge berichtet: Er versucht, seinen Sohn davon zu überzeugen, sich nicht außerhalb des Bundes zu verheiraten (Ri 14,3), und wird schließlich zwischen Zora und Eschtaol begraben (Ri 16,31).

Sein Name ist von der Form her identisch mit einem Wort, das Ruheplatz bedeutet.

Menahem

Als in den Wirren nach dem Tod König Jerobeams II. der Verschwörer Schallum den neuen König von Israel, Sacharja, getötet hatte, kam Menahem, der Sohn Gadis, von Tirza nach Samaria, erschlug Schallum und wurde selber König von Israel (747-738 v.Chr.). Die Stadt Tifsach, die ihm die Anerkennung versagte, eroberte und strafte er grausam. Er setzte die Verehrung der Stierbilder Jerobeams fort, und die Bibel urteilt, dass er »tat, was dem Herrn missfiel«. Beim Einfall der Assyrer unter Pul oder Tiglat-Pileser III. zahlte Menahem 1000 Zentner Silber Tribut. Er brachte die Summe dadurch auf, dass er von allen reichen Leuten 50 Silberstücke (RevEB: Schekel) pro Kopf (nach damaligen assyrischen Preisen der Wert eines Sklaven) einzog; danach müssen rund 60 000 Israeliten diese Abgabe haben
aufbringen können. Nach zehnjähriger Herrschaft folgte ihm sein Sohn Pekachja auf den Thron (2. Kö 15,14-22). 

Menahem bedeutet Tröster, Trost.

Mephiboseth

ist der Name zweier Männer im zweiten Buch Samuel und bedeutet Verbreiter der Schande.

  1. Ein Sohn von Saul und Rizpa. David lieferte ihn und seinen Bruder Armoni den Gibeonitern aus. Gott hatte David beauftragt, die Schuld wiedergutzumachen, die Saul begangen hatte, als er die Gibeoniter hatte ausrotten wollen. Statt Wertsachen forderten die Gibeoniter sieben Nachkommen Sauls, die sie auf einem Berg hinrichten (2. Sam 21,8).
  2. Ein Sohn von Jonatan und somit Sauls Enkel. In 1. Chr 8,34; 9,40 heißt er Merib-Baal = Streiter gegen Baal. Dieser Name ist anscheinend später zu Mephiboseth entstellt worden: Er wurde durch einen Unglücksfall im Alter von 5 Jahren zum Krüppel (2. Sam 4,4). David ließ ihn aus Lo-Dabar im Ostjordanland in seinen Palast holen und gab ihm Ziba zum Diener. Mephiboseth aß an der Tafel des Königs und erhielt Sauls Landbesitz zurück (Kap. 9). Beim Aufstand Absaloms beschuldigte Ziba Mephiboseth, von David abgefallen zu sein, worauf David ihm alle Besitzungen Mephiboseth übertrug (2. Sam 16,1-4). Bei der Rückkehr des Königs rechtfertigte sich Mephiboseth, und David ließ ihn und Ziba den Landbesitz teilen (2. Sam 19,25ff). Mephiboseth hatte einen Sohn namens Micha (2. Sam 9,12).
Micha

Neben dem Propheten, von dessen Weissagungen das gleichnamige alttestamentliche Buch berichtet, erfahren wir noch von zwei weiteren Männern mit diesem Namen etwas ausführlicher, andere werden kurz erwähnt. Micha ist wohl
eine Kurzform von Michael, Wer ist wie Gott?.

  1. Ein Mann vom Gebirge Ephraim, über den in Ri 17-18 berichtet wird. Er entwendet seiner Mutter 1100 Silberstücke, gibt sie ihr aber aus Furcht vor ihrem Fluch wieder zurück. Die Mutter lässt daraufhin für 200 Silberstücke ein geschnitztes und gegossenes Bild anfertigen, das in Michas Haus aufgestellt wird. Micha lässt dazu einen Priesterschurz und Hausgötzen machen und weiht einen seiner Söhne zum Priester. Später kommt der Levit Jonatan aus Bethlehem in Juda zu ihm, den er als Priester bei sich behält. Als die Daniten auf dem Weg zur Eroberung vonLajisch bei Micha vorbeikommen, führen sie den Priester mit den Götzenbildern fort. All das zeigt den geistlichen und sittlichen Verfall zur Richterzeit, als es keinen König in Israel gab und jeder tat, was ihm gefiel (Ri 17,6). Nach spätjüdischer Tradition wohnte Micha in Gerab, dem heutigen Chirbet Dscherabe, ca. 2 km westlich von Silo. 
  2. Ein Sohn von Mefi-Boschet, dem gelähmten Sohn von Jonatan (2. Sam 9,12; 1. Chr 8,34.5; 9,40.41).
  3. Ein Levit aus dem Geschlecht Kehats zur Zeit Davids (1. Chr 23,20; 24,24.25).
  4. Ein Prophet, von dem in 1. Könige 22 und 2. Chronik 18 berichtet wird. Ahab, der König von Israel, will sich mit Joschafat, dem König von Juda verbünden, um gegen den König von Aram in den Kampf zu ziehen. Joschafat stimmt dem grundsätzlich zu, will aber vorher Ahabs Propheten nach Gottes Willen befragen lassen. Auch als sich schon alle Propheten zustimmend geäußert haben, bleibt er misstrauisch und hakt hartnäckig nach, ob nicht noch irgendwo ein weiterer Prophet sei. Ein Bote holt Micha herbei, der bei Ahab schon dafür bekannt ist, dass er sich negativ äußert. Der Bote bittet ihn eindringlich, den König zu bestätigen, aber Micha lässt sich nicht beirren: »Was mein Gott sagen wird, das will ich reden«. Als der König ihn befragt, rät Micha ihm dennoch zum Kampf, erst auf Nachfrage hin erzählt er von seiner Vision, in der er das Volk zerstreut und ohne König gesehen hatte. Und er gibt auch die Erklärung dafür, dass die anderen Propheten das Gegenteil behauptet haben: Gott hatte sie von einem Lügengeist verführen lassen, damit Ahab in den Kampf zöge und dort umkäme. Ahab indes lässt sich von alldem nicht beeindrucken, sondern zieht mit Joschafat in die Schlacht. Allerdings verkleidet er sich, damit ihn die Gegner nicht als König erkennen können – vergeblich: Er wird »von ungefähr« mit Pfeil und Bogen getötet, und die Weissagung des Propheten Micha erfüllt sich. 
  5. Ein Mann aus dem Stamm Ruben. Er war ein Sohn Schimis und der Vater Reajas (1. Chr 5,5).
  6. Ein Levit, der die Verpflichtung des Volkes auf das Gesetz zur Zeit Nehemias unterschrieb (Neh 10,12).
  7. Ein Levit aus dem Geschlecht Asafs zur Zeit Nehemias. Er war der Vater des Mattanja (Neh 11,17; 1. Chr 9,15).
  8. Ein anderer Levit aus dem Geschlecht Asafs und ebenfalls der Vater eines Mattanja, dessen Urenkel Usi zur Zeit Nehemias lebte (Neh 11,22). Vielleicht ist er derselbe wie der Michaja, der in Neh 12,35 erwähnt wird.
  9. Ein Prophet zur Zeit Jesajas, dessen Weissagungen im gleichnamigen Buch des Alten Testaments zu finden sind (Mi 1,1). Aus Jeremia 26,18 und besonders aus Micha 1-3 können wir einige wenige Einzelheiten über die Person Michas entnehmen. Der Überschrift in Micha 1,1 zufolge stammt er aus Moreschet, einer Tochtersiedlung von Gad, 35 km südwestlich von Jerusalem. Er lebte zur Zeit der Könige Jotam, Ahas und Hiskia, also innerhalb des Zeitraumes von 756-697 v.Chr. Wie sein Zeitgenosse Jesaja trat er im Südreich auf, vor allem in seiner Heimat, aber auch in Jerusalem. Die Umstände von Michas Berufung zum Propheten teilt das Buch dann aber ebenso wenig mit wie andere biografische Einzelheiten.
    Micha richtet seinen Vorwurf der Korruption und der Zerstörung der brüderlichen Jahwe-Gemeinschaft vor allem an die führenden Stände: Er wendet sich an Richter, Propheten und Priester, die beauftragt waren, Recht, Gerechtigkeit und Gesetz zu vermitteln (Mi 3, 9-11), aber auch an habgierige Großgrundbesitzer und andere. Micha sieht wegen der angehäuften Schuld unabwendbares Unheil in Gestalt eines brutalen Eroberers kommen, der einen Vernichtungskrieg bis hin zur Zerstörung Jerusalems und des Tempels führen wird (Mi 3,12; Mi 1,16; 2,3f). Michas Gegner pochen auf heilige Traditionen Israels: auf die Sicherheitsgarantie Zion, die feste Burg, auf den Jakobssegen und auf die Rettermentalität Jahwes. Alle diese Traditionen erklärt Micha als nur für die »Frommen« zutreffend (Mi 2,7). An einer Stelle drückt er deutlich aus, wie deren Leben auszusehen hat, und erinnert damit an Jesu Doppelgebot der Liebe: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Michas Verkündigung zeigt viele Berührungspunkte mit dem Jesajabuch. Wie Jesaja erhofft Micha den künftigen Frieden nicht mehr von den in Jerusalem regierenden Nachkommen Davids, sondern aus Bethlehem. Michas Prophetie hat einen farbenkräftigen Stil: Er benutzt Alliteration, Wortspiele und derb-drastische Metaphern und zitiert öfter seine Gegner, um ihnen dann aggressiv zu widersprechen. Wenn er mal mit grausigen Bildern schockiert und mal zartes Mitgefühl für seine leidenden Mitmenschen zeigt, drückt das nur die beiden Seiten seiner erregten Leidenschaft aus, mit der er seinen Prophetendienst ausübt.
Mirjam

ist sowohl ein Männer- als auch ein Frauenname und bezeichnet einen Mann aus dem Stamm Juda (1. Chr 4,17). Bekannter unter diesem Namen ist aber wohl die ältere Schwester von Aaron und Mose (1. Chr 5,29). Sie wird es gewesen sein, die in der Nähe blieb, als Mose im Rohrkästchen im Nil ausgesetzt wurde. Sie vermittelte ihre eigene Mutter Jochebed an die Tochter des Pharao als Amme für das Kind (2Mo 2,3-10). Am Ufer des Schilfmeers leitete sie als Prophetin mit der Handpauke den Gesang der Frauen (2. Mo 15,20.21). Auf der Wüstenwanderung wurde sie mit Aussatz geschlagen, weil sie Moses einzigartige Stellung anzuzweifeln wagte. Aber auf seine Fürbitte wurde sie nach sieben Tagen wieder geheilt (4. Mo 12; 5. Mo 24,9). Sie starb in Kadesch und wurde dort begraben (4. Mo 20,1). Nach Micha 6,4 hatte der Herr auch ihr Anteil an der Führung des israelitischen Volkes aus Ägypten gegeben. Mirjam könnte beleibt bedeuten.

Mose

war der große Führer und Gesetzgeber, den Gott gebrauchte, um die Hebräer aus Ägypten herauszuführen. Durch ihn wurde das Volk Israel zu einer Nation. Er führte es bis an die Grenze des Landes, das Gott den Vorvätern zugesichert hatte.

Wortbedeutung

Im Ägyptischen bedeutet der Name wohl Kind, Sohn, und es könnte gemeint sein: Sohn eines unbekannten Vaters. Andere vermuten in Mose eine Abkürzung von Ramses = Sohn des (Gottes) Re. Es ist auch möglich, dass der Name hebräischen Ursprungs ist und die Bedeutung hat: »der, der herauszieht«. Über diese Frage wurde viel diskutiert; einigen konnte man sich bisher nicht.

Herkunft

Mose ist der Sohn von Amram und Jochebed. Er stammt von Kehat, dem Sohn Levis, ab. Seine ältere Schwester ist Mirjam, sein älterer Bruder Aaron (2. Mo 6,16.18.20). Er wurde in der Zeit geboren, als der Pharao befohlen hatte, alle hebräischen Jungen in den Nil zu werfen (2. Mo 1,22). Nachdem ihn seine Mutter drei Monate versteckt gehalten hatte, setzte sie ihn schließlich in einem Rohrkästchen in das Schilf am Ufer des Nils. Dort fand ihn die Tochter des Pharao und übergab ihn einer hebräischen Amme, ohne zu ahnen, dass diese Frau seine Mutter war. Als Jochebed ihn nach 1-3 Jahren der Tochter des Pharao zurückbrachte, nannte eine der beiden Frauen ihn Mose (1. Mo 2,1-10).

Historizität des Mose

Mose steht am Beginn der Volksgeschichte Israels. Die Berichte über sein Leben finden wir vor allem im 2. bis 5. Buch Mose. Daran, dass Mose wirklich gelebt hat, zweifelt man heute kaum mehr. Sein ägyptischer Name und die Sklaverei des Volkes am Beginn seiner nationalen Geschichte sind Dinge, die sich nur als historische Tatsachen erklären lassen. Es gibt keinen Grund, Mose als mythische Figur anzusehen; ohne ihn ist der Beginn der israelitischen Geschichte nicht zu begreifen. Seine Persönlichkeit, seine Charakterstärke und seine Rolle als Mittler göttlichen Willens haben Israel und seinen Glauben unverwechselbar geprägt. Wenn man dennoch vielfach kein zusammenhängendes Bild von seinem Leben und Wesen zu zeichnen wagt, so liegt das daran, dass man den Wert der Mosebücher als Geschichtsquelle weithin zu niedrig veranschlagt. Man rechnet mit einer Zusammenstellung der Texte viele Jahrhunderte nach Moses Tod, wobei die geschichtlichen Tatsachen durch die mündliche Überlieferung weitgehend entstellt worden seien. Nach dem, was wir heute vom Schriftwesen der Zeit schon lange vor Mose wissen, lassen sich gegen solche Theorien jedoch gewichtige Gegengründe anführen.

Kindheit, Jugend und Ehe

Als Sohn der Tochter des Pharao (Hebr 11,24) wird Mose in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet (Apg 7,22); er lernt die religiöse und juristische Überlieferung des alten Orients kennen. Vielleicht hat er sich auch im diplomatischen Dienst Ägyptens ausgezeichnet. Trotz dieser Ausbildung scheitert er zunächst, als er sich mit 40 Jahren auf die Seite seines Volkes stellt und dabei einen Ägypter erschlägt. Er muss fliehen und findet Zuflucht in Midian, wo er Zippora, die Tochter des Priesters Reguël oder Jitro, heiratet (2. Mo 2,11-22). Hier lebt er 40 Jahre unter einem Volk, das ebenfalls von Abraham abstammte (1. Mo 25,2) und vielleicht auch den Gott Abrahams verehrte (vgl. 2. Mo 18,10-12). In dem Namen seines ersten Sohnes Gerschom drückt Mose noch das Gefühl aus, »Fremdling« zu sein; als ihm der zweite Sohn Eliëser geschenkt wird, weiß er, dass sein »Gott Hilfe« ist (2. Mo 18,3.4). In Midian verbringt Mose in der Gemeinschaft mit Jitro Jahre inneren Reifens. Danach beruft ihn Gott zur Befreiung seines Volkes (2. Mo 2,23-4,17). Der Herr offenbart sich ihm aus dem brennenden Dornbusch mit seinem Namen Jahwe = »Ich bin da« oder »Ich bin, der ich bin«. Noch muss Gott viele Widerstände bei Mose überwinden und ihm schließlich seinen Bruder Aaron als Sprecher zuordnen, ehe er bereit ist, den Auftrag des Herrn auszuführen.

Auszug aus Ägypten

Gemeinsam treten Mose und Aaron vor die Ältesten der Israeliten (2. Mo 4,28-31) und dann vor den Pharao, um dieRückkehr ins verheißene Land zu erwirken (2. Mo 5ff). Durch die 10 Plagen überwindet Gott den Widerstand des Pharao, der immer wieder von seinem Entschluss abrückt und die gegebene Erlaubnis zum Auszug der Israeliten zurücknimmt. Im Durchzug durch das Schilfmeer und in der Vernichtung des ägyptischen Heeres vollendet sich der Sieg Gottes, den die Einsetzung des Passafestes zusichert und das Lied des Mose und der Mirjam feiert (2. Mo 15,1-21).Der Weg Israels führt in die Wüste hinein. Jetzt zeigt sich die Geduld Moses, seine Treue und sein Glaube, seine Liebe zu seinem Volk. Immer wieder begehrt das Volk auf, murrt und empört sich; schon bei Mara (2. Mo 15,23.24), dann in der Wüste Sin und wieder bei Massa und Meriba (2. Mo 16; 17,1-7). Doch Wunder folgt auf Wunder: Gott versorgt das Volk mit Wachteln, Manna und Wasser aus dem Felsen. Nach dem Sieg über Amalek (V. 8ff) trifft Jitro mit Moses Familie, die dieser inzwischen zurückgeschickt hatte, im Lager ein und berät Mose, wie er die Rechtsprechung in
Zukunft am besten handhabt (2. Mo 18).

Gesetzempfang

Der Herr erscheint auf dem Sinai, und Mose empfängt als Mittler die 10 Gebote, übergibt das Bundesbuch und schließt gemeinsam mit den Ältesten Israels den feierlichen Bund zwischen Gott und seinem Volk (2. Mo 19; 20; 24). Danach steigt er wieder auf den Berg und bleibt dort 40 Tage und Nächte. In dieser Zeit erhält er die Vorschriften über das heilige Zelt, die sogenannte Stiftshütte, und den Gottesdienst (2. Mo 25-31). Die beiden Steintafeln mit den 10 Geboten bringt er mit vom Berg herab. Inzwischen aber haben die Israeliten Aaron gedrängt, ein goldenes Stierbild anzufertigen, vor dem sie opfern. Mose zerbricht im Zorn die Gesetzestafeln, wie das Volk den Bund gebrochen hat, und hält hartes Gericht. Aber dann tritt er vor Gott für das Volk ein und erwirkt, dass der Herr es nicht verlassen will (2. Mo 32; 33). Gott erneuert die Gesetzestafeln, und Mose bleibt noch einmal 40 Tage und Nächte auf dem Berg. Als er wieder zum Volk kommt, strahlt sein Gesicht, und jedes Mal, nachdem er zu den Israeliten geredet hat, legt er einen Schleier über sein Gesicht, bis er wieder vor Gott tritt (2. Mo 34; 2. Kor 3,7-18). Die Stiftshütte wird aufgerichtet (2. Mo 35-40), Mose empfängt die Opfervorschriften und weiht Aaron und seine Söhne zu Priestern (3. Mo 8).

Weitere Ereignisse des Wüstenzuges

Im zweiten Jahr des Zuges durch die Wüste lehnen sich Mirjam und Aaron wegen der kuschitischen Frau, die er genommen hatte, gegen Mose auf. Sie wollen seine einzigartige Stellung antasten (4. Mo 12,2). Aber Gott bezeugt: Von Mund zu Mund rede ich mit ihm, nicht durch dunkle Worte oder Gleichnisse, und er sieht den Herrn in seiner Gestalt« (V. 8). Daraufhin wird Mirjam aussätzig und erst durch Moses Fürbitte wieder geheilt. Unter der kuschitischen Frau des Mose haben wir wohl Zippora und keine zweite Frau zu verstehen (vgl. die Namen in 1. Mo 10,6-8, die z.T. nach Arabien weisen). Als danach die Kundschafter, die zur Erkundung Kanaans ausgesandt worden waren, nach Kadesch zurückkehren und ihr Bericht das Volk in Aufruhr bringt, ist es Mose, der durch sein Eintreten für das Volk verhindert, dass Gott es ausrottet (4. Mo 13.14). Wieder schlägt er dabei, wie schon am Sinai, das Angebot aus, dass der Herr ihn zu einem noch mächtigeren Volk machen will (4. Mo 14,12; vgl. 2. Mo 32,10). Auch beim folgenden Aufstand von Korach, Datan und Abiram gelingt es Mose und Aaron noch, das Schlimmste vom Volk abzuwenden (4. Mo 16).
Dann aber versündigen sie sich selber, als Mose bei Kadesch statt zum Felsen nur zu reden, mit dem Stab dagegenschlägt, um Wasser hervorströmen zu lassen (4. Mo 20). Dieser Ungehorsam gegen das Wort des Herrn kostet sie das Betreten des verheißenen Landes. Doch bleibt Mose weiter der Führer und Mittler seines Volkes. Er leitet Israel ins Ostjordanland, überträgt das Amt des Hohen Priesters von Aaron auf seinen Sohn Eleasar (4. Mo 20,23-29) und errichtet die eherne Schlange als Zeichen der Rettung unter göttlichem Gericht (4. Mo 21,6-9). Das Strafgericht an den Midianitern, die sich mit Moab gegen Israel verbündet hatten, wird ebenfalls noch von Mose vollzogen (4. Mo 31).

Tod des Mose

Das 5. Buch Mose enthält seine Abschiedsreden an das Volk, die er im Lager in Schittim, östlich vom Jordan, gehalten hatte. Er setzte Josua zu seinem Nachfolger ein, übergab den Israeliten sein Lied und seinen Segen (5. Mo 32.33) und starb, 120 Jahre alt, ohne dass sein Augenlicht nachgelassen hatte oder seine Kraft gewichen war. Vorher zeigte ihm der Herr das verheißene Land vom Gipfel des Nebo. Gott selber begrub ihn im Tal. 30 Tage lang trauerte das Volk um seinen Führer, Mittler, Propheten, Gesetzgeber und Geschichtsschreiber (5. Mo 34).

Verfasserschaft der Mosebücher

In der heutigen Zeit gehen die Meinungen über die Verfasserschaft der Mosebücher weit auseinander. Manche Ausleger schreiben Mose die Urheberschaft an jedem einzelnen Buchstaben zu, andere bestreiten selbst seine Existenz. In einer Reihe von Stellen der Mosebücher wird ausdrücklich auf die schriftstellerische Tätigkeit des Mose Bezug genommen. Er zeichnete die Stationen des Wüstenzuges auf (4. Mo 33,2) und verfasste den Bericht über die Amalekiterschlacht (2. Mo 17,14). Die Niederschrift der Gesetze (2. Mo 24,4.7) übergab er am Ende seines Lebens den Leviten (5. Mo 31,24-26). Wenn man seine Ausbildung in Ägypten berücksichtigt, so erscheint es keineswegs ausgeschlossen, dass die Darstellung der Welt- und Heilsgeschichte in den Büchern, die seinen Namen tragen, von ihm stammt, wohingegen er im ersten Buch offensichtlich ältere Quellen benutzt hat. Auch Dichtungen sind unter seinem Namen erhalten: das Lied nach dem Durchzug durchs Schilfmeer (2. Mo 15), das Lied und der Segen vomEnde seines Lebens (5. Mo 32-33) und der 90. Psalm.

Charakter des Mose

Als Gesetzgeber übermittelte Mose dem Volk Israel die Gottesordnungen für sein Alltagsleben und seinen Gottesdienst, als Prophet kündigte er ihm das zukünftige Schicksal je nach seinem Gehorsam oder Ungehorsam an. Als Volksführer und oberster Richter wachte Mose darüber, dass Israel auch in Gottes Ordnungen lebte. Dabei trat er immer wieder stellvertretend zwischen die ungehorsamen Israeliten und den Zorn Gottes. Lieber will er sich für sein Volk opfern, als auf dessen Kosten Stammvater einer neuen Nation zu werden (2Mo 32,32). Sein Wirken ist vom Priesterlichen und Prophetischen her bestimmt. In Geduld und Liebe ist er um sein Volk bemüht und erhält die Beurteilung: Aber Mose war ein sehr demütiger Mensch, mehr als alle Menschen auf Erden (4. Mo 12,3). Er war ein Beter, mit dem Gott wie ein Freund mit seinem Freunde redete (2. Mo 33,11), und in der Vollmacht des Herrn behauptete er sich sowohl gegen die Macht des Pharao als auch gegen das Aufbegehren der unzufriedenen Stämme. Nachdem Gott ihn durch 80 Jahre hindurch erzogen und gelehrt hatte, konnte durch seinen Dienst, in dem er nichts mehr für sich selber suchte, aus der Vielzahl der Nachkommen Abrahams und Jakobs die neue Einheit des Gottesvolkes werden. 

Im Neuen Testament aber steht Mose als Vertreter des alttestamentlichen Gesetzes dem Evangelium, der frohen Botschaft Jesu Christi gegenüber (Joh 1,17), und die Herrlichkeit des Sohnes überstrahlt die des Mose (Hebr 3,5.6).

N

Naaman

hängt ebenfalls mit angenehm, hold sein  zusammen.

  1. Ein Sohn Belas und ein Enkel von Benjamin. Seine Nachkommen bilden das Geschlecht der Naamaniter (1. Mo 46,21; 4. Mo 26,40; 1. Chr 8,3.4).
  2. Der aussätzige Heerführer des Aramäerkönigs Ben-Hadad. Er war ein angesehener Mann, durch den Gott den Syrern Sieg gegeben hatte. Ein gefangenes jüdisches Mädchen, eine Dienerin seiner Frau, zeigt ihm die Möglichkeit, bei dem Propheten in Samaria Heilung zu finden. Darauf sendet ihn der König Ben-Hadad mit einem Schreiben und Silber und Goldgulden zu König Joram von Israel und bittet ihn, er solle ihn von seinem Aussatz befreien. Der Anweisung des Propheten Elisa, der ihn zu sich rufen lässt, kommt Naaman nur zögernd nach. Als er dann aber geheilt ist, will er von jetzt an allein dem Herrn opfern. Elisa lehnt alle Geschenke ab und verabschiedet Naaman mit seinem Segen. Sein Diener Gehasi jedoch nutzt die Dankbarkeit des Aramäers zu seinem eigenen Vorteil aus: Er gibt vor, Elisa habe ihn doch geschickt, um Geschenke zu erhalten. Als Elisa ihn dafür zur Rede stellt, prophezeit er Gehasi, dass der von nun an selber aussätzig sein werde (2. Kö 5).
Nadab

Vier Männer tragen diesen Namen im Alten Testament, der die Bedeutung hat Er (Gott) hat sich freigebig gezeigt.

  1.  Aarons und Elischebas ältester Sohn (2. Mo 6,23). Er begleitet mit seinem Bruder Abihu und 70 Ältesten Mose und Aaron zur feierlichen Bundesschließung auf dem Sinai (2. Mo 24,1.9). Als er und Abihu am Tage ihrer Priesterweihe
    eigenmächtig ein Feueropfer darbringen, das Gott nicht angeordnet hatte, werden sie vom Feuer des Herrn verzehrt (3. Mo 10,1.2) und sterben kinderlos (4. Mo 3,4). 
  2. Ein König von Israel, der 907-906 v.Chr. als Sohn und Nachfolger Jerobeams I. regierte. Er setzte die Stierverehrung seines Vaters fort. Als er die Philisterstadt Gibbeton belagerte, erschlug ihn Bascha und wurde König an seiner Statt.
    Mit Nadab wurde das ganze Haus Jerobeams ausgerottet, wie Ahija von Silo angekündigt hatte (1. Kö 14,10f; 15,25-31).
  3. Der Sohn von Schammai, der unter den Nachkommen Judas erwähnt wird (1. Chr 2,28.30).
  4. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin. Er war der Sohn von Jeïël und Maacha (1. Chr 8,30; 9,36).
Nathan

heißt übersetzt Er (Gott) hat gegeben.

  1. Ein Prophet, der zu Davids und Salomos Zeiten wirkte. Als David Batseba verführt und ihren Mann in den Tod geschickt hat, wird Nathan von Gott zu David geschickt, um ihm ein Gleichnis zu erzählen: Ein reicher Mann und der Besitzer einer ganzen Schafherde ist zu geizig, um von seinen Schafen eins zu schlachten, und nimmt stattdessen das einzige und geliebte Schaf eines armen Mannes. Als David diese Geschichte hört, gerät er in Wut und wünscht dem reichen Mann den Tod, ohne zu ahnen, dass er selbst mit diesem Gleichnis gemeint ist. Nathan kündigt ihm Unheil an, doch als David seine Schuld einsieht, verhindert er damit wenigstens ein Todesurteil. Nachdem Batsebas erster Sohn kurz nach der Geburt gestorben ist, überträgt David Salomos Erziehung dem Propheten (2. Sam 12). Früher schon hatte Nathan dem König die Offenbarung Gottes überbracht, dass der Tempelbau, den David geplant und Nathan zunächst gutgeheißen hat, nicht durchgeführt werden soll, dass der Herr aber stattdessen das Haus Davids bauen und segnen werde (2. Sam 7; 1. Chr 17). Zusammen mit Gad ist er auch der Prophet, durch den der Herr David die Anweisung zukommen lässt, den Dienst der levitischen Sänger und Musiker zu ordnen (2. Chr 29,25). Als Davids vierter Sohn Adonija sich kurz vor Davids Tod zum König machen will, obwohl der Thron schon seinem Schüler Salomo versprochen ist, greift Nathan ein. Er schickt Batseba zu ihrem Mann und bewirkt, dass David Salomo noch rechtzeitig zum König salben lässt (1. Kö 1). In 1. Chr 29,29 und 2. Chr 9,29 wird berichtet, dass Nathan auch ein Geschichtswerk über die Regierungen Davids und Salomos schrieb, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass er Salomos komplette Herrschaftszeit erlebt haben muss. Ob der in 1Kön 4,5 erwähnte Vater von zwei Beamten Salomos und der in 1. Chr 2,36 genannte Judäer mit dem Propheten gleichzusetzen ist, bleibt fraglich, aber denkbar. 
  2. Einer der in Jerusalem geborenen Söhne Davids (2. Sam 5,14; 1. Chr 3,5; 14,4). Vielleicht war er der Vater von zwei Beamten Salomos (1. Kö 4,5). Sein Geschlecht wird noch in Sach 12,12 genannt, er selber in Lk 3,31 als Vorfahre Jesu.
  3. Ein Mann aus dem Stamm Juda. Sein Vater hieß Attai (1. Chr 2,36).
  4. Der Vater eines von Davids Helden (2. Sam 23,36).
  5. Der Bruder eines anderen Helden Davids (1. Chr 11,38).
  6. Einer der Männer, die Esra nach Kasifja sandte, um Leviten für den Zug nach Jerusalem zu gewinnen, wohin ihn König Artaxerxes von Persien beordert hatte, um dort nach dem Rechten zu sehen und Richter einzusetzen (Esra 8,16.17).
  7. Einer der Israeliten, die in der Gefangenschaft heidnische Frauen geheiratet hatten und diese Mischehen unter Esra auflösten (Esra 10,39).
Noomi

ist vor allem als Schwiegermutter von Ruth bekannt, und ihre Lebensgeschichte erfahren wir auch aus dem Buch Ruth. Als in Bethlehem eine Hungersnot herrscht, zieht sie mit ihrem Mann Elimelech und ihren beiden Söhnen in das Land der Moabiter. Ihre Söhne heiraten dort die Moabiterinnen Orpa und Rut und sterben dann einige Jahre später, nachdem auch schon Noomis Mann verstorben ist. Sie beschließt daraufhin, in ihre Heimat zurückzuziehen, und stellt ihren Schwiegertöchtern frei, ob sie mitkommen wollen oder nicht. Während sich Orpa von ihr verabschiedet, folgt Ruth ihr nach Bethlehem, wo sie Boas kennenlernt und heiratet. Als Rut schwanger wird und einen Sohn bekommt, freuen sich Noomis Nachbarinnen mit ihr und loben Gott, denn nun gibt es jemanden, der sie als Witwe mitversorgen kann. Ruths Sohn bekommt den Namen Obed, und Noomi wird sein Kindermädchen. Der Name Noomi bedeutet lieblich oder (Gott ist) Wonne, Lieblichkeit, doch als sie ohne Mann und Söhne nach Bethlehem zurückkehrt, findet sie ihren Namen unpassend und sagt den Frauen der Stadt: Nennt mich nicht Noomi, sondern Mara, was »bitter« bedeutet (Rut 1,20).

O

Oholiba

bedeutet »mein Zelt (ist) in ihr«. Es handelt sich um einen symbolischen Namen für Jerusalem und das Reich Juda (Hes 23). Vgl. Ohola.

Omri

Omri
Dreimal wird der Name Omri im ersten Buch der Chronik erwähnt. Der bekannteste Vertreter dieses Namens ist jedoch der im Buch der Könige erwähnte Herrscher über das Nordreich Israel.

  1. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, dessen Vater Becher hieß (1. Chr 7,8).
  2. Ein Judäer aus dem Geschlecht des Perez (1. Chr 9,4).
  3. Ein Fürst des Stammes Issachar zur Zeit Davids. Sein Vater hieß Michael (1. Chr 27,18).
  4. Ein König von Israel, der 882-871 v.Chr. regierte und von dem in 1. Kö 16,15-28 berichtet wird. Ungewöhnlich an diesem sechsten König des Nordreiches ist die Art, wie er auf den Thron kam: Zwei Jahre lang hatte König Ela über Israel regiert, als er von Simri, einem der Heerführer, in Tirza ermordet wurde. Doch als das Volk von diesem Mord hörte, akzeptierte es nicht ohne weiteres Simri auf dem Thron, sondern krönte seinen Feldhauptmann Omri zum König, was Simri nach nur siebentägiger Herrschaft in den Selbstmord trieb. Doch auch jetzt war der Herrscher nicht unumstritten: Nur ein Teil des Volkes stand auf Omris Seite, der andere Teil machte einen Mann namens Tibni zumKönig, der bis zu seinem Tod 878 v.Chr. als Gegenkönig regierte. Aus Omris anschließender alleiniger Regierungszeit wird uns nur eine einzige Handlung berichtet: Vermutlich kurz nach Tibnis Tod kaufte Omri den Berg Samaria von einem gewissen Semer, nach dem auch die Stadt Samaria benannt wurde, die Omri dort baute. Der Platz für die Stadt war offensichtlich meisterhaft ausgewählt, denn in der folgenden Geschichte des Nordreiches zeigte sich, wie schwer sie zu erobern war.
    Viel wissen wir damit nicht über Omris Herrschaft. Und auch die Chronik der Könige Israels, auf die in 1. Könige 16,28 verwiesen wird und in der Omris Regierungszeit weiter beschrieben sein soll, ist uns nicht erhalten. Aber dennoch war er offensichtlich ein berühmter König: In assyrischen Inschriften werden die zehn Stämme immer als das Haus Omris bezeichnet. Und sogar Jehu, jener König, der von dem Propheten Elisa gesalbt wurde, wird dort ein Sohn Omris genannt. Der biblische Bericht aber hat kein gutes Urteil über ihn – im Gegenteil: Omri trieb es ärger als alle, die vor ihm gewesen waren (1. Kö 16,25), und es wird erwähnt, dass er den Götzendienst weiterführte, mit dem Israel schon unter Jerobeam I. Gott zornig gemacht hatte. Auch in Mi 6,16 wird Omri noch einmal als negatives Beispiel erwähnt. Omri wurde in Samaria begraben, und sein Sohn Ahab, der die tyrische Königstochter Isebel heiratete, wurde sein Nachfolger.
Orpa

ist eine Moabiterin und Frau des Kiljon und Schwägerin Ruths. Sie kehrt in ihr Elternhaus in Moab zurück, während Ruth ihre Schwiegermutter Noomi in ihre Heimatstadt Bethlehem begleitet (Rt 1,4.24). Der Name bedeutet die Vollmähnige oder vielleicht Widerspenstige.

Othniel

war der jüngste Sohn des Kenas, ein Bruder oder Halbbruder von Kaleb. Als Lohn für die Eroberung Kirjat-Sefers erhielt er Achsa, die Tochter Kalebs, zur Frau (Jos 15,15-17; Ri 1,11-13). Er wurde der erste Richter in Israel und befreite das Volk von der acht Jahre dauernden Unterdrückung durch Kuschan-Rischatajim (Ri 3,7-11). Einer seiner Nachkommen zählte später zu den hohen Offizieren Davids (1. Chr 27,15).

P

Pekachja

hat die Bedeutung Der Herr hat (die Augen) geöffnet.

Der Sohn und Nachfolger Menahems herrschte 737-736 v.Chr. in Samaria über Israel. Pekachja tat – so heißt es –, was dem Herrn missfiel, und ließ nicht von der Sünde Jerobeams I., der Stierverehrung, ab. Pekach, der Sohn Remaljas, sein Adjutant, stiftete eine Verschwörung gegen ihn an und erschlug ihn in Samaria, in der Burg des Königspalastes. Er hatte dabei die Unterstützung von 50 Gileaditern. Argob und Arje, die Pekachja verteidigten, fielen mit ihm. Pekach wurde an seiner Stelle König (2. Kö 15,23-26).

R

Reghuel (1)

bedeutet Freund, Vertrauter Gottes und kommt in der Bibel dreimal vor. 

Der Vater von Zippora und Hobab und Schwiegervater des Mose war Priester in Midian (2. Mo 2,18.21; 4. Mo 10,29). An allen anderen Stellen heißt er Jitro, was wahrscheinlich als Amtsname aufzufassen ist. Mose lebte bei ihm während der 40 Jahre seiner Verbannung aus Ägypten und hütete seine Schafe (2Mo 3,1). Die Abstammung der Midianiter von Abraham (1. Mo 25,2) und das spätere Auftreten Reguëls (2. Mo 18) lassen vermuten, dass er ebenso wie Mose den Gott Abrahams verehrte. Nach seiner Berufung durch den Herrn erbat Mose von Reguël die Erlaubnis zur Rückkehr nach Ägypten. Seine Familie, die ihn dabei zuerst begleitet hatte, hat er wohl noch vor dem Auszug zu seinem Schwiegervater zurückgesandt (2. Mo 18,2). Am Sinai findet sich Reguël mit Tochter und Enkeln im israelitischen Lagerein (V. 6), nimmt am Gottesdienst teil (V. 12) und gibt Mose den Rat, zur Erleichterung der Rechtsprechung weitere verantwortliche Männer einzusetzen, damit nicht die ganze Last auf ihm allein liegt (V. 13-27).

Reghuel (2)

bedeutet Freund, Vertrauter Gottes und kommt in der Bibel dreimal vor. 

Eine weitere Nennung des Namens Reghuel bezieht sich auf einen der vier Söhne Esaus, die edomitische Stammesfürsten wurden (1. Mo 36,4.10.13.17; 1. Chr 1,37)

Reghuel (3)

bedeutet Freund, Vertrauter Gottes und kommt in der Bibel dreimal vor. 

Der dritte Reghuel ist ein Vorfahr des Meschullam und Sohn von Jibnija (1. Chr 9,8). Er gehörte zum Stamm Benjamin.

Rehabeam

war ein Sohn Salomos und der letzte König eines vereinigten Israels und der erste über das Südreich Juda. Sein Name bedeutet Ein Verwandter (wörtlich Volk) ist freigebig gewesen oder Das Volk hat sich ausgebreitet

Rehabeam war 41 Jahre alt, als er nach dem Tod seines Vaters Salomo an die Herrschaft gelangte. Salomo hatte dem Volk viel abverlangt, um die Mittel für seinen öffentlichen Haushalt und den Unterhalt des Hofes zu sichern. Als die Volksversammlung in Sichem nun Rehabeam zum König machen wollte, bat das Volk um Erleichterung. Rehabeam befragte zunächst die Ältesten, die ihm rieten, auf die Bitte des Volkes einzugehen, und anschließend seine jüngeren Berater, die ihm im Gegenteil empfahlen, noch härtere Maßnahmen zu ergreifen, wozu sich Rehabeam auch entschloss. Als er dies dem Volk mitteilte, sagten sich zehn Stämme von ihm los. Nur Juda, ein Teil Benjamins und – wenn auch nicht besonders erwähnt – ein Teil Simeons blieben dem Haus David treu (1. Kö 12,1-17; 2. Chr 10).

Als er Adoram, seinen Verantwortlichen für die Zwangsarbeiten, in den Norden schickte, wurde dieser von den Israeliten gesteinigt, und Jerobeam wurde zum König über die zehn Stämme des Nordreichs gemacht. Rehabeam sammelte eine Truppe aus seinen Männern, um das Nordreich zurückzuerobern, aber sein Vorhaben wurde von einem Propheten namens Schemaja verhindert (1. Kö 12,18-24; 2. Chr 11,1-4). Der Kriegszustand zwischen beiden Reichen blieb dennoch bestehen: Rehabeam baute Festungen und war kampfbereit (1. Kön 14,30; 2. Chr 11,5-12). Da Jerobeam im Nordreich heidnische Priester einsetzte, zogen die Priester und Leviten aus Israel nun ins Südreich, wo Rehabeam drei Jahre lang im Sinne Davids und Salomos regierte und das Gesetz beachtete. Dann aber tauchten heidnische Kultpraktiken in Juda auf, möglicherweise durch den Einfluss der fremdländischen Frauen in wichtigen Positionen, wie der ammonitischen Mutter Rehabeams, Naama, und seiner Lieblingsfrau Maacha (1. Kö 14,21; 2. Chr 11,18). Der ägyptische Pharao Schichak zog ungefähr 926 v.Chr. gegen Palästina, plünderte das Land und raubte Jerusalem aus (1. Kö 14,25-27). Noch einmal trat der Prophet Schemaja auf und verkündigte Rehabeam und seinen Obersten, dass Gott sie verlassen habe, weil sie Gott den Rücken gekehrt hatten. Als seine Zuhörer ihr Tun bereuten, verhieß Schemaja ihnen, dass Gott sie in Kürze erretten werde. Rehabeam erlangte nach der Plünderung erneut Macht und Einfluss, doch das Gesamturteil in 2Chr 12,14 bleibt hart: Er tat übel und richtete sein Herz nicht darauf, dass er den Herrn suchte. Seine Regierungszeit wird auf die Jahre 926910 v.Chr. geschätzt; seine Familie war riesig und wird mit 18 Frauen und 60 Nebenfrauen, die ihm 28 Söhne und 60 Töchter schenkten, in 2. Chr 11,21 erwähnt. Rehabeams Nachfolger wurde Abija, der Sohn seiner Lieblingsfrau Maacha, dem er schon zu Lebzeiten die erste Stelle unter seinen Brüdern gegeben hatte, weil er ihn zum König machen wollte. Seine übrigen Söhne hatte er mit Vorbedacht über das ganze Gebiet Judas und Benjamins in feste Städte verteilt und reichlich versorgt (2. Chr 11,21-23).

Ruth

ist die Hauptperson des alttestamentlichen Buches Ruth, einer historischen Erzählung in kunstvoller Prosa. Ihr Name könnte verkürzt aus hebräisch re’ut entstanden sein und bedeutete dann Kameradin. Rut war eine Moabiterin, die zur Zeit der Richter lebte. Als in Bethlehem eine Hungersnot herrschte, waren Elimelech und Noomi mit ihren beiden Söhnen Machlon und Kiljon nach Moab ausgewandert. Elimelech starb in der Fremde, und seine beiden Söhne heirateten moabitische Frauen: Rut und Orpa. Auch Noomis Söhne starben, und als sie als Witwe allein mit ihren beiden Schwiegertöchtern dastand, entschied sie, in Begleitung von Ruth und Orpa nach Bethlehem zurückzukehren, wo die Hungersnot inzwischen vorüber war. Unterwegs wandte sich Noomi an ihre Begleiterinnen und stellte ihnen frei, nach Hause umzukehren. Orpa verabschiedete sich von ihrer Schwiegermutter, doch Ruth stellte sich treu und mutig auf Noomis Seite: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott« (Rut 1,16). So erreichten die beiden Frauen Bethlehem zur Zeit der Gerstenernte – eine günstige Chance für Rut und Noomi, die nun nach geltendem Recht übrig gebliebene Ähren sammeln durften.

Zur selben Zeit wie Ruth war auch Boas auf dem Feld, ein Verwandter von Noomis verstorbenem Mann Elimelech, der sich bei seinen Mitarbeitern gleich nach ihr erkundigte. Als er erfuhr, dass sie ihre Familie und ihr Land zurückgelassen hatte, um Noomi beizustehen, bot er ihr Schutz und Verpflegung auf seinen Feldern an.

Nach der Ernte wurde es Zeit für das Dreschen, und Noomi gab Ruth den Rat, Boas nachts aufzusuchen und um Schutz zu bitten, was Rut tat. Sobald es hell war, sandte er sie nach Hause zurück mit einem Geschenk von sechs Maß Gerste und der Zusicherung, dass er sie gemäß dem levitischen Ehegesetz heiraten würde, wenn ihr nächster Verwandter nicht dazu bereit wäre. Mit zehn Stadtältesten als Zeugen bat er Noomis Verwandten, ein Stück Land einzulösen, das Elimelech gehört hatte. Dieses Land war ein heiliges Pfand, und die Familie durfte es nicht verlassen. Mit der Einlösung des Landes war die Verpflichtung verbunden, Ruth zu heiraten. Da der Verwandte nicht die nötigen Mittel hatte zum Einlösen, verzichtete er auf sein Recht zugunsten Boas’.

