2. Chronik 3 und 1. Könige 6 beschreiben den Bau des Tempels Salomos. Auf den ersten Blick scheint es sich um ein Kapitel über Architektur und Handwerkskunst zu handeln. Doch im Licht des Neuen Testaments weist nahezu jedes wichtige Element auf das Erlösungswerk Jesu Christi hin. Der Tempel ist ein prophetisches Bild für Christus und das Heil, das Gott in ihm schenkt.
1. Der Tempel ist ein Bild für Jesus Christus
Der Tempel war der Ort, an dem Gott mitten unter seinem Volk wohnte.
„Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.“ (2. Mose 25,8)
Im Neuen Testament sagt Jesus:
„Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten.“ (Johannes 2,19)
Johannes erklärt:
„Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.“ (Johannes 2,21)
Der steinerne Tempel war also nur ein Schatten. Jesus ist der wahre Tempel Gottes.
Bezug zum Erlösungswerk:
- Gott wohnt nicht mehr in einem Gebäude.
- Durch Kreuz und Auferstehung wohnt Gott in Christus unter den Menschen.
- Wer an Jesus glaubt, begegnet Gott unmittelbar.
2. Der Tempel steht auf dem Berg Morija (2. Chronik 3,1)
„Salomo begann das Haus des HERRN zu bauen in Jerusalem auf dem Berg Morija...“
Das ist kein zufälliger Ort.
Auf dem Berg Morija geschah bereits:
- Abraham sollte Isaak opfern (1. Mose 22)
- Gott stellte ein stellvertretendes Opfer bereit.
Fast tausend Jahre später entstand genau dort der Tempel.
Nicht weit davon wurde Jesus gekreuzigt.
Der ganze Berg spricht von:
- Stellvertretung
- Opfer
- Erlösung
Jesus ist das wahre Lamm Gottes.
3. Alles beginnt mit einem Opferplatz
Der Tempel wird auf der Tenne Ornans gebaut.
Dort hatte David geopfert, nachdem Gottes Gericht über Israel gekommen war.
Gott stoppte das Gericht genau dort.
Das ist bereits Evangelium.
Jesus erfüllt dieses Bild vollkommen.
Am Kreuz begegnen sich
- Gottes Gericht
- Gottes Gnade
Das Gericht trifft Christus.
Die Gnade erreicht uns.
4. Das Allerheiligste
Im Tempel gab es nur einen Ort, an dem Gottes Herrlichkeit wohnte.
Dort durfte der Hohepriester nur einmal im Jahr hinein.
Zwischen Gott und Mensch hing der Vorhang.
Das bedeutete:
Der Weg ist versperrt.
Als Jesus starb:
„Und der Vorhang des Tempels zerriss in zwei Stücke von oben bis unten.“ (Matthäus 27,51)
Hebräer erklärt:
„...durch den Vorhang, das ist sein Fleisch.“
Jesu Leib wurde geopfert.
Dadurch wurde der Zugang zu Gott geöffnet.
Das ist Erlösung.
5. Gold überall
Gold steht in der Bibel oft für
- Herrlichkeit
- Reinheit
- Göttlichkeit
Der Tempel leuchtete von innen.
Jesus ist
- vollkommen rein
- vollkommen heilig
- vollkommen herrlich.
Durch sein Erlösungswerk schenkt er uns seine Gerechtigkeit.
6. Das Holz der Zedern
Der Tempel bestand überwiegend aus Zedernholz.
Zedern sind
- langlebig
- stark
- unverweslich
Sie erinnern an die Vollkommenheit Christi.
Jesus blieb trotz Leiden vollkommen rein.
Er ist der Unvergängliche.
7. Cherubim
Im Allerheiligsten standen riesige Cherubim.
Bereits nach dem Sündenfall bewachten Cherubim den Weg zum Baum des Lebens.
Der Mensch hatte keinen Zugang mehr.
Im Tempel stehen sie erneut.
Sie erinnern:
Der Zugang zu Gott ist verschlossen.
Doch durch Jesu Tod wird der Weg geöffnet.
Hebräer 10 erklärt genau diese Wahrheit.
8. Palmzweige und Blumen
An den Wänden waren
- Palmen
- Blumen
- Früchte
eingeschnitzt.
Sie erinnern an Eden.
Der Tempel sollte zeigen:
Gott möchte wieder Gemeinschaft mit dem Menschen.
Jesus bringt genau das.
Durch sein Erlösungswerk beginnt die Wiederherstellung der Schöpfung.
9. Kein Hammerschlag beim Bau
Aus 1. Könige 6,7:
- Die Steine wurden bereits im Steinbruch vorbereitet.
- Am Tempel selbst hörte man keinen Hammer.
Welch ein Bild!
Gott bereitet seine Erlösten bereits jetzt vor.
Jesus formt seine Gemeinde.
Wenn wir einmal in Gottes Herrlichkeit ankommen, ist das Werk vollendet.
10. Die Maße des Tempels
Alles besitzt genaue Maße.
Nichts ist zufällig.
Ebenso war das Erlösungswerk Jesu
- geplant
- vollkommen
- fehlerlos
Schon vor Grundlegung der Welt war Christus als Opfer vorgesehen (vgl. 1. Petrus 1,18–20).
... indem ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken; der zwar zuvor erkannt ist vor Grundlegung der Welt, aber offenbart worden ist am Ende der Zeiten um euretwillen,
11. Der Tempel erfüllt seinen Zweck nur durch Gottes Gegenwart
Ein wunderschönes Gebäude genügte nicht.
Erst als Gottes Herrlichkeit den Tempel erfüllte (2. Chronik 7), war er wirklich Gottes Haus.
Ebenso genügt Religion nicht.
Erst wenn Christus durch den Heiligen Geist im Menschen wohnt, entsteht neues Leben.
12. Der Tempel weist auf die Gemeinde hin
Nach dem Erlösungswerk Jesu gilt:
„Ihr seid Gottes Tempel.“ (1. Korinther 3,16)
Christus hat nicht nur einen Tempel gebaut.
Er baut eine lebendige Gemeinde.
Jeder Gläubige ist ein lebendiger Stein.
13. Der wahre Hohepriester
Der Tempel brauchte Priester.
Sie mussten ständig Opfer bringen.
Jesus dagegen
- ist Hoherpriester,
- Opferlamm
- und Tempel zugleich.
Das macht sein Erlösungswerk einzigartig.
14. Das vollkommene Opfer
Im Tempel wurden täglich Tiere geopfert.
Diese Opfer konnten Sünde niemals endgültig wegnehmen.
Hebräer 10 zeigt:
Christus brachte ein einziges Opfer für alle Zeiten.
Der Tempel weist deshalb ständig auf Golgatha hin.
Zusammenfassung: Wie weisen 2. Chronik 3 und 1. Könige 6 auf das Erlösungswerk Jesu?
| Tempel | Erfüllung in Christus |
|---|---|
| Berg Morija | Ort der Stellvertretung und des Opfers |
| Opferplatz Ornans | Gericht und Gnade begegnen sich am Kreuz |
| Tempel | Jesus ist der wahre Tempel Gottes |
| Allerheiligstes | Zugang zu Gott durch Jesu Opfer |
| Vorhang | Durch Jesu Tod geöffnet |
| Gold | Herrlichkeit und göttliche Reinheit Christi |
| Zedernholz | Unvergänglichkeit und Vollkommenheit Jesu |
| Cherubim | Der versperrte Weg wird durch Christus geöffnet |
| Palmen und Blumen | Wiederherstellung der Gemeinschaft mit Gott |
| Vorgefertigte Steine | Christus baut seine Gemeinde |
| Priester | Jesus ist der ewige Hohepriester |
| Opferdienst | Das einmalige Opfer Jesu erfüllt alle Opfer |
Zentrale geistliche Botschaft
Der Tempel Salomos ist weit mehr als ein beeindruckendes Bauwerk. Er ist ein von Gott gegebenes Vorausbild auf Jesus Christus. Jeder Bereich des Tempels – sein Standort auf dem Berg Morija, das Allerheiligste, der Vorhang, die Opfer, die Priester und selbst die verwendeten Materialien – weist auf das hin, was Christus am Kreuz vollbracht hat.
Im Tempel suchte der Mensch den Weg zu Gott. Durch das Erlösungswerk Jesu ist dieser Weg endgültig geöffnet. Deshalb schreibt der Hebräerbrief:
„Da wir nun, Brüder, Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu … so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit des Glaubens.“ (Hebräer 10,19–22)
So wird deutlich: Der Tempel war der Schatten – Christus ist die Wirklichkeit. Das Erlösungswerk Jesu erfüllt alles, worauf 2. Chronik 3 und 1. Könige 6 prophetisch hinweisen.
