3. Mose 6Jesus Christus, unser vollkommener Hohepriester

Mit 3. Mose 6 wird der Blick im Opfergesetz deutlich vertieft. Während die vorherigen Kapitel vor allem die einzelnen Opfer beschrieben haben, richtet sich dieses Kapitel stärker auf den priesterlichen Dienst, die Heiligkeit Gottes und die Beständigkeit des Opfers. Gerade darin zeigt sich Jesus Christus in besonderer Klarheit – als Opfer und als vollkommener Hohepriester.

1. Schuld ist konkret – und Gott nimmt sie ernst

Zu Beginn von 3. Mose 6 (V. 1–7) spricht Gott über konkrete Schuld:

  • Betrug
  • Unterschlagung
  • Lüge
  • Unrecht gegenüber dem Mitmenschen

Sünde ist nicht nur ein innerliches Problem zwischen Mensch und Gott. Sie hat reale Auswirkungen auf andere Menschen.

Darum fordert Gott drei Dinge:

  1. Bekenntnis der Schuld
  2. Wiedergutmachung
  3. ein Opfer zur Sühnung

Diese Ordnung zeigt Gottes Gerechtigkeit – aber auch seine Gnade.

Erfüllung in Jesus Christus

Jesus trägt unsere Schuld vor Gott und schafft zugleich die Grundlage für echte Wiederherstellung:

„Er ist die Sühnung für unsere Sünden.“ (1. Johannes 2,2)

Durch Christus ist Vergebung möglich – und ein neues Leben in Wahrheit.

2. Das ständig brennende Feuer – ein unvollendetes System

Ein zentraler Satz in 3. Mose 6 lautet:

„Das Feuer auf dem Altar soll beständig brennen; es soll nicht erlöschen.“ (3. Mose 6,6)

Das tägliche Brandopfer machte deutlich:

  • Schuld hörte nicht auf
  • Opfer mussten ständig erneuert werden
  • das Werk war nie abgeschlossen

Das Gesetz konnte Schuld bedecken, aber nicht endgültig wegnehmen.

Jesus – das vollendete Opfer

Im Gegensatz dazu steht das Erlösungswerk Christi:

„Er hat sich selbst ein für alle Mal geopfert.“ (Hebräer 7,27)

Was im Alten Bund nie endete, wurde am Kreuz endgültig vollbracht.

3. Der Priester – Mittler zwischen Gott und Mensch

  1. Mose 6 betont stark die Verantwortung des Priesters:
  • sorgfältiger Umgang mit dem Opfer
  • heilige Kleidung
  • Dienst vor dem Angesicht Gottes

Der Priester stand zwischen Gott und dem Volk – als Vermittler.

Jesus, der wahre Hohepriester

Der Hebräerbrief macht klar:

„Da wir nun einen großen Hohepriester haben… Jesus, den Sohn Gottes.“ (Hebräer 4,14)

Jesus ist:

  • Priester und Opfer
  • sündlos
  • ewig

Er tritt nicht zeitlich begrenzt für uns ein, sondern beständig.

4. Heilige Kleider – vollkommene Gerechtigkeit

Der Priester musste beim Opferdienst heilige Kleidung tragen (3. Mose 6,3–4). Kleidung steht in der Bibel für Identität, Stellung und Gerechtigkeit.

Jesus dient vor Gott in vollkommener Reinheit:

„Er ist heilig, unschuldig, unbefleckt.“ (Hebräer 7,26)

Doch das Evangelium geht noch weiter: Seine Gerechtigkeit wird uns angerechnet.

„Damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2. Korinther 5,21)

5. Die Asche – ein vollendetes Werk

Die Asche des Opfers wurde gesammelt und an einen reinen Ort gebracht. Das Opfer war abgeschlossen – nichts blieb offen.

Jesu letzte Worte am Kreuz bestätigen diese Wahrheit:

„Es ist vollbracht.“ (Johannes 19,30)

Keine Schuld bleibt zurück. Kein weiteres Opfer ist nötig.

6. Das Speiseopfer der Priester – völlige Selbsthingabe

Ein besonderer Abschnitt betrifft das Speiseopfer des Priesters: Es durfte nicht gegessen, sondern musste vollständig verbrannt werden (3. Mose 6,12–16).

Der Priester brachte sich symbolisch selbst ganz Gott dar.

Erfüllung in Jesus

Jesu ganzes Leben war Hingabe:

„Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ (Markus 10,45)

Nicht nur sein Tod, sondern sein ganzes Leben war Opfer.

7. Heiligkeit und Nähe – kein Widerspruch

  1. Mose 6 zeigt deutlich: Gott ist heilig. Nähe ist kein leichtfertiger Umgang.

Doch Jesus erfüllt diese Spannung:

  • Gott bleibt heilig
  • der Mensch darf nahen

„Wir haben Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu.“ (Hebräer 10,19)

Fazit

  1. Mose 6 offenbart Jesus Christus als den vollkommenen Hohepriester, der ein ein für alle Mal gültiges Opfer darbrachte, dauerhaft für uns eintritt und uns durch sein vollendetes Werk freien Zugang zu Gott schenkt.

Was im Alten Bund täglich wiederholt werden musste, ist in Christus für immer vollbracht.

Das ständig brennende Feuer weist auf eine Sehnsucht hin – die am Kreuz ihre endgültige Erfüllung fand.

Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist