in 18 Monaten durch die Bibel

2. Chronik 13–14 stellt zwei Könige Judas vor: Abija und seinen Sohn Asa. Dabei begegnen uns zwei große Themen: In Kapitel 13 schenkt Gott einen menschlich unmöglichen Sieg, weil Juda sich auf ihn stützt. In Kapitel 14 beginnt Asa, Götzendienst und falsche Altäre zu beseitigen, und erlebt ebenfalls Gottes Rettung gegen eine gewaltige Übermacht.

Für das Erlösungswerk Jesu ist besonders diese Linie interessant:

Der Mensch ist dem Feind unterlegen → er kann sich nicht selbst retten → er ruft zu Gott → Gott kämpft und schenkt den Sieg → danach folgt Reinigung und ein neues Leben.

Das entspricht in vielem der Grundbewegung des Evangeliums.

1. Gottes Bund mit David bleibt bestehen – 2. Chronik 13,5

Abija erinnert Jerobeam daran, dass Gott David das Königtum zugesagt hatte.

Das ist heilsgeschichtlich wichtig, denn trotz des Versagens der Könige hält Gott an Davids Linie fest.

Warum ist das für das Erlösungswerk bedeutsam?

Weil aus dieser Linie schließlich Jesus kommt:

„... Jesus Christus, Sohn Davids ...“ (Matthäus 1,1)

Menschen werden untreu.

Gott bleibt seiner Verheißung treu.

Die Erlösung beruht letztlich nicht auf menschlicher Treue, sondern auf Gottes Bundestreue.

2. Abija steht einer gewaltigen Übermacht gegenüber

Abija verfügt über 400.000 Männer.

Jerobeam über 800.000.

Menschlich betrachtet ist Juda hoffnungslos unterlegen.

Das ist ein passendes Bild für unsere Situation gegenüber Sünde und Tod.

Der Mensch kann diese Feinde nicht aus eigener Kraft besiegen.

Paulus beschreibt den Menschen als unter der Herrschaft der Sünde stehend.

Doch das Evangelium lautet nicht:

Strenge dich mehr an!

Sondern: Gott rettet.

3. Jerobeam umzingelt Juda

Während Abija spricht, lässt Jerobeam seine Truppen hinter Juda ziehen.

Plötzlich befindet sich Juda zwischen zwei Fronten:

vorne der Feind – hinten der Hinterhalt.

Es gibt menschlich keinen Ausweg.

Gerade dort beginnt Gottes Rettung.

Das erinnert an viele Erlösungssituationen der Bibel – besonders an Israel am Roten Meer.

Das Grundprinzip lautet:

Wo der Mensch keinen Rettungsweg mehr sieht, kann Gott einen schaffen.

Am Kreuz scheint sogar Jesus vollkommen besiegt zu sein.

Doch gerade dort vollbringt Gott seinen größten Sieg.

4. Juda schreit zum HERRN – 2. Chronik 13,14

Als Juda erkennt, dass es umzingelt ist, schreit es zum HERRN.

Das ist ein wichtiges Bild für die Erlösung.

Der Mensch erkennt:

Ich kann mich nicht selbst retten.

Das Evangelium beginnt nicht mit unserer Stärke, sondern mit dem Eingeständnis unserer Hilflosigkeit.

„Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.“ (Römer 10,13)

5. Die Priester blasen die Trompeten

Während das Volk schreit, blasen die Priester die Trompeten.

Damit wird deutlich:

Der Sieg kommt von Gott.

Nicht Judas militärische Überlegenheit entscheidet den Kampf.

Gott greift ein.

Auch unsere Erlösung ist nicht unsere Leistung.

„Aus Gnade seid ihr errettet ... nicht aus Werken.“ (Epheser 2,8–9)

6. Gott schlägt den Feind

2. Chronik 13,15 sagt ausdrücklich, dass Gott Jerobeam und Israel schlägt.

    Das Volk kämpft zwar.

    Aber Gott schenkt den Sieg.

    Hier können wir eine Verbindung zum Kreuz erkennen.

    Jesus kämpft den entscheidenden Kampf allein.

    Er besiegt

    • Sünde,
    • Tod
    • und die Macht des Teufels.

    Kolosser 2,15 beschreibt, wie Christus durch das Kreuz die Mächte und Gewalten entwaffnet.

    Das Kreuz sieht wie Niederlage aus.

    In Wirklichkeit ist es Gottes Sieg.

    7. „Weil sie sich auf den HERRN stützten“ – 2. Chronik 13,18

    Das ist wahrscheinlich der Schlüsselvers des Kapitels:

    Juda wurde stark, weil sie sich auf den HERRN, den Gott ihrer Väter, stützten.

    Nicht: weil sie stärker waren.

    Nicht: weil sie besser kämpften.

    Sondernweil sie sich auf Gott stützten.

    Das führt sehr schön zum Glauben.

    Erlösung bedeutet: Ich stütze mich nicht auf meine eigene Gerechtigkeit, sondern auf Christus.

    8. Trotzdem ist Abija nicht der vollkommene König

    Hier müssen wir 2. Chronik mit 1. Könige 15 zusammenlesen.

    2. Chronik 13 hebt Abijas Vertrauen im Kampf hervor. Aber 1. Könige 15,3 sagt über ihn:

      „Sein Herz war nicht ungeteilt mit dem HERRN.“

      Das ist wichtig.

      Abija kann in einer bestimmten Situation Glauben zeigen und bleibt trotzdem ein sündiger König.

      Damit weist er über sich hinaus.

      Wir brauchen einen König, dessen Herz immer vollkommen beim Vater ist.

      Das ist Jesus.

      9. Asa – nach der Rettung kommt die Reinigung

      Kapitel 14 beginnt mit Asa.

      Und sofort lesen wir:

      „Asa tat, was gut und recht war in den Augen des HERRN.“

      Dann beginnt er aufzuräumen.

      Er entfernt

      • fremde Altäre,
      • Höhen,
      • Gedenksteine
      • und Ascherim.

      Das ergibt eine interessante Reihenfolge:

      Kapitel 13: Rettung.
      Kapitel 14: Reinigung.

      Das erinnert an das Evangelium.

      Wir werden nicht durch ein geheiligtes Leben erlöst.

      Wir werden erlöst, damit wir ein geheiligtes Leben führen können.

      Erlösung → neues Leben → Heiligung.

      10. Erlösung bedeutet auch Herrschaftswechsel

      Asa sagt nicht: Wir behalten unsere Götzen und verehren zusätzlich den HERRN.

      Er beseitigt sie.

      Das ist wichtig für das Verständnis des Erlösungswerkes.

      Jesus rettet uns nicht nur von der Strafe der Sünde.

      Er befreit uns auch aus ihrer Herrschaft.

      Darum schreibt Paulus:

      „Die Sünde wird nicht über euch herrschen.“ (Römer 6,14)

      Erlösung bedeutet einen Herrschaftswechsel:

      Nicht mehr die Götzen – sondern Christus.

      11. Asa fordert Juda auf, Gott zu suchen

      2. Chronik 14,3 beschreibt, dass Asa Juda auffordert, den HERRN zu suchen.

      Das ist mehr als das Entfernen falscher Dinge.

      Christliches Leben besteht nicht nur darin:

      Das darf ich nicht mehr.

      Sondern: Ich habe jemanden gefunden, für den ich leben möchte.

      Christus erlöst uns nicht nur von etwas, sondern für sich selbst.

      12. Gott schenkt Ruhe

      Mehrfach wird in Kapitel 14 von Ruhe gesprochen.

      Das Land hat Ruhe.

      Es gibt keinen Krieg.

      Gott schenkt Frieden.

      Das weist auf eine tiefere Erlösungswirklichkeit hin.

      Jesus sagt:

      „Kommt her zu mir ... und ich werde euch Ruhe geben.“ (Matthäus 11,28)

      Die tiefste Ruhe ist nicht die Abwesenheit äußerer Probleme.

      Sie ist Frieden mit Gott.

      „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“ (Römer 5,1)

      13. Dann kommt Serach mit einer Million Soldaten

      Die Ruhe bedeutet allerdings nicht, dass nie wieder Prüfungen kommen.

      Serach, der Kuschiter, zieht mit einem riesigen Heer gegen Juda.

      Asa besitzt etwa 580.000 Männer.

      Der Gegner kommt mit einer Million.

      Wieder steht Juda einer menschlich überlegenen Macht gegenüber.

      Und wieder wird die entscheidende Frage gestellt: Worauf vertraust du?

      14. Asas Gebet ist ein wunderbares Bild des Glaubens

      Asa betet sinngemäß:

      HERR, bei dir ist kein Unterschied, dem Mächtigen oder dem Kraftlosen zu helfen. Hilf uns, denn wir stützen uns auf dich.

      Das ist einer der schönsten Sätze dieser Kapitel.

      Asa sagt damit:

      Unsere Schwachheit begrenzt Gottes Kraft nicht.

      Das passt wunderbar zum Evangelium.

      Wir kommen nicht zu Christus und sagen:

      Ich bin stark genug – hilf mir noch ein bisschen.

      Sondern: Ich kann mich nicht retten. Deshalb vertraue ich vollständig auf dich.

      15. „In deinem Namen sind wir gekommen“

      Asa sagt außerdem:

      „In deinem Namen sind wir gegen diese Menge gekommen.“

      Auch darin liegt eine Verbindung zu Christus.

      Unsere Rettung liegt nicht in unserem Namen, unserer Leistung oder unserer Gerechtigkeit.

      Petrus sagt über Jesus:

      „Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden müssen.“ (Apostelgeschichte 4,12)

      16. Der HERR schlägt die Feinde

      Wieder lautet die Aussage nicht:

      Asa war ein genialer Feldherr.

      Sondern:

      „Und der HERR schlug die Kuschiter.“

      Damit begegnet uns dasselbe Muster wie in Kapitel 13.

      Der entscheidende Sieg ist Gottes Werk.

      Das führt zum Kern des Erlösungswerkes:

      Christus hat den entscheidenden Kampf für uns geführt.

      Wir müssen Sünde und Tod nicht erst besiegen, damit Gott uns annimmt.

      Christus hat sie besiegt.

      17. Vom Sieg zur Beute

      Nach dem Sieg kehrt Juda mit großer Beute zurück.

      Das erinnert an das neutestamentliche Bild des siegreichen Christus.

      Jesus ist nicht nur aus dem Tod zurückgekehrt.

      Er ist als Sieger auferstanden und erhöht worden.

      Darum kann Paulus sagen:

      „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (Korinther 15,57)

      Die beiden Kapitel ergeben zusammen ein starkes Bild

      2. Chronik 13–14Bezug zum Erlösungswerk
      Gottes Bund mit David bleibt Christus kommt als Sohn Davids
      Juda ist zahlenmäßig unterlegen Der Mensch kann sich selbst nicht erlösen
      Juda wird umzingelt Es gibt menschlich keinen Ausweg
      Das Volk schreit zum HERRN Der Sünder ruft Gott um Rettung an
      Gott schenkt den Sieg Erlösung ist Gottes Werk
      Juda stützt sich auf den HERRN Rechtfertigung geschieht durch Glauben
      Abija bleibt unvollkommen Wir brauchen einen besseren König
      Asa beseitigt die Götzen Christus befreit von der Herrschaft der Sünde
      Das Volk soll Gott suchen Erlösung führt in Gemeinschaft mit Gott
      Gott schenkt Ruhe Christus schenkt Frieden mit Gott
      Serachs riesiges Heer Auch übermächtige Feinde begrenzen Gott nicht
      „Wir stützen uns auf dich“ Glaube ruht auf Christus
      „In deinem Namen“ Heil ist allein im Namen Jesu
      Gott schlägt den Feind Christus erringt den entscheidenden Sieg

      Der zentrale Gedanke zum Erlösungswerk

      Besonders schön finde ich, dass 2. Chronik 13–14 zweimal fast dieselbe Situation erzählt:

      Kapitel 13: Juda ist umzingelt → Juda ruft → Juda vertraut → Gott rettet.

      Kapitel 14: Juda steht einer gewaltigen Übermacht gegenüber → Asa ruft → Asa vertraut → Gott rettet.

      Damit wird ein Grundprinzip des Evangeliums sichtbar:

      Nicht der Starke wird gerettet, weil er stark genug ist. Der Hilflose wird gerettet, weil er sich auf den starken Gott stützt.

      Und genau hier führt der Text zu Christus. Am Kreuz hat Gott den entscheidenden Kampf nicht uns überlassen. Jesus trat an unsere Stelle und besiegte Sünde und Tod. Deshalb besteht rettender Glaube nicht darin, Christus unsere Stärke anzubieten, sondern uns mit unserer ganzen Schwachheit auf sein vollbrachtes Werk zu stützen.

      Danach beginnt – wie bei Asa – das Aufräumen: Götzen verlieren ihren Platz, falsche Herrschaften werden beseitigt und ein neues Leben unter Gottes Herrschaft beginnt.

      Wir werden nicht erlöst, weil wir zuerst unser Leben aufgeräumt haben. Wir räumen unser Leben auf, weil Christus uns erlöst hat.

      Das wäre für mich der stärkste Gedanke aus 2. Chronik 13–14.

      Erklärung der Farben

      im Bibeltext

      Blau Handeln Gottes
      Blau Rede Gottes
      Rot Betrift mein Leben
      Grün

      Verheißung / Versprechen

      Grün Verheißung / Versprechen
      Braun wichtig
      Beige wichtig
      Türkis Jesus
      Gelb Heiliger Geist