Ruth und Boas heirateten, und ihr erster Sohn, Obed, wurde Davids Großvater (1. Chr 2,12), der in Matthäus 1,5 auch in Jesu Stammbaum erscheint. Diese so menschliche Erzählung um Rut und ihre Familie beschreibt Vorbilder, die in Güte, Treue und Ehrfurcht vor Gott lebten: Da ist die Treue und Gerechtigkeit Ruths, die Noomi nicht verließ, und die Treue Noomis, die sich um Ruth sorgte; da ist die Gemeinschaftstreue des Boas, der das alte Bundesrecht ernst nahm, indem er den Acker kaufte und Ruth heiratete. 

Letztlich geht es aber um Gott, der tötet und Trauer bringt, arm und reich macht und dessen Gnade und Treue nicht aufhören: Durch alles menschliche Irren und Wirren führt und beschenkt er die, die zu ihm stehen, und so mündete Ruths schlichte Familiengeschichte unversehens in Gottes große Heilsgeschichte ein.

S

Sacharja

hat eine Sonderstellung unter den Propheten. Der Grund dafür ist, dass ihm in der ersten Periode seines Wirkens die Offenbarung in Visionen gegeben wird, deren Sinn er selbst nicht erkennt, sodassihm ein Engel im Gespräch die erforderliche Klarheit geben muss. Sacharja war Priester, sein Vater hieß Berechja, der Sohn Iddos (Sach 1,1.7).
Iddo kehrte als Oberster einer Priesterfamilie aus Babylon zurück (Neh 12,4.16). Da Sacharja 520 v.Chr. als Prophet auftrat, wurde er wohl noch in der Gefangenschaft geboren. Zur Zeit des Hohen Priesters Jojakim war er Oberster seines Geschlechtes (Neh 12,16).
Berechja könnte früh gestorben sein, da Sacharja auch als Sohn des Iddo bezeichnet wird (Esra 5,1; 6,14). Er empfängt das Wort des Herrn zum ersten Mal im achten Monat des zweiten Jahres des Königs Darius, d.h. im Oktober/November 520 v.Chr., zwei Monate nach dem Auftreten Haggais (Hag 1,1). Als spätestes Datum erhalten
wir das der Gesandtschaft aus Bethel im November/Dezember 518 v.Chr. (Sach 7,1). Über das weitere Leben desPropheten erfahren wir nichts mehr.

Sein Name bedeutet Jahwe hat gedacht.

Salomo

Wahrscheinlich war Salomo die schillerndste Figur im israelitischen Königstum: Übermenschliche Weisheit und großartiger Reichtum werden von ihm berichtet, und er wurde bekannt durch die vielen Frauen, die er hatte, und den Tempelbau. Sein Name wird David in 1. Chronik 22,9 angekündigt. Er bedeutet »friedfertig, friedevoll« und wird von schalom, Friede, Wohlergehen, abgeleitet. Salomos Erzieher, der Prophet Nathan, nannte ihn Jedidja, Geliebter des Herrn (2. Sam 12,24).

Salomo war der zweiter Sohn von David und Batseba (2. Sam 12,24). Sein Geburtsjahr wird etwa um 990 v.Chr. vermutet, 20 Jahre später wurde er Zweitkönig und regierte nach Davids Tod das noch ungeteilte Reich von Israel und Juda etwa von 965-926 v.Chr (1Kön 1-11; 1Chr 29,20 bis 2Chr 9). In der biblischen Erzählung über David wird Salomo nur bei seiner Geburt und dann bei Gottes Verheißung für David erwähnt, allerdings ohne Namensnennung. Gott kündigte David darin einen Nachkommen an: »Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich« (1Sam 7,13). Erst in den letzten Tagen Davids, als es um die Thronnachfolge geht, taucht der Name Salomo wieder auf.

Salomos Regierungsantritt

Offiziell war die Thronfolge zu dieser Zeit in Israel noch nicht geregelt, aber es schien doch ein ungeschriebenes Gesetz gegeben zu haben, nach dem immer der älteste Sohn der Nachfolger des Königs wurde. So war es nicht ganz unverständlich, dass Salomos älterer Bruder Adonija einen Versuch machte, Davids hohes Alter auszunutzen und den Thron zu besteigen: Er gab ein großes Fest, zu dem fast der ganze Hofstaat erschien und mit ihm einflussreiche Persönlichkeiten wie der Priester Abjatar und der General Joab. Eingeladen waren auch Adonijas sämtliche Brüder, mit Ausnahme von Salomo und ebenso wenig der Prophet Nathan und der Offizier Benaja. Während Adonija dabei war, seine Krönungsfeier vorzubereiten, planten Salomos Freunde, wie sie ihm einen Strich durch die Rechnung machen konnten: Nathan schickte Salomos Mutter Batseba zu David, die den König daran erinnerte, dass ihrem Sohn die Thronnachfolge versprochen war, und als sie noch mit ihm sprach, betrat auch Nathan das Zimmer und redete David ebenfalls zu, Adonija an seinem Vorhaben zu hindern. Daraufhin wurde David aktiv: Der Priester Zadok und der Prophet Nathan sollten Salomo öffentlich zum König salben, die Posaunen blasen und verkünden, dass er der Königsei. Adonijas Tafelrunde war inzwischen fertig mit dem Mahl und wunderte sich zunächst über den Aufruhr, um dann erschrocken den Heimweg anzutreten, als sie von den Ereignissen hörte. Adonija floh sicherheitshalber zum Altar und wurde dort auch von Salomo freigelassen, ohne allerdings ganz die Hoffnung auf den Thron aufzugeben (1. Kö 1). 

Nach Davids Tod lag die Regierung sicher in Salomos Hand, und damit das auch so blieb, ergriff er einige harte Maßnahmen: Adonija trat wieder auf den Plan und bat Salomos Mutter Batseba, bei Salomo ein gutes Wort einzulegen, um ihm Abischag von Schunem zur Frau zu geben. Der gesamte Harem, zu dem sie gehörte, war ein Erbteil des Königs, und aus den Söhnen dieser Frauen wurde der Kronprinz bestimmt. So vermutete Salomo hinter Adonijas Bitte wohl ganz richtig einen Plan zur Thronbesteigung und griff hart durch, indem er Adonija noch am selben Tag töten ließ, seinen Unterstützer Abjatar in seinen Heimatort Anatot verbannte und auch Joab hinrichten ließ, womit seine Herrschaft wieder gesichert war.

Salomos Regierungszeit

Salomo nutzte auch noch andere Möglichkeiten, um seine Regierung zu stärken: Er schloss diplomatische Ehebündnisse. Ammonitische, moabitische, sidonische und hetitische Frauen gehörten zu seinem Hof und brachten ihm gute Kontakte, die dem Handel und der Sicherheit seines Landes dienten. Besonders seine Hochzeit mit einer Tochter des Pharao hat wohl seine Macht sehr gestärkt, zumal ein solches Ereignis, soweit man heute weiß, einmalig war in der Geschichte Ägyptens (1. Kö 3,1). Irgendwann zu Beginn seiner Regierungszeit zog Salomo nach Gibeon und verbrannte dort ein riesiges Opfer. In der Nacht erschien ihm daraufhin Gott im Traum: Bitte, was ich dir geben soll!, bot er Salomo an. Und anstatt an Reichtum oder Rache zu denken, antwortete der König bedächtig: »So wollest du deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, damit er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist.« Gott freute sich über diesen Wunsch und versprach ihm zu der erbetenen Weisheit und Erkenntnis den Reichtum und ein langes Leben noch dazu (1. Kö 3,1-15). Schon ziemlich bald hatte Salomo Gelegenheit, seine Weisheit einzusetzen: Er musste als Richter über einen Fall entscheiden. Zwei Prostituierte kamen zu ihm, die im selben Haus wohnten und beide ein Kind bekommen hatten, von denen nur noch eins am Leben war. Daraufhin hatte die Mutter des toten Kindes die Säuglinge vertauscht, was sie natürlich heftig bestritt. Salomo hörte den Frauen zu, ließ sich schließlich ein Schwert bringen und befahl, das lebendige Kind zu teilen. Während die eine Frau dem Vorhaben zustimmte, war die andere entsetzt – wodurch Salomo sie als Mutter identifizierte und ihr den Säugling zusprach (1. Kö 3,16-28). Salomos Aufgaben beschränkten sich natürlich nicht auf das Richteramt. Unter seinem Vater und ihm hatte das Reich Juda und Israel seine größte Ausdehnung erreicht. Salomo herrschte über alle Königreiche vom Euphrat bis zum Land der Philister und bis an die Grenze Ägyptens. Dafür war eine gut funktionierende Verwaltungsform notwendig, die Salomo von seinem Vater übernahm und weiterentwickelte. Die Beamten waren in zwei Kategorien eingeteilt: gehobene Beamte, ähnlich unseren heutigen Ministern, die direkt dem König unterstanden, und Provinzgouverneure, die im Namen des Königs über zwölf eingeteilte Bezirke herrschten, die ungefähr den zwölf Stammesgebieten entsprachen (1. Kö 4,2-19). Die Handelsbeziehungen des Reiches waren international: Es konnte die Hauptkarawanenwege kontrollieren und angrenzende Völker zu Tributzahlungen heranziehen, und damit war der Bevölkerung ein relativ hoher Lebensstandard gesichert (1. Kö 4,20; 5,4.5; 10,25; 2. Chr 9,24). Neben ihrem Interesse an Salomos weitbekannter Weisheit waren Handelsbeziehungen möglicherweise auch ein Grund, warum die Königin von Saba zu Salomo nach Jerusalem kam, denn der Wert ihrer mitgebrachten Waren und Güter überstieg bei Weitem das, was man als angemessenes Geschenk betrachten würde – und auch die Dinge, die sie mit zurücknahm, waren wohl mehr als nur Geschenke (1. Kö 10,10ff; 2. Chr 9,9).

Salomos Baumaßnahmen

Der Tempelbau war ein Meilenstein in Salomos Regierungszeit. Schon David hatte das Haus Gottes bauen wollen, doch Gott hatte die Aufgabe seinem Nachfolger übertragen: Dein Sohn Salomo soll mein Haus und meine Vorhöfe bauen; denn ich habe ihn mir erwählt zum Sohn, und ich will sein Vater sein (1Chr 28,6). Salomo begann im vierten Jahr seiner Herrschaft, und nach siebenjähriger Bauzeit war der Tempel fertiggestellt. Die Priester und Leviten brachten die Bundeslade, die Stiftshütte und die Geräte des alten Heiligtums in das neue Gebäude. Unzählige Opfer wurden zur Einweihung dargebracht, und es wurde musiziert und gesungen. Gott bekannte sich zu dem Bau, indem er in Gestalt einer dicken Wolke von ihm Besitz nahm. Salomo sprach das Weihegebet, das immer wieder auf den Bund Gottes mit seinem Volk und David hinwies, danach segnete er das Volk und verkündete ein 14-tägiges Fest (1. Kö 6-8; 2. Chr 3-7). Vermutlich kurz nach der Einweihung des Tempels nahm Salomo einen weiteren Bau in Angriff: seinen Palast. Wie schon beim Tempelbau bat er Hiram von Tyrus, einen begabten Kupferschmied, um Hilfe. Sowohl Tempel als auch Palast werden in den Büchern Könige und Chronik ausführlich beschrieben, trotzdem bleibt es unmöglich, ihre Architektur im Detail zu rekonstruieren – zu viele Säulen und Hallen und Gestelle wurden über- und nebeneinander gebaut und angefertigt. 13 Jahre dauerte der Bau seines Palastes, außerdem nahm die Verstärkung von Verteidigungsanlagen in Jerusalem und anderen Städten, der Bau von Kornspeichern und Heiligtümern für die Gottheiten seiner zahlreichen ausländischen Frauen noch mehr Bauzeit in Anspruch. 

Salomos Weisheit

Mit Salomo begann sich die Art der Thronbesteigung zu ändern: Waren vor ihm von Gott bestimmte Richter und Herrscher an der Regierung gewesen, hatte er als erster Nachkomme eines Königs in einer Dynastie den Thron bestiegen. Für diese Aufgabe hatte Gott ihm Weisheit und Erkenntnis gegeben, mit der er seine Zeitgenossen in den umliegenden Ländern übertraf (1. Kö 5,10.11). Nicht nur richtiges Denken, sondern auch praktisches Können, Organisationstalent und die Fähigkeit, zu urteilen und vernünftige Entscheidungen zu treffen, gehörten dazu. Viele seiner Gedanken und Beobachtungen, auch über Pflanzen und Tiere, wurden in 3000 Sprüchen und 1005 Liedern festgehalten, wie 1. Kö 5,12 berichtet. In den Sprüchen und zwei Psalmen, die er verfasst hat (Psalm 72 und 127). 

Salomos Lebensende

Bei all seiner Weisheit, seinem Reichtum, Ruhm und seiner Erziehung durch den Propheten Nathan heißt es von Salomo, dass er viele ausländische Frauen liebte und sich wohl aus Liebe und Rücksicht ihnen gegenüber aktiv am Götzendienst beteiligte. Sein Herz war nicht ungeteilt bei dem Herrn, seinem Gott, wie das Herz seines Vaters David, urteilt die Bibel in 1. Könige 11,6. Diesen Bruch ihres gemeinsamen Bundes ließ Gott nicht ungestraft, sondern er kündigte Salomo an, dass seine Nachkommen nicht mehr über das ganze Reich, sondern nur noch über einen Stamm regieren sollten. Im Auftrag Gottes kündigte der Prophet Ahija dem obersten Aufseher der Fronarbeiten, Jerobeam, die Herrschaft über die übrigen zehn Stämme an. Salomo versuchte daraufhin, ihn umzubringen, doch Jerobeam konnte nach Ägypten fliehen und wurde nach Salomos Tod König des Nordreiches Israel. Das Südreich Juda trennte sich davon und wurde von Salomos Sohn Rehabeam regiert. Als Salomo nach vierzigjähiger Herrschaftszeit starb, hinterließ der weise und reiche Herrscher, der dritte König im israelitischen Königtum, ein geteiltes Reich (1. Kö 11).

Samuel

Drei Personen tragen diesen Namen im Alten Testament, von denen jedoch der Richter und Prophet, dessen Leben im gleichnamigen alttestamentliche Buch beschrieben wird, bei weitem am wichtigsten und bekanntesten ist. Nach 1. Samuel
1,20 bedeutet der Name erbeten von Gott.

  1. Lange Zeit hatten Elkana und Hanna keine Kinder bekommen, und besonders Hanna war deswegen sehr verzweifelt. Eines Tages versprach sie Gott im Tempel vor dem Priester Eli, dass sie ihren Sohn Gott weihen würde, wenn sie schwanger würde. Und Gott erhörte ihre Bitte: Sie bekam einen Sohn und brachte ihn in den Tempel nach Silo, als sie ihn entwöhnt hatte. Dort wuchs Samuel auf, wurde von seinen Eltern versorgt, von Eli erzogen und diente Gott (1. Sam 1). Da Elis Söhne sich habgierig und gottlos verhielten, kündigte Gott Eli an, dass seine Familie nicht weiter bestehen sollte, sondern dass ein anderer Priester kommen würde (1. Sam 2). Eines Nachts, als Samuel im Tempel schlief, in der Nähe der Bundeslade, hörte er seinen Namen. Eilig sprang er auf und fragte Eli, was los sei. Ich habe dich nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen, antwortete Eli und Samuel gehorchte. Aber später hörte Samuel ein zweites Mal seinen Namen, und als er zu Eli lief, schickte der ihn erneut zurück. Erst als Samuel ein drittes Mal vor Eli stand und behauptete, seinen Namen gehört zu haben, wurde Eli klar, dass Gott gerufen hatte, und der alte Priester gab Samuel Anweisung, Gott zuzuhören. »Rede, denn dein Knecht hört«, sagte Samuel dann auch gehorsam, als Gott ihn erneut anrief. Jetzt kündigte Gott auch Samuel an, dass Elis Familie nicht länger bestehen werde. Und je mehr Samuel heranwuchs, desto deutlicher wurde, dass Gott mit ihm war und ihn zum Propheten berufen hatte (1. Sam 3). In dieser Zeit kam es zu schweren Kämpfen mit den Philistern, die nicht nur den vorübergehenden Verlust der Bundeslade mit sich brachten: Neben vielen anderen Israeliten wurden auch Elis Söhne getötet. Als der inzwischen hochbetagte Eli davon erfuhr, starb auch er. Vielleicht durch die Philisterkriege verlagerte Samuel seinen Wohnsitz nach Rama, von wo aus er die Aufgaben der Richter Israels fortführte (1. Sam 7). Samuel spielte schließlich eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des israelitischen Königtums: Alt geworden hatte er seine Söhne als Richter eingesetzt, die aber bestechlich und eigennützig waren. So forderte das Volk: Deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. So setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.
    Wenn man bedenkt, dass Samuel Eli wegen des Ungehorsams seiner Söhne das Gericht anzusagen hatte und nun selbst durch das Fehlverhalten seiner Söhne den Anlaß zur Forderung nach einem König gab, liegt schon eine gewisse Tragik in der Situation. Nach alter Tradition war Jahwe der König Israels (2. Mo 15,18; 5. Mo 33,5; Ri 8,23). Darum war jene Forderung für Samuel sehr problematisch. Er befragte Gott, und dieser antwortete: »Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht mehr König über sie sein soll (...) So gehorche nun ihrer Stimme. Doch warne sie und verkünde ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird« (1Sam 8,7.9). Samuel klärte das Volk auf über die benötigten Diener des Hofes, über die jährlichen Abgaben des Volkes und über den Reichtum eines Königs. Doch das Volk beharrte auf seinem Wunsch, und entgegen seiner inneren Überzeugung, aber auf Gottes Wunsch hin, salbte er Saul zum König, der vom größten Teil des Volkes auch akzeptiert wurde (1Sam 9 und 10). Samuel trat anschließend als politische Größe in den Hintergrund und legte sein Richteramt nieder – später zeigt sich jedoch, dass Samuel seine Aufgaben als Prophet und geistliche Autorität weiterhin wahrnahm. Bei seiner Abschiedsrede bestätigte das Volk Samuel, absolut unbestechlich gewesen zu sein, und er machte dem Volk noch einmal klar, dass ein König eigentlich nicht Gottes Wille gewesen war, dass Gott sie aber nicht verstoßen würde, wenn sie ihm von ganzem Herzen dienten und sich auf ihn verließen (1. Sam 12).
    Nun aber war es Saul, der gegen Gottes Auftrag verstieß, und schon ziemlich bald kündigte Gott Samuel an, dass er Saul verworfen habe. Darüber wurde Samuel wütend, und er schrie die ganze Nacht deswegen zu Gott. Schließlich machte er sich aber doch auf, um Saul davon zu unterrichten, und salbte stattdessen im Geheimen David zum König (1. Sam 15 und 16). An Samuel wird zum ersten Mal das Leiden der Propheten unter ihrem Auftrag beschrieben: Mehrmals wird erwähnt, wie sehr Samuel trauerte, dass Saul verworfen wurde, und es scheint nicht leicht für ihn, die Unergründlichkeit von Gottes Wegen zu verstehen. Doch wenn eine Eigenschaft kennzeichnend blieb für Samuel, dann war es sein Gehorsam Gott gegenüber, in dem er zum Beispiel David zum König salbte und ihn unterstützte.
    Samuels Bedeutung wird nochmals nach seinem Tod deutlich: Zweimal wird in einem Halbvers berichtet, dass dieser in Israel Anlass zur Volkstrauer war, als er in Rama begraben wurde (1. Sam 25,1; 28,3). In Ps 99,6 und Jer 15,1 wird er
    neben Mose und Aaron genannt und gilt nach Apg 3,24 und Hebr 11,32 als erster der Propheten, deren Reihe nach ihm nicht wieder abbricht.
  2. Ein Fürst des Stammes Simeon (4Mo 34,20).
  3. Einer von Issachars Enkeln und Tolas Sohn (1Chr 7,2).
Saul

Saul
Neben dem bekanntesten Vertreter dieses Namens, dem ersten König von Israel, gibt es drei weitere Männer im Alten Testament, die Saul heißen, und auch der jüdische Name des Apostels Paulus lautet so. Er bedeutet (von Gott) erbeten oder (Gott zum Dienst) geliehen.

  1. Die Geschichte von König Saul begann wie ein Märchen, endete schließlich aber wie eine Tragödie. Saul kam aus dem Stamm Benjamin, sein Vater hieß Kisch und sein Heimatort Gibea. Gib uns einen König, der uns richte (1. Sam 8,6), verlangte das Volk, als Samuel Richter und Prophet in Israel war. Mit ihm selbst waren die Israeliten sehr zufrieden, doch seine Söhne waren bestechlich und eigennützig, und da er selbst inzwischen alt war und die umliegenden Völker von Königen regiert wurden, forderte das Volk nun auch einen König an seiner Spitze. Entgegen seiner eigenen Überzeugung, aber weil Gott es ihm befahl, salbte Samuel Saul zum König. Saul war ein gut aussehender Mann, hochgewachsen und auf der Suche nach entlaufenen Eselinnen, als Samuel ihm begegnete. Der Prophet lud ihn zum Essen ein, ließ ihm ein extra für ihn zurückbehaltenes Stück Fleisch zubereiten und machte ein Nachtlager für ihn zurecht (1Sam 9). Am nächsten Morgen machten sich die beiden Männer auf zum Ende der Stadt. Samuel nahm einen Krug mit Öl, goss es über Sauls Kopf und sagte: Siehe, der Herr hat dich zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt (1Sam 10,1). Als Saul sich von Samuel abwandte, um wegzugehen, gab Gott ihm ein anderes Herz (1. Sam 10,9). Gott bestätigte diese Salbung kurz darauf während einer Volksversammlung. Samuel ließ den König durch ein Losverfahren bestimmen, und das Los traf auf Saul, der sich zunächst versteckt hielt. Bei beiden Gelegenheiten, der Salbung und der Auslosung, wird Sauls Bescheidenheit hervorgehoben, später in seinen Kämpfen ist es seine Großmut. Sauls Anerkennung als König erfolgte schließlich durch den Sieg über die Ammoniter und die Errettung des belagerten Jabesch in Gilead (1. Sam 11). Überhaupt werden von Sauls Aufgaben und Taten vor allem seine Auseinandersetzungen mit den Nachbarvölkern Israels erwähnt, auf die inneren Angelegenheiten Israels scheint er weniger Einfluss gehabt zu haben. Obwohl von Gott eindeutig erwählt und bestätigt, wurde Saul sehr bald von Gott verworfen. Der dreifache Anlass scheint geringfügig: Saul griff ungeduldig in Samuels Opferamt ein (1. Sam 13), legte ein übereiltes Gelübde ab (1. Sam 14) und führte auf Anraten des Volkes einen Befehl Gottes nur ungenau aus (1. Sam 15). Schon bald bereute Gott Sauls Erwählung, aber wie schon die Salbung, blieb die Verwerfung zunächst eine Sache zwischen Saul und Gott; offiziell unterstützte Samuel den König weiterhin. Erst nach und nach nahm die Verwerfung konkrete Formen an, indem David immer weiter aufstieg (1Sam 18,12; 20,31). Obwohl Gottes Abwenden zunächst noch keine öffentlichen Konsequenzen hatte, wurde Saul innerlich von einem bösen Geist vom Herrn (1. Sam 16,14) gequält. Um sich Ablenkung und Beruhigung zu verschaffen, befahl er seinen Leuten, einen Saitenspieler für ihn zu finden. Auf diese Weise kam David an seinen Hof. Saul schloss ihn ins Herz und machte ihn zu seinem Waffenträger. Doch je erfolgreicher David wurde, angefangen bei seinem Kampf gegen den Riesen Goliat bis hin zu Schlachten, in die Saul ihn schickte, desto größer wurde Sauls Eifersucht, die durch den Jubel des Volkes gegenüber David nur noch verstärkt wurde. Als David eines Tages bei seinem täglichen Musikspiel vor Saul saß, versuchte dieser, ihn mit einem Speer zu erstechen. Doch als es David zweimal gelang, ihm zu entweichen, fürchtete sich Saul und machte David zum Heerführer. Saul verbiss sich immer mehr in seine feindseligen Gedanken gegenüber David, obwohl sein Sohn Jonatan ihm zu beweisen versuchte, dass David ihm nicht feindlich gegenüberstand. Auch dass David zweimal günstigste Möglichkeiten zu einem Attentat demonstrativ ausließ, konnte Saul nicht umstimmen. Und immerhin war sogar Saul
    selbst zur Erkenntnis gekommen: Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe dir Böses erwiesen (1. Sam 19,4ff; 1. Sam 24). Dennoch blieb Saul bei seiner feindseligen Haltung, worin sicherlich auch diebesondere Tragik seines Lebens zu suchen ist. Nachdem Samuel gestorben war, hatte Saul Geisterbeschwörer und Zeichendeuter vertrieben. Als er aber von den Philistern bedroht wurde und keine Antwort von Gott bekam, verkleidete er sich und suchte selbst eine Geisterbeschwörerin auf, die Samuel rufen sollte. Dieser kündigte ihm nicht nur die Niederlage, sondern auch seinen Tod an. Tatsächlich fielen im Kampf gegen die Philister drei von Sauls Söhnen. Durch den Kampf in die Enge getrieben und schwer verwundet, stürzte sich Saul daraufhin ins Schwert (1. Sam 31). Als die Philister ihn fanden, köpften sie ihn und hängten seinen Leichnam an der Mauer von Beth-Schean auf. Aber die Einwohner von Jabesch hatten ihren Befreier nicht vergessen: Sie nahmen Sauls Leiche, verbrannten sie und begruben die Gebeine (1. Sam 31,11-13). David dichtete eine erschütternde Totenklage über Saul und Jonatan (2. Sam 1,17-27).
    Eine alte Blutschuld Sauls an den Gibeonitern aber fand erst lange nach seinem Tod ihre Sühne, als zwei seiner Söhne und fünf Enkel hingerichtet wurden. Mit ihnen zusammen wurden nun auch Sauls und Jonatans Gebeine im Familiengrab seines Vaters Kisch beigesetzt (2. Sam 21,1-14).
  2. Ein König von Edom, der aus Rehoboth am Strom stammte (1. Mo 36,37.38; 1. Chr 1,48.49).
  3. Ein Sohn Simeons von seiner kanaanäischen Frau (1. Mo 46,10; 2. Mo 6,15; 1. Chr 4,24). Von ihm stammt das Geschlecht der Sauliter (4. Mo 26,13).
  4. Ein Levit aus dem Geschlecht Kehaths und der Sohn Usijas (1. Chr 6,9).
  5. Saul oder Saulus ist der ursprüngliche Name des Apostels Paulus, mit dem er in Apg 7-13 genannt wird. Nachdem in Apg 13,9 gesagt wird: »Saulus aber, der auch Paulus heißt«, kommt Saul nur noch in Apg 22,7.13; 26,14 in der Erzählung des Paulus vor.
Schallum

ist ein gebräuchlicher Name im Alten Testament, der hier neun Männern zugeordnet wird.

  1. Ein Sohn des Simeoniten Saul (1. Chr 4,24.25).
  2. Ein Sohn Sismais und Vater Jekamjas (1. Chr 2,40.41). Er gehörte zum Stamm Juda.
  3. Der Oberste der levitischen Torhüter und Sohn Kores aus dem Geschlecht der Korachiter (1. Chr 9,17-19.31). Der in Jer 35,4 genannte Maaseja stammt wohl von ihm ab. Seine Nachkommen kehrten unter Serubbabel aus der Verbannung zurück (Esra 2,42; Neh 7,45).
  4. Ein Sohn des Jabesch. Er stiftete eine Verschwörung gegen König Secharja von Israel an, erschlug ihn vor dem Volk und wurde an seiner Stelle König (2. Kö 15,10). Nachdem Schallum einen Monat lang in Samaria regiert hatte, wurde er von Menahem getötet (747 v.Chr.), der ihm als König folgte (V. 13-15).
  5. Der Vater des Ephraimiters Jehiskija zur Zeit Pekachs (2. Chr 28,12). 
  6. Ein Hoher Priester, Sohn Zadoks und Vater Hilkijas (1. Chr 5,38.39; Esra 7,1.2). In 1. Chr 9,11 und in Neh 11,11 wird er Meschullam genannt.
  7. Der Sohn Tikwas und Mann der Prophetin Hulda zur Zeit des Königs Josia (2. Kö 22,14; 2. Chr 34,22). Er war Kleiderverwalter, ob im Königspalast oder für die Priesterkleidung im Tempel, ist unbekannt. 
  8. Ein Onkel des Propheten Jeremia und Vater von Hanamel (Jer 32,7.8).
  9. Der Sohn und Nachfolger König Josias (1Chr 3,15; Jer 22,10-12), der wohl bei seiner Thronbesteigung den Namen Joahas annahm.
Schamgar

Der Sohn des Anat, ein israelitischer Richter, erschlug 600 Philister mit einem Ochsenstecken (Ri 3,31; 5,6).

Schamgar

Der Sohn des Anat, ein israelitischer Richter, erschlug 600 Philister mit einem Ochsenstecken (Ri 3,31; 5,6).

Scheba

Zwei Personen des Alten Testaments werden genannt, die diesen Namen mit der Bedeutung (Gott ist) Fülle, Vollkommenheit haben.

  1. Der erste ist ein Sohn Bichris aus dem Stamm Benjamin, der nach der Niederwerfung von Absaloms Aufstand zu neuem Abfall von David aufrief. David sandte zuerst Amasa und dann Abischai mit Joab und der Leibwache zu seiner Verfolgung aus. Schließlich wurde Scheba in Abel-Bet-Maacha eingeschlossen und belagert. Auf Joabs Aufforderung töteten ihn die Einwohner und warfen seinen Kopf über die Mauer (2Sam 20,1-22).
  2. Die zweite Erwähnung des Namens bezieht sich auf einen Gaditer, der in Gilead wohnte (1. Chr 5,13).
Simei

ist wie von Schemaja Der Herr hat gehört und ein gängiger Name im Alten Testament.
Ein Sohn Geras aus Bahurim, ein Benjaminit aus dem Geschlecht des Hauses Sauls. Er fluchte David auf dessen Flucht vor Absalom und warf mit Steinen nach dem König. David ließ ihn gewähren und sicherte ihm später bei seiner Rückkehr das Leben zu (2. Sam 16,5-13; 19,17-24). Auf seinem Sterbelager trug er aber Salomo auf, Schimi nicht ungestraft zu lassen (1. Kö 2,8.9). Salomo lässt ihn nach Jerusalem kommen und verbietet ihm, die Stadt zu verlassen. Nach drei Jahren geht Schimi jedoch nach Gat, um zwei entlaufene Sklaven zurückzuholen. Das kostet ihn das Leben (V. 36-46).

Simri

Diesen Namen tragen vier biblische Personen:

  1. Ein Sohn Serachs aus dem Stamm Juda (1. Chr 2,6).
  2. Ein Sohn Salus, Familienhaupt der Simeoniter, der von Pinhas wegen seiner Sünde mit einer midianitischen Frau getötet wurde (4. Mo 25,6-8.14).
  3. Ein Befehlshaber über die Hälfte der israelitischen Streitwagen. Nachdem er Ela getötet hatte und an seiner Stelle König geworden war, rottete er das Haus Baschas aus. Seine Regierung dauerte jedoch nicht länger als 7 Tage (882 v.Chr.) Als Omri die Stadt Tirza einzunehmen drohte, beging Simri Selbstmord (1. Kö 16,9-20; 2. Kö 9,31). 
  4. Ein Benjaminit und Nachkomme Sauls (1. Chr 8,36; 9,42). 
Simson

war zwanzig Jahre lang der letzte im Richterbuch erwähnte Richter von Israel. Sein Name hängt mit dem hebräischen Wort schämäsch für Sonne zusammen und ist die Verkleinerungsform, bedeutet also kleine Sonne. So klein oder unbedeutend aber war der Sohn Manoachs aus dem Stamm Dan nicht. Zu seiner Zeit verhielt sich das Volk Israel wie oft in der Richterzeit: Es wandte sich von Gott ab und hatte daraufhin unter seinen Feinden, den Philistern, zu leiden.

Aber auch diesmal griff Gott ein, indem er einen Retter auswählte, Simson nämlich. Noch bevor er geboren wurde, schickte Gott zweimal einen Engel zu seinen Eltern, der ihnen mitteilte: Der Knabe soll ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an bis zum Tag seines Todes; und er soll anfangen, Israel zu erretten aus der Hand der Philister (Ri 13,5). Bevor das aber im Vordergrund stand, spielten für Simson Frauen eine entscheidende Rolle. Unter den Philisterinnen traf er eine, die ihm sehr gefiel, und obwohl seine Eltern es lieber gesehen hätten, wenn er sich in seinem eigenen Volk umgeschaut hätte, begleitete sein Vater ihn zu ihrer Stadt. Für eine kurze Zeit müssen sich jedoch die Wege getrennt haben, denn Simson begegnete allein einem jungen Löwen. Ohne irgendeine Waffe in der Hand, erledigte Simson die Raubkatze, als Gottes Geist über ihn kam. Seinen Eltern gegenüber verlor Simson jedoch kein Wort über die Angelegenheit. Das Mädchen gefiel ihm tatsächlich, und wenige Tage später machte er sich erneut auf den Weg zu ihr, um sie zu holen. Einen Blick wollte er außerdem noch einmal auf den toten Löwen werfen und stellte fest, dass sich inzwischen ein Bienenschwarm in den Kadaver eingenistet hatte, und nahm eine Portion Honig daraus für seine Eltern mit. Wie es sich gehörte, wurde in der Stadt des Mädchens ein großes Hochzeitsfest gefeiert, und als besondere Unterhaltung stellte Simson seinen Gästen eine Rätselfrage, für deren Beantwortung er Gewänder und Feierkleider als Preis aussetzte: »Speise ging aus vom Fresser und Süßigkeit vom Starken.« Drei Tage lang grübelten die dreißig Gäste erfolglos, bis sie Simsons Frau erpressten, ihm die Lösung abzuringen und ihnen mitzuteilen.
Und die Frau hatte ihre Wege, Simson die Lösung ausplaudern zu lassen, und verriet sie ihren Landsleuten: Was ist süßer als Honig? Was ist stärker als der Löwe? Natürlich wusste Simson, dass sie nicht selbst auf die Antwort gekommen waren, und wurde zornig. Um die versprochene Belohnung geben zu können, erschlug er dreißig Männer und gab den Gästen ihre Kleider. Anschließend kehrte er vorerst nach Hause zurück (Ri 14). Mit einer kleinen Ziege im Gepäck machte er sich dann später auf, um seine Frau wiederzusehen. Zu seiner Überraschung musste er aber feststellen, dass ihr Vater sie seinem Gesellen gegeben hatte. Auf das Angebot, ihre kleine Schwester stattdessen zunehmen, ging Simson nicht ein, sondern fühlte sich frei, sich endlich gerechtfertigt an den Philistern zu rächen. 300 Füchse mussten dafür herhalten, denen Simson Fackeln an die Schwänze band und die er durch die Felder und Weinberge laufen ließ. Natürlich erregte das den Zorn der Philister, die daraufhin in den Kampf gegen Juda zogen. Doch die Judäer ließen sich auf einen Kampf nicht ein, sondern gaben den Philistern, was sie wollten, nämlich ihren Landsmann Simson. Gefesselt mit zwei frischen Stricken wurde er ausgeliefert und jauchzend von den Philistern empfangen – doch schon bald verging ihnen die Freude. Genau wie bei der Begegnung mit dem Löwen kam auch diesmal Gottes Geist über ihn. Er zerriss seine Fesseln, fand den Kinnbackenknochen eines Esels und erschlug damit tausend Philister (Ri 15). Später hatte er ein drittes Mal Gelegenheit, seine enorme Kraft zu demonstrieren. Seine Feinde hörten, dass er bei einer Prostituierten war, und umstellten die Stadt, um ihn am nächsten Morgen zu töten. Doch
Simson durchkreuzte ihre Absichten, als er um Mitternacht zum Stadttor kam, es einfach aus den Angeln hob und wegtrug (Ri 16,1-3).

Simsons Leben bleibt für uns spannungsreich: Einerseits steht er durch die Ankündigung seiner Berufung vor seiner Geburt in einer Reihe mit Männern wie Samuel, Jeremia und Johannes dem Täufer, und auch in seiner Lebenszeit wird immer wieder der Segen und Geist Gottes erwähnt, der auf seinem Leben lag und darin wirkte (Ri 13,24f; 14,6; 15,14). Auf der anderen Seite aber steht seine Schwäche für Frauen – die Gott allerdings gerade benutzte, um Israel aus den Händen der Philister zu erretten. In sein Leben trat eine neue Frau: Delila. Die Philister erkannten ihre Chance, endlich das Geheimnis seiner Stärke aufzudecken, und boten ihr jeder 1100 Silberstücke. Delila setzte ihre weiblichen Waffen ein, doch dreimal nannte Simson ihr eine falsche Möglichkeit, ihn zu besiegen. Erst als sie weiter versuchte, ihm die wirkliche Antwort zu entlocken, wurde Simson schwach und gestand, dass seine Haare bisher nicht geschnitten worden waren und darin seine Kraft lag. Die Philister ließen sich nicht zweimal bitten, diese Möglichkeit auszuprobieren, schnitten seine Haare und hatten Erfolg. Für Simson folgte eine Zeit der Demütigung. Gott stand ihm nicht mehr zur Seite, und mit ausgestochenen Augen musste er den Philistern als Gefangener dienen. Doch neue Hoffnung kündigte sich an: »Das Haar seines Hauptes fing wieder an zu wachsen.« Ein großes Opferfest für ihren Gott Dagon wurde bei den Philistern angesetzt, und Simson sollte ihnen dafür Unterhaltung liefern. Ein Junge führte ihn durch den überfüllten Tempel zwischen die Säulen. Ein letztes Mal bat er Gott um Kraft – und bekam sie. Gegen die Säulen gestemmt brachte er den Tempel zum Einsturz, sodass nicht nur er, sondern vor allem noch viel mehr Philister umkamen, als er schon zu Lebzeiten getötet hatte. Er selbst wurde dann von seinen Brüdern im Grab seines Vaters beigesetzt (Ri 16).

Das Alte Testament nennt keinen seiner Helden vollkommen, aber wohl kaum eine Person lebte in solch einer Zerreißprobe zwischen Berufung und Eigensinn wie Simson. Im Hebräerbrief wird er jedoch unter die Väter des Glaubens gerechnet (Hebr 11,32ff), ein weiteres Beispiel dafür, dass für die Bibel nicht moralisches Verhalten der letzte Maßstab ist, sondern dass Gott auch Schwachheit benutzen kann und dass Vertrauen auf Gott letzten Endes etwas bewirkt.

T

Tamar

bedeutet Palme. Drei Frauen tragen diesen Namen:

  1. Die Frau des Er, die als Witwe durch ihren Schwiegervater Juda die Mutter von Perez und Serach wurde (1. Mo 38; 4. Mo 26,20.21; Mt 1,3).
  2. Eine Tochter Davids und Schwester Absaloms. Sie wurde durch ihren Halbbruder Amnon entehrt (2. Sam 13; 1. Chr 3,9).
  3. Eine Tochter Absaloms (2. Sam 14,27), der sie wohl nach seiner Schwester benannte. Sie war vermutlich die Frau Uriëls von Gibea, Mutter der Maacha oder Michaja und Großmutter König Abijas (2. Chr 11,20-22; 13,1).
Tola

Der Name bedeutet wohl »Wurm«.

  1. Ist der Name eines Sohnes von Issachar. Seine Nachkommen waren die Tolaiter (1. Mo 46,13; 4. Mo 26,23; 1. Chr 7,1).
  2. Außerdem ist der Name Tola für den Sohn Puwas aus dem Stamm Issachar belegt, der 23 Jahre lang Richter in Israel war. Er lebte, starb und wurde beerdigt in Schamir auf dem Gebirge Ephraim (Ri 10,1.2).

 

U

Ussija

Mehrere Männer hießen zur Zeit des Alten Testaments Usija, der bekannteste von ihnen war 787-736 v.Chr. König von Juda. Ussija heißt übersetzt Jahwe ist meine Stärke.

  1. Der Sohn von König Amazja und zehnte Regent des Südreiches wird sowohl Usija als auch Asarja genannt, beide Namen sind offensichtlich austauschbar und haben auch die gleiche Bedeutung.
    Ussija bestieg schon als Teenager den Thron, regierte zu Beginn aber wohl mit seinem Vater zusammen. Das Urteil der Bibel sieht überwiegend günstig für ihn aus: Und er tat, was dem Herrn wohlgefiel, ganz wie sein Vater Amazja getan hatte. Er bekam von Sacharja Unterricht, der ihm beibrachte, Gott zu suchen, und solange er das tat, ließ Gott seine Pläne gelingen. Seine Herrschaft wirkte sich gut auf den Wohlstand des Landes aus: Er erweiterte die Grenzen, erlangte die Kontrolle über Elat am Roten Meer, dessen Hafen er ausbaute, und war erfolgreich in Feldzügen gegen die Philister, Araber und Ammoniter. Zur inneren Sicherheit verstärkte er die Befestigungen Jerusalems, organisierte das Heer neu und rüstete es mit den modernsten Waffen aus (2Chr 26). So bedeutend und mächtig geworden, überschätzte er seine Befugnisse: Obwohl dies allein Aufgabe der Priester war, machte er sich auf, um im Haus des Herrn auf dem Räucheraltar zu opfern. Eine große Schar Priester trat ihm entgegen, um ihn zu warnen und davon abzubringen. Usijas Reaktion war Zorn, und im selben Moment brach in seinem Gesicht Aussatz hervor, von dem er nie wieder geheilt wurde. Er musste in einem besonderen Haus wohnen und sich von den Regierungsgeschäften zurückziehen. Stattdessen übernahm sein Sohn Jotam die Herrschaft (2. Kö 15,5; 2. Chr 26,16ff). Nach seinem Tod setzte man ihn wohl auf dem Begräbnisplatz der Könige bei, seines Aussatzes wegen aber nicht im königlichen Familiengrab. Eine aramäische Inschrift aus neutestamentlicher Zeit meldet: »Hierher wurden die Gebeine Usijas, des Königs von Juda, gebracht – öffne nicht!« Das scheint auf eine Umbettung zu deuten, die vielleicht durch Bauarbeiten in Jerusalem – etwa die von Herodes Agrippa II. – notwendig geworden war. In Am 1,1 und Sach 14,5 wird ein Erdbeben zur Zeit des Ussija erwähnt, das augenscheinlich großen Schrecken verbreitet hat. Dem jüdischen Geschichtsschreiber Josephus zufolge geschah es im Zusammenhang mit dem Eingriff des Königs in das Amt des Priesters.
  2. Ein Levit aus dem Geschlecht Kehats (1. Chr 6,9).
  3. Ein Aschtarotiter, der unter Davids Helden erwähnt wird (1. Chr 11,44).
  4. Der Vater eines Mannes namens Jonatan, der unter David als Vermögensverwalter eingesetzt wurde, hieß ebenfalls Usija (1. Chr 27,25).
  5. Ein Priester, der im Exil eine heidnische Frau genommen hatte und sie nun fortschicken musste, als das Volk unter Esra erkannte, dass sie damit gegen Gottes Willen gehandelt hatten (Esra 10,21).
  6. Der Vater des Judäers Ataja, der im Verzeichnis der Einwohner Jerusalems nach dem Exil aufgeführt wird (Neh 11,4).

Z

Zefanja

bedeutet Der Herr hat (schützend) verborgen. Die folgenden biblischen Personen werden so genannt:

  1. Ein Levit, ein Nachkomme Kehats (1. Chr 6,21).
  2. Ein Prophet, ein Sohn Kuschis und Nachkomme Hiskias (Zef 1,1). Er hat gleichzeitig mit den Propheten Habakuk, Nahum und Jeremia gewirkt. Zefanjas Botschaft richtet sich nicht nur an das eigene Volk. Auch darüber hinaus kündigt er den Tag des Herrn an. Seine Botschaft reicht bis in das Neue Testament, wenn er deutlich macht, dass Juden und Heiden einmütig Gott die Ehre geben werden.
  3. Ein Sohn Maasejas (Jer 21,1), Priester in Jerusalem, der im Rang unmittelbar unter dem Hohen Priester stand (2. Kö 25,18). Der falsche Prophet Schemaja, der in der Verbannung lebte, denunzierte Jeremia bei Zefanja, doch der machte dem beschuldigten Propheten Mitteilung davon, ohne gegen ihn vorzugehen (Jer 29,24-32). Zedekia sandte Zefanja mit anderen zu Jeremia, damit der den Herrn für den König befragen bzw. bitten sollte (Jer 21,1; 37,3). Nach der Eroberung Jerusalems wurde Zefanja in Ribla hingerichtet (2. Kö 25,18-21; Jer 52,24-27).
  4. Der Vater des Josia zur Zeit des Propheten Sacharja (Sach 6,10.14).
Zippora

ist die Tochter des midianitischen Priesters Reguël oder Jitro und die Frau von Mose (2. Mo 2,21.22; 4,25; 18,1-6). Dieser Name ist die weibliche Form von Zippor und bedeutet Vogel.

Fragen

Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist
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