Exodus Teil 1:Die 10 Plagen Ägyptens

Von Genesis zu Exodus

  • 1. Mose beginnt mit Gottes Herrlichkeit in der Schöpfung (Ps 19) und endet mit demVerhängnis des Todes und der Entfremdung in Ägypten (1. Mo 50,26). Wendepunkt: Der Sündenfall (1. Mo 3).
  • 2. Mose beginnt mit dem Verhängnis des Todes und der Entfremdung in Ägypten und endet mitder Herrlichkeit Gottes (2. Mo 40,34-35). Wendepunkt: Die Erlösung durch das Blut des Lammes (2. Mo 12).

Verschiedene Auslegungs-Zugänge

  • Praktisch: Der Mensch steht unter der Herrschaft Satans (Pharao; Kol 1,13; Apg 26,18) underleidet „Druck“, „Last“ (2. Mo 1,11), „Härte“ (2. Mo 1,13), „Bitterkeit“ (Tit 3,3). Auf ihm lastet das Verhängnis des „Todes“ (2. Mo 1,16.22; Röm 5,12ff.; 6,23). Ägypten, der Herrschaftsbereich des Pharao, entspricht der „Welt“, dem Imperium der Schlange (1. Joh 2,16; Gal 1,4). Gott kam vom Himmel herab, um Erlösung zu schaffen (2. Mo 3,8; Joh 3,13-16). Auf der Grundlage des Blutes des Lammes kann der Mensch vor dem Gericht Gottes verschont werden (2. Mo 12,13; Röm 5,9; 1. Thess 1,10), und zwar durch persönliche Annahmedes Lammes Gottes (2. Mo 12; Joh 6,51). Es gibt Befreiung aus dem System der Welt(= Ägypten; Gal 1,4), von Satan (= Pharao; Kol 1,13) und dem göttlichen Gericht (2. Mo 12; Röm 8,1).
  • Prophetisch: Vor 2000 Jahren war Israel unter der harten Herrschaft der Römer (vgl. 2Mo 1; Lk 2). Da wurde der Erlöser geboren (2. Mo 2,2). Satan wollte dieses Kind, und viele andere, ermorden (2. Mo 1,22; Mt 2; Off 12,4). Doch die Eltern fanden einen Weg, umes vor der Blutrünstigkeit eines mörderischen Königs zu retten (2. Mo 2; Mt 2). Der Erlöserwuchs auf (2. Mo 2; Lk 2,40.52). Als er gross geworden war, sah er nach dem Wohl seines Volkes (2. Mo 2,11; Lk 3ff.). Doch seine Brüder lehnten seine Herrschaft ab (2. Mo 2,14; Lk 19,14). So ging der Erlöser weg (2. Mo 2,15; Lk 19,12; Apg 1,9). In der Zeit der Verwerfung durch sein Volk verheiratete er sich mit der „Gemeinde“, einer „gläubigen Frauaus dem Heidentum“ (2. Mo 2,21; Eph 5,22-31). Nach langer Zeit sieht er wieder nach dem Wohl seines Volkes Israel (2. Mo 4,29; Hes 34,11-12). Israel wird durch schwere Gerichtehindurchgehen, dabei aber Gottes bewahrende Durchhilfe erleben (2. Mo 7-12; 8,18-19; Off 6-19; Mt 24). Am Ende wird der Herr Jesus persönlich zurückkehren (2. Mo12,12; Mt 24,30-31). Israel wird endgültig befreit werden (2. Mo 12; Jes 10,22-25; 11,16; Jes 31,5). Der Richter-Gott wird schonend an seinem Volk vorübergehen (2. Mo 12,13 [hebr.passach; vgl. pessach, 2. Mo 12,11 = Passah]; Jes 31,5 [hebr. passach]).
  • Historisch: Gott prophezeite Abraham die Unterdrückung seiner Nachkommen in Ägypten,die darauffolgende Befreiung und den Einzug nach Kanaan (1Mo 15,13-16). 2. Mo zeigt die Erfüllung dieser Prophetie.
  • In Ägypten trieb Israel Götzendienst (Hes 20,7-8). Die grausame Sklaverei sollte Israel zur Umkehr und Busse führen. Der Lohn für die geleistete Arbeit sollte erst am Ende ausbezahlt werden, damit er in vollem Mass für den goldenen transportablen Tempel eingesetzt werdenkonnte (2. Mo 3,21-22; 11,2; 12,35-36).
  • Die 10 Plagen waren ein Gericht an den Göttern Ägyptens (vgl. 12,12), um Israel Erkenntnis des einen wahren Gottes zu geben (2. Mo 6,7; 10,2) und ebenso Ägypten (2. Mo 7,5.17; 8,6.18; 14,4.18).

Die Verhärtung des Herzens

  • 6x verhärtete der Pharao sein Herz bevor Gott sein Herz zum 7. Mal verhärtete (2. Mo 9,12). Im Ganzen wird sein Herz 12x verhärtet (2. Mo 7,13.22; 8,11.15.28; 9,7.12.34;10,20.27; 11,10; 14,4). Auch das Herz seiner Beamten wird verhärtet (2. Mo 9,34; 10,1).
  • Glaube der alten Ägypter: Wenn der Mensch stirbt und richtig mumifziert und begrabenwird, kommt er im Totenreich vor Gericht. Ihm wird eine Liste mit Sünden vorgelegt. Wenner vor Gericht schuldig gesprochen wird, droht die Vernichtung. Er muss also alle Sündenabstreiten („negatives Bekenntnis“). Sein Herz jedoch ist bereit die Wahrheit zu sagen, wasaber Untergang zur Folge haben würde. Es wird auf eine Waagschale gelegt. Auf der anderen Waagschale befindet sich eine Vogelfeder (das Hieroglyphenzeichen für „Wahrheit“). Um dies zu verhindern, praktizierten die Ägypter eine Steinmagie mit Hilfe eines Stein-Skarabäus in Herzform. Dadurch sollte das Herz des Toten hart gemacht werden, damit es nicht die Wahrheit sagt. Lehre der Ägypter: Ein verhärtetes Herz bringt Rettung (Price, TheStones Cry Out, S.126-129).
  • 2. Mose 1 - 16 zeigt: Ein verhärtetes Herz führt den Menschen unter das Gericht Gottes (Spr 28,14; Ps 95,8; Heb 3,7.13.15; 4,7).
  • Der Pharao war kein Opfer der Prädestination. Er verhärtete sich selbst 6x. Damit lief seineGnadenzeit ab. In seiner Vorkenntnis (vgl. griech. prognosis in 1. Petr 1,2; Apg 2,23; Röm 8,29:proginosko) wusste Gott dies alles schon im voraus (2. Mo 4,21; Röm 9,14-18). Gott will dass alle Menschen errettet werden (1. Tim 2,4; 2. Petr 3,9). Wer verloren geht, verschuldet dies selbst (Röm 2,4ff.)

Besonderheiten

  • Der Glaube der Eltern von Mose (Heb 11,23)
  • Der Glaube von Mose mit 40 Jahren (Heb 11,24-26)
  • Der Glaube von Mose beim Passah und beim Exodus (Heb 11,27-28)
  • Drei Lebensphasen von Mose: 40 + 40 + 40
  • 7x „Lass mein Volk ziehen!“ (2. Mo 5,1; 7,16.26; 8,16; 9,1.18; 10,3
  • Jannes und Jambres (nach Targum Jonathan zu 2. Mo 7,11 = Zauberer) als Vorbild desendzeitlichen Widerstandes (2. Tim 3,8-9.13)
  • Ab Zyklus II wurde Israel speziell bewahrt (2Mo 7,22-24).
  • Passah-Lamm: vier Tage vorher ausgesondert (2. Mo 12,6); während der drei Tage FinsternisLicht in den Häusern der Israeliten (2. Mo 10,23); „ihre Lampe ist das Lamm“ (Off 21,23)
  • Schlachtung des Passah „zwischen den zwei Abenden“ (2. Mo 12,6): ab 15 Uhr(15 Uhr = Todesstunde des Herrn Jesus am Kreuz [Mat 27,46ff.])

Die zehn Plagen (3+3+3+1)

Plage

Bibelstelle

Auslöser

Warnung

Reaktion

Zyklus I

1. Nilwasser zu Blut 2. Mo 7,14-25 Stab Aarons am Morgen / Nil Weigerung (7,22-23)
2. Frösche 2. Mo 7,26 - 8,11 im Palast Falls Frösche weg (8,4)
3. Stechmücken 2. Mo 12-15 ohne Warnung Weigerung (8,11)

Zyklus II

4. Hundsfliegen 2. Mo 8,16-28 kein Stab am Morgen / Nil Opferung in Ägypten (8,21)
5. Viehpest 2. Mo 9,1-7 im Palast Weigerung (9,7)
6. Geschwüre 2. Mo 9,8-12 ohne Warnung Weigerung (9,12)

Zyklus III

7. Hagel 2. Mo 9,13-35 Stab/Hand Moses am Morgen Falls Hagel weg (9,28)
8. Heuschrecken 2. Mo 10,1-20 im Palast Nur Männer beten an (10,11)
9. Finsternis 2. Mo 10,21-29 ohne Warnung Ohne Opfertiere (10,24-26)

Zyklus IV

10. Erstgeburt 2. Mo 12,1-51     Drängen zum Gehen (12,31-32)
 

Plage

Zeit u. Natur

Gericht über Götter

Bedeutung

Zyklus I

1. Nilwasser zu Blut Überschwemmung im August / September mit flagellates ⇒ rotesWasser /Fischsterben Hapi (Apis) mit Stierkopf = Gott der Nilüberschwemmungen; Isis,Göttin des Nils; Osiris; Khnum der Widderkopf, Bewacher des Nils; Thot, der Gott der Harmonie des Kosmos; Ma’at, die Göttin der Ordnung; etc Letzte Tage“ der Gemeinde (2. Tim 3,1): Quelle des Lebens und der natürlichen Lebensfreude zerstört(⇒ Ehe, Familie,Beruf etc.)
2. Frösche Tote Fische ⇒ Flucht der mit bacillus anthracis infizierten Frösche Heqt, mit Froschkopf, = eine Erscheinungsform von Hathor, der Liebesgöttin; Thot; Ma’at; viele Fischgottheiten (z.B. Hat-Mehit); etc. Sexuelle Perversion (Frösche: nackt, hetero- und homosexuelle Promiskuität)
3. Stechmücken Sandfliegen, wegen hoher Überschwemmung starke Brut Pharao (Inkarnation von Re) sollte für das Wohl seines Volkes sorgen,Thot, Ma’at, etc. Blut = Seele(3. Mo 17,11) ⇒ Depressionen, psychische Probleme etc.

Zyklus II

4. Hundsfliegen Stomocys calcitrans wegen hoher Überschwemmung starke Brut Pharao (Inkarnation von Re, sollte für das Wohl seines Volkes sorgen), Thot, Ma’at, etc. „Der Anfang der Wehen“ (Mt 24,8): Gesetzlosigkeit, Lieblosigkeit, Betrug, Verführung etc. (Mt 24,4-14)
5. Viehpest Wegen Bazillus der toten Frösche Ptah / Hapi (mit Stierkopf;  Apis-Stier); lokale Stiergötter (z.B. Buchis); Hathor (Kuh); Khnum (mit Widderkopf); Sunu (Gott der Pest); Thot; Bastet (Katze), Isis (mit Hörnerkrone); Thot; Ma’at; Pharao Schlag über den Besitzstand (Off-6,5-6)
6. Geschwüre Wegen Stomocys calcitrans Sekhmet (Göttin mit Macht über Krankheiten), Isis (Göttin derHeilung), Amun-Re; Thot, Ma’at,etc. Offenbarwerden vonaller Bosheit und Torheit des Menschen (2. Mo 9,11; 2. Tim 3,8-9)

Zyklus III

7. Hagel Januar /Februar (Flachs/Gerste) Set (Gott des Sturms), Nut (Himmelsgöttin), Osiris (Gott der Ernte und der Fruchtbarkeit), Thot, Ma’at, etc. „Die grosse Drangsal“, so schlimm wie es noch nie  war (2. Mo 9,18; Mt 24,21)
8. Heuschrecken   Osiris (Gott der Ernte und Fruchtbarkeit), Thot, Ma’at, etc. Der für Israel katastrophale Angriff aus dem Norden (Joel 1-2; Dan 11,40-45; Jes 28-29)
9. Finsternis Chamsin (Wüstenwind) im März Ra (Sonnengott); Horus (Sonnengott; Sohn von Ra), Pharao (Inkarnation von Ra), Amun (Sonnengot); Aton (Sonnenscheibe); Thot, Ma’at, etc. Totale geistliche Verdunkelung (Offb 16,10-11)

Zyklus IV

10. Erstgeburt März / April Passah Min (Gott der Zeugung), Heqet (Göttin der Geburt), Isis (Göttin des Kinderschutzes), Pharao-Sohn (Inkarnation von Re und Horus-Osiris), Thot, Ma’at, etc. Wiederkunft Christi zum Gericht (2. Mo.  12,12; Offb 19,11ff.)
 
  

Literaturhinweise

  • GLASHOWER, J.J. / OUWENEEL, W.J.: So entstand Israel, Neuhausen-Stuttgart 1982, S. 61-73.
  • PRICE, R.: The Stones Cry Out, What Archaeology Reveals about the Truth of the Bible, Oregon 1997.
  • WALVOORD, J.F. / ZUCK, R.: Das Alte Testament, Bd. 1, S. 115-149.
  • KITCHEN, K.A.: Ancient Orient and Old Testament, Illinois 1978, S. 157-158.

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