wird von einem Engel Gottes zum Richter und Feldherrn berufen und soll Israel von den Midianitern befreien. Bekannt ist von ihm wahrscheinlich vor allem die Geschichte, in der er Wolle auslegt und damit sichergehen will, dass Gott tatsächlich mit ihm redet. Gideon ist der Sohn des Abiësriters Joasch aus dem Stamm Manasse, der in Ofra wohnt, und man vermutet, dass er wohl so um 1200/1100 v.Chr. gelebt hat. Über ihn wird in Richter 6-8 berichtet. 

Wieder einmal hatten die Israeliten Gott nicht gehorcht und mussten nun als Strafe sieben Jahre lang Überfälle der Midianiter über sich ergehen lassen, die vor allem dann die Felder verwüsteten und Lebensmittel und Vieh raubten, wenn Israel gerade gesät hatte. Aus Furcht richteten sich die Israeliten Schlupfwinkel in den Bergen, Höhlen und Festungen ein und schrien zu Gott. Der schickt ihnen als Antwort einen nicht mit Namen genannten Propheten, ruft sich noch einmal in Erinnerung und ermahnt sie, dass sie seiner Stimme nicht gehorcht hatten. Außerdem erscheint ein Engel des Herrn dem Gideon. Der drischt gerade in der Kelter Weizen, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen, und ist offensichtlich kein Mann, der bisher als Führer aufgetreten ist. Nun gibt ihm der Engel den Auftrag, Israel aus der Gewalt der Midianiter zu befreien. Gideon ist zögerlich, obwohl der Engel ihm Gottes Beistand zusichert, und bittet um ein Zeichen, während er eine Ziege und ungesäuerte Brote herbeiholt. Der Engel verbrennt sie auf einem Felsen und verschwindet dann selbst. An dieser Stelle baut Gideon einen Altar, den er »Der Herr ist Friede« nennt, und bricht noch in der gleichen Nacht auf Befehl des Herrn den Baalsaltar ab und haut das Ascherabild um, das daneben stand. Die Leute der Stadt sind damit gar nicht einverstanden und fordern seinen Tod. Doch sein Vater Joasch zieht die logische Schlussfolgerung: Wenn Baal wirklich ein Gott sei, könne er für sich selber streiten. Und so nennt man Gideon auch Jerubbaal, was übersetzt heißt Baal streite mit ihm. In 2. Samuel 11,21 steht dafür im Urtext Jerubbeschet, Baal ist hier also durch boschät = Schande ersetzt.

Als die Feinde sich in der Ebene Jesreel lagern, lässt Gideon die Posaune blasen und ruft sich Männer aus den Stämmen Manasse, Asser, Sebulon und Naftali zusammen und die Abiesriter. Doch um sicherzugehen, dass Gott tatsächlich ihn als Retter bestimmt hat, bittet er Gott um das bekannte Zeichen: Er legt Wolle aus, die am nächsten Morgen voll Tau sein soll, während der Boden trocken bleibt. Gott gibt ihm dieses Zeichen, und als Gideon auch noch den umgekehrten Beweis seiner Bestimmung fordert, gewährt ihm Gott auch dies, und die Wolle liegt am nächsten Morgen trocken im nassen Gras. Nun endlich bricht Gideon mit seiner riesigen Menge von Männern auf. Doch Gott will nicht, dass Israel hinterher behauptet, es habe sich selbst verteidigt, und schickt die Männer zurück, die zugeben, Angst zu haben, und es bleiben noch 10 000 Männer übrig – für Gott noch immer zu viele. Er befiehlt Gideon, am Fluß zu rasten, und wer dort mit der Hand das Wasser schöpft, anstatt direkt daraus zu trinken, wird ebenfalls nach Hause geschickt. Nun sind es noch 300 Israeliten, die gegen die Midianiter und Amalekiter kämpfen sollen, die wie eine Menge Heuschrecken in der Ebene lagern. Gott gibt ihnen den Sieg, und sie schlagen die Feinde in die Flucht. Weil die Einwohner von Sukkot und Pnuël ihm während der Verfolgung die erbetene Verpflegung verweigern, straft er sie später. Gideon überfällt das Lager der Midianiterkönige Sebach und Zalmunna bei Karkor, zersprengt das Heer und nimmt die Könige gefangen. Als sich herausstellt, dass Sebach und Zalmunna Gideons Brüder am Tabor erschlagen haben, bringt er beide nach dem Gesetz der Blutrache um. 

Nach erfolgreicher Schlacht bitten die Israeliten Gideon, sie nun zu regieren. Aber Gideon lehnt ab, mit dem Hinweis, dass Gott Herrscher sei. Andererseits lässt er von dem eroberten Gold ein Efod, vermutlich ein Götzenbild, anfertigen und in Ofra aufstellen und verleitet Israel damit zum Götzendienst. Nach seinem Tod vergessen die Israeliten Gott wieder für eine Weile ganz; aber die Erinnerung an Gideons Erfolge lebt immerhin fort (Ps 83,10.12; Jes 9,3; 10,26). In Hebräer 11,32 wird er sogar zu den großen Glaubensmännern des Alten Testaments gerechnet. 

Gideon ist eine interessante Gestalt: Immer wieder geht er auf Nummer sicher und fordert Zeichen von Gott, die sein Reden bestätigen sollen und die Gott interessanterweise gewährt, dann aber geht er los, vertraut Gott und kann mit seiner Hilfe große Siege feiern.

Der Name Gideon kommt aus dem Arabischen und bedeutet Mit verletzter Hand oder auch In Stücke brechen.

Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist