Am häufigsten taucht der Name als Bezeichnung für einen der Stämme Israels auf, der auf Josefs ältesten Sohn zurückgeht. Übersetzt bedeutet er vergessen machend.

  1. Josefs ältester Sohn und Ephraims Bruder. Seine Mutter war die ägyptische Priesterstochter Asenat, die Josef geheiratet hatte, nachdem seine Brüder ihn nach Ägypten verkauft hatten und bevor die siebenjährige Hungersnot begann. Josef gibt ihm den Namen Manasse (= vergessen machend), weil Gott ihn hat vergessen lassen all mein Unglück und mein ganzes Vaterhaus (1. Mo 41,50.51; 46,20). Als Manasses Großvater Jakob alt und krank ist, besuchen Josef, Manasse und Ephraim ihn. Dort legt Jakob seinen Enkeln die Hände auf und segnet sie. Er verheißt beiden eine große Nachkommenschaft, stellt aber den jüngeren Ephraim vor Manasse (1. Mo 48,1-20). Zwei Söhne von Manasse werden namentlich erwähnt: Asriel und Machir (1. Mo 50,23; 1. Chr [[2]],14). Einer seiner späteren Nachkommen war Gideon.
  2. Manasse hieß auch der Sohn und Nachfolger von König Hiskia, der mit 12 Jahren als Mitregent seines Vaters auf den Thron kam und 55 Jahre lang in Jerusalem regierte. Seine Regierungszeit war 696-642 v.Chr., seit 687 v.Chr. als König, und war damit die längste von allen Königen Judas und Israels (2. Kö 21,1). Im Gegensatz zu seinem Vater gab sich Manasse ganz dem heidnischen Götzendienst und Aberglauben hin. Dabei wird auch der Druck des assyrischen Oberherrn eine Rolle gespielt haben. Aus Vertragsbedingungen Asarhaddons von 672 v.Chr. wissen wir, dass den abhängigen Königen die Verehrung des assyrischen Hauptgottes Assur zur Pflicht gemacht wurde. Manasse erneuerte Höhenheiligtümer und richtete heidnische Altäre im Tempel auf, opferte seinen Sohn und befragte Wahrsager und Zeichendeuter über die Zukunft (V. 2-9). Die Propheten des Herrn warnten vergeblich (V. 10-15; 2Chr 33,10), und der König ging sogar zu blutiger Verfolgung über, der nach jüdischer Tradition auch Jesaja zum Opfer gefallen ist (2. Kö 21,16). Dann kam das Gericht. Manasse, der nach Asarhaddon auch dem Asenappar (Assurbanipal) Tribut gezahlt hatte, wurde von einem assyrischen Heer in Jerusalem gefangen genommen und nach Babylon abgeführt (2. Chr 33,11). Vielleicht liegt der Grund dafür in einer Beteiligung an der Verschwörung des Samassumukin, des Bruders Asenappar. Dieses Unglück ließ Manasse zum Herrn umkehren, der ihn wieder nach Jerusalem zurückbrachte. Manasse beseitigte nun allen heidnischen Götzendienst. Opfer für den Herrn wurden allerdings auch weiterhin auf den Höhen dargebracht. Außerdem befestigte Manasse Jerusalem neu. Bei seinem Tode folgte ihm sein Sohn Amon als König (V. 12-20). Aber Manasses innere und dann auch öffentliche Umkehr hat die Folgen seines Ungehorsams nicht aufheben können. Amon richtete sich nur nach dem schlechten Beispiel seines Vaters (V. 22.23), und der Herr ließ Juda wegen dem, was Manasse getan hatte, in die Verbannung gehen (Jer 15,4).
  3. Zwei Israeliten, die heidnische Frauen geheiratet hatten und sich von ihnen trennten (Esra 10,30.33).

Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist