Inhalt

Thema: Die Zukunft Israels und das Werk des Messias
Das Buch Sacharja kann in zwei Teile eingeteilt werden. Während im ersten Teil überwiegend Gegenwartsfragen angesprochen werden, geht es ab Kapitel 9 mehr um zukünftige Prophetien. Sacharjas erste Botschaft ist ein Aufruf zur Buße. Darauf folgen acht Visionen, mit denen Gott sein Volk tröstet und ermahnt. Er zeigt ihnen, dass Jerusalem wieder aufgebaut und das geistliche Leben wiederhergestellt werden soll. Mit der symbolischen Krönung des Hohenpriesters Josua wird auf den zukünftigen Dienst des Messias hingewiesen. Verbunden mit der Frage nach den selbstauferlegten Fastenzeiten erinnert Gott sein Volk daran, dass es zuerst darum geht, die Gebote zu halten und Wahrheit und Frieden zu lieben.
Im zweiten Teil wird das Gericht über die benachbarten Nationen Israels angesprochen und das zukünftige messianische Friedensreich näher beschrieben. Gott kündigt die Sammlung und Rückführung seines Volkes in sein Land an. Über die untreuen Hirten (Führer) des Volkes wird das göttliche „Wehe“ ausgesprochen. Die Stadt Jerusalem soll zum „Taumelbecher“ und zum „Laststein „ für die Völker werden; ihre Bürger aber werden von Gott beschirmt. Es wird auch eine Phase der geistlichen Erneuerung in Israel stattfinden. Schließlich aber werden alle Heiden zum Kampf gegen Jerusalem heraufziehen. Dann wird der Herr mit allen Heiligen auf den Ölberg zurückkehren, gegen die Heiden kämpfen und sein Königreich aufrichten.
Es gibt bei Sacharja auffallend viele Prophetien, die auf den Messias - sowohl auf sein erstes als auch auf sein zweites Kommen - hinweisen.

Verfasser

Der Schreiber dieses Buches, der Prophet Sacharja, war ein Sohn Berechjas, des Sohnes Iddos (Sach 1,1). Er war ein Priester und kam bei der ersten Rückkehr aus Babylon unter Serubbabel 537 v. Chr. - zusammen mit seinem Vater - nach Palästina (Neh 12,4.16). Sein prophetischer Dienst - gemeinsam mit Haggai - während des Wiederaufbaus des Tempels wird auch in Esra 5,1; 6,14 erwähnt. Sein Name bedeutet „der Herr gedenkt“.

Abfassung

Sacharja war ein Zeitgenosse des Propheten Haggai (vgl. Hag 1,1 mit Sach 1,1). Er begann nur zwei Monate nach Haggai mit seinem prophetischen Dienst. Dreimal macht Sacharja genaue Angaben über das Datum seiner Weissagungen (Sach 1,1; 1,7; 7,1). Diese Angaben entsprechen der Zeit von 520-518 v. Chr. Es wird angenommen, dass die Sacharja 9-14 etwas später, nämlich um 480 v. Chr. geschrieben wurden.

Zweck

  • Sacharja erinnerte zunächst an die Botschaft der Propheten, die vor ihm weissagten, und forderte wie sie das Volk auf, von seinen bösen Wegen umzukehren. Er wies daraufhin, dass Gott den Vätern das getan hat, was er ihnen als Strafe angekündigt hatte.
  • Durch acht Visionen macht Gott dem Volk Mut, am Werk des Herrn weiterzubauen, denn Gott wird sich über Jerusalem wieder erbarmen. Er spricht darin von der Sicherheit der Stadt und von der Reinigung des Priesterdienstes, aber er warnt auch vor einem sündigen Lebensstil.
  • Der Stadt Jerusalem wird angekündigt, daß ein gerechter König und ein Helfer kommen wird. Gott wird sein Volk wieder sammeln und die Bewohner von Jerusalem beschirmen. Wenn alle Nationen gegen Jerusalem heraufziehen werden, wird der Herr selbst eingreifen und sein Königreich aufrichten.
  • Auf den Dienst des Messias und auf sein Friedensreich wird an verschiedenen Stellen hingewiesen: z.B. Sacharja 3,8; 6,12-13; 9,9; 11,16; 12,10; 14,3-5; 14,9

Einteilung

Botschaften zur Ermahnung und Ermutigung (Sach 1-8)

