Thema und Inhalt

Thema: Das Buch der Zählungen (lateinisch: Numeri)
Dieses Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit geschichtlichen Ereignissen und nur in einigen Kapiteln mit dem Gesetz. Der Ausdruck „Numeri“ kommt von den Volkszählungen, die in Kapitel 1-3 und 26 durchgeführt wurden.
Nachdem das Volk Israel vom Berg Sinai aufgebrochen war, erreichten sie nach 21 lagen Kadesch-Barnea. Von dort sandte Mose 12 Kundschafter in das verheißene Land Kanaan. Als sie nach ihrer Rückkehr von ihren Erfahrungen berichteten, fing das Volk an, gegen Mose und Aaron zu murren. Sie wären am liebsten wieder zurückgezogen nach Ägypten. Gott entschied daraufhin, dass keiner von den Männern, die über 20 Jahre alt waren und gemurrt hatten, in das verheißene Land Kanaan kommen sollte, außer Josua und Kaleb. Das Volk musste nun solange in der Wüste umherziehen, bis der letzte Israelit der alten Generation gestorben war.

Abfassung

4. Mose wurde um 1405 v.Chr von Mose geschrieben. Die schriftstellerische Tätigkeit des Mose wird in bestätigt: 

Und Mose schrieb ihre Aufbruchsorte auf nach ihren Lagerplätzen nach dem Befehl des HERRN; und das sind ihre Lagerplätze nach ihren Aufbruchsorten (4. Mo 33,2)

Auch Jesus und die Apostel haben Mose als Verfasser anerkannt.

Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, (Joh 3,14)
Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr mir glauben, denn er hat von mir geschrieben. (Joh 5,46)
Hat jemand das Gesetz Moses verworfen, stirbt er ohne Barmherzigkeit auf zwei oder drei Zeugen hin. (Hebr 10,28)

Zeitabschnitt

Das 4. Buch Mose bildet eine direkte Fortsetzung des Berichtes im 2. Buch Mose (vgl. 2. Mose 40,17 u. 4. Mose 1,1). Am Anfang des Buches befindet sich Israel in der Wüste Sinai (4. Mose 1,1) und am Ende im Jordantal der Moabiter (4. Mose 33,49). Es umfasst einen Zeitraum von ca. 39 Jahren.
Ein Überblick über die Dauer der Wüstenwanderung Israels:

  • Von Ägypten bis zum Berg Sinai (2. Mose 12,3-19,2):                  2 Monate
  • Im Lager am Berg Sinai (2. Mose 19,3 - 4. Mose 10,11):              ca. 1 Jahr
  • Vom Berg Sinai bis Moab (4. Mose 10,11 - 5. Mose 1,3-5):           38 Jahre u. 10 Monate

Hinweise auf Jesus Christus

  • Der Nasiräer
    Nasiräer bedeutet „Gottgeweihter“. Jesus Christus selbst war derjenige, der sein Leben ganz und gar dem himmlischen Vater geweiht hatte (Vgl. 4. Mose 6,1-21; Johannes 5,30).
  • Die eherne Schlange
    Aufgrund der Schlangenplage wurden viele Israeliten gebissen und starben. In dieser Not bekannten viele Menschen ihre Sünden und schrien um Hilfe. Gott ordnete daraufhin an, eine eherne Schlange aufzurichten. Jeder, der von einer Schlange gebissen wurde und auf die eherne Schlange sah, blieb am Leben.
    Und sie brachen auf vom Berg Hor, auf dem Weg zum Schilfmeer, um das Land Edom zu umgehen. Und die Seele des Volkes wurde ungeduldig auf dem Weg; und das Volk redete gegen Gott und gegen Mose: Wozu habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Damit wir in der Wüste sterben? Denn es ist kein Brot und kein Wasser da, und unserer Seele ekelt es vor dieser elenden Nahrung. Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk, und sie bissen das Volk; und es starb viel Volk aus Israel. Da kam das Volk zu Mose, und sie sagten: Wir haben gesündigt, dass wir gegen den HERRN und gegen dich geredet haben. Bete zu dem HERRN, dass er die Schlangen von uns wegnimmt! Und Mose betete für das Volk. Und der HERR sprach zu Mose: Mache dir eine Schlange und tu sie auf eine Stange! Und es wird geschehen, jeder, der gebissen ist und sie ansieht, der wird am Leben bleiben. Und Mose machte eine Schlange von Bronze und tat sie auf die Stange; und es geschah, wenn eine Schlange jemanden gebissen hatte und er schaute auf zu der ehernen Schlange, so blieb er am Leben. (4. Mo 21,4-9)
    Ebenso wurde Jesus erhöht, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.
    Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. (Joh 3,14-16)

Einteilung

Die alte Generation (4. Mo 1-12)

  1. Die erste Volkszählung (4. Mo 1)
  2. Die Ordnung im Lager (4. Mo 2-4)
  3. Die Reinheit im Lager (4. Mo 5-6)
  4. Die Weihgaben der Stammesfürsten (4. Mo 7)
  5. Die Weihe der Leviten (4. Mo 8)
  6. Vorschriften für die Passahfeier (4. Mo 9,1-14)
  7. Die Wolken- und Feuersäule (4. Mo 9,15-23)
  8. Der Aufbruch des Volkes vom Sinai (4. Mo 10)
  9. Das Murren des Volkes zu Tabera (4. Mo 11)
  10. Mirjam wird aussätzig (4. Mo 12)

Die Übergangszeit (4. Mo 13-20)

  1. Die Aussendung und Rückkehr der Kundschafter (4. Mo 13)
  2. Die erste Generation wird verworfen (4. Mo 14)
  3. Verschiedene Verordnungen (4. Mo 15)
  4. Aufruhr gegen Mose und Aaron (4. Mo 16-17)
  5. Die Amtspflichten der Priester (4. Mo 18-19)
  6. Moses Sünde; Mirjams und Aarons Tod; Konflikt mit den Edomitern (4. Mo 20)

Die neue Generation (4. Mo 21-36)

  1. Der Sieg über heidnische Feinde (4. Mo 21)
  2. Die Geschichte Bileams (4. Mo 22-24)
  3. Götzendienst und Unzucht in Schittim (4. Mo 25)
  4. Die zweite Volkszählung (4. Mo 26)
  5. Das Erbrecht der Töchter (4. Mo 27,1-11)
  6. Josua wird Moses Nachfolger (4. Mo 27,12-23)
  7. Weitere Gesetze (4. Mo 28-30)
  8. Sieg über die Midianiter (4. Mo 31)
  9. Verteilung des Ostjordanlandes (4. Mo 32)
  10. Rückblick und Auftrag (4. Mo 33)
  11. Anweisungen zur Aufteilung des Landes Kanaan (4. Mo 34-36)

Besonderheiten

  • Das 4. Buch Mose beschreibt die Zeit des Übergangs von der Generation, die aus Ägypten auszog, zu der Generation, die in das verheißene Land einziehen sollte. Die erste Generation hatte zwar die großen Wunder Gottes erlebt, wurde aber aufgrund ihres Ungehorsams verworfen und konnte nicht ins verheißene Land kommen.
  • Das Volk versündigte sich mehrmals schwer gegen den Herrn, z. B. durch das Murren über das tägliche Manna, durch den Aufruhr gegen Gott und den Götzendienst.
  • Das Buch ist eine Warnung für jeden Christen (Hebräer 3,7-19). Es zeigt, dass Sünde den Zorn und die Strafe Gottes nach sich zieht, aber auch die Geduld Gottes andererseits.