1️⃣ Wer war ein Nasir? (4. Mose 6,1–21)
Ein Nasir war jemand, der sich:
- vom Wein enthielt
- sein Haar wachsen ließ
- keine Leiche berührte
- sich für eine bestimmte Zeit „dem HERRN weihte“
Das Wort „Nasir“ bedeutet:
👉 abgesondert, geweiht
2️⃣ Christus – der wahre Abgesonderte
Der Herr Jesus war der einzig vollkommen Abgesonderte.
📖 In Hebräerbrief 7,26 heißt es:
„Denn ein solcher Hoherpriester geziemte uns: heilig, unschuldig, unbefleckt, abgesondert von den Sündern …“
Er war nicht nur äußerlich abgesondert –
Er war innerlich vollkommen Gott geweiht.
3️⃣ Kein Wein – Verzicht auf irdische Freude
Der Nasir durfte:
- keinen Wein
- keinen Essig
- keine Trauben
- nichts vom Weinstock genießen
Wein steht in der Schrift oft für:
- irdische Freude
- Festlichkeit
- menschlichen Genuss
→ Christus
Der Herr Jesus verzichtete freiwillig auf irdische Herrlichkeit.
📖 In Philipperbrief 2,6–8 lesen wir:
Er entäußerte sich selbst …
Er hätte Anspruch auf alle Freude dieser Welt gehabt –
aber Er lebte ganz für den Willen des Vaters.
Beim Abendmahl sagte Er (sinngemäß):
Ich werde von nun an nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken …
Das weist auf eine freiwillige Enthaltung hin – bis das Reich Gottes kommt.
4️⃣ Das lange Haar – Zeichen der Unterordnung
Das ungeschnittene Haar war:
- ein Zeichen der Schmach
- ein Zeichen der Unterordnung
Nach 1. Korinther 11 ist langes Haar beim Mann ein Zeichen der Unterordnung.
→ Christus
Der Herr Jesus lebte in vollkommener Unterordnung:
📖 Johannesevangelium 6,38:
„Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“
Niemand war je so frei – und niemand war je so vollkommen untergeordnet.
5️⃣ Keine Berührung eines Toten – Trennung vom Tod
Der Nasir durfte keinen Toten berühren.
Tod spricht von:
- Sünde
- Gericht
- Trennung von Gott
→ Christus
Hier wird es besonders herrlich:
Der Herr Jesus berührte zwar Tote (z.B. um sie aufzuerwecken),
aber:
👉 Der Tod konnte Ihn nicht verunreinigen.
👉 Stattdessen wich der Tod vor Ihm.
Er ist:
„die Auferstehung und das Leben“
Der wahre Nasir war stärker als der Tod.
6️⃣ Wenn der Nasir sich verunreinigte …
Falls er doch unabsichtlich mit einem Toten in Berührung kam:
- musste er Opfer bringen
- die Tage begannen von vorn
→ Christus
Hier endet jede Typologie:
Jesus musste nie „von vorn anfangen“.
Er musste nie ein Opfer für sich selbst bringen.
„… der sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat.“
Er war absolut vollkommen.
7️⃣ Die Vollendung des Nasir-Gelübdes
Am Ende der Zeit:
- brachte der Nasir Opfer
- schnitt sein Haar ab
- durfte wieder Wein trinken
→ Prophetische Perspektive
Der Herr Jesus lebt heute noch in gewisser Weise in dieser „Absonderung“.
Er wartet auf:
- die Vollendung
- das Hochzeitsmahl
- das Reich
Dann wird Er die Freude mit den Seinen teilen.
Das erinnert an:
📖 Offenbarung 19 – das Hochzeitsmahl des Lammes.
8️⃣ Unterschied: Jesus war kein Nasiräer im äußeren Sinn
Wichtig:
Jesus war kein „Nasiräer“ im formellen Sinn von 4. Mose 6.
Er wurde „Nazarener“ genannt (wegen Nazareth), was etwas anderes ist.
Aber moralisch war Er der wahre, vollkommene Nasir.
9️⃣ Zusammenfassung
| 4. Mose 6 – Nasir | Christus |
|---|---|
| Freiwillige Absonderung | Vollkommene Hingabe an den Vater |
| Kein Wein | Verzicht auf irdische Freude |
| Langes Haar | Vollkommene Unterordnung |
| Keine Berührung des Todes | Sieger über den Tod |
| Opfer bei Verunreinigung | Er war vollkommen ohne Sünde |
| Abschluss mit Freude | Zukünftige Reichsfreude |