  1. Ein Aufruf zur Buße (Sach 1,1-6)
  2. Die acht Visionen Sacharjas (Sach 1,7-6,8)
    1. Vision: Der Mann auf dem roten Pferd zwischen den Myrten (Sach 1,7-17)
      Der Herr hatte Reiter ausgesandt, die in seinem Auftrag die Erde durchzogen; doch alle Lande lagen ruhig und still da. Mit dieser Vision ermutigt Gott sein Volk. Er zeigt, dass er sich der Stadt Jerusalem wieder zuwenden und der Stadt Barmherzigkeit erweisen wird. Auch der Tempel soll wieder gebaut werden und Jerusalem wird Oberfluss an allem Guten haben.
    2. Vision: Die vier Hörner und die vier Schmiede (Sach 2,1-4)
      Die vier Hörner hatten einst Juda zerstreut. Die vier Schmiede dagegen sollen die feindlichen Völker, die Juda zerstreuten, abschrecken und abschlagen. Eine Vision, die auf Israels Sicherheit hinweist.
    3. Vision: Der Mann mit der Messschnur (Sach 2,5-17)
      Mit der Messschnur soll die Stadt Jerusalem ausgemessen werden. Die Stadt wird sehr groß sein und deshalb keine Mauern haben. Der Herr wird selbst eine feurige (schützende) Mauer um sie her bilden und sich herrlich in ihr erweisen. Zu der Zeit werden sich viele Völker zum Herrn wenden und Gottes Volk sein.
    4. Vision: Der Hohepriester Josua (Sach 3,1-10)
      Der Hohepriester Josua stand mit unreinen Kleidern vor dem Engel und wurde von Satan verklagt. Der Engel des Herrn wies Satan zurecht und ließ Josua Feierkleider anziehen und ihm einen Kopfbund auf sein Haupt setzen. Damit wurde seine Sünde von ihm genommen. Josua sollte ein Zeichen sein für die Wiedereinsetzung des Priesterdienstes und für den „Spross“, der später kommen sollte. Der Stein ist ein Hinweis auf die Vergebung, die Gott dem Land zukommen lassen will.
    5. Vision: Der goldene Leuchter und die zwei Ölbäume (Sach 4,1-14)
      Sacharja sah einen Leuchter mit einer Schale oben darauf, mit sieben Lampen und mit sieben Schnauzen an jeder Lampe. Auf jeder Seite des Leuchters stand ein Ölbaum, der zwei Zweige hatte, aus denen goldenes Öl herabfloss. Die zwei Ölbäume sind die zwei Gesalbten, die vor dem Herrscher aller Lande stehen (eventuell Sembabel und Josua?). Der Leuchter könnte auf den Dienst im Tempel, auf Jesus Christus als das Licht der Welt oder auf die Gemeinde hinweisen (vgl. 2. Mo 25,31-40; Joh 8,12; Offb 1,12.20; 11,4).
    6. Vision: Die fliegende Schriftrolle (Sach 5,1-4)
      Die fliegende Schriftrolle ist zwanzig Ellen lang und zehn Ellen breit. Sie bedeutet den Fluch, der über die Diebe und die Meineidigen (solche, die bei dem Namen des Herrn falsch schwören) kommen wird, um sie „auszufegen“ und ihr Haus zu „verzehren“. Diese Vision richtet sich gegen die Übertretung von Gottes Gesetz.
    7. Vision: Die Frau in der Tonne (Sach 5,5-11)
      Die Tonne stellt die Sünde des ganzen Landes dar. In der Tonne saß eine Frau. Der Engel stieß sie dort hinein und warf den Deckel aus Blei auf die Öffnung. Zwei andere Frauen mit Flügeln traten heran und trugen die Tonne zwischen Erde und Himmel, um sie ins Land Sinear (= die Ebene zwischen Euphrat und Tigris in Babylon) zu bringen. Dort sollte ihr ein Tempel gebaut werden, damit sie dort aufgestellt wird. Gott hat Israel aus Babylon geführt, doch jetzt muss die Gottlosigkeit Babylons aus Israel geführt werden. Gott nimmt die Sünde gefangen und richtet sie.
    8. Vision: Die vier Wagen (Sach 6,1-8)
      Vier Wagen mit starken Rossen (rote, schwarze, weiße und scheckige) kamen zwischen zwei Bergen aus Kupfer hervor, um in unterschiedliche Richtungen zu ziehen. Vermutlich wird mit dem Kommen dieser Rosse die Ruhe aus der 1. Vision gebrochen und das Gericht über die Nationen angekündigt.
  3. Die symbolische Krönung des Hohenpriesters Josua (Sach 6,9-15)
  4. Das Einhalten gewisser Fastenzeiten (Sach 7-8)
    1. Die Frage über das Fasten (Sach 7,1-3)
    2. Die Antwort des Herrn (Sach 7,4-14)
    3. Das zukünftige Heil in Israel und das rechte Feiern (Sach 8)

Prophezeiungen über die Zukunft Israels und der Nationen (Sach 9-14)

  1. Das Gericht Gottes über die benachbarten Nationen (Sach 9,1-8)
  2. Die Herrschaft des Königs und Rückführung Israels (Sach 9,9-10,12)
  3. Das Gericht über die unnützen Hirten (Sach 11)
  4. Die Bedrängnis und Befreiung Jerusalems (Sach 12)
  5. Die geistliche Reinigung in Israel (Sach 13)
  6. Die Wiederkunft des Herrn und die Aufrichtung seines Königreichs (Sach 14)

Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist