hießen gleich zwei Könige von Israel. Übersetzt bedeutet der Name Es mehre sich das Volk.
- Jerobeam ist ein Ephraimiter aus Zereda. Sein Vater Nebat starb früh, sodass seine Mutter Zerua eine Witwe ist. Jerobeam war einer der Beamten Salomos (1. Kö 11,[[[[6]]]]). Beim Bau des sogenannten Millo, vermutlich einer Befestigungsanlage, bemerkt Salomo, dass er tüchtig ist und überträgt ihm die Leitung aller Fronarbeiten des Hauses Josef. Als Jerobeam eines Tages Jerusalem verlässt, begegnet ihm der Prophet Ahija von Silo. Ahija hat einen neuen Mantel an, den er in zwölf Stücke zerreißt und zehn davon Jerobeam gibt. Dies soll Gottes Plan symbolisieren, ihm zehn Stämme zu überlassen und nicht Salomos Nachfolgern, als Strafe dafür, dass Salomo fremden Göttern gedient hatte. Daraufhin will Salomo Jerobeam umbringen, und dieser flieht nach Ägypten, wo er so lange bleibt, bis Salomo gestorben ist (1. Kö 11). Danach wird sein Sohn Rehabeam neuer König, fällt aber bei dem Volk in Ungnade: Als das Volk unter Leitung von Jerobeam ihn bittet, weniger streng als sein Vater zu regieren, hat er nur eine ablehnende Antwort übrig. Daraufhin wenden sich alle Stämme außer Juda und Benjamin von ihm ab und sprechen daraufhin Jerobeam die Herrschaft zu, der von 926-907 v.Chr. König über Israel ist. Er residiert nacheinander in Sichem, Pnuël im Ostjordanland und in Tirza (1. Kö 12,[[3]]; 14,17). Aber sein Selbstbewusstsein und vor allem sein Vertrauen in Gottes Versprechen ist nicht besonders groß. Weil das Volk in Jerusalem Opfer bringt, glaubt er, dass es sich von ihm ab- und wieder Rehabeam zuwenden würde. So stellt er sicherheitshalber zwei goldene Kälber in Bethel und Dan auf, damit das Volk dort opfern kann, und stellt aus allen Volksschichten Priester an, die nicht zu den Söhnen Levi gehörten. Außerdem verlegt er das Laubhüttenfest vom 15. Etanim oder Tischri (Sept./Okt.) auf den 15. des folgenden Monats, Bul oder Marcheschwan (Okt./Nov.), und opfert auf dem Altar in Bethel. Weder die Gerichtsdrohung durch einen ungenannten Propheten aus Juda (1Kön 13) noch Krankheit und Tod seines Sohnes Abija (2Kön 14,1-18) bringen ihn zur Umkehr, wie ausdrücklich festgestellt wird (1. Kön 13,33). Dieses Beharren auf dem eigenen Weg wird dem Haus Jerobeams zur Sünde und führt zu seiner völligen Vernichtung (V. 34, 1Kön 15,29f), die der Prophet Ahija vorausgesagt hatte (1Kön 14,10f). Rehabeams Sohn Abija erringt einen entscheidenden Sieg über Jerobeam, dessen Macht nun gebrochen ist (2. Chr 13,1-20).
- Der zweite Jerobeam ist der Sohn des Königs Joasch von Israel, der um 797 v.Chr. als Mitregent auf den Thronkommt und nach dem Tod seines Vaters 787-747 v.Chr. allein herrscht. Unter seiner Regierung erlebt das Zehnstämmereich seine größte Blütezeit. Er erobert das Gebiet Israels zurück, von Hamat an bis zum Toten Meer, wie
es der Prophet Jona vorhergesagt hatte (2. Kö 14,25). Und doch hat sein Werk – das möglich wurde, weil Damaskus durch die Einfälle der Assyrer geschwächt war – bei allem äußeren Erfolg keine bleibende Bedeutung gewonnen.
Verhältnismäßig bald schon nach seinem Tod geht das Nordreich zugrunde. Gerade unter seiner Herrschaft aber zeichnet sich ein religiöser und sittlicher Verfall des Volkes auf breiter Basis ab. Die Zustände, die wir durch die Propheten Amos und Hosea kennenlernen, schreien zum Himmel. So ist denn auch das Urteil der Bibel eindeutig: Jerobeam tat, was dem Herrn missfiel« (2Kön 14,24).
Das Bild von Luxus, Reichtum und Prachtentfaltung zur Zeit Jerobeams II., das Amos und Hosea zeichnen, ist durch die Ausgrabungen in Samaria bestätigt worden. Auch das in Megiddo gefundene Siegel – ein geschnittener Jaspis mit dem künstlerisch hervorragenden Bild eines Löwen und der Inschrift: Sema, Diener Jerobeams – gehört in diese Zeit.