[[2]]. Mose 16 und Jesus Christus – Der große Versöhnungstag und das vollbrachte Erlösungswerk
1. Der ernste Ausgangspunkt – Gottes Heiligkeit
Das Kapitel beginnt mit einem Rückblick auf den Tod Nadabs und Abihus (3. Mose 16,1). Damit wird sofort deutlich: Der heilige Gott ist nicht beliebig zugänglich. Sünde trennt den Menschen von Gott, und ungehorsame Annäherung führt zum Tod.
Der Zugang zum Allerheiligsten ist streng geregelt:
- nur ein Hoherpriester
- nur einmal im Jahr
- nur mit Blut
Diese Ordnung zeigt: Der Mensch braucht dringend Sühnung und einen Mittler.
2. Der Hohepriester – ein begrenzter Stellvertreter
Aaron darf das Allerheiligste nur betreten, nachdem er Opfer für sich selbst dargebracht hat (3. Mose 16,6). Auch der Mittler ist selbst sündig.
➡ Erfüllung in Jesus Christus:
Jesus ist der wahre Hohepriester, doch im Gegensatz zu Aaron ist er ohne Sünde:
„Er tat keine Sünde.“ (1. Petrus 2,22)
Er braucht kein Opfer für sich selbst. Gerade deshalb kann er vollkommen für uns eintreten.
3. Das Blut auf dem Sühnedeckel – Leben für Leben
Das Blut des Opfers wird auf und vor den Sühnedeckel gesprengt (3. Mose 16,14–15). Es steht für stellvertretendes Leben.
„Denn die Seele des Fleisches ist im Blut.“ (3. Mose 17,11)
➡ Erfüllung in Christus:
Jesus geht nicht mit fremdem Blut ins Heiligtum, sondern mit seinem eigenen:
„… durch sein eigenes Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen.“ (Hebräer 9,12)
Was jährlich wiederholt werden musste, geschieht durch Christus ein für alle Mal.
4. Die zwei Böcke – ein Erlösungswerk mit zwei Seiten
Ein zentrales Element von 3. Mose 16 sind die zwei Böcke:
Der Bock für den HERRN
Er wird geschlachtet, um Sühnung vor Gott zu erwirken. Das Gericht über die Sünde wird vollzogen.
➡ Christus: Er trägt das gerechte Gericht Gottes stellvertretend für uns.
Der Sündenbock
Auf ihn werden alle Sünden des Volkes gelegt, dann wird er in die Wüste hinausgeschickt (3. Mose 16,21–22).
➡ Christus:
„Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Johannes 1,29)
In Jesus vereinen sich beide Bilder: Er sühnt die Schuld – und er trägt sie fort.
5. Außerhalb des Lagers – Golgatha
Der Sündenbock wird aus dem Lager hinausgeführt. Schuld wird entfernt, Gemeinschaft wiederhergestellt.
➡ Direkter Bezug zu Jesus:
„Darum hat auch Jesus … außerhalb des Tores gelitten.“ (Hebräer 13,12)
Jesus stirbt ausgestoßen und verworfen – genau dort, wo unsere Schuld hingehört.
6. Ein jährlicher Tag – ein ewiges Opfer
- Mose 16 betont:
„Einmal im Jahr soll Sühnung geschehen.“ (3. Mose 16,34)
Diese Wiederholung zeigt die Begrenzung des Alten Bundes.
➡ Das Evangelium:
„Denn mit einem Opfer hat er auf immerdar die vollkommen gemacht, die geheiligt werden.“ (Hebräer 10,14)
Jesu Opfer muss nicht wiederholt werden. Es ist vollbracht.
7. Der geöffnete Weg zu Gott
Im Alten Bund trennt ein Vorhang den Menschen von Gottes Gegenwart. Zugang bedeutet Gefahr.
Im Neuen Bund gilt:
„Da wir nun Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu.“ (Hebräer 10,19)
Der Vorhang ist zerrissen. Durch Jesus Christus ist der Weg zu Gott frei und offen.
Schlussgedanke
Der große Versöhnungstag ist das Evangelium in Bildern. Was 3. Mose 16 jährlich und begrenzt darstellt, erfüllt sich in Jesus Christus vollkommen und endgültig.
Jesus ist:
- der wahre Hohepriester
- das vollkommene Opfer
- der Träger unserer Schuld
- der Öffner des Weges zu Gott
„Denn Christus ist ein für alle Mal für Sünden gestorben … damit er uns zu Gott führe.“ (1. Petrus 3,18)
Wer den Versöhnungstag versteht, versteht das Kreuz.