1. Könige 8 sowie 2. Chronik 5–6 gehören zu den bedeutendsten Kapiteln des Alten Testaments. Hier wird der Tempel eingeweiht, die Bundeslade in das Allerheiligste gebracht, die Herrlichkeit Gottes erfüllt den Tempel, und Salomo spricht sein großes Einweihungsgebet. Diese Ereignisse sind prophetische Vorausbilder auf das Erlösungswerk Jesu Christi und die Folgen seines vollbrachten Werkes.
Die Hauptlinie
Die Kapitel beantworten eine entscheidende Frage:
Wie kann der heilige Gott dauerhaft bei sündigen Menschen wohnen?
Die Antwort des Alten Testaments lautet:
Durch den Tempel, die Opfer und den Hohenpriester.
Die Antwort des Neuen Testaments lautet:
Durch Jesus Christus.
1. Die Bundeslade kommt an ihren endgültigen Ort (1. Könige 8,1–9; 2. Chronik 5)
Die Bundeslade wanderte jahrhundertelang:
- Sinai
- Wüste
- Silo
- Philister
- Kirjat-Jearim
- Davids Stadt
Nun findet sie ihre Ruhe.
Prophetische Bedeutung
Die Bundeslade ist eines der stärksten Bilder auf Christus.
Sie enthält:
- die Gesetzestafeln
- Aarons Stab
- das Manna
Alles weist auf Jesus hin:
- Er erfüllt das Gesetz vollkommen.
- Er ist der wahre Hohepriester.
- Er ist das Brot des Lebens.
Nun kommt die Lade an ihren endgültigen Platz.
Ebenso findet Gottes Heilsplan seine endgültige Erfüllung in Christus.
Jesus ist die bleibende Wohnstätte Gottes.
2. Das Allerheiligste wird erfüllt
Die Lade wird unter die Flügel der Cherubim gestellt.
Das zeigt:
Gottes Gegenwart bleibt nun dauerhaft im Tempel.
Jesus ist der Ort der bleibenden Gegenwart Gottes.
„Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“ (Kolosser 2,9)
3. Die Herrlichkeit Gottes erfüllt den Tempel
„Die Priester konnten wegen der Wolke nicht hineintreten.“
Die Herrlichkeit Gottes erfüllt das Haus vollständig.
Im Erlösungswerk
Johannes schreibt:
„Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.“ (Johannes 1,14)
Im Alten Testament erfüllt Gottes Herrlichkeit ein Gebäude.
Im Neuen Testament erfüllt sie eine Person.
Jesus ist die sichtbare Herrlichkeit Gottes.
4. Niemand kann bestehen
Als Gottes Herrlichkeit erscheint, müssen die Priester ihren Dienst unterbrechen.
Warum?
Weil kein Mensch aus eigener Kraft vor Gottes Heiligkeit bestehen kann.
Erst Christus macht den Zugang möglich.
Hebräer 10 beschreibt:
Jetzt dürfen wir mit Freimütigkeit eintreten.
5. Salomos Lobpreis
Salomo beginnt:
„Kein Wort ist dahingefallen von allen seinen guten Worten.“
Gott hält seine Verheißungen.
Christus erfüllt sämtliche Verheißungen Gottes.
Paulus schreibt:
„Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt – in ihm ist das Ja.“
Das Erlösungswerk zeigt:
Gott hält jedes einzelne Versprechen.
6. Der Tempel kann Gott nicht fassen (1. Könige 8,27)
Salomo sagt:
„Siehe, die Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen.“
Das ist erstaunlich.
Salomo weiß:
Gott passt nicht in ein Gebäude.
Das weist unmittelbar auf Christus.
Denn Gott entscheidet sich,
Mensch zu werden.
Die Unendlichkeit Gottes wohnt in Jesus.
7. Das Gebet zur Gebetsstätte
Salomo bittet:
Wenn Menschen
- sündigen,
- umkehren,
- beten,
dann höre sie.
Der Tempel soll Ort der Gnade werden.
Erfüllung
Jesus wird selbst der Ort,
an dem Gebet erhört wird.
„Was ihr bitten werdet in meinem Namen...“
Wir brauchen keinen Tempel mehr.
Wir kommen zum Vater durch Christus.
8. Die Opfer bei der Tempelweihe
Es werden unzählige Tiere geopfert.
Warum?
Weil Gottes Nähe nur durch Blut möglich ist.
Doch diese Opfer mussten ständig wiederholt werden.
Hebräer erklärt:
Sie konnten die Sünde nie endgültig wegnehmen.
Jesus dagegen bringt ein Opfer für immer.
9. Das Gebet für den Sünder
Salomo beschreibt viele Situationen:
- Niederlage
- Krankheit
- Hungersnot
- Dürre
- Gefangenschaft
- persönliche Schuld
Immer lautet die Antwort:
Wenn sie umkehren, vergib.
Das Evangelium
Jesus erfüllt genau diese Bitte.
Er vergibt jedem, der umkehrt.
10. Auch der Fremde darf kommen
Einer der schönsten Verse:
Wenn ein Fremder kommt, weil er Gottes Namen gehört hat, dann erhöre ihn.
Das ist bemerkenswert.
Schon der Tempel war für die Nationen gedacht.
Jesus erfüllt dies vollkommen.
Nun gilt:
Juden und Heiden werden gemeinsam gerettet.
11. Der Name Gottes wohnt dort
Immer wieder sagt Salomo:
„Dein Name wohnt dort.“
Nicht das Gebäude rettet.
Nicht der Stein.
Sondern Gottes Gegenwart.
Jesus trägt den Namen, der über jedem Namen ist.
In ihm wohnt Gott selbst.
12. Die ausgestreckten Hände Salomos
Beim Gebet breitet Salomo seine Hände zum Himmel aus.
Das erinnert an Fürbitte.
Jesus ist der wahre Fürsprecher.
Heute sitzt er zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.
13. Die Knie Salomos
Der König demütigt sich.
Jesus tat dies vollkommen.
Er erniedrigte sich bis zum Kreuz.
14. Die Bundesgemeinschaft
Immer wieder spricht Salomo vom Bund Gottes.
Das Erlösungswerk bringt den
Neuen Bund.
Nicht mehr Steintafeln, sondern Herzen.
Nicht äußere Opfer, sondern Vergebung.
Nicht ein Tempel, sondern der Heilige Geist.
15. Die Ruhe Gottes
Jetzt hat die Lade ihre Ruhe gefunden.
Hebräer greift dieses Bild auf.
Unsere wahre Ruhe ist Christus.
Durch sein Erlösungswerk kommen wir zur Ruhe vor Gott.
Zusammenfassung
| Ereignis | Erfüllung im Erlösungswerk Jesu |
|---|---|
| Bundeslade im Allerheiligsten | Christus ist Gottes bleibende Gegenwart |
| Herrlichkeit erfüllt den Tempel | Gottes Herrlichkeit wohnt in Christus |
| Priester können nicht eintreten | Nur Christus eröffnet den Zugang zu Gott |
| Tempelweihe | Christus weiht den neuen und lebendigen Weg |
| Unzählige Opfer | Das einmalige Opfer Jesu genügt für immer |
| Salomos Fürbitte | Christus ist unser ewiger Fürsprecher |
| Gebet um Vergebung | Vergebung durch Jesu Blut |
| Gebet für die Nationen | Das Evangelium gilt allen Völkern |
| Gottes Name im Tempel | Gottes Gegenwart offenbart sich in Christus |
| Tempel kann Gott nicht fassen | In Christus wohnt die ganze Fülle Gottes leibhaftig |
| Bundesgedanke | Der Neue Bund in Jesu Blut |
| Ruhe der Bundeslade | Die Ruhe des Heils in Christus |
Der rote Faden zum Erlösungswerk
Diese Kapitel bilden den Höhepunkt der alttestamentlichen Tempelgeschichte. Alles scheint vollendet: Der Tempel steht, die Bundeslade ruht im Allerheiligsten, Gottes Herrlichkeit erfüllt das Haus, Opfer werden dargebracht und Salomo betet für das Volk. Doch gerade Salomos Gebet macht deutlich, dass selbst dieser herrliche Tempel die tiefste Not des Menschen nicht endgültig lösen kann. Das Volk wird wieder sündigen, Buße brauchen und um Vergebung bitten.
Damit weisen 1. Könige 8 und 2. Chronik 5–6 über sich hinaus auf Jesus Christus. Er ist der wahre Tempel, die endgültige Bundeslade, der vollkommene Hohepriester, das vollgültige Opfer und der Mittler des neuen Bundes. Was im Tempel nur symbolisch und zeitlich geschah, hat Christus durch sein Sterben und seine Auferstehung für alle Zeiten vollbracht. Darum können Gläubige heute mit Zuversicht zu Gott kommen – nicht aufgrund eines heiligen Ortes, sondern aufgrund des vollendeten Erlösungswerkes Jesu Christi.
