1. Thema und Inhalt

Thema: Das Buch des Auszugs (griechisch: Exodus)

Im ersten Buch Mose sahen wir, wie Jakob mit seinen Angehörigen nach Ägypten kam. Während seines 430-jährigen Aufenthaltes in Ägypten (Die Zeit des Aufenthaltes der Söhne Israel aber, die sie in Ägypten zugebracht hatten, betrug 430 Jahre. (2. Mo 12,40)) vermehrte sich das Volk sehr stark. Aus einem kleinen Stamm von 70 Personen (Und die Söhne Josephs, die ihm in Ägypten geboren wurden, waren zwei Seelen. Alle Seelen des Hauses Jakob, die nach Ägypten kamen, waren siebzig. (1. Mo 46,27)) wurde ein Volk von 600.000 Mann, gezählt ohne Frauen und Kinder (Nun brachen die Söhne Israel auf <und zogen> von Ramses nach Sukkot, etwa 600000 Mann zu Fuß, die Männer ohne die Kinder. ( 2. Mo 12,37)). Somit mag das Volk beim Auszug aus Ägypten eine Größe von 2-4 Millionen Menschen gehabt haben.

Von den Ägyptern wurde das Volk Israel grausam unterdrückt. Darum wollte Gott es aus der Knechtschaft befreien. Er berief Mose zum Führer für das Volk. Unter vielen Schwierigkeiten, verbunden mit Zeichen und Wundern, geschah der Auszug Israels aus Ägypten. Gott führte sein Volk auf wunderbare Weise durchs Rote Meer, versorgte es in der Wüste mit Wachteln, Manna und Wasser. Er gab ihm auch Sieg beim Kampf gegen die Amalekiter.
Am Berg Sinai schloss Gott einen Bund mit dem Volk Israel. Dazu gab er ihnen das Gesetz. Während eines 40-tägigen Aufenthalts auf dem Berg Sinai empfing Mose eine genaue Beschreibung für den Bau der Stiftshütte, die dann anschließend auch errichtet wurde.

2. Abfassung

Mose ist der Verfasser dieses Buches. Das wird an drei Stellen im zweiten Buch Mose bestätigt. Die Abfassung geschah wahrscheinlich in der Zeit um 1440 v. Chr.

Danach sprach der HERR zu Mose: Schreib dies zum Gedächtnis in ein Buch und lege in die Ohren Josuas, dass ich die Erinnerung an Amalek vollständig unter dem Himmel auslöschen werde! (2. Mo 17,14)
Da schrieb Mose alle Worte des HERRN auf. Am <nächsten> Morgen aber machte er sich früh auf und errichtete einen Altar unten am Berg und zwölf Denksteine nach den zwölf Stämmen Israels. (2. Mo 24,4)
Und der HERR sprach zu Mose: Schreibe dir diese Worte auf! Denn nach diesen Worten schließe ich mit dir und mit Israel einen Bund. (2. Mo 34,27)
Und Mose blieb vierzig Tage und vierzig Nächte dort beim HERRN. Brot aß er nicht, und Wasser trank er nicht. Und er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die zehn Worte. (2. Mo 34,28)

Das Leben des Mose kann in drei Abschnitte unterteilt werden:

  • Die ersten 40 Jahre verbrachte Mose in Ägypten. Er war ein Levit und wurde 1525 v. Chr. geboren. Sein Name bedeutet „Herauszieher". Am Hof des Pharao bekam er eine gute Ausbildung. Er blieb seinem Volk treu und unternahm aus eigener Initiative schließlich sogar einen Versuch, die Unterdrückung Israels zu mildern, doch er scheiterte.
  • Die nächsten 40 Jahre verbrachte Mose im Lande Midian. Nachdem er einen Ägypter erschlagen hatte, floh er vor dem Pharao und arbeitete als Hirte bei dem Priester Jethro. Dort heiratete er Zippora, die Tochter Jethros, und bekam zusammen mit ihr zwei Söhne: Gerschom und Elieser.
  • In seinen letzten 40 Jahren wurde Mose von Gott in den Dienst gestellt, um Israel aus der Knechtschaft Ägyptens zu führen. Unter seiner Leitung schloss Gott einen Bund mit dem Volk und gab ihm sein Gesetz. Mose war ein Mann Gottes, der im Neuen Testament unter den Glaubenshelden aufgezählt wird.

Durch Glauben wurde Mose nach seiner Geburt drei Monate von seinen Eltern verborgen, weil sie sahen, dass das Kind schön war; und sie fürchteten das Gebot des Königs nicht. Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen, und zog es vor, <lieber> zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben, indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung. Durch Glauben verließ er Ägypten und fürchtete die Wut des Königs nicht; denn er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren. Durch Glauben hat er das Passa gefeiert und die Blutbestreichung ausgeführt, damit der Verderber der Erstgeburt sie nicht antastete. Durch Glauben gingen sie durch das Rote Meer wie über trockenes Land, während die Ägypter, als sie es versuchten, verschlungen wurden. (Hebr 11,23-29)

3. Zweck

Das 2. Buch Mose berichtet über einige bedeutende Ereignisse im Volk Israel:

  • Die Unterdrückung des Volkes in Ägypten
  • Die Berufung des Mose
  • Die Einsetzung des Passahfestes
  • Die Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten
  • Der Bundesschluss Gottes mit Israel und die Gesetzgebung am Sinai
  • Die Errichtung der Stiftshütte

4. Zeitabschnitt

Das 2. Buch Mose beginnt mit dem Tod Josefs (etwa 1804 v. Chr.) und endet mit der Einweihung der Stiftshütte (1446 v. Chr.).

Der Aufenthalt Israels in Ägypten betrug 430 Jahre (Die Zeit des Aufenthaltes der Söhne Israel aber, die sie in Ägypten zugebracht hatten, betrug 430 Jahre. (2. Mo 12,40)). Der Auszug aus Ägypten und die Wanderung bis zum Berg Sinai dauerten zwei Monate (Im dritten Monat nach dem Auszug der Söhne Israel aus dem Land Ägypten, an eben diesem Tag kamen sie in die Wüste Sinai. (2. Mo 19,1)). Daraufhin blieb das Volk Israel noch ca. ein Jahr am Berg Sinai, um das Gesetz zu empfangen und die Stiftshütte zu errichten (Und es geschah im ersten Monat im zweiten Jahr, am ersten des Monats, da wurde die Wohnung aufgerichtet: (2.Mo 40,17)).

5. Einteilung

Israel in Ägypten(2. Mo 1-11)

  1. Die Unterdrückung Israels in Ägypten (2. Mo 1)
  2. Die Geburt, Kindheit und Flucht des Mose (2. Mo 2)
  3. Die Zurüstung des Mose als Führer des Volkes (2. Mo 3-4)
  4. Gespräche mit dem Pharao; noch härtere Unterdrückung des Volkes (2. Mo 5,1-7,13)
  5. Die Plagen über Ägypten (2. Mo 7,14-11,10)

Der Auszug aus Ägypten (2. Mo 12-18)

  1. Die Einsetzung des Passahmahls (2. Mo 12)
  2. Der Aufbruch und Auszug aus Ägypten (2. Mo 13-14)
  3. Das Loblied der Errettung (2. Mo 15,1-21)
  4. Der Herr versorgt sein Volk in der Wüste (2. Mo 15,22-17,7)
  5. Der Herr kämpft für sein Volk (2. Mo 17,8-16)
  6. Der Besuch Jethros bei Mose (2. Mo 18)

Israel am Sinai (2. Mo 19-40)

  1. Gott bietet seinen Bund an (2. Mo 19)
  2. Die zehn Gebote (2. Mo 20)
  3. Verschiedene Rechtsordnungen (2. Mo 21-23)
  4. Der Bundesschluss am Sinai (2. Mo 24)
  5. Die Anordnungen zum Bau der Stiftshütte (2. Mo 25-31)
  6. Der Aufschub der Wüstenwanderung (2. Mo 32-34)
  7. Die Errichtung der Stiftshütte (2. Mo 35-40)

6. Hinweise auf Jesus Christus

Das Passahlamm

Durch die Opferung des Passahlammes wurde das Volk Israel vor der 10. Plage in Ägypten verschont (2. Mose 12). Dieses Lamm ist ein Schattenbild für die Erlösung, die durch Jesus Christus geschehen ist.

Fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr <ja bereits> ungesäuert seid! Denn auch unser Passa<lamm>, Christus, ist geschlachtet. Darum lasst uns Festfeier halten, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit Ungesäuertem der Lauterkeit und Wahrheit! (1.Kor 5,7.8)

Während das Passahlamm auf den Tod Jesu hinweist, lässt das Abendmahl auf das Opfer zurückblicken, das Jesus zu unserer Erlösung gebracht hat.

Die Stiftshütte

Die Stiftshütte wurde als Abbild eines himmlischen Heiligtums gebaut (- die dem Abbild und Schatten der himmlischen Dinge dienen, wie Mose eine göttliche Weisung empfing, als er im Begriff war, das Zelt aufzurichten; denn «Sieh <zu>», spricht er, «dass du alles nach dem Muster machst, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist»! (Hebr 8,5)). Sie ermöglichte dem sündigen Volk eine Begegnung mit dem lebendigen und heiligen Gott. Die einzelnen Bauteile und auch der Dienst, den die Priester dort versahen, weisen symbolisch auf das Erlösungswerk Jesu hin. Sein vollkommenes Opfer genügt für jeden Sünder. Es ist für allezeit gültig und braucht nicht jährlich wiederholt zu werden (Denn Christus ist nicht hineingegangen in ein mit Händen gemachtes Heiligtum, ein Gegenbild des wahren <Heiligtums>, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen, auch nicht, um sich selbst oftmals zu opfern, wie der Hohepriester alljährlich mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht - sonst hätte er oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an -; jetzt aber ist er {einmal} in der Vollendung der Zeitalter offenbar geworden, um durch sein Opfer die Sünde aufzuheben. (Hebr 9,24-26)).

StiftshütteStiftshütte

 


Einige Vergleichspunkte zum Neuen Testament sind:

  • Der Eingang zum Vorhof
    Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. (Joh 10,9)
  • Der Brandopferaltar
    und fast alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung. (Hebr 9,22)
    Dieser aber hat {ein} Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich für immer gesetzt zur Rechten Gottes. (Hebr 10,12)
  • Das Waschbecken
    Und das sind manche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes. (1. Kor 6,11)
  • Der Schaubrottisch
    Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens: Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten. (Joh 6,35)
  • Der Leuchter
    Jesus redete nun wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12)
  • Der Räucheraltar
    Aber auch das Zelt und alle Gefäße des Dienstes besprengte er ebenso mit dem Blut; und fast alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung. <Es ist> nun nötig, dass die Abbilder der himmlischen Dinge hierdurch gereinigt werden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Schlachtopfer als diese. Denn Christus ist nicht hineingegangen in ein mit Händen gemachtes Heiligtum, ein Gegenbild des wahren <Heiligtums>, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen, (Hebr 9,21-24)
  • Der Vorhang
    Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss in zwei <Stücke>, von oben bis unten; und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, (Mt 27,51)
    den er uns eröffnet hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang - das ist durch sein Fleisch (Hebr 10,20)
  • Die Bundeslade und der Gnadenstuhl
    Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden (Röm 3,25)
    Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe! (Hebr 4,16)
  • Das Allerheiligste
    in das zweite aber {einmal} im Jahr allein der Hohepriester, nicht ohne Blut, das er darbringt für sich selbst und für die Verirrungen des Volkes. Damit zeigt der Heilige Geist an, dass der Weg zum Heiligtum noch nicht geoffenbart ist, solange das vordere Zelt noch Bestand hat. Dieses ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit, nach dem sowohl Gaben als auch Schlachtopfer dargebracht werden, die im Gewissen den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst ausübt. Es sind nur - neben Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen - Satzungen des Fleisches, die bis zur Zeit einer richtigen Ordnung auferlegt sind. Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter und ist durch das größere und vollkommenere Zelt - das nicht mit Händen gemacht, das heißt, nicht von dieser Schöpfung ist - und nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen und hat <uns> eine ewige Erlösung erworben. (Hebr 9,7-12)

7. Die Bedeutung des Gesetzes

Das mosaische Gesetz ist ein Bundesschluss oder ein Vertrag, den Gott mit seinem Volk Israel am Sinai schloss. Kein anderes Dokument hat einen so großen Einfluss auf die allgemeine Gesetzgebung der Menschheit ausgeübt wie das Gesetz Moses. Das Gesetz gehört zu den wichtigsten Bestandteilen der Bibel. Dabei müssen wir allerdings die Beziehung Israels und die Beziehung eines wiedergeborenen Christen zum Gesetz unterscheiden.

Die Beziehung Israels zum Gesetz

Das Gesetz beinhaltet die Bedingungen des Bundes, den Gott mit seinem Volk geschlossen hat. Durch diesen Bund hat sich Israel seinerseits zur Einhaltung des Gesetzes verpflichtet.

Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Söhnen Israel reden sollst. (2. Mo 19,5.6)
Und er nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sagten: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun und gehorchen. Darauf nahm Mose das Blut, besprengte damit das Volk und sagte: Siehe, das Blut des Bundes, den der HERR auf all diese Worte mit euch geschlossen hat! (2. Mo 24,7.8)

Das Gesetz sollte den Lebenswandel des Volkes in sittlicher und sozialer Hinsicht regeln und Anweisungen für eine geordnete Beziehung zu Gott geben. Es offenbart uns zugleich den Willen Gottes, seine Heiligkeit und seinen Maßstab für Gerechtigkeit.

Das Gesetz kann aber nicht als Grundlage der Erlösung angesehen werden. Wenn jemand das Gesetz vollkommen einhalten würde, wäre er gerecht. Doch niemand ist aus eigener Kraft dazu in der Lage. Das Gesetz macht deutlich, wie erlösungsbedürftig die Menschen sind.

Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: «Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!» dass aber durch Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar, denn «der Gerechte wird aus Glauben leben». (Gal 3,10.11)

Die Beziehung des Christen zum Gesetz

Das Gesetz ist die Grundlage des alten Bundes. Dieser Bund sollte aber nicht der letzte sein, den Gott mit den Menschen schließen wollte. Er kündigte bereits durch den Propheten Jeremia (Jeremia 31,31-34) die Aufrichtung eines neuen Bundes an. Diese Prophetie ging mit dem Sterben und der Auferstehung Jesu in Erfüllung. Mit ihm begann die Zeit des neuen Testaments. Durch diesen neuen Bund wurde die Gültigkeit des vorherigen Bundes abgelöst (Hebräer 8,6-13). Weil Jesus das Gesetz erfüllt hat, sind wir durch den Glauben an ihn gerecht.

Denn wenn jener erste <Bund> tadellos wäre, so wäre kein Raum für einen zweiten gesucht worden. Denn tadelnd spricht er zu ihnen: «Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen, (Hebr 8,7.8)

Wer im Glauben Jesus Christus als seinen persönlichen Heiland aufnimmt, tritt in diesen neuen Bund ein und untersteht nicht mehr dem Gesetz des alten Bundes.

Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade. Was nun, sollen wir sündigen, weil wir nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade sind? Das sei ferne! (Röm 6,14.15)
Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeister; (Gal 3,25)

Welche Bedeutung hat das Gesetz für einen Christen?

  • Das Gesetz offenbart uns Gottes Heiligkeit.
    Rede zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israel und sage zu ihnen: Ihr sollt heilig sein; denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig. (3. Mo 19,2)
  • Das Gesetz macht die tiefe Verstrickung des Menschen in der Sünde und seine Erlösungsbedürftigkeit deutlich.
    Aber die Schrift hat alles unter <die> Sünde eingeschlossen, damit die Verheißung aus Glauben an Jesus Christus den Glaubenden gegeben werde. (Gal 3,22)
    Wir wissen aber, dass alles, was das Gesetz sagt, es denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und die ganze Welt dem Gericht Gottes verfallen sei. Darum: aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durch Gesetz <kommt> Erkenntnis der Sünde. (Röm 3,19)
  • Das Gesetz ist ein Schattenbild für die Ereignisse, die im Neuen Testament in Erfüllung gehen.
    Denn da das Gesetz einen Schatten der zukünftigen Güter, nicht der Dinge Ebenbild selbst hat, so kann es niemals mit denselben Schlachtopfern, die sie alljährlich darbringen, die Hinzunahenden für immer vollkommen machen. (Hebr 10,1)
  • Das Gesetz ist ein Aufseher und Zuchtmeister für diejenigen, die Christus nicht kennen und nicht den Heiligen Geist empfangen haben.
    Was <soll> nun das Gesetz? Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt - bis der Nachkomme käme, dem die Verheißung galt - angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers. (Gal 3,19)
    Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter Gesetz verwahrt, eingeschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeister; (Gal 3,23-25)
    So waren auch wir, als wir Unmündige waren, unter die Elemente der Welt versklavt; als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz, damit er die loskaufte, <die> unter Gesetz <waren>, damit wir die Sohnschaft empfingen. (Gal 4,3-5)
  • Das Gesetz zeigt uns etwas von den Maßstäben Gottes (z.B. die Eltern zu ehren, das Geben des Zehnten).
  • Das ganze Gesetz findet seine Erfüllung in dem einen Gebot: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst".
    Er aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.» Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Mt 22,37-40)
    Denn das ganze Gesetz ist in {einem} Wort erfüllt, in dem: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» (Gal 5,14)