Zefanja

Inhalt

Thema: Der zukünftige Tag des Herrn
Die Botschaft Zefanjas ist besonders ernst. Er spricht über den zukünftigen Tag des Herrn. Dabei kündigt er das Gericht Gottes sowohl über Jerusalem und Juda als auch über die benachbarten Völker und die ganze Menschheit an. Gott kann in seiner Heiligkeit keine Götzen neben sich dulden. Er handelt selbst in seinem Zorn gerecht. Nach dem großen „Tag des Herrn“ werden die Völker den Namen des Herrn anrufen und ihm einträchtig dienen. Diejenigen, die aus dem Volk Israel übrig geblieben sind, werden auf den Namen des Herrn trauen und sicher im Lande wohnen.

Verfasser

Der Prophet Zefanja ist ein Ururenkel Hiskias (Zef 1,1). Damit könnte der König Hiskia gemeint sein, der etwa 75 Jahre zuvor in Jerusalem regierte. Zefanja wäre dann ein Prophet mit königlicher Abstammung. Vielleicht wohnte er in Jerusalem. Sein Name kann übersetzt werden mit „Der Herr verbirgt“ oder „Der Herr schützt“.

Abfassung

Zefanja lebte zur Zeit des Königs Josia (Zef 1,1), der in der Zeit von 640-609 v. Chr. regierte. Es ist möglich, dass Zefanja noch vor einer der beiden großen Reformen Josias weissagte. Dann kämen die Jahre 625 oder 630 v. Chr. für die Abfassung in Betracht. Vielleicht hatten die Gerichtsbotschaften des Zefanja auch eine Bedeutung für die geistlichen Reformen unter Josia. Die Abfassung muss auch vor dem Untergang Ninives im Jahre 612 v. Chr. geschehen sein, da darauf in Zefanja 2,13 hingewiesen wird.

Zweck

Der Zweck des Buches Zefanja besteht darin

  • das Gericht über Juda, Jerusalem und die übrigen Völkern anzukündigen, falls sie sich nicht zum Herrn wenden.
  • das Ausmaß des Gerichtes am Tag des Herrn zu beschreiben.
  • auf die zukünftige Wiederherstellung Israels hinzuweisen.

Botschaft

Das Volk in Jerusalem und Juda soll dem Götzendienst absagen, da sonst das schreckliche Gericht Gottes unaufhaltsam ist. Diese Botschaft gilt ebenso den übrigen Völkern dieser Erde. Die letzte Möglichkeit, dem Zorn Gottes zu entgehen, besteht im Suchen des Herrn und im Demütigen vor ihm. Der Zweck des Gerichtes besteht für Gott darin, sich ein Volk zu reinigen, das seinen Namen anruft.

Einteilung

Der zukünftige Tag des Herrn (Zef 1,1-3,8)

  1. Einführung (Zef 1,1)
  2. Das weltweite Gericht Gottes (Zef 1,2-3)
  3. Das Gericht Gottes über Jerusalem und Juda (Zef 1,4-18)
  4. Die Gnade Gottes für alle, die sich vor Gott demütigen (Zef 2,1-3)
  5. Das Gericht Gottes über die Völker (Zef 2,4-15)
  6. Das Gericht Gottes über Jerusalem (Zef 3,1-7)
  7. Das weltweite Gericht Gottes (Zef 3,8)

Der zukünftige Sieg des Herrn (Zef 3,9-20)

  1. Die Völker werden den Namen des Herrn anrufen (Zef 3,9)
  2. Israel wird auf den Herrn vertrauen (Zef 3,10-13)
  3. Israel wird fröhlich sein (Zef 3,14-20)

Besonderheiten

  • Der Begriff „Tag des Herrn“ wird von Zefanja häufiger gebraucht als von den anderen Propheten. Damit ist die Zeitspanne der göttlichen Gerichte gemeint, die dem zukünftigen Friedensreich vorausgeht.
  • Der Tag des Herrn wird nicht nur Israel und Juda, sondern die ganze Menschheit betreffen (Zef 1,2-4).
  • Die Ursache des Gerichts ist in erster Linie der Götzendienst (Zef 1,4-6), aber auch Raub und Betrug (Zef 1,9).
  • Über die folgenden Völker oder Städte wird ebenfalls Gottes Gericht ergehen: Gaza, Askalon, Asdod, Ekron, Kreter, Philister, Moabiter, Ammoniter, Assur, Ninive (Zef 2,4-15).
  • Die Beschreibung Zefanjas vom Tag des Herrn ist erschreckend. Es wird ein Tag des Grimmes, der Trübsal und der Angst sein. Die Menschen werden sterben, und das Land wird durch das Feuer von Gottes Grimm verzehrt werden (Zef 1,15-18; 2,10-18).
  • Obwohl Gott in seiner Heiligkeit die Sünde bestrafen muss, bietet er dennoch die Möglichkeit zur Umkehr und Demütigung an (Zef 2,3).
  • Das Gericht wird zur Folge haben, dass die Völker den Namen des Herrn anrufen und ihm einträchtig dienen. Auch in Israel wird ein geringes Volk übrigbleiben, das auf des Herrn Namen trauen wird (Zef 3,9-12).
  • Gott wird sich seinem Volk wieder zuwenden, es sammeln und in seiner Liebe ihm vergeben. Zu der Zeit wird Gott sein Volk zu Lob und Ehren unter den Völkern bringen (Zef 3,13-20).