ist eine Kurzform für: Der Herr ist Hilfe, Rettung und bezeichnet vier Männer im Alten Testament.
- Einer der Männer, die Mose aus der Wüste Paran nach Kanaan aussendet, um es auszukundschaften. Er ist das Haupt vom Stamm Ephraim und ein Sohn von Nun. Mose nennt ihn dort Josua, und später ist er der bekannte Feldherr (4. Mo 13,8.16).
- Ein Sohn von Asasja und unter David der Fürst des Stammes Ephraim (1. Chr 27,20).
- Der Sohn Elas, der letzte König des israelitischen Nordreiches (2. Kö 15,30; 17,1-6; 18,9-12). Er regierte 732-723 v. Chr. und kam auf dem Weg einer Verschwörung gegen Pekach, den Sohn Remaljas, den er tötete, auf den Thron. König Tiglat-Pileser III. von Assyrien berichtet darüber: Pakahah, ihren König, brachten sie zu Fall; Ausi setzte ich über sie ein. Die Erhebung Hoscheas fand also die Zustimmung des Assyrerkönigs. Das von den Assyrern eroberte Gebiet in Galiläa und im Ostjordanland (1. Chr 5,26) aber blieb verloren, Israel war nun auf Samaria und Ephraim beschränkt.
2. Könige 17,2 berichtet, dass er tat, was dem Herrn missfiel, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren (2. Kö 17,2). Vielleicht hörte er auf die Propheten, etwa auf Hosea; aber das können wir nur vermuten. Nach V. 3 rückte Salmanassar V. gegen ihn heran, worauf sich Hoschea unterwarf und Tribut zahlte. Hoschea wird beim Thronwechsel in Assyrien nach dem Tod Tiglat-Pilesers (727 v.Chr.) einen Versuch gemacht haben, durch die Verweigerung weiterer Tributzahlung seine Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Als Salmanassar aber König Luli von Tyrus und Sidon angriff, der am tatkräftigsten Widerstand leistete, ergab sich auch Hoschea. Bald darauf suchte er von Neuem seine Lage durch Verhandlungen mit Ägypten zu verbessern und unterließ zugleich die jährliche Tributleistung an Assyrien. Das führte zu seiner Gefangennahme durch Salmanassar und zum Fall Samarias nach dreijähriger Belagerung. Israel wanderte in die Verbannung (V. 4-6). Von Hoscheas weiterem Schicksal hören wir nichts mehr. Die Eroberung Samarias fiel in das neunte Regierungsjahr Hoscheas (722 v.Chr.) und erfolgte demnach mindestens ein Dreivierteljahr vor dem Tode Salmanassars. Zwar rühmt sich dessen Nachfolger Sargon später dieses Sieges; aber das ist wenig beweiskräftig, zumal die Bibel Sargon in diesem Zusammenhang nicht erwähnt. - Ein Israelit, der unter Nehemia den Bund unterzeichnete, in dem das Volk sich verpflichtete, Gott zu dienen und zu gehorchen, nachdem es aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war (Neh 10,24).
- ist einer der sogenannten kleinen Propheten und der Sohn von Beeri. In dem alttestamentlichen Buch, das seinen Namen trägt, sind uns die Prophetensprüche Hoseas bewahrt. Er ist ein Einwohner des Nordreiches; zu welchem der 10 Stämme er gehört, wissen wir nicht. Nach Hos 1,1 wirkte er in der Regierungszeit Jerobeams II. von Israel und der judäischen Könige Usija, Jotam, Ahas und Hiskia. Er tritt später auf als Amos und etwa gleichzeitig mit Jesaja und Micha in Jerusalem; sein Wirken erstreckt sich von der letzten Zeit der Herrschaft Jerobeams bis über den Untergang des Nordreiches hinaus. Diese Jahre waren eine Zeit grenzenloser Verwirrung. Schnelle Regierungswechsel folgten aufeinander, und Israel verbündete sich mal mit Ägypten, mal mit Assyrien und suchte dann wieder bei Damaskus Hilfe gegen Assur. Trotz allem Zwiespalt zwischen Juda und Israel, Jerusalem und Samaria, hatten sie eins gemeinsam: Beide brachen dem Herrn immer wieder die Treue und erwarteten mehr von Assyrien oder Ägypten als von Gott. Hosea empfindet das als Israelit besonders schmerzlich im Bereich der 10 Stämme. Überall erblickt er Treulosigkeit: Götzenanbetung beim Gottesdienst (Hos 8,5.6) und in der Außenpolitik die Bündnisse mit fremden Reichen (Hos 5,13). Es gibt kaum einen Propheten, der uns so vor Gottes Zorn erschrecken lässt wie Hosea, wie z.B. in Hos 5,14: Ich will Feuer in seine Städte senden, das soll seine Paläste verzehren. Daneben zeigt er aber genauso auch die lockende Liebe des Herrn: Ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit (Hos 2,16.21 und Hos 14). Ungewöhnlich an dem Bericht über Hoseas Wirken ist die Art und Weise, in der Gott durch Hoseas Leben seine prophetische Botschaft verkündigt. Hosea soll nicht nur predigen, sondern die Hure Gomer heiraten und mit ihr Kinder haben. Es wird eine Parallele gezogen zwischen seiner Ehe und der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk und so Israels Untreue gegenüber Gott zeichenhaft verdeutlicht. Aus der Ehe gehen zwei Söhne und eine Tochter hervor, deren sinnbildliche Namen Gott Hosea vorschreibt. Der älteste Sohn erhält im Zusammenhang mit der Blutschuld von Jehus Haus den Namen Jesreel. Dann wird eine Tochter geboren und Lo Ruhama = Nicht-Begnadigte genannt: Denn, sagt der Herr, ich will mich nicht mehr über das Haus Israel erbarmen. Den zweiten Sohn muss Hosea Lo-Ammi = »Nicht-mein-Volk« nennen. Hosea 2 umfasst die Klage des Herrn über die Untreue seines Volkes. Nach der Gerichtsdrohung jedoch endet sie mit einer Gnadenverheißung. In Hos 3,1 empfängt der Prophet die Weisung: »Geh noch einmal hin und wirb um eine buhlerische und ehebrecherische Frau, wie denn der Herr um die Israeliten wirbt, obgleich sie sich zu fremden Göttern kehren.« Auch hier könnte Gomer gemeint sein. Sie war Hosea fortgelaufen und wurde von ihm aus der Sklaverei freigekauft, muss nun aber zur Strafe
völlig zurückgezogen leben. Ebenso werden die Israeliten nun lange Zeit ohne König und Obere, ohne Opfer und Steinmal, ohne Efod und Hausgott, die Zeichen ihres Götzendienstes, sein, bis sie am Ende zum Herrn umkehren. Denn nach der Gefangenschaft, in ferner Zukunft, soll es doch noch Heil für Israel geben.
Der zweite Teil des Buches (Hos 4-14) enthält die Prophetensprüche Hoseas aus verschiedenen Zeiten seines Wirkens, in denen er Israel und den Führern des Volkes wegen ihres Götzendienstes und der politischen und sozialen Missstände das Gericht ankündigt. Am Schluss steht jedoch wieder die Heilszusage, die Verkündigung der grenzenlosen Barmherzigkeit Gottes (Hos 11,8.9; 14,2-10).