1. Die Töchter Zelophchads – Gnade auf Grundlage des Erbes
In 4. Mose 27,1–11 treten die Töchter Zelophchads vor Mose:
„Warum soll der Name unseres Vaters verschwinden … weil er keinen Sohn hatte? Gib uns ein Eigentum unter den Brüdern unseres Vaters.“
Sie berufen sich auf:
- Zugehörigkeit zum Volk
- das verheißene Erbe
- Gottes Bund
Und Gott antwortet:
„Die Töchter Zelophchads reden recht.“ (V.7)
Geistliche Linie zu Christus
Hier sehen wir:
- Ein Erbe, das Gott gegeben hat
- Menschen ohne natürlichen Anspruch
- Ein Mittler (Mose)
- Eine göttliche Entscheidung zugunsten der Bittenden
Im Neuen Testament wird deutlich:
Der Herr Jesus hat uns ein Erbe erworben.
In Epheserbrief 1,11 heißt es:
„… in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben …“
Und in Hebräerbrief 9,15 wird Christus der „Mittler eines neuen Bundes“ genannt, „damit die Berufenen die Verheißung des ewigen Erbes empfangen“.
Wie die Töchter:
- kommen wir nicht aufgrund von Leistung,
- sondern aufgrund göttlicher Verheißung.
Christus sichert uns das Erbe.
2. Mose darf das Land nur sehen – das Gesetz bringt nicht hinein
In 4. Mose 27,12–14 sagt Gott zu Mose, dass er sterben wird und nicht in das Land kommt, wegen seines Versagens bei Meriba (vgl. 4. Mose 20).
Das ist geistlich sehr bedeutsam.
Mose steht typologisch für:
- das Gesetz
- die alte Ordnung
Das Gesetz kann:
- das Land zeigen
- die Verheißung erklären
- aber nicht hineinführen
Das wird im Neuen Testament ausgearbeitet.
In Galaterbrief 3,24 heißt es:
„Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin …“
Das Gesetz bringt bis an die Grenze – aber nicht hinein.
Hier wird Christus indirekt angekündigt, denn:
Was Mose nicht konnte, wird durch einen anderen erfüllt.
3. Josua als Vorbild auf Christus
Ab Vers 18 wird Josua eingesetzt.
Gott sagt:
„Nimm dir Josua, den Sohn Nuns, einen Mann, in dem der Geist ist…“
Beachte:
- Josua wird öffentlich vorgestellt
- Mose legt ihm die Hände auf
- Er soll das Volk hineinführen
- Er steht vor Eleasar, dem Priester
- Er führt das Volk ins verheißene Land
Der Name „Josua“ (hebr. Jehoschua) bedeutet:
„Der HERR ist Rettung“
Der Name „Jesus“ ist die griechische Form von „Josua“.
Hier wird die typologische Linie sehr klar:
| Mose | Josua | Christus |
|---|---|---|
| führt aus Ägypten | führt ins Land | führt zur ewigen Herrlichkeit |
| Gesetz | Rettung | Gnade und Wahrheit |
| darf nicht hinein | bringt hinein | vollendet die Erlösung |
Im Neuen Testament wird das ausdrücklich aufgegriffen:
In Hebräerbrief 4,8 heißt es:
„Denn wenn Josua sie in die Ruhe gebracht hätte, so würde er danach nicht von einem anderen Tag geredet haben.“
Hier zeigt sich:
Josua war nur ein Vorbild.
Die eigentliche Ruhe bringt Christus.
Der große heilsgeschichtliche Zusammenhang
- Mose 27 zeigt drei Wahrheiten über Christus:
1. Christus sichert das Erbe
Wie bei den Töchtern Zelophchads:
Das Erbe basiert auf göttlicher Verheißung.
2. Christus überwindet die Begrenzung des Gesetzes
Was Mose nicht konnte, erfüllt Christus.
3. Christus führt wirklich hinein
Nicht nur aus der Sklaverei – sondern in die Ruhe.
Geistliche Anwendung
- Mose 27 lehrt uns:
- Das Gesetz offenbart Gottes Heiligkeit.
- Es kann aber nicht zur Vollendung führen.
- Nur der „wahre Josua“ bringt ins Erbe.
Und anders als Mose:
Jesus stirbt nicht wegen eigener Schuld,
sondern freiwillig für unsere.