Drei Personen tragen diesen Namen im Alten Testament, von denen jedoch der Richter und Prophet, dessen Leben im gleichnamigen alttestamentliche Buch beschrieben wird, bei weitem am wichtigsten und bekanntesten ist. Nach 1. Samuel
1,20 bedeutet der Name erbeten von Gott.

  1. Lange Zeit hatten Elkana und Hanna keine Kinder bekommen, und besonders Hanna war deswegen sehr verzweifelt. Eines Tages versprach sie Gott im Tempel vor dem Priester Eli, dass sie ihren Sohn Gott weihen würde, wenn sie schwanger würde. Und Gott erhörte ihre Bitte: Sie bekam einen Sohn und brachte ihn in den Tempel nach Silo, als sie ihn entwöhnt hatte. Dort wuchs Samuel auf, wurde von seinen Eltern versorgt, von Eli erzogen und diente Gott (1. Sam 1). Da Elis Söhne sich habgierig und gottlos verhielten, kündigte Gott Eli an, dass seine Familie nicht weiter bestehen sollte, sondern dass ein anderer Priester kommen würde (1. Sam 2). Eines Nachts, als Samuel im Tempel schlief, in der Nähe der Bundeslade, hörte er seinen Namen. Eilig sprang er auf und fragte Eli, was los sei. Ich habe dich nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen, antwortete Eli und Samuel gehorchte. Aber später hörte Samuel ein zweites Mal seinen Namen, und als er zu Eli lief, schickte der ihn erneut zurück. Erst als Samuel ein drittes Mal vor Eli stand und behauptete, seinen Namen gehört zu haben, wurde Eli klar, dass Gott gerufen hatte, und der alte Priester gab Samuel Anweisung, Gott zuzuhören. »Rede, denn dein Knecht hört«, sagte Samuel dann auch gehorsam, als Gott ihn erneut anrief. Jetzt kündigte Gott auch Samuel an, dass Elis Familie nicht länger bestehen werde. Und je mehr Samuel heranwuchs, desto deutlicher wurde, dass Gott mit ihm war und ihn zum Propheten berufen hatte (1. Sam 3). In dieser Zeit kam es zu schweren Kämpfen mit den Philistern, die nicht nur den vorübergehenden Verlust der Bundeslade mit sich brachten: Neben vielen anderen Israeliten wurden auch Elis Söhne getötet. Als der inzwischen hochbetagte Eli davon erfuhr, starb auch er. Vielleicht durch die Philisterkriege verlagerte Samuel seinen Wohnsitz nach Rama, von wo aus er die Aufgaben der Richter Israels fortführte (1. Sam 7). Samuel spielte schließlich eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des israelitischen Königtums: Alt geworden hatte er seine Söhne als Richter eingesetzt, die aber bestechlich und eigennützig waren. So forderte das Volk: Deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. So setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.
    Wenn man bedenkt, dass Samuel Eli wegen des Ungehorsams seiner Söhne das Gericht anzusagen hatte und nun selbst durch das Fehlverhalten seiner Söhne den Anlaß zur Forderung nach einem König gab, liegt schon eine gewisse Tragik in der Situation. Nach alter Tradition war Jahwe der König Israels (2. Mo 15,18; 5. Mo 33,5; Ri 8,23). Darum war jene Forderung für Samuel sehr problematisch. Er befragte Gott, und dieser antwortete: »Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht mehr König über sie sein soll (...) So gehorche nun ihrer Stimme. Doch warne sie und verkünde ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird« (1Sam 8,7.9). Samuel klärte das Volk auf über die benötigten Diener des Hofes, über die jährlichen Abgaben des Volkes und über den Reichtum eines Königs. Doch das Volk beharrte auf seinem Wunsch, und entgegen seiner inneren Überzeugung, aber auf Gottes Wunsch hin, salbte er Saul zum König, der vom größten Teil des Volkes auch akzeptiert wurde (1Sam 9 und 10). Samuel trat anschließend als politische Größe in den Hintergrund und legte sein Richteramt nieder – später zeigt sich jedoch, dass Samuel seine Aufgaben als Prophet und geistliche Autorität weiterhin wahrnahm. Bei seiner Abschiedsrede bestätigte das Volk Samuel, absolut unbestechlich gewesen zu sein, und er machte dem Volk noch einmal klar, dass ein König eigentlich nicht Gottes Wille gewesen war, dass Gott sie aber nicht verstoßen würde, wenn sie ihm von ganzem Herzen dienten und sich auf ihn verließen (1. Sam 12).
    Nun aber war es Saul, der gegen Gottes Auftrag verstieß, und schon ziemlich bald kündigte Gott Samuel an, dass er Saul verworfen habe. Darüber wurde Samuel wütend, und er schrie die ganze Nacht deswegen zu Gott. Schließlich machte er sich aber doch auf, um Saul davon zu unterrichten, und salbte stattdessen im Geheimen David zum König (1. Sam 15 und 16). An Samuel wird zum ersten Mal das Leiden der Propheten unter ihrem Auftrag beschrieben: Mehrmals wird erwähnt, wie sehr Samuel trauerte, dass Saul verworfen wurde, und es scheint nicht leicht für ihn, die Unergründlichkeit von Gottes Wegen zu verstehen. Doch wenn eine Eigenschaft kennzeichnend blieb für Samuel, dann war es sein Gehorsam Gott gegenüber, in dem er zum Beispiel David zum König salbte und ihn unterstützte.
    Samuels Bedeutung wird nochmals nach seinem Tod deutlich: Zweimal wird in einem Halbvers berichtet, dass dieser in Israel Anlass zur Volkstrauer war, als er in Rama begraben wurde (1. Sam 25,1; 28,3). In Ps 99,6 und Jer 15,1 wird er
    neben Mose und Aaron genannt und gilt nach Apg 3,24 und Hebr 11,32 als erster der Propheten, deren Reihe nach ihm nicht wieder abbricht.
  2. Ein Fürst des Stammes Simeon (4Mo 34,20).
  3. Einer von Issachars Enkeln und Tolas Sohn (1Chr 7,2).

Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist