[[2]]. Mose 11 und Jesus Christus – Von äußerer Reinheit zur wahren Herzensreinigung
1. Rein und unrein – Gottes Maßstab bleibt bestehen
Am Ende des Kapitels fasst Gott selbst den Sinn der Vorschriften zusammen:
„Denn ich bin der HERR, euer Gott; so heiligt euch und seid heilig, denn ich bin heilig.“ (3. Mose 11,44)
Die Unterscheidung zwischen rein und unrein macht deutlich: Gemeinschaft mit Gott setzt Heiligkeit voraus. Unreinheit trennt vom heiligen Gott – damals wie heute.
2. Äußere Gebote mit innerer Zielrichtung
Die Speisegesetze regelten das alltägliche Leben Israels:
- Was darf gegessen werden?
- Womit darf man sich verbinden?
- Was macht unrein?
Doch diese äußeren Regeln hatten eine tiefere Absicht. Sie sollten Israel lehren, dass Gott nicht nur das Verhalten, sondern das Herz des Menschen im Blick hat. Die äußere Reinheit war ein Spiegel für die notwendige innere Reinheit.
3. Das eigentliche Problem: das menschliche Herz
Jesus greift genau diesen Punkt auf und führt 3. Mose 11 zur eigentlichen Bedeutung:
„Nicht das, was in den Mund hineingeht, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt.“ (Matthäus 15,11)
Er macht klar: Unreinheit entsteht nicht durch Speisen, sondern durch das Herz des Menschen:
„Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken …“ (Matthäus 15,19)
Damit zeigt Jesus: Das Gesetz offenbart das Problem – aber es kann es nicht lösen.
4. Christus erfüllt den Sinn der Speisegebote
Im Dienst Jesu wird deutlich, dass er nicht gekommen ist, um Gottes Wort aufzulösen, sondern um es zu erfüllen. Markus fasst zusammen:
„… indem er alle Speisen für rein erklärte.“ (Markus 7,19)
Das ist nur möglich, weil Jesus selbst vollkommen rein ist. Am Kreuz geschieht der entscheidende Tausch:
„Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht.“ (2. Korinther 5,21)
Jesus trägt unsere Unreinheit, damit wir vor Gott als rein gelten dürfen.
5. Erlösung: nicht neue Regeln, sondern neue Reinheit
- Mose 11 fordert den Menschen auf: Sei rein!
Das Evangelium verkündet: Du wirst rein gemacht!
„… das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ (1. Johannes 1,7)
Was das Gesetz äußerlich regelt, bewirkt Christus innerlich und dauerhaft. Erlösung bedeutet nicht Gesetzlichkeit, sondern Verwandlung des Herzens.
6. Absonderung im Neuen Bund – in Christus
Die Speisegebote trennten Israel sichtbar von den Nationen. Auch im Neuen Bund gibt es Absonderung – aber auf einer anderen Grundlage:
„Wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung.“ (2. Korinther 5,17)
Christliche Heiligkeit gründet sich nicht auf Essensvorschriften oder äußere Formen, sondern auf die neue Identität in Christus.
Schlussgedanke
- Mose 11 zeigt uns die Spannung zwischen Gottes Heiligkeit und menschlicher Unreinheit. Es macht deutlich, dass der Mensch aus eigener Kraft nicht rein werden kann. Genau hier setzt das Evangelium an.
Jesus Christus ist:
- der vollkommen Reine
- der unsere Unreinheit trägt
- der uns vor Gott rein und heilig macht
„… sondern ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt.“ (1. Korinther 6,11)
Was das Gesetz fordert, erfüllt Christus. In ihm wird wahre Reinheit möglich.