Wie Jesus unsere Schuld vollständig bezahlte

Nachdem 3. Mose 4 die Realität der Sünde und das notwendige Sündopfer vor Augen stellt, geht 3. Mose 5 noch einen Schritt weiter. Hier begegnen wir dem Sühnopfer (auch Schuldopfer genannt). Es zeigt nicht nur, dass Schuld vergeben werden muss, sondern auch, dass Schuld Folgen hat, die ausgeglichen werden müssen.

Dieses Opfer wirft ein besonders klares Licht auf Jesus Christus und sein Erlösungswerk.

1. Schuld im Alltag – oft unbeabsichtigt, aber real

  1. Mose 5 beschreibt Schuld, die nicht aus bewusster Rebellion entsteht, sondern mitten im Alltag:
  • durch Unterlassung
  • durch unbedachte Worte
  • durch Unreinheit
  • durch Vergehen gegen Heiliges oder gegen Mitmenschen

„Wenn jemand schuldig geworden ist … soll er seine Sünde bekennen.“ (3. Mose 5,5)

Gott macht deutlich: Auch unabsichtliche Schuld bleibt Schuld. Doch er zeigt zugleich einen Weg zur Wiederherstellung.

2. Schuld braucht mehr als ein schlechtes Gewissen

Im Sühnopfer reicht es nicht aus, die Schuld innerlich zu bereuen. Gott fordert:

  • ein klares Bekenntnis
  • ein stellvertretendes Opfer
  • konkrete Wiedergutmachung

Damit wird deutlich: Schuld ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Realität, die ernst genommen werden muss.

3. Das fehlerlose Opfer – Jesu vollkommene Reinheit

Wie alle Opfer im Alten Bund musste auch das Sühnopfer ohne Fehler sein.

Dieses Bild erfüllt sich in Jesus Christus:

„Ihr seid erlöst … durch das kostbare Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken.“ (1. Petrus 1,18–19)

Nur ein vollkommen reiner Retter konnte unsere reale Schuld tragen.

4. Bekenntnis – Schuld wird beim Namen genannt

Ein besonderes Merkmal von 3. Mose 5 ist die Betonung des konkreten Bekenntnisses:

„… und er soll bekennen, womit er gesündigt hat.“ (3. Mose 5,5)

Auch im Neuen Bund bleibt diese Wahrheit bestehen:

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns vergibt.“ (1. Johannes 1,9)

Jesus vergibt keine abstrakte Schuld, sondern ganz konkrete Verfehlungen.

5. Wiedergutmachung – mehr als nur Ausgleich

Beim Sühnopfer musste der verursachte Schaden ersetzt werden – plus ein Fünftel zusätzlich (3. Mose 5,16).

Das zeigt: Gott stellt nicht nur wieder her, er heilt und ehrt das, was verletzt wurde.

Am Kreuz ging Jesus noch weiter:

„Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.“ (Römer 5,20)

Jesus bezahlte unsere Schuld nicht knapp, sondern überreichlich.

6. Schuld gegen Gott und Menschen – beides wird versöhnt

  1. Mose 5 macht deutlich:
  • Schuld richtet sich immer gegen Gott
  • Schuld betrifft fast immer auch andere Menschen

Durch Jesus Christus geschieht beides:

„Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst.“ (2. Korinther 5,19)

Sein Opfer schafft die Grundlage für Vergebung vor Gott und echte Wiederherstellung unter Menschen.

7. Unterschied zum Sündopfer

Sündopfer (3. Mose 4):

  • Fokus auf Schuld an sich
  • Betonung des Gerichts

Sühnopfer (3. Mose 5):

  • Fokus auf konkrete Schuld und ihre Folgen
  • Betonung der Wiederherstellung

Am Kreuz vereint Jesus beides:

  • Er trägt unsere Schuld
  • Er stellt wieder her, was zerstört wurde

8. Jesus Christus – das vollkommene Sühnopfer

  1. Mose 5 zeigt klar:
  • Schuld ist real, auch ohne böse Absicht
  • Schuld fordert Ausgleich
  • ein Stellvertreter ist notwendig

All das erfüllt sich vollkommen in Jesus Christus:

„Er ist das Sühnopfer für unsere Sünden.“ (1. Johannes 2,2)

Fazit – der Kerngedanke

Das Sühnopfer aus 3. Mose 5 weist prophetisch auf Jesus Christus hin. Er hat unsere konkrete Schuld vollständig bezahlt, den Schaden wiedergutgemacht und durch sein Opfer eine vollkommene Versöhnung mit Gott bewirkt.

Wo Schuld zerstört, stellt Christus wieder her.

Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist