ist einer der ersten Propheten, von denen eine Sammlung ihrer Sprüche erhalten ist, und wirkt etwa zeitgleich mit Hosea und Jesaja. Bevor Gott Amos ins Prophetenamt ruft, ist er Schafzüchter (Am 1,1), und aus Am [[[[6]]]],14 ist zu schließen, dass er auch Maulbeerfeigen züchtete. Amos ist in jedem Fall ein einfacher Mann: An den Bildern, die er in seiner Predigt gebraucht, kann man den mit dem Land und seinen Gegebenheiten verwurzelten Mann erkennen (vgl. Am 3,4.8.12; 4,1; 5,8.19 u.ö.). Dennoch ist seine kraftvolle, bildreiche Sprache prägnant und klar und erhebt sich teilweise zu dichterischem Parallelismus.
Amos kommt eigentlich aus Tekoa (Am 1,1), das in Juda, 16 km südlich von Jerusalem, liegt. Aber sein Hauptwirkungsgebiet ist das Nordreich, wo außer ihm nur Hosea wirkt, der auch von dort stammt. Von Gott berufen (um 760v.Chr.) verlässt er seine Herden (Am 7,15) und begibt sich von Judäa nach Israel in das Zehnstämmereich, das sich zu dieser Zeit unter dem König Jerobeam II. (787-747 v.Chr.) in politischer und wirtschaftlicher Blüte befindet. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel wirkt hier seine prophetische Predigt von der Gerechtigkeit Gottes, mit der er auf den inneren Verfall verweist, den die glänzende Fassade des wirtschaftlichen Aufschwungs nicht
verbergen kann: Auf religiösem, sittlichem und sozialem Gebiet herrschen schlimmste Missstände, und das Gericht ist unvermeidlich. Der Menge, die wahrscheinlich gerade das Herbstfest feiert und sich zu dem goldenen Stierbild drängt, das Jerobeam I. aufgerichtet hatte, erzählt er seine Vision vom Bleilot oder Senkblei (neuere Erkenntnisse lassen auch die Übersetzung Zinn zu; Am 7,7-9). Als Amos seine Botschaft schließlich auch in Bethel am Heiligtum Israels ausrichtet, versucht ihn derPriester Amazja von dort zu verdrängen.
Amazja warnt ihn, nachdem er ihn bei Jerobeam II. angezeigt hat (Am 7,10-15). Die berühmte Antwort lautet: Ich bin kein Prophet ... Aber der HERR nahm mich von der Herde ... (Am 7,14f). Amos ist jedoch nicht nur ein Unheilsprophet. Seine Worte lassen die Liebe Gottes durch das Gericht hindurchleuchten: in der geweissagten Bestrafung der Völker und der Aufforderung zur Buße, der die Rettung verheißen ist (Am 5,14.15). Schließlich taucht aber am Ende des Gerichtes die Verheißung des künftigen Heils auf, eine Zeit, in der Gott selbst sein Volk wieder aufrichtet und zu neuem, endgültigem Heil führt (Am 9,11ff).
In seinen Gerichtsworten gegen andere Völker (Am 1f) ist es ungewöhnlich, dass auch inhumanes Verhalten der Fremdvölker untereinander, ohne Bezug zu Israel und Juda, als Grund zum Gericht angegeben wird.
Amos bedeutet Jahwe hat getragen.