ist ein Enkel von Abraham und neben diesem der eigentliche Stammvater Israels, da die Nachkommen seiner Söhne die zwölf Stämme Israels bilden. Den ausführlichen Bericht über sein Leben finden wir in 1. Mose 25-50.
Jakobs Jugend
Jakob und sein Zwillingsbruder Esau sind die Söhne von Rebekka und Isaak. Schon als Rebekka schwanger ist, erfährt sie, dass der Ältere einmal dem Jüngeren dienen wird, und so ist der jüngere Jakob ihr Lieblingssohn (1. Mo
25,23; vgl. Mal 1,2.3; Röm 9,10-13). Esau wird Jäger, und Jakob bleibt bei den Zelten. Als Esau eines Tages hungrig von der Jagd zurückkehrt, bietet Jakob ihm einen Tausch an, in den er dankbar einwilligt: ein Linsengericht mit Brot gegen das Erstgeburtsrecht. Doch damit ist noch nicht alles gewonnen. Wichtiger ist der Erstgeburtssegen, den Isaak erteilt, als er alt geworden ist. Mit zunehmendem Alter hat auch seine Sehkraft nachgelassen, und das begünstigt eine Täuschung, die Rebekka und Jakob einfädeln. Als Isaak Esau zu sich ruft und ihn bittet, ein Tier zu jagen und es zuzubereiten, handelt sie schnell. Während Esau unterwegs ist, kommt sie ihm zuvor, bereitet selbst ein Mahl und schickt Jakob damit zu Isaak. Zunächst ist Isaak skeptisch, doch dann lässt er sich überzeugen und spricht den Segen über Jakob. Als Esau später dazukommt, kann Isaak über ihm nur noch einen unbedeutenderen Segen sprechen. Esau ist wütend und droht damit, seinen Bruder umzubringen. Rebekka ergreift eine Vorsichtsmaßnahme und schickt Jakob zu ihrem Bruder Laban nach Haran unter dem Vorwand, dass er sich dort eine Frau suchen soll.
Auf dem Weg von Beerscheba nach Haran übernachtet er in Bethel und hat dort einen Traum: Er sieht eine Leiter, die von der Erde bis zum Himmel reicht und auf der Engel auf- und absteigen. Oben kann er den Herrn erkennen, der ihm das Land und eine große Nachkommenschaft verspricht. Jakob richtet den Stein, auf dem er gelegen hat, zu einem Steinmal auf, gießt Öl darüber und nennt den Ort Bethel. Dann gelobt er: Der Herr soll sein Gott sein, wenn er ihm Speise und Kleidung unterwegs und sichere Rückkehr gibt (1. Mo 28).
Jakob in der Fremde
Bei Laban angekommen, verliebt er sich sofort in dessen Tochter Rahel und einigt sich mit Laban darauf, dass er sieben Jahre für ihn arbeiten soll, bevor er Rahel heiraten darf. Doch Laban hält sich nicht an die Vereinbarung: Als das Hochzeitsfest ansteht, gibt ihm Laban seine ältere Tochter Lea, und für Rahel muss Jakob weitere sieben Jahre dienen. Elf Söhne und eine Tochter werden ihm geboren, und er wird sehr reich an Vieh (1Mo 29-30). Laban ist ihm nun nicht mehr freundlich gesinnt, und so zieht Jakob sicherheitshalber mit seinen Frauen und seinem Vieh fort, ohne sich zu verabschieden. Laban holt ihn dennoch ein, aber Gott sagt ihm ausdrücklich, dass er nur freundlich mit Jakob reden darf.
So bedauert er nur Jakobs überstürzten Aufbruch und fragt ihn nach seinem Hausgott, den er vermisst. Jakob hat keine Ahnung, dass Rahel ihn eingesteckt hat, und lässt Laban alles durchsuchen. Rahel versteckt den Hausgott unter dem Kamelsattel, setzt sich drauf und gibt vor, dass sie ihre Monatsblutung hat und nicht aufstehen kann, sodass Laban nicht fündig wird. Als Jakob sich beschwert, dass Laban alles durchsucht, obwohl er keinen Grund hat, ihm zu misstrauen, schließen die beiden einen Bund, indem sie einen Steinhaufen errichten und sich Frieden versprechen (1. Mo 31).
Jakobs Rückkehr
Verständlicherweise überfällt Jakob die Furcht vor Esau, als er seiner Heimat näher kommt, und er schickt Boten aus. Als sie ihm mitteilen, dass Esau ihm mit 400 Mann entgegenzieht, teilt er sein Vieh in zwei Lager, um zumindest das eine zu retten, wenn das andere überfallen wird, und schickt Esau großzügige Geschenke. In der Nacht begegnet ihm ein Mann, mit dem er kämpft, bis die Morgenröte anbricht und er sich die Hüfte verrenkt. Als der Mann gehen will, antwortet Jakob ihm: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Der Mann gibt ihm einen neuen Namen, Israel, und erklärtihm, dass er mit Gott gekämpft habe, und segnet ihn (1. Mo 32). Esau tritt ihm überraschend freundlich entgegen, und die Brüder versöhnen sich.
Trotzdem zieht Jakob nicht, wie er zugesagt hatte, nach Seïr, sondern lagert bei Sichem (1. Mo 33). Dort wird seine Tochter Dina vom Stadtfürsten vergewaltigt. Jakobs Söhne Simeon und Levi töten die Einwohner der Stadt. Nun macht sich Jakob nach dem Befehl Gottes nach Bethel auf. Die Götzenbilder und Ohrringe seiner Familie und seiner Leute lässt er unter einer Eiche bei Sichem vergraben. In Bethel angekommen, errichtet er einen Altar.
Gott erscheint ihm noch einmal, bestätigt seinen neuen Namen Israel und die Verheißung des Landes. Jakob richtet einen Gedenkstein auf an der Stelle, wo Gott mit ihm gesprochen hatte, gießt Trankopfer und Öl darauf und erneuert die frühere Namensgebung. Nachdem Jakob von Bethel aufgebrochen ist, stirbt Rahel bei der Geburt Benjamins und wird am Weg nach Efrata, d.h. Bethlehem, begraben (1. Mo 35).
Auch Rahels Sohn Josef wird ihm genommen: Weil seine Brüder ihn um einen bunten Mantel und seine herausgehobene Stellung in der Familie beneiden, verkaufen sie ihn als Sklave nach Ägypten. Doch Josef erlebt eine steile Karriere und wird schließlich in ein einflussreiches Amt berufen und untersteht nur noch dem Pharao. Als seine Brüder wegen einer Hungersnot nach Ägypten kommen, um Getreide zu kaufen, erkennt Josef sie wieder und
holt Jakob und seine ganze Familie nach Ägypten (1. Mo 37-46).
Umzug nach Ägypten
Als Jakob im Land Goschen ankommt, fällt Josef ihm um den Hals und bringt ihn zum Pharao. Jakob segnet ihn und lebt noch 17 Jahre in Ägypten. Kurz bevor er stirbt, äußert er den Wunsch, nicht in Ägypten, sondern in seiner Heimat begraben zu werden (1Mo 47). Vor seinem Tod segnet er Josefs Söhne Ephraim und Manasse und sagt seinen eigenen zwölf Söhnen voraus, was ihnen in Zukunft begegnen werde (1Mo 48;49). Wie schon Abraham, Sara, Isaak, Rebekka und Lea wird er in der Höhle Machpela in Kanaan begraben, und siebzig Tage lang beweinen die Ägypter seinen Tod (1. Mo 50).
Namensbedeutung
Der hebräische Name Jaakhob hängt mit dem Wortstamm qb zusammen, von dem sowohl aqeb = Ferse wie das Zeitwort aqab = betrügen, hintergehen abgeleitet sind. Deshalb werden als Bedeutungen angenommen: Er hält die Ferse fest als Anspielung darauf, dass er bei der Geburt Esaus Ferse ergreift und »Er betrügt« (vgl. 1. Mo 25,26; 27,36; Hos 12,4).