ist vor allem als Schwiegermutter von Ruth bekannt, und ihre Lebensgeschichte erfahren wir auch aus dem Buch Ruth. Als in Bethlehem eine Hungersnot herrscht, zieht sie mit ihrem Mann Elimelech und ihren beiden Söhnen in das Land der Moabiter. Ihre Söhne heiraten dort die Moabiterinnen Orpa und Rut und sterben dann einige Jahre später, nachdem auch schon Noomis Mann verstorben ist. Sie beschließt daraufhin, in ihre Heimat zurückzuziehen, und stellt ihren Schwiegertöchtern frei, ob sie mitkommen wollen oder nicht. Während sich Orpa von ihr verabschiedet, folgt Ruth ihr nach Bethlehem, wo sie Boas kennenlernt und heiratet. Als Rut schwanger wird und einen Sohn bekommt, freuen sich Noomis Nachbarinnen mit ihr und loben Gott, denn nun gibt es jemanden, der sie als Witwe mitversorgen kann. Ruths Sohn bekommt den Namen Obed, und Noomi wird sein Kindermädchen. Der Name Noomi bedeutet lieblich oder (Gott ist) Wonne, Lieblichkeit, doch als sie ohne Mann und Söhne nach Bethlehem zurückkehrt, findet sie ihren Namen unpassend und sagt den Frauen der Stadt: Nennt mich nicht Noomi, sondern Mara, was »bitter« bedeutet (Rut 1,20).

ist eine Moabiterin und Frau des Kiljon und Schwägerin Ruths. Sie kehrt in ihr Elternhaus in Moab zurück, während Ruth ihre Schwiegermutter Noomi in ihre Heimatstadt Bethlehem begleitet (Rt 1,4.24). Der Name bedeutet die Vollmähnige oder vielleicht Widerspenstige.

ist die Hauptperson des alttestamentlichen Buches Ruth, einer historischen Erzählung in kunstvoller Prosa. Ihr Name könnte verkürzt aus hebräisch re’ut entstanden sein und bedeutete dann Kameradin. Rut war eine Moabiterin, die zur Zeit der Richter lebte. Als in Bethlehem eine Hungersnot herrschte, waren Elimelech und Noomi mit ihren beiden Söhnen Machlon und Kiljon nach Moab ausgewandert. Elimelech starb in der Fremde, und seine beiden Söhne heirateten moabitische Frauen: Rut und Orpa. Auch Noomis Söhne starben, und als sie als Witwe allein mit ihren beiden Schwiegertöchtern dastand, entschied sie, in Begleitung von Ruth und Orpa nach Bethlehem zurückzukehren, wo die Hungersnot inzwischen vorüber war. Unterwegs wandte sich Noomi an ihre Begleiterinnen und stellte ihnen frei, nach Hause umzukehren. Orpa verabschiedete sich von ihrer Schwiegermutter, doch Ruth stellte sich treu und mutig auf Noomis Seite: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott« (Rut 1,16). So erreichten die beiden Frauen Bethlehem zur Zeit der Gerstenernte – eine günstige Chance für Rut und Noomi, die nun nach geltendem Recht übrig gebliebene Ähren sammeln durften.

Zur selben Zeit wie Ruth war auch Boas auf dem Feld, ein Verwandter von Noomis verstorbenem Mann Elimelech, der sich bei seinen Mitarbeitern gleich nach ihr erkundigte. Als er erfuhr, dass sie ihre Familie und ihr Land zurückgelassen hatte, um Noomi beizustehen, bot er ihr Schutz und Verpflegung auf seinen Feldern an.

Nach der Ernte wurde es Zeit für das Dreschen, und Noomi gab Ruth den Rat, Boas nachts aufzusuchen und um Schutz zu bitten, was Rut tat. Sobald es hell war, sandte er sie nach Hause zurück mit einem Geschenk von sechs Maß Gerste und der Zusicherung, dass er sie gemäß dem levitischen Ehegesetz heiraten würde, wenn ihr nächster Verwandter nicht dazu bereit wäre. Mit zehn Stadtältesten als Zeugen bat er Noomis Verwandten, ein Stück Land einzulösen, das Elimelech gehört hatte. Dieses Land war ein heiliges Pfand, und die Familie durfte es nicht verlassen. Mit der Einlösung des Landes war die Verpflichtung verbunden, Ruth zu heiraten. Da der Verwandte nicht die nötigen Mittel hatte zum Einlösen, verzichtete er auf sein Recht zugunsten Boas’.

Ruth und Boas heirateten, und ihr erster Sohn, Obed, wurde Davids Großvater (1. Chr 2,12), der in Matthäus 1,5 auch in Jesu Stammbaum erscheint. Diese so menschliche Erzählung um Rut und ihre Familie beschreibt Vorbilder, die in Güte, Treue und Ehrfurcht vor Gott lebten: Da ist die Treue und Gerechtigkeit Ruths, die Noomi nicht verließ, und die Treue Noomis, die sich um Ruth sorgte; da ist die Gemeinschaftstreue des Boas, der das alte Bundesrecht ernst nahm, indem er den Acker kaufte und Ruth heiratete. 

Letztlich geht es aber um Gott, der tötet und Trauer bringt, arm und reich macht und dessen Gnade und Treue nicht aufhören: Durch alles menschliche Irren und Wirren führt und beschenkt er die, die zu ihm stehen, und so mündete Ruths schlichte Familiengeschichte unversehens in Gottes große Heilsgeschichte ein.

Neben dem Propheten, von dessen Weissagungen das gleichnamige alttestamentliche Buch berichtet, erfahren wir noch von zwei weiteren Männern mit diesem Namen etwas ausführlicher, andere werden kurz erwähnt. Micha ist wohl
eine Kurzform von Michael, Wer ist wie Gott?.

  1. Ein Mann vom Gebirge Ephraim, über den in Ri 17-18 berichtet wird. Er entwendet seiner Mutter 1100 Silberstücke, gibt sie ihr aber aus Furcht vor ihrem Fluch wieder zurück. Die Mutter lässt daraufhin für 200 Silberstücke ein geschnitztes und gegossenes Bild anfertigen, das in Michas Haus aufgestellt wird. Micha lässt dazu einen Priesterschurz und Hausgötzen machen und weiht einen seiner Söhne zum Priester. Später kommt der Levit Jonatan aus Bethlehem in Juda zu ihm, den er als Priester bei sich behält. Als die Daniten auf dem Weg zur Eroberung vonLajisch bei Micha vorbeikommen, führen sie den Priester mit den Götzenbildern fort. All das zeigt den geistlichen und sittlichen Verfall zur Richterzeit, als es keinen König in Israel gab und jeder tat, was ihm gefiel (Ri 17,6). Nach spätjüdischer Tradition wohnte Micha in Gerab, dem heutigen Chirbet Dscherabe, ca. 2 km westlich von Silo. 
  2. Ein Sohn von Mefi-Boschet, dem gelähmten Sohn von Jonatan (2. Sam 9,12; 1. Chr [[3]],34.5; 9,40.41).
  3. Ein Levit aus dem Geschlecht Kehats zur Zeit Davids (1. Chr 23,20; 24,24.25).
  4. Ein Prophet, von dem in 1. Könige 22 und 2. Chronik 18 berichtet wird. Ahab, der König von Israel, will sich mit Joschafat, dem König von Juda verbünden, um gegen den König von Aram in den Kampf zu ziehen. Joschafat stimmt dem grundsätzlich zu, will aber vorher Ahabs Propheten nach Gottes Willen befragen lassen. Auch als sich schon alle Propheten zustimmend geäußert haben, bleibt er misstrauisch und hakt hartnäckig nach, ob nicht noch irgendwo ein weiterer Prophet sei. Ein Bote holt Micha herbei, der bei Ahab schon dafür bekannt ist, dass er sich negativ äußert. Der Bote bittet ihn eindringlich, den König zu bestätigen, aber Micha lässt sich nicht beirren: »Was mein Gott sagen wird, das will ich reden«. Als der König ihn befragt, rät Micha ihm dennoch zum Kampf, erst auf Nachfrage hin erzählt er von seiner Vision, in der er das Volk zerstreut und ohne König gesehen hatte. Und er gibt auch die Erklärung dafür, dass die anderen Propheten das Gegenteil behauptet haben: Gott hatte sie von einem Lügengeist verführen lassen, damit Ahab in den Kampf zöge und dort umkäme. Ahab indes lässt sich von alldem nicht beeindrucken, sondern zieht mit Joschafat in die Schlacht. Allerdings verkleidet er sich, damit ihn die Gegner nicht als König erkennen können – vergeblich: Er wird »von ungefähr« mit Pfeil und Bogen getötet, und die Weissagung des Propheten Micha erfüllt sich. 
  5. Ein Mann aus dem Stamm Ruben. Er war ein Sohn Schimis und der Vater Reajas (1. Chr 5,5).
  6. Ein Levit, der die Verpflichtung des Volkes auf das Gesetz zur Zeit Nehemias unterschrieb (Neh 10,12).
  7. Ein Levit aus dem Geschlecht Asafs zur Zeit Nehemias. Er war der Vater des Mattanja (Neh 11,17; 1. Chr 9,15).
  8. Ein anderer Levit aus dem Geschlecht Asafs und ebenfalls der Vater eines Mattanja, dessen Urenkel Usi zur Zeit Nehemias lebte (Neh 11,22). Vielleicht ist er derselbe wie der Michaja, der in Neh 12,35 erwähnt wird.
  9. Ein Prophet zur Zeit Jesajas, dessen Weissagungen im gleichnamigen Buch des Alten Testaments zu finden sind (Mi 1,1). Aus Jeremia 26,18 und besonders aus Micha 1-3 können wir einige wenige Einzelheiten über die Person Michas entnehmen. Der Überschrift in Micha 1,1 zufolge stammt er aus Moreschet, einer Tochtersiedlung von Gad, 35 km südwestlich von Jerusalem. Er lebte zur Zeit der Könige Jotam, Ahas und Hiskia, also innerhalb des Zeitraumes von 756-697 v.Chr. Wie sein Zeitgenosse Jesaja trat er im Südreich auf, vor allem in seiner Heimat, aber auch in Jerusalem. Die Umstände von Michas Berufung zum Propheten teilt das Buch dann aber ebenso wenig mit wie andere biografische Einzelheiten.
    Micha richtet seinen Vorwurf der Korruption und der Zerstörung der brüderlichen Jahwe-Gemeinschaft vor allem an die führenden Stände: Er wendet sich an Richter, Propheten und Priester, die beauftragt waren, Recht, Gerechtigkeit und Gesetz zu vermitteln (Mi 3, 9-11), aber auch an habgierige Großgrundbesitzer und andere. Micha sieht wegen der angehäuften Schuld unabwendbares Unheil in Gestalt eines brutalen Eroberers kommen, der einen Vernichtungskrieg bis hin zur Zerstörung Jerusalems und des Tempels führen wird (Mi 3,12; Mi 1,16; 2,3f). Michas Gegner pochen auf heilige Traditionen Israels: auf die Sicherheitsgarantie Zion, die feste Burg, auf den Jakobssegen und auf die Rettermentalität Jahwes. Alle diese Traditionen erklärt Micha als nur für die »Frommen« zutreffend (Mi 2,7). An einer Stelle drückt er deutlich aus, wie deren Leben auszusehen hat, und erinnert damit an Jesu Doppelgebot der Liebe: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Michas Verkündigung zeigt viele Berührungspunkte mit dem Jesajabuch. Wie Jesaja erhofft Micha den künftigen Frieden nicht mehr von den in Jerusalem regierenden Nachkommen Davids, sondern aus Bethlehem. Michas Prophetie hat einen farbenkräftigen Stil: Er benutzt Alliteration, Wortspiele und derb-drastische Metaphern und zitiert öfter seine Gegner, um ihnen dann aggressiv zu widersprechen. Wenn er mal mit grausigen Bildern schockiert und mal zartes Mitgefühl für seine leidenden Mitmenschen zeigt, drückt das nur die beiden Seiten seiner erregten Leidenschaft aus, mit der er seinen Prophetendienst ausübt.

Eine Frau, die im Tal Sorek wohnt. Der Richter Simson liebt sie, und da die Philister ihm an den Kragen wollen, bestechen sie Delila. Sie soll ihm das Geheimnis seiner ungeheuren Kraft entlocken. Dreimal gibt er ihr den falschen Hinweis, doch dank ihrer weiblichen Waffen gelingt es ihr, den wahren Grund seiner Stärke herauszufinden: Gott hatte ihn schon vor seiner Geburt dazu berufen, die Befreiung Israels von den Philistern zu beginnen, und versprochen bei ihm zu sein, solange sein Haar nicht geschnitten wurde. Delila lässt Simson einschlafen und seine Locken schneiden und liefert ihn so den Philistern aus. Die stechen ihm die Augen aus, legen ihn in Ketten und lassen ihn eine Mühle ziehen. Nach und nach wächst sein Haar wieder – und damit auch seine Kraft. Als er zwischen den Säulen eines Hauses steht, bittet er Gott ein letztes Mal um Kraft. Er stemmt sich gegen die Säulen, bringt das Haus zum Einstürzen und reißt so viele Philister mit in den Tod (Ri 16,4-21).

Der Name Delila könnte übersetzt Herabwallende Locke.

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Erklärung der Farben

im Bibeltext

Blau Handeln Gottes
Blau Rede Gottes
Rot Betrift mein Leben
Grün

Verheißung / Versprechen

Grün Verheißung / Versprechen
Braun wichtig
Beige wichtig
Türkis Jesus
Gelb Heiliger Geist