war der große Führer und Gesetzgeber, den Gott gebrauchte, um die Hebräer aus Ägypten herauszuführen. Durch ihn wurde das Volk Israel zu einer Nation. Er führte es bis an die Grenze des Landes, das Gott den Vorvätern zugesichert hatte.

Wortbedeutung

Im Ägyptischen bedeutet der Name wohl Kind, Sohn, und es könnte gemeint sein: Sohn eines unbekannten Vaters. Andere vermuten in Mose eine Abkürzung von Ramses = Sohn des (Gottes) Re. Es ist auch möglich, dass der Name hebräischen Ursprungs ist und die Bedeutung hat: »der, der herauszieht«. Über diese Frage wurde viel diskutiert; einigen konnte man sich bisher nicht.

Herkunft

Mose ist der Sohn von Amram und Jochebed. Er stammt von Kehat, dem Sohn Levis, ab. Seine ältere Schwester ist Mirjam, sein älterer Bruder Aaron (2. Mo 6,16.18.20). Er wurde in der Zeit geboren, als der Pharao befohlen hatte, alle hebräischen Jungen in den Nil zu werfen (2. Mo 1,[[3]]). Nachdem ihn seine Mutter drei Monate versteckt gehalten hatte, setzte sie ihn schließlich in einem Rohrkästchen in das Schilf am Ufer des Nils. Dort fand ihn die Tochter des Pharao und übergab ihn einer hebräischen Amme, ohne zu ahnen, dass diese Frau seine Mutter war. Als Jochebed ihn nach 1-3 Jahren der Tochter des Pharao zurückbrachte, nannte eine der beiden Frauen ihn Mose (1. Mo 2,1-10).

Historizität des Mose

Mose steht am Beginn der Volksgeschichte Israels. Die Berichte über sein Leben finden wir vor allem im 2. bis 5. Buch Mose. Daran, dass Mose wirklich gelebt hat, zweifelt man heute kaum mehr. Sein ägyptischer Name und die Sklaverei des Volkes am Beginn seiner nationalen Geschichte sind Dinge, die sich nur als historische Tatsachen erklären lassen. Es gibt keinen Grund, Mose als mythische Figur anzusehen; ohne ihn ist der Beginn der israelitischen Geschichte nicht zu begreifen. Seine Persönlichkeit, seine Charakterstärke und seine Rolle als Mittler göttlichen Willens haben Israel und seinen Glauben unverwechselbar geprägt. Wenn man dennoch vielfach kein zusammenhängendes Bild von seinem Leben und Wesen zu zeichnen wagt, so liegt das daran, dass man den Wert der Mosebücher als Geschichtsquelle weithin zu niedrig veranschlagt. Man rechnet mit einer Zusammenstellung der Texte viele Jahrhunderte nach Moses Tod, wobei die geschichtlichen Tatsachen durch die mündliche Überlieferung weitgehend entstellt worden seien. Nach dem, was wir heute vom Schriftwesen der Zeit schon lange vor Mose wissen, lassen sich gegen solche Theorien jedoch gewichtige Gegengründe anführen.

Kindheit, Jugend und Ehe

Als Sohn der Tochter des Pharao (Hebr 11,24) wird Mose in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet (Apg 7,22); er lernt die religiöse und juristische Überlieferung des alten Orients kennen. Vielleicht hat er sich auch im diplomatischen Dienst Ägyptens ausgezeichnet. Trotz dieser Ausbildung scheitert er zunächst, als er sich mit 40 Jahren auf die Seite seines Volkes stellt und dabei einen Ägypter erschlägt. Er muss fliehen und findet Zuflucht in Midian, wo er Zippora, die Tochter des Priesters Reguël oder Jitro, heiratet (2. Mo 2,11-22). Hier lebt er 40 Jahre unter einem Volk, das ebenfalls von Abraham abstammte (1. Mo 25,2) und vielleicht auch den Gott Abrahams verehrte (vgl. 2. Mo 18,10-12). In dem Namen seines ersten Sohnes Gerschom drückt Mose noch das Gefühl aus, »Fremdling« zu sein; als ihm der zweite Sohn Eliëser geschenkt wird, weiß er, dass sein »Gott Hilfe« ist (2. Mo 18,3.4). In Midian verbringt Mose in der Gemeinschaft mit Jitro Jahre inneren Reifens. Danach beruft ihn Gott zur Befreiung seines Volkes (2. Mo 2,23-4,17). Der Herr offenbart sich ihm aus dem brennenden Dornbusch mit seinem Namen Jahwe = »Ich bin da« oder »Ich bin, der ich bin«. Noch muss Gott viele Widerstände bei Mose überwinden und ihm schließlich seinen Bruder Aaron als Sprecher zuordnen, ehe er bereit ist, den Auftrag des Herrn auszuführen.

Auszug aus Ägypten

Gemeinsam treten Mose und Aaron vor die Ältesten der Israeliten (2. Mo 4,28-31) und dann vor den Pharao, um dieRückkehr ins verheißene Land zu erwirken (2. Mo 5ff). Durch die 10 Plagen überwindet Gott den Widerstand des Pharao, der immer wieder von seinem Entschluss abrückt und die gegebene Erlaubnis zum Auszug der Israeliten zurücknimmt. Im Durchzug durch das Schilfmeer und in der Vernichtung des ägyptischen Heeres vollendet sich der Sieg Gottes, den die Einsetzung des Passafestes zusichert und das Lied des Mose und der Mirjam feiert (2. Mo 15,1-21).Der Weg Israels führt in die Wüste hinein. Jetzt zeigt sich die Geduld Moses, seine Treue und sein Glaube, seine Liebe zu seinem Volk. Immer wieder begehrt das Volk auf, murrt und empört sich; schon bei Mara (2. Mo 15,23.24), dann in der Wüste Sin und wieder bei Massa und Meriba (2. Mo 16; 17,1-7). Doch Wunder folgt auf Wunder: Gott versorgt das Volk mit Wachteln, Manna und Wasser aus dem Felsen. Nach dem Sieg über Amalek (V. 8ff) trifft Jitro mit Moses Familie, die dieser inzwischen zurückgeschickt hatte, im Lager ein und berät Mose, wie er die Rechtsprechung in
Zukunft am besten handhabt (2. Mo 18).

Gesetzempfang

Der Herr erscheint auf dem Sinai, und Mose empfängt als Mittler die 10 Gebote, übergibt das Bundesbuch und schließt gemeinsam mit den Ältesten Israels den feierlichen Bund zwischen Gott und seinem Volk (2. Mo 19; 20; 24). Danach steigt er wieder auf den Berg und bleibt dort 40 Tage und Nächte. In dieser Zeit erhält er die Vorschriften über das heilige Zelt, die sogenannte Stiftshütte, und den Gottesdienst (2. Mo 25-31). Die beiden Steintafeln mit den 10 Geboten bringt er mit vom Berg herab. Inzwischen aber haben die Israeliten Aaron gedrängt, ein goldenes Stierbild anzufertigen, vor dem sie opfern. Mose zerbricht im Zorn die Gesetzestafeln, wie das Volk den Bund gebrochen hat, und hält hartes Gericht. Aber dann tritt er vor Gott für das Volk ein und erwirkt, dass der Herr es nicht verlassen will (2. Mo 32; 33). Gott erneuert die Gesetzestafeln, und Mose bleibt noch einmal 40 Tage und Nächte auf dem Berg. Als er wieder zum Volk kommt, strahlt sein Gesicht, und jedes Mal, nachdem er zu den Israeliten geredet hat, legt er einen Schleier über sein Gesicht, bis er wieder vor Gott tritt (2. Mo 34; 2. Kor 3,7-18). Die Stiftshütte wird aufgerichtet (2. Mo 35-40), Mose empfängt die Opfervorschriften und weiht Aaron und seine Söhne zu Priestern (3. Mo 8).

Weitere Ereignisse des Wüstenzuges

Im zweiten Jahr des Zuges durch die Wüste lehnen sich Mirjam und Aaron wegen der kuschitischen Frau, die er genommen hatte, gegen Mose auf. Sie wollen seine einzigartige Stellung antasten (4. Mo 12,2). Aber Gott bezeugt: Von Mund zu Mund rede ich mit ihm, nicht durch dunkle Worte oder Gleichnisse, und er sieht den Herrn in seiner Gestalt« (V. 8). Daraufhin wird Mirjam aussätzig und erst durch Moses Fürbitte wieder geheilt. Unter der kuschitischen Frau des Mose haben wir wohl Zippora und keine zweite Frau zu verstehen (vgl. die Namen in 1. Mo 10,6-8, die z.T. nach Arabien weisen). Als danach die Kundschafter, die zur Erkundung Kanaans ausgesandt worden waren, nach Kadesch zurückkehren und ihr Bericht das Volk in Aufruhr bringt, ist es Mose, der durch sein Eintreten für das Volk verhindert, dass Gott es ausrottet (4. Mo 13.14). Wieder schlägt er dabei, wie schon am Sinai, das Angebot aus, dass der Herr ihn zu einem noch mächtigeren Volk machen will (4. Mo 14,12; vgl. 2. Mo 32,10). Auch beim folgenden Aufstand von Korach, Datan und Abiram gelingt es Mose und Aaron noch, das Schlimmste vom Volk abzuwenden (4. Mo 16).
Dann aber versündigen sie sich selber, als Mose bei Kadesch statt zum Felsen nur zu reden, mit dem Stab dagegenschlägt, um Wasser hervorströmen zu lassen (4. Mo 20). Dieser Ungehorsam gegen das Wort des Herrn kostet sie das Betreten des verheißenen Landes. Doch bleibt Mose weiter der Führer und Mittler seines Volkes. Er leitet Israel ins Ostjordanland, überträgt das Amt des Hohen Priesters von Aaron auf seinen Sohn Eleasar (4. Mo 20,23-29) und errichtet die eherne Schlange als Zeichen der Rettung unter göttlichem Gericht (4. Mo 21,6-9). Das Strafgericht an den Midianitern, die sich mit Moab gegen Israel verbündet hatten, wird ebenfalls noch von Mose vollzogen (4. Mo 31).

Tod des Mose

Das 5. Buch Mose enthält seine Abschiedsreden an das Volk, die er im Lager in Schittim, östlich vom Jordan, gehalten hatte. Er setzte Josua zu seinem Nachfolger ein, übergab den Israeliten sein Lied und seinen Segen (5. Mo 32.33) und starb, 120 Jahre alt, ohne dass sein Augenlicht nachgelassen hatte oder seine Kraft gewichen war. Vorher zeigte ihm der Herr das verheißene Land vom Gipfel des Nebo. Gott selber begrub ihn im Tal. 30 Tage lang trauerte das Volk um seinen Führer, Mittler, Propheten, Gesetzgeber und Geschichtsschreiber (5. Mo 34).

Verfasserschaft der Mosebücher

In der heutigen Zeit gehen die Meinungen über die Verfasserschaft der Mosebücher weit auseinander. Manche Ausleger schreiben Mose die Urheberschaft an jedem einzelnen Buchstaben zu, andere bestreiten selbst seine Existenz. In einer Reihe von Stellen der Mosebücher wird ausdrücklich auf die schriftstellerische Tätigkeit des Mose Bezug genommen. Er zeichnete die Stationen des Wüstenzuges auf (4. Mo 33,2) und verfasste den Bericht über die Amalekiterschlacht (2. Mo 17,14). Die Niederschrift der Gesetze (2. Mo 24,4.7) übergab er am Ende seines Lebens den Leviten (5. Mo 31,24-26). Wenn man seine Ausbildung in Ägypten berücksichtigt, so erscheint es keineswegs ausgeschlossen, dass die Darstellung der Welt- und Heilsgeschichte in den Büchern, die seinen Namen tragen, von ihm stammt, wohingegen er im ersten Buch offensichtlich ältere Quellen benutzt hat. Auch Dichtungen sind unter seinem Namen erhalten: das Lied nach dem Durchzug durchs Schilfmeer (2. Mo 15), das Lied und der Segen vomEnde seines Lebens (5. Mo 32-33) und der 90. Psalm.

Charakter des Mose

Als Gesetzgeber übermittelte Mose dem Volk Israel die Gottesordnungen für sein Alltagsleben und seinen Gottesdienst, als Prophet kündigte er ihm das zukünftige Schicksal je nach seinem Gehorsam oder Ungehorsam an. Als Volksführer und oberster Richter wachte Mose darüber, dass Israel auch in Gottes Ordnungen lebte. Dabei trat er immer wieder stellvertretend zwischen die ungehorsamen Israeliten und den Zorn Gottes. Lieber will er sich für sein Volk opfern, als auf dessen Kosten Stammvater einer neuen Nation zu werden (2Mo 32,32). Sein Wirken ist vom Priesterlichen und Prophetischen her bestimmt. In Geduld und Liebe ist er um sein Volk bemüht und erhält die Beurteilung: Aber Mose war ein sehr demütiger Mensch, mehr als alle Menschen auf Erden (4. Mo 12,3). Er war ein Beter, mit dem Gott wie ein Freund mit seinem Freunde redete (2. Mo 33,11), und in der Vollmacht des Herrn behauptete er sich sowohl gegen die Macht des Pharao als auch gegen das Aufbegehren der unzufriedenen Stämme. Nachdem Gott ihn durch 80 Jahre hindurch erzogen und gelehrt hatte, konnte durch seinen Dienst, in dem er nichts mehr für sich selber suchte, aus der Vielzahl der Nachkommen Abrahams und Jakobs die neue Einheit des Gottesvolkes werden. 

Im Neuen Testament aber steht Mose als Vertreter des alttestamentlichen Gesetzes dem Evangelium, der frohen Botschaft Jesu Christi gegenüber (Joh 1,17), und die Herrlichkeit des Sohnes überstrahlt die des Mose (Hebr 3,5.6).

Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist