Der Name bezeichnet mehrere Männer im Alten Testament, von denen der Prophet der bekannteste ist. Sein Charakter erfüllt vollkommen, was der Name aussagt: Mein Gott ist Jahwe.
- Über den Propheten Elia wird vor allem in 1. Kö 17 bis 2. Kö 2 berichtet. Seine Lebensgeschichte liest sich als eine der spannendsten Biografien der Bibel. Elia kommt aus Tischbe in Gilead (1. Kö 17,1) und lebt und wirkt zur Zeit König Ahabs von Israel (871-852 v.Chr.). Ahab, durch seine Frau Isebel zum Baalsdienst verleitet, hatte kein Leben geführt, das Gott besonders gut gefiel: Er errichtete einen Tempel und Altar des Baal in Samaria und ein Ascherabild (1. Kö 16,31-33), ließ die Altäre des Herrn zerstören und seine Propheten ausrotten (1. Kö 19,10) und verhalf dem heidnischen Götzendienst dazu, sich in Israel durchzusetzen. Seine Antwort darauf lässt Gott durch Elia verkünden: Eine jahrelange Dürre steht bevor, die erst auf das Wort des Propheten enden soll (1. Kö 17,1). Auf Gottes Anweisung hin versteckt sich Elia am Bach Krit, einem kleinen Nebenfluss des Jordan, östlich zwischen dem See Genezareth und dem Toten
Meer. Dort findet Elia Wasser, und Raben versorgen ihn mit Brot und Fleisch, bis der Bach versiegt (1. Kö 17,2-7). Nun schickt ihn der Herr weiter nach Zarpat, auch Sarepta genannt, an der Mittelmeerküste zwischen Tyrus und Sidon zu einer Witwe, die noch einen geringen Vorrat von Mehl und Öl hat, den Gott bis zum Ende der Dürre nicht ausgehen lässt. Als ihr Sohn stirbt, erweckt ihn Elia wieder zum Leben. Im dritten Jahr der Trockenheit ist die Hungersnot in Samaria so groß geworden, dass der König selber mit seinem Hofmeister das Land durchzieht, um Futter für Maultiere und Pferde, also für die Reit- und Zugtiere der Streitwagen, zu suchen (vgl. Lk 4,25; Jak [[3]],17). Als Gott beschließt, es wieder regnen zu lassen, schickt er Elia zu Ahab und lässt alle Propheten des Baal und der Aschera auf dem BergKarmel versammeln. Elia fordert das Volk auf, sich endlich zwischen Baal und dem Herrn für den einzig wahren Gott zu entscheiden, und es kommt zu einer sehr eindrucksvollen Demonstration von Gottes Größe: Die Propheten Baals packen einen Stier auf einen Holzstoß, tanzen um ihn herum und warten darauf, dass Baal Feuer vom Himmel schickt, um das Opfer anzuzünden. Elia hat dafür nur ironische Sprüche parat: »Ruft laut! Er ist in Gedanken oder schläft vielleicht« – und zeigt ihnen dann, wer der wahre Gott ist. Aus zwölf Steinen – für jeden Stamm einen – baut er einen Altar, legt seinen Stier darauf und lässt alles noch kräftig mit Wasser übergießen. Mit den Worten »Erhöre mich, Herr, damit dies Volk erkennt, dass du, Herr, Gott bist« bittet er um Feuer und erreicht sein Ziel: Das Volk bekennt sich zu Gott, und Elia tötet die Propheten Baals, nicht als Akt der Rache oder des Fanatismus, sondern nach uraltem Recht, demzufolge auf jeder Form der Abkehr von Jahwe die Todesstrafe stand (2. Mo 22,19; 5. Mo 13,7-12). Aber Isebel ist wütend, und Elia flieht über Beerscheba hinaus in die Wüste, wo ihm der Herr in einem stillen, sanften Säuseln begegnet und aufträgt, Elisa zu seinem Nachfolger, Hasael zum künftigen König von Aram und Jehu zum künftigen König von Israel zu salben (1Kön 19). Die erste Aufgabe erledigt er, die anderen überlässt er Elisa.
Später schickt Gott ihn noch einmal zu Ahab. Ahab hatte einen Mann namens Nabot um dessen nahe des Palastes gelegenen Weinberg gebeten, aber Nabot hatte sich geweigert, ihn Ahab zu überlassen. Als Isebel davon hörte, veranlasste sie, Nabot töten zu lassen, und Ahab hinderte sie nicht daran. Er übernimmt den Weinberg und trifft dort Elia, der ihm und allen seinen Nachkommen den Tod ankündigt. Doch Gott lässt sich von Ahabs Buße erweichen und schiebt die Strafe für seinen Sohn auf. Als Ahab und Isebel sterben, wird es aber dennoch als Erfüllung dieser Ankündigung betrachtet (1. Kö 21,17-29; 22,38; 2. Kö 9,36.37). Wie für Ahab, so ist Elia auch für dessen Sohn und Schwiegersohn der Prophet, der Gottes Gericht ankündigt: Ahasja erkrankt schwer und schickt Boten, die den Baal Sebub von Ekron befragen sollen, ob er wieder gesund wird. Elia hält die Boten auf und teilt dem König mit, dass er nicht mehr gesund werden wird, weil er den Götzen befragen wollte (2. Kö 1,2-17). Den König Joram von Juda, den Sohn Joschafats und Mann der Atalja, erreicht noch lange nach dem Erdenleben Elias eine schriftliche Gerichtsweissagung des Propheten für seinen Götzendienst und den Mord an seinen Brüdern, den er inzwischen begangen hatte (2. Chr 21,1.6.12-15).
Auf dem allerletzten Weg wird Elia von Elisa von Gilgal über Bethel und Jericho bis zum Jordan, den Elia mit seinem Mantel teilen kann, und auf das andere Ufer begleitet. Sie wissen beide, ebenso wie die Prophetenjünger, um Elias bevorstehende Entrückung. Elia stellt seinem Nachfolger noch eine Bitte frei, und Elisa erbittet sich zwei Anteile von Elias Geist, wahrscheinlich Bezug nehmend auf den Anteil eines Erstgeborenen, der doppelt so groß war wie der Anteil der anderen Brüder. Ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden trennt die beiden und nimmt Elia hinweg. Elisa sieht es und weiß seine Bitte erfüllt, die sich darin bestätigt, dass auch er den Jordan teilen kann (2. Kö 2,1-18). Das Wirken Elias fällt in den Beginn der Auseinandersetzung zwischen dem Baalskult und dem Dienst des Herrn im Volk Israel. Das Wirken dieses Mannes Gottes ist immer wieder durch überraschende Auftritte gekennzeichnet, die durch sein Vertrauen auf Gott sehr wirkungsvoll sind. Nach Mal 3,23f soll er auch vor dem großen und schrecklichen Tag des Herrn noch einmal wiederkommen und als Gerichtsbote zugleich die letzte Gnadenzeit Gottes ankündigen. Auf diese Stelle bezieht sich die Eliaerwartung zur Zeit Jesu, die auch bei der Frage nach Jesu Bedeutung eine Rolle spielt (Mt 16,14; Mk 6,15), sich aber zuerst an Johannes den Täufer heftet, der in seinem Auftreten bis in die äußere Kleidung hinein an Elia erinnert (vgl. 2Kön 1,8; Mt 3,4). Er selber hat zwar von sich gewiesen, Elia zu sein (Joh 1,21), aber die Botschaft des Engels (Lk 1,17) und die Aussagen Jesu (Mt 11,14; 17,10-13) bestätigen, dass Johannes der geweissagte »zukünftige« Elia ist. Als Jesus am Kreuz Ps 22,2 zitiert: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?, glauben die, die um das Kreuz herumstehen, er rufe nach Elia (Mk 15,34-36). Das Neue Testament nimmt auch in anderen Stellen noch auf Elia und seine Wunder Bezug: auf sein Gebet, auf die Dürre, deren Dauer zweimal mit 3 Jahren angegeben wird, auf die Witwe in Sarepta (Lk 4,25.26; Jak 5,17.18), auf das Feuer vom Himmel (Lk 9,54; vgl. 2. Kö 1,10-12) und auf die Verzweiflung des Propheten (Röm 11,2-4). Elia und Mose, der Prophet und der Gesetzgeber, erscheinen Jesus bei seiner Verklärung (Mk 9,4.5), und bei den beiden Zeugen, deren Kommen in Offb 11,5.6 angekündigt wird, könnte es sich ebenfalls um Elia und Mose handeln. - Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, ein Sohn Jerohams, der in Jerusalem wohnte (1. Chr 8,27).
- Ein Priester aus dem Geschlecht Harim und ein anderer Israelit, die eine heidnische Frau genommen hatten und sie fortschickten, als sie erkannten, dass sie damit gegen Gottes Gebot verstoßen hatten (Esra 10,21.26).