Der Sohn von Gilead, dem Vater des Richters Jeftah, und einer Hure. Seine Brüder verstießen ihn, und er floh ins Land Tob, wahrscheinlich nordöstlich der Landschaft Gilead. Dort sammelte er eine Schar Männer um sich und lebte von Raubzügen (Ri 11,1-3). Zu dieser Zeit hatte der Herr die Israeliten wegen ihres Götzendienstes in die Hände der Philister und Ammoniter gegeben (Ri 10,6-8). Die Ammoniter überschritten sogar den Jordan und griffen Juda, Benjamin und Ephraim an (V. [[6]]). Da schrien die Israeliten zum Herrn und bekannten ihre Sünde, und Gott ließ sich erbitten (V. 10-16). Das israelitische Heer hatte sich in Mizpa gesammelt, besaß jedoch keinen Anführer. Darum baten die Ältesten von Gilead Jeftah, die Führung zu übernehmen (Ri 10,17f; 11,4-11). Dieser wies zunächst die Ansprüche der Ammoniter auf das Ostjordanland zurück: Israel hatte diese Gebiete nicht den Ammonitern, sondern dem Amoriter Sihon abgenommen und wohnte nun schon 300 Jahre dort (V. 12-28). Doch der Kampf war unvermeidlich. Jeftah erbat sich vom Herrn durch ein Gelübde den Sieg und schlug die Ammoniter (V. 30-33). Er besiegte auch die Ephraimiter, die dem Stamm Manasse die Ehre des Sieges nicht gönnten und unter Drohungen über den Jordan gekommen waren (Ri 12,1-6). Jeftah richtete Israel sechs Jahre, bis zu seinem Tode (V. [[2]]). 

Eine nicht eindeutig geklärte Frage bildet Jeftahs Gelübde. Er hatte gelobt, dem Herrn als Brandopfer darzubringen, was – das hebräische Wort kann auch wer bedeuten – ihm bei siegreicher Rückkehr aus seinem Haus zuerst entgegenginge (Ri 11,30.31). Dies war dann seine einzige Tochter. Nachdem er ihr zwei Monate Frist gegeben hatte, ihre Jungfrauschaft zu beweinen, tat er ihr, wie er gelobt hatte (V. 39). Das scheint in Verbindung mit Jeftahs Schmerz (V. 35) auf ein wirklich vollzogenes Brandopfer hinzuweisen.
Anderseits lässt das israelitische Gesetz keinen Raum für Menschenopfer; es enthält sogar ausdrückliche Vorschriften über das Auslösen von Menschen, die dem Herrn gelobt wurden (3Mo 27,1-8). Man hat daher gemeint, dass Jeftah, der in 1. Samuel 12,11 und Hebr 11,32 ehrend genannt wird, die buchstäbliche Erfüllung des Gelübdes habe umgehen können. Auch hat man daran gedacht, dass ein eheloses, zurückgezogenes Leben (vgl. Ri 11,39) ebenso völlige Hingabe an den Herrn bedeutet haben könnte wie ein Brandopfer. Doch ist diese Möglichkeit der Auslegung eher unwahrscheinlich.

Der Name Jeftah heißt übersetzt Er (Gott) möge lösen, befreien, öffnen.

Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist