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Tag 39
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Fragen
- Elihu nennt verschiedene Arten, durch die Gott mit den Menschen redet. Welche sind das?
- Elihu weist Hiobs Aussage zurück, wonach Gott ihm sein Recht verweigert. Wie handelt Gott an den Menschen?
Bibeltext
Hiob 32
Die Worte Hiobs sind zu Ende.
Und jene drei Männer hörten auf, Hiob zu antworten, weil er in seinen Augen gerecht war.
Da entbrannte der Zorn Elihus, des Sohnes Barakeels, des Busiters, vom Geschlecht Ram; sein Zorn entbrannte gegen Hiob, weil er sich selbst mehr rechtfertigte als Gott. Und sein Zorn entbrannte gegen seine drei Freunde, weil sie keine Antwort fanden und Hiob verurteilten.
Aber Elihu hatte mit <dem> Reden auf Hiob gewartet, weil jene älter an Jahren waren als er. Und als Elihu sah, dass keine Antwort im Mund der drei Männer war, da entbrannte sein Zorn.
Und Elihu, der Sohn Barakeels, der Busiter, hob an und sprach:
Ich bin jung an Jahren, und ihr seid Greise; darum habe ich mich gescheut und gefürchtet, euch mein Wissen mitzuteilen. Ich sagte: Mögen die Tage reden und die Menge der Jahre Weisheit verkünden.
Jedoch der Geist ist es in den Menschen, und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht. Nicht die Bejahrten sind weise, noch verstehen die Alten, was recht ist. Darum sage ich: Höre mir zu, auch ich will mein Wissen kundtun. Siehe, ich harrte auf eure Reden, horchte auf eure Einsichten, bis ihr Worte ausfindig gemacht hättet, und ich richtete meine Aufmerksamkeit auf euch; und siehe, keiner ist unter euch, der Hiob widerlegt, der seine Reden beantwortet hätte. Dass ihr nur nicht sagt: Wir haben Weisheit gefunden. Gott wird ihn aus dem Feld schlagen, nicht ein Mensch! Er hat ja an mich keine Worte gerichtet, und mit euren Reden werde ich ihm nicht erwidern.
Sie sind bestürzt, sie antworten nicht mehr, die Worte sind ihnen ausgegangen. Und ich sollte warten, weil sie nicht reden, weil sie dastehen, nicht mehr antworten? Auch ich will mein Teil erwidern, auch ich will mein Wissen kundtun. Denn voll bin ich von Worten; der Geist meines Innern drängt mich. Siehe, mein Inneres ist wie Wein, der nicht geöffnet ist; gleich neuen Schläuchen will es bersten. Ich will reden, dass mir Luft werde, will meine Lippen auftun und antworten. Dass ich nur ja für niemand Partei nehme! Und keinem Menschen werde ich schmeicheln. Denn ich weiß nicht zu schmeicheln: Sehr bald würde mein Schöpfer mich wegnehmen.
Hiob 33
Nun aber, Hiob, höre doch meine Reden, und nimm zu Ohren alle meine Worte. Sieh doch, ich habe meinen Mund geöffnet, meine Zunge redet in meinem Gaumen. Meine Worte sollen die Geradheit meines Herzens sein, und was meine Lippen wissen, sollen sie rein heraussagen. Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen belebt mich. Wenn du kannst, so antworte mir; rüste dich vor mir, stelle dich!
Siehe, ich bin Gottes wie du; vom Ton abgekniffen bin auch ich.
Siehe, sein Schrecken wird dich nicht ängstigen, und mein Druck wird nicht schwer auf dir lasten. Gewiss, du hast vor meinen Ohren gesprochen, und ich hörte die Stimme der Worte: Ich bin rein, ohne Übertretung; ich bin makellos, und keine Ungerechtigkeit ist an mir. Siehe, er erfindet Feindseligkeiten gegen mich; er hält mich für seinen Feind. Er legt meine Füße in den Stock, beobachtet alle meine Pfade. – Siehe, darin hast du nicht Recht, antworte ich dir; denn Gott ist erhabener als ein Mensch. Warum hast du gegen ihn gehadert? Denn über all sein Tun gibt er keine Antwort.
Doch in einer Weise redet Gott und in zweien, ohne dass man es beachtet.
Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt, im Schlummer auf dem Lager: Dann öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt die Unterweisung, die er ihnen gibt, um den Menschen von <seinem> Tun abzuwenden und damit er Übermut vor dem Mann verberge, dass er seine Seele zurückhalte von der Grube, und sein Leben vom Rennen ins Geschoss.
Auch wird er gezüchtigt mit Schmerzen auf seinem Lager und mit beständigem Kampf in seinen Gebeinen. Und sein Leben verabscheut das Brot, und seine Seele die Lieblingsspeise; sein Fleisch zehrt ab, dass man es nicht mehr sieht, und entblößt sind seine Knochen, die nicht gesehen wurden; und seine Seele nähert sich der Grube, und sein Leben den Würgern.
Wenn es <nun> für ihn einen Gesandten gibt, einen Ausleger, einen aus tausend, um dem Menschen seine Geradheit kundzutun, so wird er sich seiner erbarmen und sprechen: Erlöse ihn, dass er nicht in die Grube hinabfahre; ich habe eine Sühnung gefunden.
Sein Fleisch wird frischer sein als in der Jugend; er wird zurückkehren zu den Tagen seiner Jünglingskraft. Er wird zu Gott flehen, und er wird ihn wohlgefällig annehmen, und er wird sein Angesicht schauen mit Jauchzen; und er wird dem Menschen seine Gerechtigkeit vergelten. Er wird vor den Menschen singen und sagen: Ich hatte gesündigt und die Geradheit verkehrt, und es wurde mir nicht vergolten; er hat meine Seele erlöst, dass sie nicht in die Grube fahre, und mein Leben erfreut sich des Lichts.
Siehe, das alles tut Gott zwei-, dreimal mit dem Mann, um seine Seele abzuwenden von der Grube, dass sie erleuchtet werde vom Licht der Lebendigen. Merke auf, Hiob, höre mir zu; schweig, und ich will reden. Wenn du Worte hast, so antworte mir; rede, denn ich wünsche dich zu rechtfertigen. Wenn nicht, so höre du mir zu; schweig, und ich werde dich Weisheit lehren.
Hiob 34
Und Elihu hob <wieder> an und sprach:
Hört, ihr Weisen, meine Worte, und ihr Kundigen, gebt mir Gehör! Denn das Ohr prüft die Worte, wie der Gaumen die Speise kostet. Erwählen wir für uns, was recht, erkennen wir unter uns, was gut ist! Denn Hiob hat gesagt: Ich bin gerecht, und Gott hat mir mein Recht entzogen. Trotz meines Rechts soll ich lügen; meine Wunde ist unheilbar, ohne dass ich übertreten habe.
Wer ist ein Mann wie Hiob, der Hohn trinkt wie Wasser und in Gesellschaft geht mit denen, die Frevel tun, und mit gottlosen Menschen Umgang hat? Denn er hat gesagt: Keinen Nutzen hat ein Mann davon, dass er Wohlgefallen an Gott hat!
Darum hört mir zu, ihr Männer von Verstand! Fern sei Gott von Gottlosigkeit und der Allmächtige von Unrecht!
Sondern des Menschen Tun vergilt er ihm, und nach jemandes Weg lässt er es ihn finden. Ja, wirklich, Gott handelt nicht gottlos, und der Allmächtige beugt nicht das Recht. Wer hat ihm die Erde anvertraut? Und wer hat den ganzen Erdkreis gegründet? Wenn er sein Herz <nur> auf sich selbst richtete, seinen Geist und seinen Odem an sich zurückzöge, so würde alles Fleisch insgesamt verscheiden und der Mensch zum Staub zurückkehren.
Und wenn du doch dies einsehen <und> hören, der Stimme meiner Worte Gehör schenken wolltest! Sollte auch herrschen, wer das Recht hasst? Oder willst du den Allgerechten verdammen? Sagt man zu einem König: Belial, zu Edlen: Gottloser?
Wie viel weniger zu ihm>, der die Person der Fürsten nicht ansieht und den Vornehmen nicht vor dem Geringen berücksichtigt! Denn sie alle sind das Werk seiner Hände. In einem Augenblick sterben sie; und in der Mitte der Nacht wird ein Volk erschüttert und vergeht, und Mächtige werden beseitigt ohne Menschenhand. Denn seine Augen <sind> auf die Wege des Menschen <gerichtet>, und er sieht alle seine Schritte. Da ist keine Finsternis und kein Todesschatten, dass sich darin verbergen könnten, die Frevel tun. Denn er braucht nicht lange auf einen Menschen Acht zu geben, damit er vor Gott ins Gericht komme. Er zerschmettert Gewaltige ohne Untersuchung und setzt andere an ihre Stelle. Daher kennt er ihre Handlungen und kehrt sie um über Nacht, und sie werden zermalmt. Er schlägt sie wie Übeltäter auf öffentlichem Platz, weil sie von seiner Nachfolge abgewichen sind und alle seine Wege nicht bedacht haben, um zu ihm hinaufdringen zu lassen das Schreien des Geringen, und damit er das Schreien der Elenden höre. Schafft er Ruhe, wer will beunruhigen? Und verbirgt er das Angesicht, wer kann ihn schauen? <So handelt er> sowohl gegen ein Volk als auch ebenso gegen einen Menschen, damit der ruchlose Mensch nicht regiere, damit sie nicht Fallstricke des Volkes seien.
Denn hat er wohl zu Gott gesagt: Ich trage <meine Strafe,> ich will nicht <mehr> Böses tun; was ich nicht sehe, zeige du mir; wenn ich Unrecht verübt habe, so will ich es nicht mehr tun?
Soll er es nach deinem Sinn vergelten? Denn du hast <seine Vergeltung> verworfen, und so musst du wählen, und nicht ich; was du weißt, rede denn! Männer mit Verstand werden zu mir sagen, und ein weiser Mann, der mir zuhört: Hiob redet nicht mit Erkenntnis, und seine Worte sind ohne Einsicht. Ach, dass doch Hiob immerfort geprüft würde wegen seiner Antworten nach Frevlerart! Denn er fügt seiner Sünde Übertretung hinzu, klatscht unter uns in die Hände und mehrt seine Worte gegen Gott.
Meine Antworten
Elihu nennt verschiedene Arten, durch die Gott mit den Menschen redet. Welche sind das?
- auf verschiedene Weisen (Hi 33,14)
- im Traum (Hi 33,15)
- in der Zucht, durch Schmerzen (Hi 33,19)
- durch einen Mittler (Hi 33,23)
Elihu weist Hiobs Aussage zurück, wonach Gott ihm sein Recht verweigert. Wie handelt Gott an den Menschen?
Hi 34,21-30: Denn seine Augen <sind> auf die Wege des Menschen <gerichtet>, und er sieht alle seine Schritte. Da ist keine Finsternis und kein Todesschatten, dass sich darin verbergen könnten, die Frevel tun. Denn er braucht nicht lange auf einen Menschen Acht zu geben, damit er vor Gott ins Gericht komme. Er zerschmettert Gewaltige ohne Untersuchung und setzt andere an ihre Stelle. Daher kennt er ihre Handlungen und kehrt sie um über Nacht, und sie werden zermalmt. Er schlägt sie wie Übeltäter auf öffentlichem Platz, weil sie von seiner Nachfolge abgewichen sind und alle seine Wege nicht bedacht haben, um zu ihm hinaufdringen zu lassen das Schreien des Geringen, und damit er das Schreien der Elenden höre. Schafft er Ruhe, wer will beunruhigen? Und verbirgt er das Angesicht, wer kann ihn schauen? <So handelt er> sowohl gegen ein Volk als auch ebenso gegen einen Menschen, damit der ruchlose Mensch nicht regiere, damit sie nicht Fallstricke des Volkes seien.
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1.1 Was bedeutet „Altes Testament"?
Das Alte Testament umfasst 39 Bücher und bildet den ersten Hauptteil der Bibel. Es enthält die Grundlage des Bundes, den Gott mit seinem Volk am Sinai durch Mose geschlossen hat. Das neue Testament dagegen enthält die Grundlage des neuen Bundes, dessen Mittler Jesus Christus ist.
Ein Testament ist ein Bund oder eine Vereinbarung. Damit ein Testament in Kraft treten kann, müssen beide Seiten die Bedingungen für ihre Vereinbarung anerkennen und sich zur Einhaltung verpflichten.
Gott hat im Laufe der Heilsgeschichte verschiedene Bündnisse mit dem Volk Israel, aber auch mit einzelnen Menschen geschlossen. Durch das Leiden und Sterben Jesu Christi auf Golgatha hat Gott einen Bund aufgerichtet, der alle Bündnisse überragt: den neuen Bund.
Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. (Lk 22,20)
Mit dem „Ersten Bund" oder dem „alten Bund" ist der Bund gemeint, den Gott mit dem Volk Israel am Berg Horeb geschlossen hat, als er ihnen das Gesetz gab.
Und Mose rief ganz Israel herbei und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die Ordnungen und die Rechtsbestimmungen, die ich heute vor euren Ohren rede! Lernt sie und achtet darauf, sie zu tun! Der HERR, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen. (5.Mo 5,1.2)
Doch kein Mensch - außer Jesus Christus -war in der Lage, diesen Gesetzesbund einzuhalten. Darum wird bereits im Alten Testament auf das Kommen eines neuen Bundes hingewiesen:
Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund: nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, - diesen meinen Bund haben {sie} gebrochen, obwohl ich doch ihr Herr war, spricht der HERR. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und {sie} werden mein Volk sein. (Jer 31,31-33)
Wir leben heute in der Zeit des neuen Testaments. Durch die Aufrichtung des neuen Bundes ist der vorherige Bund veraltet:
Indem er von einem «neuen» <Bund> spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt; was aber veraltet und sich überlebt, ist dem Verschwinden nahe. (Hebr 8,13)
Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter Gesetz verwahrt, eingeschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeister; denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus. (Gal 3,23-26)
Das bedeutet allerdings nicht, dass das Alte Testament bedeutungslos ist. Das Alte Testament ist ebenso Gottes Wort wie das Neue Testament. Wir erfahren in ihm Näheres über den Ursprung der Welt, über die Herkunft des Menschen, über das Problem der Sünde, über das Handeln Gottes mit den Menschen, über seine Liebe und Heiligkeit sowie über seinen wunderbaren Plan der Erlösung.
Gottes Wort (AT und NT) hat ewigen Bestand und ist darum maßgebend für unser Leben und für unsere Beziehung zu Gott.
Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen {nicht} vergehen. (Mt 24,35)
«Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott?»( Mi 6,8)
1.2 Die Einteilung des Alten Testaments
Der Inhalt unseres deutschen Alten Testaments ist mit dem Inhalt in der hebräischen Bibel identisch. Die Anzahl und Aufteilung der einzelnen Bücher ist dagegen unterschiedlich. Unser deutsches AT besteht aus 39 Büchern, der hebräische Text dagegen aus 24 Büchern.
Folgende Bücher wurden zu einem Buch zusammengefasst:
- 1. und 2. Samuel
- 1. und 2. Chronik
- 1. und 2. Könige
- die zwölf kleinen Propheten
- Esra und Nehemia
Hebräische Bibel |
|
Deutsche Bibel |
|
| Das Gesetz | (Thora) | Die Geschichtsbücher | |
| 1.-5. Mose | Die Bücher Mose | 1.-5. Mose Gesetz | Gesetz |
| Josua | Geschichte | ||
| Richter | |||
| Die Propheten | (Nebiim) | Rut 1.-2. Samuel | |
| Josua | frühere Propheten | 1.-2. Könige | |
| Richter | 1.-2. Chronik | ||
| Samuel | Esra | ||
| Könige | Nehemia | ||
| Ester | |||
| Jesaja | spätere Propheten | Die Lehrbücher | |
| Jeremia | Hiob | ||
| Hesekiel | Psalmen | poetische Bücher | |
| Die zwölf kleinen Propheten | Sprüche | (Weisheitsbücher) | |
| Prediger | |||
| Hohelied | |||
| Die Schriften | (Ketubim) | Die prophetischen Bücher | |
| Hiob | Poetische Bücher | Jesaja | große Propheten |
| Psalmen | Rollen = Megilloth | Jeremia | |
| Sprüche | Klagelieder | ||
| Hohelied | Hesekiel | ||
| Ruth | (An Festen gelesen) | Daniel | |
| Klagelieder | Hosea | kleine Propheten | |
| Prediger | Joel | ||
| Ester | Amos | ||
| Daniel | Geschichtsbücher | Obadja | |
| Esra/Nehemia | Jona | ||
| Chronik | Micha | ||
| Nahum | |||
| Habakuk | |||
| Zefanja | |||
| Haggai | |||
| Sacharja | |||
| Maleachi |
1.3 Der Ablauf der alttestamentlichen Zeit
Siehe Zeitstrahl
1.4 Die Beziehung zu den Apokryphen
Außer den 66 Büchern der Bibel gibt es noch eine Reihe anderer hebräischer Schriften. Die Apokryphen sind 14 religiöse Bücher des späteren Judentums (3.-1. Jahrhundert v. Chr.), die aber nicht zur Bibel gehören.
Apokryphen = griechisch „die Verborgenen"
Mit diesem Begriff wurden ursprünglich die Geheimschriften von Sektierern bezeichnet.
Warum gehören die Apokryphen nicht zur Heiligen Schrift?
- Diese Bücher wurden von den Juden nie als Teil der Heiligen Schrift anerkannt.
- Die Apokryphen wurden von Jesus nicht zitiert und folglich nicht anerkannt. Er kannte und benutzte das Alte Testament so, wie es uns heute vorliegt.
- Die Apokryphen waren ursprünglich nicht in der Septuaginta (erste griechische Übersetzung des AT) enthalten.
- Die Apokryphen enthalten Widersprüche zur Bibel.
- Auf dem Konzil zu Trient (1546 n. Chr.) wurden die Apokryphen als kanonisch erklärt und sind heute in manchen Bibelausgaben enthalten.
1.5 Die Beziehung zum Neuen Testament
Beide Testamente sind vom Heiligen Geist inspiriert und darum Gottes Wort. Sie gehören zusammen und bilden gemeinsam die Bibel.
Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, (2. Tim 3,16)
Denn die Schrift sagt: «Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden», und: «Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.» (1. Tim 5,18)
Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus <kommen sollten>, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte. Ihnen wurde es geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren. (1. Petr 1,11.12)
Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist. (2. Petr 1,21)
Der Plan Gottes zur Erlösung (Heilsplan) wird Stück um Stück im Alten Testament offenbart.
Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; {er} wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen. (1. Mo 3,15)
Und ich will dich zu einer großen Nation machen, und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein! Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! (1. Mo 12,2.3)
Er ist wie ein Trieb vor ihm aufgeschossen und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten. Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. Jedoch unsere Leiden - {er} hat <sie> getragen, und unsere Schmerzen - er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen <eigenen> Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld. - Er wurde misshandelt, aber {er} beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf. - Aus Drangsal und Gericht wurde er hinweggenommen. Und wer wird über sein Geschlecht nachsinnen? Denn er wurde abgeschnitten vom Lande der Lebendigen. Wegen des Vergehens seines Volkes <hat> ihn Strafe <getroffen>. Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, aber bei einem Reichen <ist er gewesen> in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist. Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen. Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er Nachkommen sehen, er wird <seine> Tage verlängern. Und was dem HERRN gefällt, wird durch seine Hand gelingen. Um der Mühsal seiner Seele willen wird er <Frucht> sehen, er wird sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen. Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und sich zu den Verbrechern zählen ließ. {Er} aber hat die Sünde vieler getragen und für die Verbrecher Fürbitte getan. (Jes 53,2-12)
Im Neuen Testament sehen wir, wie viele der alttestamentlichen Prophetien (z.B. auf Jesus hin) in Erfüllung gehen.
Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen und im Herzen <zu> träge, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit hineingehen? Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf. (Lk 24,25-27)
Dem aber, der euch zu stärken vermag nach meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, nach der Offenbarung des Geheimnisses, das ewige Zeiten hindurch verschwiegen war, (Röm 16,25)
Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat; er, der Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck seines Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt, hat sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt, nachdem er die Reinigung von den Sünden bewirkt hat; (Hebr 1,1-3)
1.6 Die Bedeutung des Alten Testaments
- Wir bekommen sichere Informationen über die Entstehung der Erde und die Herkunft des Menschen.
- Im Alten Testament lernen wir Gott in seiner Heiligkeit und Erhabenheit kennen, der die Sünde nicht duldet. Auf der anderen Seite sehen wir die Sündhaftigkeit des Menschen, der dringend Erlösung braucht.
- Wir sehen, welche Bedeutung das Volk Israel im Heilsplan einnimmt.
- Der Plan Gottes zu unserer Erlösung wird Stück um Stück entfaltet.
- In den poetischen Büchern erleben wir verschiedene Menschen auf den Höhen und in den Tiefen ihres Glaubenslebens, die uns Trost in unseren Glaubenskämpfen geben.
- Die Propheten sprachen nicht nur Gericht über die damaligen Völker aus, sie wiesen bereits auf das Kommen unseres Erlösers sowie auf die Zukunft dieser Welt hin.
- Die Erfüllung von zahlreichen Verheißungen dürfen wir in Anspruch nehmen.
- Das Alte Testament bildet die Grundlage zum Verständnis des Neuen Testaments.
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Solange es die Bibel gibt, haben Menschen daraus Kraft, Ermutigung und Trost empfangen. Sie ist absolut zuverlässig und darum Maßstab für unseren Glauben und für unser Leben. Deshalb wollen wir die Bibel nicht nur lesen, sondern sie auch kennen und ausleben.
Jos 1,8: Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst darüber nachsinnen Tag und Nacht, damit du darauf achtest, zu tun nach allem, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinem Weg Erfolg haben, und dann wird es dir gelingen.
1.1 Was ist die Bibel?
Die Bibel ist eine Sammlung von 66 einzelnen Büchern, die in einem Zeitraum von ca. 1600 Jahren von über 40 verschiedenen Verfassern geschrieben wurde. Die Bibel ist vom Heiligen Geist inspiriert (Vgl. Die Inspiration der Bibel) und gibt mit göttlicher Autorität die Botschaft Gottes an uns Menschen weiter. Sie ist maßgebend für unsere Beziehung zu Gott und für unser Leben als Christ.
A. Die Namen der Bibel
1. Die Bibel
Die Bücher, die im Gottesdienst der ersten Christen gebraucht wurden, nannten die griechisch sprechenden Christen „biblia“ (Bücher).
Unser deutsches Wort „Bibel“ wurde davon abgeleitet und in die Einzahl gesetzt. Dadurch weist es auf die Einheit und die Einzigartigkeit des Wortes Gottes hin.
2. Die Heilige Schrift
Wir beziehen heute den Begriff „Heilige Schrift“ auf die ganze Bibel. An einigen Stellen wird das Alte Testament als eine heilige Schrift bezeichnet:
...das er durch seine Propheten in heiligen Schriften zuvor verheißen hat (Röm 1,2)
...und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die imstande sind, dich weise zu machen zur Errettung durch <den> Glauben, der in Christus Jesus ist. (2. Tim 3,15)
3. Weitere Namen
Welche Bezeichnungen für die Bibel oder für Teile der Bibel gibt es außerdem?
im ersten Jahr seiner Regierung verstand ich, Daniel, in den Schriften die Zahl der Jahre, bezüglich derer das Wort des HERRN an den Propheten Jeremia ergangen war, dass <nämlich> 70 Jahre für die Verwüstung Jerusalems vollendet werden sollten. (Da 9,2)
Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen: „<Der> Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden. Von <dem> Herrn her ist er dies geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen.“? (Mt 21,42)
Er sprach aber zu ihnen: Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen. (Lu 24,44)
Aber nach dem Vorlesen des Gesetzes und der Propheten sandten die Synagogenvorsteher zu ihnen und ließen sagen: Brüder, wenn in euch irgendein Wort <der> Ermahnung an das Volk ist, <so> redet. (Apg 13,15)
Es grüßen euch Timotheus, mein Mitarbeiter, und Luzius und Jason und Sosipater, meine Verwandten. (Röm 16,21)
B. Die Einteilung der Bibel
Die Bibel besteht aus zwei Teilen mit insgesamt 66 verschiedenen Büchern:
- Altes Testament (Altes Testament): 39 Bücher
- Neues Testament (Neuen Testament): 27 Bücher
Sowohl das Alte als auch das Neue Testament kann eingeteilt werden in:
- Geschichtsbücher
- Lehrbücher
- Prophetische Bücher (im Neuen Testament nur ein proph. Buch).
Die heutige Einteilung der Kapitel wurde von Langton, dem Erzbischof von Canterbury (1227 n. Chr.), und die heutige Verseinteilung von R. Stephanus, einem Buchdrucker (1551 n. Chr.), vorgenommen.
C. Die Ursprachen der Bibel
1. Die Sprache des Alten Testaments
Das Alte Testament wurde hauptsächlich in hebräischer Sprache geschrieben. Bis zur Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar sprach das Volk Israel hauptsächlich Hebräisch. Hebräisch wurde auch als die Sprache Kanaans bezeichnet:
An jenem Tag werden fünf Städte im Land Ägypten sein, die die Sprache Kanaans reden und bei dem HERRN der Heerscharen schwören werden. Eine wird Ir-ha-Heres heißen. (Jes 19,18)
Und der Rabsake trat hin und rief mit lauter Stimme auf Jüdisch und sprach: Hört die Worte des großen Königs, des Königs von Assyrien! (Jes 36,13)
In der Zeit der babylonischen Gefangenschaft drang die aramäische Sprache immer mehr in Kanaan ein und verdrängte die hebräische Sprache. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft wurde Aramäisch zur Volkssprache in Palästina.
Damit mag es auch zusammenhängen, dass einige Abschnitte in aramäischer Sprache geschrieben wurden (Esra 4,8-6,18; 7,12-26; Daniel 2,4-7,28; Jeremia 10,11).
2. Die Sprache des Neuen Testaments
Das Neue Testament wurde in griechischer Sprache geschrieben. Nach den Eroberungszügen Alexanders des Großen (um 330 v. Chr.) wurde Griechisch die vorherrschende Sprache des Mittelmeerraumes.
1.2 Wie ist die Bibel entstanden?
A. Die Verfasser
Die Bibel wurde von wenigstens 40 Verfassern geschrieben. Darunter waren Könige, Staatsmänner, Gelehrte, Dichter, Hirten, Fischer usw.
Sie schrieben an verschiedenen Orten, z.B. im Gefängnis, im Palast und auf Reisen. Sie schrieben auch in unterschiedlichen Gemütsverfassungen.
B. Das Schriftmaterial
1. Stein
Die ältesten Inschriften in Ägypten, Palästina und Babylon sind auf Stein geschrieben:
Und als er auf dem Berg Sinai mit Mose zu Ende geredet hatte, gab er ihm die zwei Tafeln des Zeugnisses, steinerne Tafeln, beschrieben mit dem Finger Gottes.( 2. Mo 31,18)
Darauf sprach der HERR zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln wie die ersten zu Recht! Dann werde ich auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln standen, die du zerschmettert hast. (2. Mo 34,1)
Und Mose blieb vierzig Tage und vierzig Nächte dort beim HERRN. Brot aß er nicht, und Wasser trank er nicht. Und er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die zehn Worte. (2. Mo 34,28)
Und es soll geschehen, an dem Tag, an dem ihr über den Jordan in das Land hinüberzieht, das der HERR, dein Gott, dir gibt, sollst du dir große Steine aufrichten und sie mit Kalk bestreichen. (5. Mo 27,2)
Und du sollst alle Worte dieses Gesetzes auf sie schreiben, wenn du hinübergezogen bist, damit du in das Land kommst, das der HERR, dein Gott, dir gibt, ein Land, das von Milch und Honig überfließt, wie der HERR, der Gott deiner Väter, zu dir geredet hat. (5. Mo 27,3)
Damals baute Josua dem HERRN, dem Gott Israels, einen Altar auf dem Berg Ebal, (Jos 8,30)
Und er schrieb dort auf die Steine eine Abschrift des Gesetzes des Mose, die er vor den Söhnen Israel geschrieben hatte. (Jos 8,32)
2. Ton
Es wurden große Bibliotheken aus Tontafeln in Assyrien und Babylon gefunden. Hesekiel bekam von Gott den Auftrag, die Stadt Jerusalem auf einem Ziegel zu entwerfen:
Und du, Menschensohn, nimm dir einen Ziegelstein, und lege ihn vor dich hin, und zeichne darauf eine Stadt, <nämlich> Jerusalem! (Hes 4,1)
3. Leder
Eine Jesaja-Rolle, die um 150 -200 v. Chr. geschrieben und im Frühjahr 1947 in Qumran gefunden wurde, bestand aus 17 zusammengenähten Lederblättern.
4. Papyrus
In Ägypten benutzte man schon um 3500 v. Chr. die Papyruspflanze, um Schreibmaterial herzustellen. Aus dem Mark dieser Staude wurden dünne Streifen geschnitten und zu einem Blatt zusammengelegt. Eine zweite Lage wurde quer über die erste gelegt und durch Pressen und Feuchtigkeit mit ihr verbunden. Für längere Schriftstücke wurden mehrere Blätter zu einer Rolle zusammengeheftet.
Die Papyrusrolle wurde später durch den Papyruskodex abgelöst. Ein Kodex ist mit dem heutigen Buch zu vergleichen.
5. Pergament
Für die Herstellung von Pergament wurden Tierhäute getrocknet, gespannt und mit Steinen beidseitig geschmeidig gerieben. Weil Pergament sehr dauerhaft war, verdrängte es den Papyrus. Vom 4. Jahrhundert n. Chr. an und das ganze Mittelalter hindurch wurde das Wort Gottes auf Pergament geschrieben und weitergegeben.
C. Der Kanon der Bibel
1. Was bedeutet „Kanon“?
Das Wort „Kanon“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Rohr“ oder „Stab“. Da ein Rohr auch als Maßstab gebraucht wurde, bedeutet das Wort „Kanon“ hier „Maßstab“, „Regel“ oder „Richtschnur“. Es bezeichnet die Sammlung der Schriften, die zur Bibel gehören und somit Maßstab und Richtschnur unseres Glaubens sind.
Es wurden zur Zeit des Alten und Neuen Testaments auch andere religiöse Bücher geschrieben, die nicht in der Bibel zu finden sind. Darum ist die Frage berechtigt: „Welche Bücher sind göttlich inspiriert und damit Richtschnur für unseren Glauben? Welche Bücher gehören zum Kanon der Bibel?“
Der Kanon der Bibel ist allmählich entstanden, weil die einzelnen Bücher auch über eine große Zeitspanne hinweg geschrieben wurden.
Es ist nicht so, dass die Bücher der Bibel durch irgendwelche jüdische oder christliche Konzile Autorität bekamen. Es ist vielmehr so, dass sie bereits göttliche Autorität hatten und unter dem stillen Einfluss des Heiligen Geistes zur Bibel zusammengestellt und von der ganzen Christenheit anerkannt wurden.
Der Text und die Autorität des Alten Testaments wurde auf dem Konzil von Jamnia (90 n. Chr.) bestätigt. Der Text des Neuen Testaments wurde von den Kirchenvätern auf dem Konzil von Hippo (393 n. Chr.) und Karthago (397 n. Chr.) bestätigt.
Einige wichtige Kriterien zur Aufnahme eines Buches in den Kanon waren:
- Besitzt das Buch göttliche Autorität?
- Wurde es von einem Mann Gottes geschrieben?
- Ist es historisch und dogmatisch zuverlässig?
- Besitzt es geistliche und lebenserneuernde Kraft?
- Wurde es vom Volk Gottes akzeptiert?
2. Der Kanon des Alten Testaments
Der Kanon des Alten Testaments war wohl schon im 4. Jahrhundert vor Christus abgeschlossen. In der Septuaginta (erste griechische Übersetzung des Alten Testaments, ca. 285-246 v. Chr.) war bereits das vollständige Alte Testament enthalten. Auch Jesus kannte, akzeptierte und benutzte das Alte Testament so, wie es uns heute vorliegt:
Er sprach aber zu ihnen: Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen. (Lu 24,44)
Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter“? Wenn er diejenigen Götter nannte, an die das Wort Gottes erging (und die Schrift kann nicht aufgelöst werden), sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst (weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn)? (Joh 10,34-36)
Darum hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und <einige> von ihnen werden sie töten und verfolgen, damit das Blut aller Propheten, das von Grundlegung <der> Welt an vergossen worden ist, von diesem Geschlecht gefordert werde: von <dem> Blut Abels bis zu <dem> Blut Sacharjas, der umkam zwischen dem Altar und dem Haus; ja, ich sage euch, es wird von diesem Geschlecht gefordert werden! (Lu 11,49-51)
Dieser ist es, von dem geschrieben steht: „Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.“ (Mt 11,10)
Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen: „<Der> Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden. Von <dem> Herrn her ist er dies geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen.“? (Mt 21,42)
3. Der Kanon des Neuen Testaments
Aus der Mitte des 2. Jahrhundert n. Chr. wird uns berichtet, dass die Christen an den Sonntagen zu ihren Gottesdiensten zusammenkamen und dass die „Berichte der Apostel“ zusammen mit den „Schriften der Propheten“ gelesen wurden (Justinus der Märtyrer).
Die Sammlung der Schriften des Neuen Testaments fand nicht an einem Ort statt. Darum hat es lange gedauert, bis der Kanon des Neuen Testaments einheitlich vorlag. Obwohl es viele andere religiöse Schriften gab, akzeptierten die christlichen Gemeinden nur die 27 Bücher des Neuen Testaments, wie sie uns heute vorliegen. Der neutestamentliche Kanon war am Ende des 4. Jahrhunderts abgeschlossen und wurde von den verschiedenen Gemeinden als Wort Gottes anerkannt.
Paulus akzeptierte die Schriften des Neuen Testaments ebenso wie die Schriften des Alten Testaments:
Denn die Schrift sagt: „Du sollst dem Ochsen, der drischt, nicht das Maul verbinden“, und: „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.“ (1. Tim 5,18)
Petrus bestätigte die Schriften des Paulus:
Und erachtet die Langmut unseres Herrn für Errettung, so wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm gegebenen Weisheit euch geschrieben hat, wie auch in allen Briefen, wenn er in ihnen von diesen <Dingen> redet, von denen einige schwer zu verstehen sind, die die Unwissenden und Unbefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben. (2. Petr 3,15.16)
1.3 Wie wurde die Bibel überliefert?
Es ist sicher, dass kein Buch des Altertums so genau überliefert worden ist wie die Bibel. Wer die Genauigkeit der Bibel in Frage stellt, stellt die gesamte Literatur der Antike in Frage.
A. Jüdische Abschreibvorschriften
Im jüdischen Gesetz (Talmud) gab es strenge Anweisungen, die jeder Schreiber der Bibel zu beachten hatte. Es durfte demnach kein Wort und auch kein Buchstabe aus dem Gedächtnis geschrieben werden. Die Vorlage musste ein beglaubigtes Exemplar sein. Der Schreiber durfte von ihr nicht im Geringsten abweichen. Wenn eine Schrift abgenutzt und für den Gottesdienst nicht mehr geeignet war, wurde sie von den Juden ehrfurchtsvoll begraben. Ein ehrenvolles Begräbnis schien ihnen besser zu sein als die Gefahr, dass der Name Gottes darauf entheiligt werden könnte.
B. Die Masoreten
Die „Masoreten“ waren jüdische Gelehrte, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, den hebräischen Text des Alten Testaments mit peinlicher Genauigkeit abzuschreiben. Sie taten ihre wertvolle Arbeit in der Zeit vom 5.-10. Jahrhundert nach Christus. Um jeder Veränderung oder Hinzufügung des Textes zuvorzukommen, schrieben sie Bemerkungen an den Rand (Randbemerkungen = masora; daher: Masoreten).
In der hebräischen Schrift werden nur die Konsonanten und keine Vokale geschrieben. Weil die Juden sich mehr und mehr mit anderen Völkern vermischten, wurde für sie das Lesen ihrer Schrift auch immer schwerer. Damit aber am Text nichts verändert wird, setzten sie kleine Zeichen, meist Punkte, über oder unter die Konsonanten, um somit das Lesen zu erleichtern.
Außerdem haben sie die Buchstaben der einzelnen Bücher gezählt; sie ermittelten den mittleren Buchstaben, den mittleren Vers des Alten Testaments usw. Dadurch sollte die Genauigkeit der Überlieferung gewährleistet werden.
Beispiele:
- Der Buchstabe Aleph kommt im Alten Testament 42.377-mal vor.
- Der Buchstabe Beth kommt im Alten Testament 38.218-mal vor.
- Der mittlere Vers in der hebräischen Bibel ist Jeremia 6,7.
C. Wichtige Dokumente
Es gibt eine große Anzahl alter Handschriften und Übersetzungen der Bibel. Hier sollen nur die wichtigsten Handschriften genannt werden:
1. Der Codex Sinaiticus (Codex Aleph)
Der Codex Sinaiticus wurde 1844 und 1859 von dem Theologen und großen Textforscher Constantin v. Tischendorf in dem Katharinenkloster am Fuße des Berges Sinai entdeckt. Er befindet sich jetzt seit 1933 im britischen Museum in London. Dieser Codex wurde um 350 n. Chr. geschrieben und umfasst ein Drittel des Alten Testaments und das vollständige Neue Testament in griechischer Sprache.
2. Der Codex Vaticanus (Codex B)
Der Codex Vaticanus befindet sich nachweislich seit 1481 im Vatikan. Er wurde vor oder um 350 n. Chr. in griechischer Sprache geschrieben. Er enthält fast das ganze Alte Testament (586 von 617 Seiten) und fast das ganze Neue Testament (142 von 162 Seiten).
3. Der Codex Alexandrinus (Codex A)
Der Codex Alexandrinus befindet sich im Britischen Museum in London. Er wurde im Jahre 1627 dem englischen König Karl I. durch Cyril Lucar, einem hohen Amtsträger der griechischen Kirche, als Geschenk überreicht. Der Codex Alexandrinus war der erste der drei wichtigen Handschriften, die gefunden wurden.
Dieser Codex stammt aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. und umfasst beide Testamente in griechischer Sprache, ist aber an manchen Stellen schadhaft.
4. Die Schriftfunde aus der Höhle bei Qumran am Toten Meer
Im Frühjahr 1947 wurden erstaunliche Entdeckungen in einer Höhle bei Qumran am Toten Meer gemacht. Ein arabischer Hirtenjunge war auf der Suche nach einer verlorenen Ziege. Dabei entdeckte er in einer Höhle Krüge mit verschiedenen Lederrollen. Später wurden in dieser Gegend noch weitere 350 verschiedene Schriftrollen gefunden. Viele dieser Schriften befassen sich mit dem besonderen Glauben einer jüdischen Sekte.
Zu den wichtigsten Handschriften, die dort gefunden wurden, zählen zwei Rollen des Propheten Jesaja, die um 150-200 v. Chr. geschrieben wurden. Sie sind ca. 1000 Jahre älter als die bis dahin gefundenen hebräischen Handschriften.
Das Erstaunliche dabei ist, dass der hebräische Text in diesen Jahren kaum eine Veränderung erlebt hat. Es gibt nur sehr wenige geringfügige Abweichungen zwischen den älteren und neueren Texten. Dadurch wird die sorgfältige Weitergabe des hebräischen Textes erneut bestätigt.
1.4 Die Inspiration der Bibel
A. Was bedeutet „Inspiration“?
Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in <der> Gerechtigkeit, (2. Tim 3,16)
Das griechische Wort für Inspiration „theopneustos“ bedeutet soviel wie „von Gott eingegeben“ oder „von Gott gehaucht“.
Was verstehen wir unter „Inspiration der Bibel“?
Die Originalmanuskripte der Bibel sind von Menschen geschrieben worden unter der Leitung des Heiligen Geistes, mit Hilfe ihrer Persönlichkeit und Begabung, so dass als Resultat die ganze Bibel in ihrem Wortlaut eine vollkommene, irrtumslose Botschaft Gottes an den Menschen ist.
B. Bestätigung der Inspiration
1. Die Bestätigung Jesu
Jesus selbst bestätigte die Gültigkeit des Alten Testaments, indem er es oft zitierte und darauf verwies:
Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht {ein} Jota oder {ein} Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. (Mt 5,18)
Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher sie schuf, sie von Anfang an <als> Mann und Frau schuf (Mt 19,4)
Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden; von dem Herrn her ist er dies geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen»? (Mt 21,42)
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes; (Mt 22,29)
Jesus selbst bestätigte sein eigenes Wort als zuverlässiges Gotteswort:
Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben; (Joh 6,63)
Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. (Joh 7,16)
denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt hast. (Joh 17,8)
Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie ich nicht von der Welt bin. (Joh 17,14)
Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen {nicht} vergehen. (Mt 24,35)
Jesus wies bereits im Voraus auf den Lehrdienst seiner Jünger hin und dass sie darin durch den Heiligen Geist geleitet werden sollten:
und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, {ich} bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. (Mt 28,20)
Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Joh 14,26)
Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen. (Joh 16,13.14)
2. Die Bestätigung der Apostel
Die Apostel haben das ganze Alte Testament, wie es uns heute vorliegt, als Gottes Wort anerkannt und sehr oft daraus zitiert:
Aber dies bekenne ich dir, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, so dem Gott meiner Väter diene, indem ich allem glaube, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben steht, (Apg 24,14)
Denn die Schrift sagt zum Pharao: «Eben hierzu habe ich dich erweckt, damit ich meine Macht an dir erzeige und damit mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.» (Röm 9,17)
Die Schrift aber, voraussehend, dass Gott die Nationen aus Glauben rechtfertigen werde, verkündigte dem Abraham die gute Botschaft voraus: «In dir werden gesegnet werden alle Nationen.» (Gal 3,8)
Oder meint ihr, dass die Schrift umsonst rede: «Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ»? (Jak 4,5)
Denn zu welchem der Engel hat er jemals gesagt: «Mein Sohn bist {du}, {ich} habe dich heute gezeugt»? und wiederum: «{Ich} werde ihm Vater und er wird mir Sohn sein»? Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in den Erdkreis einführt, spricht er: «Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten!» Und von den Engeln zwar spricht er: «Der seine Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme», von dem Sohn aber: «Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches; (Hebr 1,5-8)
Die Apostel bestätigen, dass die Botschaft, die sie verkündigen, wahr ist (Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr; und er weiß, dass er sagt, <was> wahr <ist>, damit auch {ihr} glaubt. (Joh 19,35)). Ihre Botschaft ist keine eigene menschliche Lehre, sondern Gott hat sie ihnen offenbart.
Uns aber hat Gott es geoffenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.( 1.Kor 2,10)
Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt. (1.Thes 2,13)
Den Aposteln war es bewusst, dass sie die wahre göttliche Botschaft verkündigten.
Denn wir treiben keinen Handel mit dem Wort Gottes wie die meisten, sondern wie aus Lauterkeit, sondern wie aus Gott reden wir vor Gott in Christus. (2.Kor 2,17)
Ich tue euch aber kund, Brüder, daß das von mir verkündigte Evangelium nicht von menschlicher Art ist. Ich habe es nämlich weder von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch Offenbarung Jesu Christi. (Gal 1,11.12)
Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. Denn «alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen; (1.Petr 1,23.24)
Diesen zweiten Brief, Geliebte, schreibe ich euch bereits, in welchen <beiden> ich durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufwecke, damit ihr gedenkt der von den heiligen Propheten <schon> vorher gesprochenen Worte und des durch eure Apostel <übermittelten> Gebotes des Herrn und Heilandes (2.Petr 3,1.2)
Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss; und indem er <sie> durch seinen Engel sandte, hat er <sie> seinem Knecht Johannes kundgetan, der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat, alles, was er sah. (Offb 1,1.2)
So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. <Ihr seid> aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist. (Eph 2,19.20)
Zu diesem geoffenbarten Wort Gottes darf nichts hinzugefügt werden, und es darf auch nichts davon weggenommen werden:
Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist. (Offb 22,18.19)
3. Der Anspruch der Bibel
Die Bibel selbst beansprucht, Gottes Wort und damit zuverlässig und wahr zu sein.
Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jedes Urteil deiner Gerechtigkeit <währt> ewig. (Ps 119,160)
indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist. (2. Petr 1,20.21)
Der HERR, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen. (5.Mo 5,2)
An 3808 Stellen im Alten Testament gibt es Aussagen wie z.B. „So spricht der Herr“. Damit bestätigt das Alte Testament selbst seine Gültigkeit.
1.5 Warum sollen wir die Bibel studieren?
Die Bibel nützt uns wenig, wenn wir sie zwar im Regal stehen haben, aber nicht auf unser Leben anwenden. Viele wertvolle Wahrheiten für unser Leben werden nicht bei einem gelegentlichen, oberflächlichen Lesen der Bibel entdeckt. Gott möchte, dass wir in der Bibel forschen, über die Worte Gottes nachdenken und sie auf unser Leben anwenden.
Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, liebe ich; und dein Gesetz ist tief in meinem Innern. (Ps 40,9)
Warum soll es uns ein Anliegen sein, die Bibel gründlich zu erforschen?
A. Damit wir die Bibel gründlich kennenlernen
Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte. (Apg 17,11)
Die Bibel ist Maßstab und Richtschnur für unseren Glauben. Es ist darum wichtig, dass wir uns gründlich in ihr auskennen. Angesichts der vielen Irrlehren und Verführungen sollen wir fest gegründet sein im Wort Gottes.
denn alles, was offenbar wird, ist Licht. Deshalb heißt es: «Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten! und der Christus wird dir aufleuchten!» (Eph 5,14)
B. Damit wir Gott besser kennenlernen
Ihr erforscht die Schriften, denn {ihr} meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und {sie} sind es, die von mir zeugen; (Joh 5,39)
Im Alten Testament haben wir schon viele Hinweise auf Jesus Christus, die dann im Neuen Testament erfüllt werden. Wenn wir die Bibel gründlich studieren, werden wir das Handeln Gottes und seine Eigenschaften immer besser kennenlernen. Auch unser Leben wird dadurch verändert und unser Vertrauen zu ihm gestärkt.
C. Damit wir Gottes Willen besser kennenlernen
«Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott?» (Mi 6,8)
Die Bibel offenbart uns den Willen Gottes für unser Leben. Sie zeigt uns, wie wir gerettet werden können und wie wir im Glauben und in der Heiligung wachsen können.
Er sprach aber: Ich bitte dich nun, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest, denn ich habe fünf Brüder, dass er ihnen eindringlich Zeugnis ablege, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen! Abraham aber spricht: Sie haben Mose und die Propheten. Mögen sie die hören! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen geht, so werden sie Buße tun. Er sprach aber zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht. (Lk 16,27-31)
Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet, dass jeder von euch sich sein eigenes Gefäß in Heiligkeit und Ehrbarkeit zu gewinnen wisse, nicht in Leidenschaft der Begierde wie die Nationen, die Gott nicht kennen; dass er sich keine Übergriffe erlaube noch seinen Bruder in der Sache übervorteile, weil der Herr Rächer ist über dies alles, wie wir euch auch vorher <schon> gesagt und eindringlich bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern in Heiligung. (1.Thes 4,3-7)
D. Damit wir das Wort Gottes unverfälscht weitergeben können
und untadeligen Arbeiter zu erweisen, der das Wort der Wahrheit unverfälscht verkündigt.( 2. Tim 2,15)
Es ist die Aufgabe eines jeden Christen, das Wort Gottes anderen weiterzusagen. Doch wie unfähig fühlen wir uns, wenn wir die Bibel zu wenig kennen? Eine gute Bibelkenntnis bietet eine große Hilfe, wenn es darum geht, Menschen für Jesus zu gewinnen.
E. Damit wir ein erfülltes Leben führen können
Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben (Joh 6,63)
Ein erfülltes Leben kann nur der führen, der im Zentrum des Willens Gottes lebt. Aus der Bibel erfahren wir wiederum, was Gott von uns haben möchte.
Beachte die großartigen Verheißungen, die denen gegeben sind, die ihr Leben nach dem Wort Gottes ausrichten:
Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben. (Jos 1,8)
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm. (Ps 1,1-3)
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, <der> hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen. (Joh 5,24)
Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet. (2.Tim 3,16.17)
1.6 Wie studieren wir die Bibel?
A. Mit einer Gebetshaltung die Bibel studieren
Weil wir es in der Bibel mit geistlichen Dingen zu tun haben, müssen wir auch geistliche Mittel einsetzen, um sie richtig zu verstehen. Wenn wir die Bibel lesen, ohne zu beten, wird sie bald ein langweiliges Buch sein. Wenn wir aber um Verständnis beten für die kostbaren Wahrheiten im Wort Gottes, wird die Bibel bald unser liebstes Buch sein. Darum wollen wir keine Bibelarbeit machen, ohne auch dafür zu beten.
Öffne meine Augen, damit ich schaue die Wunder aus deinem Gesetz. (Ps 119,18)
Wie kann diese ständige Gebetshaltung praktisch aussehen?
Betet unablässig! (1.Thes 5,17)
B. Mit Ausdauer und Beständigkeit
Damit die göttlichen Wahrheiten tief in uns Wurzeln fassen, müssen wir uns gründlich und beständig mit dem Wort Gottes befassen. Ein oberflächliches Lesen der Schrift genügt dafür nicht. Am besten ist es, wenn wir täglich dafür eine feste Zeit einplanen.
Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben. (Jos 1,8)
Was hält uns davon ab, beständig und treu in der Bibel zu arbeiten? Womit dürfen wir rechnen, wenn das Wort Gottes tief in unseren Herzen verwurzelt ist?
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm. (Ps 1,1)
C. Mit der Bereitschaft zu lernen
Das Wort Gottes stellt uns ständig vor die Entscheidung, es anzunehmen oder zu verwerfen. Wenn wir willig sind, unser Leben durch das Wort verändern zu lassen, werden wir ein fröhliches Christsein führen können.
Halten will ich dein Gesetz beständig, immer und ewig. Und ich werde wandeln in weitem Raum, denn nach deinen Vorschriften habe ich geforscht. Vor Königen will ich reden von deinen Zeugnissen und mich nicht schämen. Ich habe meine Lust an
deinen Geboten, die ich liebe, und werde meine Hände aufheben zu deinen Geboten, die ich liebhabe. Und über deine Ordnungen will ich nachdenken. (Ps 119,44)
Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, liebe ich; und dein Gesetz ist tief in meinem Innern. (Ps 40,9)
Gott hat gute Gedanken für unser Leben. Er weiß, was das Beste für uns ist. Darum sollten wir jederzeit gern bereit sein, aus der Bibel zu lernen und den Willen Gottes zu tun!
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Damit Sie einen möglichst großen Gewinn durch diesen Bibelkurs haben, lesen Sie bitte zunächst einmal, wie Sie mit dem Kurs am besten umgehen. Der Bibelkurs kann sowohl allein im Selbststudium als auch in einer kleinen Gruppe durchgearbeitet werden.
1.1 Das Studium in einer Gruppe
Am sinnvollsten ist es, den Bibelkunde-Kurs in einer kleinen Gruppe durchzuarbeiten. Durch den Austausch mit anderen werden Sie viele neue Aspekte im Wort Gottes entdecken, die Ihr Leben bereichern. Es bleibt aber niemandem eine fleißige Vorbereitung zu Hause erspart. Somit gehört zur Bearbeitung unseres Kurses sowohl die persönliche Vorbereitung als auch der Austausch in der Gruppe.
A. Die persönliche Vorbereitung
In jeder Woche sollten Sie sich genügend Zeit nehmen, um sich auf die betreffende Lektion gründlich vorzubereiten. Dazu gehören folgende Aufgaben:
- Beten Sie um Weisheit und Verständnis, damit Sie die kostbaren Wahrheiten aus Gottes Wort zu verstehen und auf Ihr Leben anwenden können (Psalm 119,18). Beten Sie auch für jeden einzelnen aus Ihrer Gruppe, der mit Ihnen dieses Bibelstudium macht.
- Lesen Sie aufmerksam den angegebenen Bibeltext. Denken Sie darüber nach, und lesen Sie ihn wenn möglich noch einmal, um den Inhalt richtig zu erfassen. Falls Sie das Lesen der Bibeltexte mit Ihrer persönlichen Stillen Zeit verbinden, ist die vorgegebene Einteilung der Tage ein geeigneter Anhaltspunkt.
- Versuchen Sie jetzt, die Vertiefungsfragen zu beantworten. Wenn Sie den Bibeltext aufmerksam gelesen haben, wird Ihnen diese Aufgabe nicht besonders schwer fallen.
- Außerdem sollten Sie vor jeder Zusammenkunft in Ihrer Gruppe alle Hintergrundinformationen in diesen Unterlagen zu den entsprechenden Bibeltexten gelesen haben. Dadurch verbleibt in der Gruppe mehr Zeit, um über offene und schwierige Fragen zum Bibeltext zu sprechen.
B. Der Austausch in der Gruppe
Es ist wichtig, dass jede Gruppe einen Gruppenleiter hat, der für den Gesprächsverlauf verantwortlich ist. Hier soll ein Vorschlag gemacht werden, wie eine solche Zusammenkunft gestaltet werden kann:
- Es hat sich bewährt, mit einem kurzen Austausch über Gebetsanliegen, persönliche Erfahrungen mit dem Herrn und mit einer Gebetsgemeinschaft zu beginnen.
- Der Gruppenleiter sollte eine kurze Einführung in die Lektion geben. Anhand der Gliederung des biblischen Buches kann er schnell einen guten Überblick über das ganze Buch vermitteln. Er sollte auf einige wichtige Hintergrundinformationen hinweisen, die zum Verständnis des Buches hilfreich sind. Wichtig ist, die Einführung interessant zu gestalten und kurz zu halten.
- Nach der Einführung des Gruppenleiters in die Lektion sollten die Vertiefungsfragen durchgesprochen werden. Dabei müssen nicht alle Fragen in der Gruppe angesprochen werden. Es ist wichtig, die Antworten aus der Bibel herauszuarbeiten, einzelne Abschnitte der Bibel gemeinsam zu lesen und den Textzusammenhang zu beachten. Es sollte auch Raum gegeben werden, persönliche Fragen und Erfahrungen einzubringen.
- In der verbleibenden Zeit kann die Gruppe noch auf besondere Themen des biblischen Buches zu sprechen kommen, z.B. auf Hinweise auf Jesus Christus, die in den Büchern des Alten Testaments erkennbar sind.
- Sicher werden Sie oft das Gefühl haben, dass die Zeit einfach nicht reicht. Dennoch sollten Sie pünktlich Ihre Zusammenkunft schließen, denn das Bibelstudium ist ja nach diesem 18-monatigen Kurs nicht vorüber, sondern sollte mit noch größerer Intensivität weitergeführt werden.
1.2 Das Selbststudium
Dieser Bibelkurs kann auch allein im Selbststudium mit großem Gewinn durchgearbeitet werden. Das erfordert allerdings mehr Disziplin, weil der Austausch und Ansporn durch andere fehlt. Darum sollen hier einige Hinweise für das Erarbeiten des Bibelkunde-Kurses im Selbststudium gegeben werden.
- Planen Sie täglich eine feste Zeit für Ihr Bibelstudium ein. Sie können auch das Lesen der entsprechenden Bibelabschnitte mit Ihrer „Stillen Zeit“ verbinden und dafür den Bibelleseplan (Seite 5-8) als Leitfaden benutzen.
- Beten Sie um Weisheit und Verständnis (Jesaja 50,4b), dass Sie die kostbaren Wahrheiten aus Gottes Wort verstehen und auf Ihr Leben anwenden können (Psalm 119,18).
- Lesen Sie aufmerksam den angegebenen Bibeltext. Denken Sie darüber nach und lesen Sie ihn wenn möglich noch einmal, um den Inhalt richtig zu erfassen.
- Beantworten Sie schriftlich die Vertiefungsfragen. Wenn Sie den Bibeltext aufmerksam gelesen haben, werden Ihnen die Antworten nicht besonders schwer fallen.
- Lesen Sie auch die Hintergrundinformationen in diesen Unterlagen zu den entsprechenden Büchern der Bibel.
- Um schwierige Stellen aus der Bibel besser zu verstehen, ist es nützlich, einige wichtige Bücher als Hilfsmittel zu benutzen:
- Handbuch zur Bibel
- Lexikon zur Bibel
- Karten zur Bibel
- Konkordanz
- Kommentare
- Lernen Sie Bibelstellen auswendig, die Ihnen wichtig geworden sind. So können Sie Gottes Wort noch besser als Schwert des Geistes im Kampf gegen die feindlichen Mächte und im Gebet anwenden.
Behalten Sie das, was Sie erkannt und gelernt haben, nicht für sich. Wenden Sie es auf Ihr eigenes Leben an, damit Sie zu einem Täter des Wortes Gottes werden und nicht ein vergesslicher Hörer sind.
Jak 1,22: Seid aber Täter <des> Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen.
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Es ist der Wunsch vieler Christen, die Bibel einmal ganz durchzulesen, um einen groben Überblick über deren Inhalt und Aufbau zu bekommen. Darum soll dieser Bibelkurs in 18 Monaten durch die ganze Bibel führen. Auf diesem Weg ist das Ziel in absehbarer Zeit zu erreichen, und es besteht zugleich die Möglichkeit, einzelne Abschnitte intensiver durchzuarbeiten.
A. Der Bibeltext
In erster Linie geht es darum, die Bibel zu lesen und kennenzulernen. Darum wird in jeder Lektion ein Bibeltext angegeben, der in der jeweiligen Woche gelesen werden sollte, um in 18 Monaten einmal durch die ganze Bibel zu kommen.
B. Die Hintergrundinformationen
Zu jedem Buch der Bibel werden in knapper Form einige wichtige Hintergrundinformationen gegeben. Dazu gehören Fragen, wie z.B.:
- Wer ist der Verfasser des Buches?
- Wann und wo wurde es geschrieben?
- Wie ist es eingeteilt?
- Welche Themen werden behandelt?
- Welche Besonderheiten werden erwähnt?
- Gibt es Hinweise auf Jesus Christus?
C. Die Vertiefungsfragen
Die Vertiefungsfragen bilden einen wichtigen Teil dieses Kurses. Zu jeder Lektion gehört eine Seite mit Fragen zu dem Bibeltext, der gerade durchgenommen wird. Die Fragen sollen helfen, den Bibeltext aufmerksam zu lesen und wichtige Zusammenhänge zu erfassen. Jeder Teilnehmer des Kurses sollte die Vertiefungsfragen bearbeiten. Auf den Arbeitsblättern ist genügend Platz, um die Antworten
